Die Schulentscheidung

Eltern können für ihr Kind die nächstgelegene Schule, eine Ersatzschule und – je nach Bundesland – auch eine weiter entfernt gelegene staatliche Schule wählen. Es gibt viel Ratgeberliteratur zur Vorbereitung auf die Einschulung und auch als Hilfe für die Schulentscheidung . Oft geht es dabei um die Frage: Wie kann ich mein Kind bestmöglich auf die Einschulung vorbereiten, damit es „ins System passt“. Man kann aber auch fragen: Welche Schule passt am besten für mein Kind? Im Rahmen der Themenwoche Aufnahme an der Waldorfschule teile ich meine Gedanken mit Euch und erkläre auch die Rahmenbedingungen an der Waldorfschule.

Die vier Bedingungen

Am Tag der Einschulung fließt alles zusammen: Da steht ein Schulkind mit seiner Schultüte und begleitet von seiner Familie vor dem Schultor und erwartet seinen neuen Lebensabschnitt. Dafür bringt es mit: Seine ganz eigene Persönlichkeit, die Bedingungen seiner Familie, Erfahrungen aus dem Kindergarten und ganz viele Erwartungen an die Schule. Damit der nun folgende Weg einen gelungenen Einstieg bekommt, sollte Vieles im Vorfeld bedacht werden:

Die Persönlichkeit des Kindes

Ihr seid die Experten für Euer Kind: Wie ist das Schlaf- und Ruhebedürfnis im Verhältnis zum möglichen Tagesplan – vom Schulweg bis zur anschließenden Betreuung? Welche Freizeitaktivitäten oder Förderungen stehen sonst noch fest auf dem Wochenplan? Wann ist Zeit für freies Spiel und Freundschaften? Kurz gesagt: Was braucht mein Kind, um die Herausforderungen als Schulkind gut zu meistern.

Die Bedürfnisse der Familie

Ist Elternmitarbeit, das Mitgestalten von Schule, erwünscht und für uns machbar? Wie wird die Hausaufgabensituation zu Hause? Welche zusätzliche Betreuung benötigen wir noch? Die Familienorganisation, die Geschwisterkinder…. wie sind unsere häuslichen Abläufe und Routinen? Wie gut sind wir im Notfall erreichbar?

Der KiTa Hintergrund

Welche Erfahrungsfelder und Abläufe sind gewohnt? Welche Spiel- und Freundschaftskontakte sind entstanden? Sind Schule und KiTa vernetzt? Wurde mit offenem oder geschlossenem Konzept gearbeitet (also eher individuell oder gemeinschaftlich gearbeitet)?

Die Bedingungen der Schule

Wie weit, anstrengend oder auch gefahrenvoll ist der Schulweg und kann/ soll er allein bewältigt werden? Wie groß wird die Lerngruppe sein? Wird eher leistungsgleich oder eher altersgleich unterrichtet? Wie wirkt die Schule auf uns? Können wir uns als Eltern einbringen? Welchen Eindruck machen die Lehrenden, die mir begegnen? Hier spielen Kopf und Herz eine Rolle. Sind wir bereits mit der Schule und ihrem Konzept vertraut oder haben wir andere Anknüpfungspunkte?

All diese Dinge fließen sorgsam in die Schulentscheidung ein.

Die Rahmenbedingungen an der Waldorfschule

Jede Waldorfschule hat ihre eigene Gründungsgeschichte, gewachsene Strukturen und andere Bedingungen. „Kennste eine, kennste alle“ gilt hier nicht wirklich. Ich gehe daher an dieser Stelle auf allgemeine Bedingungen ein, die man grundsätzlich an jeder Waldorfschule vorfindet.

  • Epochenprinzip: Es wird ein Fach über einen bestimmten Zeitraum, meist 3-4 Wochen, täglich in einer Doppelstunde unterrichtet. Vorteil: So taucht man tief in die Lerninhalte ein und kann sich gründlich mit ihnen auseinandersetzen. Aber: Bei längeren Fehlzeiten wird auch viel Stoff versäumt. Allerdings: Bis zur nächsten Epoche dieses Fachs hat man wieder Zeit, um in Ruhe aufzuholen.
  • 2 Fremdsprachen ab Klasse 1: Spielerisch erleben die Kinder gleich zwei Fremdsprachen ab der Einschulung und entwickeln ein Sprachgefühl aus der Nachahmung heraus. Vorteile: Ich kann sie alle gar nicht aufzählen, sie sind nicht nur aus Sicht der Hirnforschung vielfach belegt. Aber auch: Kinder mit größeren Konzentrationsschwächen oder bestimmten Sprachschwierigkeiten werden manchmal besonders herausgefordert.
  • Ein:e Klassenlehrer:in als feste Bezugsperson für 8 Jahre: An einigen Schulen sind es auch nur 6 Jahre. Der große Vorteil: Lernen in Beziehung und Vertrautheit ist kaum besser möglich. Allerdings: 8 Jahre sind eine lange Zeit und es gibt einfach keine Garantie, dass es nicht auch im Leben des Lehrers oder der Lehrerin zu Veränderungen kommt und es am Ende doch noch Wechsel gibt.
  • Meist größere Klassen: Die Klassengrößen an Waldorfschulen sind aus verschiedenen Gründen meistens sehr groß. Dadurch ergibt sich eine große Gemeinschaft, die gemeinsam aufwächst. Vorteile: Viele Lern- und Spielpartner. Man kann sich auch mal aus dem Weg gehen. Zu Beachten: Für besonders ablenkbare Kinder kann dies herausfordernd sein. Da muss man schauen, wie die räumlichen Gegebenheiten sind. Es gibt aber einige Lösungen für diesen Fall.
  • Lernen in Bewegung: Neben den Fächern Spielturnen und Eurythmie ist das Lernen in Bewegung fester Bestandteil im Unterricht von uns Klassenlehrer:innen, aber auch von Fachlehrer:innen. Mein Fach Musik ist ohne Bewegung in der Unterstufe gar nicht vorstellbar 🙂 Unterstützend gibt es an vielen Schulen in den Schuleingangsklassen das bewegte Klassenzimmer, welches das Lernen in Bewegung begleitet, denn Bewegung hilft ungemein beim Lernen und tut Kindern einfach nur gut.
  • Mitmachschule: „Unsere Schule gibt es nur, weil wir sie wollen.“ Ein viel gehörter Satz, aber so ist es. Jede Waldorfschule funktioniert nur durch die aktive Gestaltung von Lehrer:innen und Eltern. Daher kann man sich an vielen Stellen einbringen und im Sinne der Kinder die Schule gemeinsam weiterentwickeln und voranbringen. Das muss man wollen und es braucht Zeit und Engagement.
  • Viel künstlerische Betätigung: Wie bereits an vielen Stellen beschrieben, ist die Kunst als Bestandteil des Lernens und der Persönlichkeitsentwicklung ein wichtiger Bereich, dem auch viel Zeit gewidmet wird.
  • Eigener Lehrplan: Der Waldorflehrplan deckt alle Inhalte ab, die auch an staatlichen Schulen unterrichtet werden, aber im Sinne der Waldorfpädagogik wird der Lernstoff so verteilt, dass er vom Zeitpunkt her die kindliche Entwicklung unterstützt. Daher gibt es beispielsweise die beiden Fremdsprachen ab Klasse 1 oder Bruchrechnen ab Klasse 4. Andererseits braucht es meist das ganze erste Schuljahr, um nach und nach mit Geschichten und Bildern die Buchstaben einzuführen und das Lesen und Schreiben zu erlernen.
  • Lernen in altersgleichen Gruppen: Wir arbeiten mit Kindern, die altersgleich sind, also in etwa die gleichen Entwicklungsaufgaben zu bewältigen haben. Unterschiedlichen Lernleistungen begegnen wir mit Binnendifferenzierung. Sitzenbleiben und Überspringen sind klar die Ausnahme.
  • Entwicklungsberichte statt Ziffernzeugnisse: Die Ziffernnoten sind lange Jahre kein Thema an der Waldorfschule. Die Kinder erhalten eine altersgerechte, persönliche Rückmeldung von ihren Lehrer:innen und die Eltern am Schuljahresende einen Entwicklungsbericht. Das ist eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe, denn es erfordert eine gute Kommunikation auf vielen Ebenen.

Ich hoffe, ich konnte Euch einige Impulse geben auf Eurem Weg zur passenden Schulentscheidung für Euer Kind!

Die kleine Schulstunde am Aufnahmetag

Ein Gastbeitrag zur Aufnahme an der Waldorfschule von Frauke Beckers.

Was erwartet euer Kind am Tag der Aufnahme an der Waldorfschule?

Nachdem ihr die Anmeldung für euer Kind an der Waldorfschule eurer Wahl ausgefüllt habt und nachdem ihr die Schule bei öffentlichen Veranstaltungen besucht, über Waldorfpädagogik recherchiert und Gespräche mit anderen Eltern und Mitarbeitern der Schule geführt habt, werdet ihr eines Tages von der Schule zum Tag der Aufnahme eingeladen.

Nun fragt ihr euch:

Was passiert an diesem Tag?

Wie bereiten wir unser Kind am besten darauf vor?

Mein Tipp:

Erzählt eurem Vorschulkind, dass es an diesem Tag mit anderen Kindern im gleichen Alter Schulkind an einer richtigen Schule mit einer echten Lehrerin spielen darf. Dann lasst euer Kind einfach es selbst sein.

Für euer Kind kann es – je nach Schule – eine Untersuchung durch die/den anthroposophische/n Schulärztin/-arzt geben mit verschiedenen Fragen/Übungen/Untersuchungen zur kindlichen Entwicklung mit dem Ziel, die körperliche Schulreife festzustellen. 

Dann gibt es zur Betrachtung der emotionalen und sozialen Schulfähigkeit in der Regel ein Unterrichtssetting in einer Kleingruppe, auch genannt: Die kleine Schulstunde. 

Was euer Kind dabei in etwa erwartet, zeige ich euch in den Bildern.

Es unterscheidet sich natürlich immer von Lehrperson zu Lehrperson und von Schule zu Schule. Auf jeden Fall wird alles spielerisch und altersgemäß in einen schönen Gesamtrahmen gepackt.

Ich wünsche eurem Königskind einen wunderschönen Probeschultag mit viel freudiger Aufregung, neuen Bekanntschaften und positivem Schulzauber🪄🌻!

– Frauke Beckers; Klassenlehrerin und Autorin bei wachsmalbloeckchen.de –

Als Lehrerin im Aufnahmegremium habe ich schon viele Vorschulkinder empfangen dürfen. Zu Beginn betraten die Kinder oft etwas zögerlich den Raum und entlassen durfte ich sie 40 Minuten später jedes Mal wieder mit leuchtenden Augen, scheinbar ein großes Stück gewachsen und mit einem fröhlichen „Auf Wiedersehen, Frau Beckers“. Bei den Eltern sprudelte dann förmlich aus ihnen heraus, was sie heute alles Tolles in der Schule gelernt haben😍

Entwicklung und Reife durch Spiel

Am heutigen Tag unserer Themenwoche „Aufnahme an der Waldorfschule“ geht es um die Spielreife. Hier hat Kathrin Schuster von @beziehungskunst.weimar (Instagram) die wichtigen Entwicklungsschritte in den ersten Lebensjahren dargestellt und aus anthroposophischer Sicht beleuchtet. Ich möchte einmal dazustellen, welche Möglichkeiten ein spielerisch-künstlerischer Ansatz bietet, den Übergang vom Kindergarten in die Schule zu gestalten.

Kinder im ersten Jahrsiebt

Hier hat Kathrin auch sehr die innere Haltung, mit denen wir Kindern begegnen sowie passend dazu die drei wichtigen Entwicklungsstufen – das Gehen-, Sprechen- und Denkenlernen -herausgestellt. Ich mag sehr ihr Zitat „Das Kind spielt sich durch die frühe Kindheit“. Dazu braucht es für sich eine Umgebung, die Ruhe, Versorgung, einen verlässlichen und rhythmischen Tagesablauf sowie Sinneserfahrungen bietet. Kinder verarbeiten Erlebtes oder Gesehenes aus dem Inneren heraus durch ihr Spiel.

Mehr zum ersten Jahrsiebt findet Ihr auch hier auf meinem Blog.

Wie gestaltet man einen Übergang zur Schule?

Das ist im Grunde die zentrale Herausforderung für einen gelungenen Schulanfang. Denn in der Schule wirken viele neue Inhalte von außen ein. Kathrin schlägt vor, dass Kindergärten und Schulen sich im Vorfeld mehr besuchen und austauschen sollten. Das wäre sicherlich hilfreich. In meinem Fall muss ich aber auch sagen, dass ich innerhalb meiner Klasse mehrere Kindergärten im Einzugsbereich hatte und es mir dazu als 8.Klass-Lehrerin im Vorfeld leider nur sehr begrenzt möglich war, in einen größeren Austausch zu kommen.

Dennoch ist es möglich, den Schulanfang so zu gestalten, dass das Spielerische mit Künstlerischem versehen und so äußere Vorgaben umgesetzt werden können.

Vom Spiel zur Kunst

Das Spielen ist für Kinder eine ersthafte Angelegenheit und damit kein Lustprinzip in der Form, wie wir Erwachsenen es erleben, wenn wir uns Zeit für eine Partie unseres liebsten Karten- oder Brettspiels nehmen. Kinder setzen sich im Spiel sehr ernsthaft mit ihrer Umwelt und ihren Vorbildern auseinander. In der Phase des Übergangs ist nun darauf zu achten, dass die Nachahmungskräfte einbezogen und sich das Spielen aus dem Inneren heraus auch kreativ, in künstlerischer Weise mit neuen Inhalten verbinden kann.

  • Wenn etwa gemeinschaftlich gebaut wird, bedarf es schon einiger äußerer Vorgaben, aber auch gleichzeitig eigener Ideen bei der Übernahme von Arbeiten. Dazu sind neben Geschicklichkeit auch das Treffen von Absprachen und die Zusammenarbeit mit anderen wichtige Lernfelder.
  • Bei Gruppenspielen werden Rollen wie Fänger, Verstecker usw. übernommen und auf eigene Weise ausgefüllt.
  • Noch mehr geschieht dies durch szenische Darstellungen bei kleinen Theaterspielen. Dabei werden auch Sprache, Sprechen und Gesten eingeübt und erarbeitet.
  • verschiedenste Bewegungsabläufe wie Schleichen, Hüpfen, Rennen, in die Hocke gehen, jemanden antippen usw. werden geübt und auf eigene Weise passend nach bestimmten Regeln und Signalen eingesetzt.
  • Beim Malen oder Plastizieren müssen zwar auch bestimmte Inhalte beachtet werden, es kommt jedoch auch wiederum eine größere Freiheit bei der inneren Betätigung hinzu.

Mit einem geschulten Blick für den Entwicklungsstand der Kinder lässt sich auf diese Weise ein Unterricht gestalten, der die Notwendigkeit und Ernsthaftigkeit des Spiels berücksichtigt, Freiraum für Kreativität lässt und gleichzeitig Inhalte an die Kinder heranführt. Die Anteile werden sich im Laufe der Zeit verändern, so wie es für die Kinder passend ist.

Das Spiel wirkt von innen nach außen,
Schule und Arbeitsaufträge von außen nach innen.

Nicht umsonst braucht es Erziehungskünstler.

Meine Erfahrungen und Gedanken

Ich fasse mich kurz: Wenn man Erstklass-Lehrer:in ist, sind viele neue, unbekannte Augenpaare auf einen gerichtet. Nicht wenige sind in freudiger Erwartung erster schöner Lernerfolge. Doch davon sollte man sich ein stückweit lösen, sich Zeit für die Kinder nehmen und die Ruhe bewahren.

Wenn man erst einmal mehr am Beziehungsaufbau, den guten Gewohnheiten und verlässlichen Routinen arbeitet, sind schon gute Lernvoraussetzungen geschaffen. Fließt das Künstlerische dazu ein, kann ein ruhiger Übergang gelingen.

Die Welt der Pflanzenmärchen

Am heutigen Märchenmontag habe ich ein schönes Pflanzenmärchen für Euch und Eure Lieben, das auch gut in die Martinszeit, der Zeit der Nächstenliebe, passt: Das Märchen vom Tausendgüldenkraut.

Über Pflanzenmärchen

Seit jeher und auf der ganzen Welt ziehen Pflanzen uns mit ihrer ganz besonderen Magie in ihren Bann. Sie regten die Fantasie an und ließen ganz besondere Geschichten und Märchen entstehen, die stets weitergetragen wurden.

Pflanzenmärchen lassen oft innere Bilder von Wachstum und Erneuerung, Weisheit und Heilung oder auch Reichtum und Wohlstand (reiche Ernte) entstehen.

Das Märchen vom Tausendgüldenkraut

Ein herzensguter Edelmann wird im ganzen Land für seine Nächstenliebe geschätzt. Seine großen Leidenschaft sind die Festmahle auf seinem Schloss. Doch die sind ihm bald nicht mehr vergönnt, so krank wird er. Er betet für Heilung und verspricht, die Hälfte seines Vermögens mit armen Menschen zu teilen. Dann schläft er ein und träumt von einer ganz besonderen Pflanze.

Ob er sie finden und sein Versprechen einlösen kann?

Überall, wo es Podcasts gibt

…. und hier auf meinem Blog findet Ihr die neue Folge „Märchen mit Klang“: Das Märchen vom Tausendgüldenkraut.

Ich wünsche Euch eine schöne Märchenzeit!

Info über Einsatz und Wirkung von Tausendgüldenkraut

Inforeihe „Die Schulreife“

Bei Instagram hat sich eine Reihe von Waldorfpädagog:innen zusammengefunden, um das Thema „Aufnahme an der Waldorfschule“ und Schulreife von verschiedenen Seiten aus zu beleuchten. Auch ich möchte dies auf meinem Blog begleiten, teilweise darf ich mich auch über Gast-Autor:innen freuen.

Der Einstieg

Als erstes gibt Kerstin Gruler-Fuchs, die schon einmal einen Gastbeitrag für meinen Blog zum Thema Kinderbücher geschrieben hat (inzwischen ist ihr eigenes Buch „Des Jahres bunte Kinder“ erschienen), einen Einstieg:

Schulwahl und Einschulung sind Themen, welche durchaus auch die Gemüter erhitzen können, Sorgen bereiten, Lebenslinien beeinflussen und die gleichzeitig von einem ganz natürlichen Prozess begleitet werden…. der Schulreife.

  • Wann ist mein Kind schulreif und was geht der Schulreife vielleicht sogar voraus? Und was haben der Zahnwechsel und der Körperbau des Kindes damit zu tun?
  • Wie sieht eigentlich so eine Aufnahme an der Waldorfschule aus? Kann ich mich vorbereiten? Und was ist, wenn mir eine Rückstellung empfohlen wird oder wir keinen Schulplatz bekommen?
  • Gibt es Literatur für mich, wo ich das nachlesen kann?
  • Ist die Waldorfschule nicht für alle Kinder die beste Schule?
Das sind die Themen unserer Inforeihe

Diese Fragen und noch mehr haben wir für Euch bewegt. In den kommenden Tagen könnt Ihr dazu hier und bei Instagram auf folgenden Profilen nachlesen: @waldorf.mama, @wachsmalbloeckchen, @waldorf.inklusiv, @waldorf.klassenlehrerin, @beziehungskunst.weimar und bei mir: @waldorf.lehrerin

Auch mein Kalender ist bereits wieder mit Kennenlernterminen gefüllt

Aktuell führen meine Kollegin und ich alle Erstgespräche mit den Familien, die ihr Kind an unserer Schule angemeldet haben. So findet ein erster Kontakt auf sehr persönlicher Ebene statt, die Kinder spielen und malen mit uns und wir lernen dabei die Familien erstmals kennen. Auch individuelle Fragen können in diesem Rahmen ganz in Ruhe besprochen werden.

Anschließend gibt es auch an unserer Schule noch ein größeres Treffen, bei dem alle Kolleg:innen aus dem Klassenlehrerbereich mitwirken. Wir haben dann weitere Informationen für die Eltern und die Kinder erleben in einer Gruppe das gemeinsame Spiel, Geschichten und Aquarellmalen. Danach haben alle, die unsere Schulgemeinschaft bilden (möchten), ein erstes Bild des Miteinanders gewonnen und können noch einmal ganz in Ruhe in sich gehen.

Die neue erste Klasse fügt sich also in diesem Prozess zusammen.

Eure Fragen

sind mir wie immer auch sehr willkommen. Daraus ergeben sich ja oft auch neue Themen, die viele interessieren. Hier kannst Du mir schreiben:

Die Zukunft und wir: Kaffee, Kreide, Morgenspruch

In der neuen Folge unseres Lehrerpodcasts „Kaffee, Kreide, Morgenspruch“ sprechen Dustin und ich über die Zukunft. Die Zukunft unserer Waldorfbewegung, unseres Berufs und nicht zuletzt unsere eigene Zukunft.

Unser Berlin-Impuls

Bislang haben wir unserer Hörerschaft nur berichtet, dass wir in Berlin auf einem Workshop waren, den der Bund der Freien Waldorfschulen auf den Weg gebracht hat. Nun konnten wir etwas konkreter werden, denn aus dem Workshop ist die Präsentation der Webseite www.waldorf-zukunkft.de entstanden: Wir waren als Teil eines bunt gemischten Thinktanks aktiv am Auftakt der Zukunftsinitiative beteiligt und sind natürlich auch weiterhin im Austausch mit dem Bund.

Eure Fragen

…. haben wir auch beantwortet. Beispielsweise, ob die 8 Jahre Klassenlehrerzeit noch zeitgemäß sind (kleiner Spoiler: Ich hänge mit ganzem Herzen daran, mir sind aber auch andere Sichtweisen bewusst), wie familienfreundlich eigentlich so ein langer Konferenzdonnerstag ist und mehr.

und wir selbst

Wo stehen wir in 10 Jahren? Zugegeben, ich habe Dustin kalt erwischt mit der Frage, denn unser nicht geringer Altersunterschied zeigt einmal mehr, dass wir auch im eigenen Leben an verschiedenen Punkten stehen.

Und wie in jeder Folge sprechen wir auch über das Hier und Jetzt, erzählen aus unseren Klassen und unserem Alltag. Schaut mal vorbei.

Die neue Folge

Der direkte Klick

Viel Spaß beim Hören!

Die Montagsmärchen sind wieder da

Die 8. Staffel „Märchen mit Klang“ ist am Donnerstag mit der Michaeli-Geschichte „Ritterkraft in mir“ gestartet. Ab heute geht es mit den Montagsmärchen weiter. „Zwergenmützchen“ nach Ludwig Bechstein macht den Anfang.

Kreative Pause

Mit der diesjährigen Zeugniszeit begann eine längere kreative Pause meines Märchen-Podcasts „Märchen mit Klang“ – und mit dem beginnenden Herbst setzte sogleich die Märchenstimmung wieder ein. Dies bemerke ich nicht nur an mir selbst, sondern es zeigen auch die Nachfragen meiner Hörer:innen und die wieder deutlich steigenden Hörer:innenzahlen in der Podcast-Statistik, dass die Zeit für eine neue Staffel gekommen ist. So möchte ich danke sagen für Eure Treue!

Was erwartet Euch in Staffel 8?

Es wird wieder eine Mischung aus seltenen schönen Märchen zum Kennenlernen, bekannten Märchen zum Erinnern und auch eine herbstliche Fantasiereise steht auf meinem Episodenplan. Lasst Euch überraschen.

Wie gewohnt, werden die Märchen reizarm und ruhig erzählt, ohne vielfach verstellte Stimme, zusätzlichen Soundeffekten etc. Lediglich natürliche Klanginstrumente kommen wohldosiert zwischendurch zum Einsatz. So hoffe ich, Euch und Euren Lieben eine entspannte Märchenzeit zu bereiten.

Auftakt an Michaeli

Die neue Staffel begann diesmal nicht an einem Montag, sondern am Michaeli-Tag, der dieses Jahr auf einen Donnerstag fiel. Meine selbst geschriebene Geschichte „Ritterkraft in mir“ war und ist nicht nur im Blog nachzulesen und als Download verfügbar, sondern kann auch ganz in Ruhe, mit Klangschalen begleitet, im Podcast angehört werden. Zu Beginn der Episode spiele ich übrigens das Michaeli-Lied „Wenn ich groß bin“ auf der pentatonischen Flöte.

Ritterkraft in mir

Erster Märchenmontag seit längerer Zeit

Ab heute könnt Ihr wie gewohnt an jedem Montag ein neues Märchen hören. Den Auftakt macht „Zwergenmützchen“ nach Ludwig Bechstein.

Zwergenmützchen

Ein Müller hat drei Söhne und eine Tochter. Für seine Söhne hat er nur Gemeinheiten über, während seine Tochter bevorzugt wird. Eines Tages beschließen die Söhne, die Zwerge in den grünen Bergen aufzusuchen, denn diese haben Nebelkäppchen, mit denen sie sich unsichtbar machen können. Der Älteste zieht los, ein solches Zwergenmützchen zu stibitzen, kommt aber nicht zurück. Die Zwerge nehmen ihn gefangen. So ergeht es auch dem zweiten Bruder. Zuletzt macht sich dann der jüngste Bruder auf den Weg….

Ich wünsche Euch eine schöne, herbstliche Märchenzeit.

Ritterkräfte in der Unterstufe und Vertrauen in der Mittelstufe

Auch in diesem Jahr habe ich mir wieder mit viel Freude Dinge für Michaeli überlegt und mit meiner Klasse den bevorstehenden Tag geplant. Wir sind ja jetzt schon in der Mittelstufe angekommen. Meine neue Michaeli-Geschichte ist allerdings für den Einsatz Unterstufe gedacht und passt auch wieder zu dem Drachenfußspuren-Spiel. Meine Klasse wird hingegen eine besonders schöne Vertrauensübung machen.

Eine sinnige Geschichte: Ritterkraft in mir

Hier geht es auch darum, dass manche Ängste und Sorgen einfach übernommen werden. Dass man mutig eigene Wege gehen darf und soll. Dass Gefühle gelebt werden wollen und müssen. Und dass man als Gemeinschaft stark ist. Es geht um die Ritterkraft, die in jedem von uns steckt….

In einem kleinen Dorf sind alle Menschen leise, weil man ihnen gesagt hat, in der Nähe schlafe ein gefährlicher Drache in seiner Höhle. Kaum jemand wagt sich vor die Tür. Der Drache könnte aufgeweckt werden und schlimme Dinge anstellen! Dabei scheint noch niemand den Drachen je gesehen zu haben. Doch die Furcht ist groß. Ein kleines Mädchen, das voller Tatkraft und Lebensfreude ist, gerät in Wut darüber, dass es immer so leise sein soll. Aus ihrer Wut heraus weckt sie ihre Ritterkräfte – und die wirken bald ansteckend.

Ihr könnt die Geschichte hier kostenlos downloaden oder ab dem 29.9.22 auch von mir erzählen lassen in meinem Podcast „Märchen mit Klang“ :

Vertrauensübung in Klasse 5: Deine Stärken

In meiner Klasse wird es eine Vertrauensübung geben, die die gegenseitige Wertschätzung erleben und festhalten lässt. Ein inneres Licht, passend zur Mutkerze. Mehr verrate ich an dieser Stelle aber noch nicht.

Meine Michaeli-Wünsche für Euch

Seid mutig und öffnet Eure Herzen, traut Euch und Euren Kindern etwas zu. Ihr habt alle Ritterkräfte und tragt einen großen Schatz in Euch.

Werden die Tage kurz,

werden die Herzen hell.

Über dem Herbste strahlt leuchtend

Sankt Michael!

überliefert*

Die Gezeiten und die Nordsee – im Glas

Der Norden Deutschlands mit dem Weltnaturerbe Wattenmeer war zu Beginn dieses Schuljahres einer unserer Themenschwerpunkte in Erdkunde, denn dorthin geht nun unsere Klassenfahrt. Das Phänomen der Gezeiten an die Kinder heranzutragen, war eine der Herausforderungen, über die ich lange nachgedacht hatte. So kam ich auf die Idee der „Nordsee im Glas“, um die Kinder durch eigenes Erleben und in Bewegung den Lerninhalt für sich ergreifen zu lassen.

Der Lerninhalt – ziemlich abstrakt

Die Gezeiten entstehen durch das Zusammenspiel von Erde und Mond. Dabei zieht der Mond das Wasser auf der Erdoberfläche durch die Wirkung seiner Gravitationskräfte an. Diese Kräfte hängen vom Stand des Mondes auf seiner Umlaufbahn sowie der Erdrotation ab. Auf der mondzugewandten Seite der Erde ist die Gravitationskraft größer als die Fliehkraft der mondabgewandten Seite und das Wasser wird Richtung Mond gezogen – es entsteht ein „Flutberg“. Auf der mondabgewandten Seite ist die Gravitationskraft des Mondes wiederum kleiner als die Fliehkraft. Die Wassermassen verschieben sich in die entgegengesetzte Richtung und es entsteht ein zweiter Flutberg. Die Erde dreht sich bei ihrer täglichen Rotation und dadurch gibt es zweimal täglich Hochwasser und zweimal täglich Niedrigwasser. Soweit die Theorie.

Gezeiten-Übung Teil 1: Partnerarbeit

Wir suchten uns einen großen Raum und immer zwei Kinder bildeten ein Team. Dabei stellte ein Kind die Erde dar und das andere den Mond: Die Erde dreht sich um ihre eigene Achse und der Mond läuft dabei um die Erde herum. Um die Geschwindigkeiten zu verdeutlichen, geht als nächstes der Mond etwa einen Schritt weiter auf seiner Bahn, nachdem sich die Erde einmal herumgedreht hat. Vorsicht bei zu schneller Rotation der Erde! Schließlich soll es niemandem schwindelig werden. Der Mond muss seine Bahn daher auch nicht vollenden. Es reicht, wenn die Bewegung verstanden und einige Male wiederholt wurde. Denn wenn man es ganz genau nimmt, müsste nämlich der Mond in etwa 26-28 Schritten die Erde umkreisen und sich die Erde dabei ebenfalls 26-28 mal um die eigene Achse drehen….

Nachdem man also die Bewegung der beiden Himmelskörper einmal nachgestellt hat, findet ein Rollenwechsel statt, damit jedes Kind die Bewegung von Erde und Mond jeweils einmal erlebt. Danach ist der große Bewegungsdrang dieser Übung auch erst einmal gestillt und man kann sich ganz in Ruhe dem Wasser auf der „Erde“ zuwenden.

Gezeiten-Übung Teil 2: Nordsee im Glas

Ich habe zur Vorbereitung in einen Eimer mit Wasser etwas blaue Aquarellfarbe gegeben (die blaue Farbe zeigt sich den Kindern deutlicher als klares Wasser) und das Gemisch auf Einmachgläser verteilt – die Nordsee im Glas. Jedes Team bekam ein Glas. Das Kind, das die Erde darstellte, hielt sozusagen die Nordsee in Händen. Während es sich langsam um die eigene Achse drehte, musste das Glas ein wenig in Richtung Mond (Anziehungskraft) gekippt werden – wie vom Mond angezogen – , vom Mond abgewandt wiederum zur anderen Seite. Das Kind, welches also Erde mit Nordsee darstellte, musste bei der eigenen Drehbewegung auf den Standort des „Mondkindes“ achten. Dieses wiederum konnte die Bewegung des blauen Wassers gut beobachten.

Auch hier wurde nach einigen Runden die Rollen getauscht.

Lernen in Bewegung

Im Anschluss an diese Übung haben die Kinder sich eigene Notizen und Skizzen gemacht. In der Folgestunde konnten wir gut einen gemeinsamen Epochenheftbeitrag zu dem Thema erarbeiten und jedes Kind hat zudem selbständig zur Veranschaulichung eine Zeichnung angefertigt, dabei das Lernerlebnis also nochmals durchdacht und umgesetzt.

Selbstverständlich haben wir gründlich besprochen, dass die Erde die Meere nicht „kippt“ (wie die Kinder die Gläser), da ja andere Kräfte wirken. Dennoch zeigte sich die Bewegung des Wassers und das Phänomen Ebbe und Flut erschloss sich auf diese Weise den Kindern.

Die erste Musikstunde

Morgen haben wieder neue Erstklässler:innen ihre erste Musikstunde bei mir. Ich weiß nicht, wie viele erste Klassen ich inzwischen hatte, aber auch in diesem Jahr gestalte ich die erste Stunde ganz neu. Heute kam mir eine schöne Geschichte mit erster Klangübung in den Sinn.

Klingen soll es in der Welt

In der Geschichte geht es um einen Wanderer, der unter einem Ahornbaum Rast hält und dem dort die verschiedensten, schönsten Naturklänge begegnen. Er schläft ein und nach seinem Traum macht er sich auf den Weg, um einen Baum zu finden, der dafür bestimmt ist, ihm Klänge zu schenken.

Als er diesen findet, bedankt er sich bei ihm und erarbeitet aus dem Holz die schönsten Instrumente. Seitdem ist die Welt um einige Klänge reicher.

Hier findet Ihr die Geschichte zum Download:

Mit Liebe das Interesse wecken und ins Tun kommen

Die Instrumente sind zunächst verdeckt und werden nach und nach, im Laufe der Geschichte enthüllt und gespielt. So ist jedes Instrument ein schönes Erlebnis.

Ich habe dann noch ein Körbchen mit weiteren Shakern und Klanghölzern und beginne auch eine kleine praktische Übung, das Klangorchester. So kommen die Kinder auch gleich ins Tun, denn sie wollen ja Musik machen. Beim Spiel des „Klangorchesters“ lege ich dann auch an, wie mit Instrumenten achtsam umgegangen wird und zeige kleine Handgesten für „leise“, „lauter“, „nicht mehr spielen“. Dafür eignen sich Shaker und Hölzer sehr gut.

Ich freue mich schon auf die Stunde!

Erzählkarten

Zur praktischen Handhabung habe ich außerdem Erzählkarten erstellt, die aktuell bei Eduki geprüft werden. Der Link erscheint hier in Kürze.