Rosinas Wolle auf dem Waldorf Bücherbasar

Zum Auftakt dieser Themenwoche stelle ich mein erstes Buch „Rosinas Wolle“ vor, das inzwischen in der ersten Auflage fast ausverkauft ist. Ich freue mich riesig über die Resonanz. Die Geschichte handelt von Schaf Rosina, das im Frühjahr als Lamm auf die Schafwiese kommt, alle Jahreszeiten erlebt und an einem Montag, wieder im Frühling, die erste Schur erhalten soll. Doch sie ist trotzig und sagt: „Meine Wolle bleibt dran.“ Die Woche nimmt einen ganz besonderen Lauf.

Schafwolle als kostbarer Rohstoff

Mit dem Büchlein lernen die Kinder Schafwolle als kostbaren, nachwachsenden Rohstoff kennen, der vielseitig zu verarbeiten ist. Auch die Schritte der Wollverarbeitung – vom Waschen, Kämmen, Verspinnen zum Stricken – werden liebevoll erklärt.

Doch „Rosinas Wolle“ ist auch eine Geschichte über Freundschaft und dem Geben und Nehmen.

Geschichte mit Wollwerkstatt

Rosina gibt es wirklich! Ihre erste Besitzerin ist eine liebe Freundin von mir, die jahrelang mit Kindern Wollwerkstätten durchgeführt hat. Diese schöne, naturnahe Arbeit mit allen Sinnen wollte ich gerne in die Geschichte einfließen lassen. So entstand dann auch das kostenlose Zusatzmaterial „Rosinas Wollwerkstatt“, das Ihr hier zum Download bekommt.

Mehr über Rosinas Wolle

Hier findet Ihr einen früheren Blogartikel über die Entstehung des Projektes.

Einen ersten Blick ins Buch könnt Ihr hier vornehmen.

Einsatz in der Schule und zum Lernen zu Hause

Inzwischen werden auch schon Klassensätze bei mir bestellt, was mich wirklich sehr freut! Das Buch ist mit seinem Fabelcharakter auch eine schöne erste Lektüre in Klasse 2.

Es eignet sich ebenso zum Einstieg in das Fach Handarbeit in Klasse 1.

Wer es zum Einführen der drei Wortarten Nomen, Verben, Adjektive verwenden will, kann sich auch hier umschauen. Ein schönes Wortspiel ist auch „Rosinas Wortsalat“:

Hier ist ein schönes Fingerspiel mit Wolle, das ebenfalls Teil des Zusatzmaterials ist:

Der Weg zum Buch

Das Buch erhaltet Ihr in meinem Shop , im Waldorfshop, bei Glomer Buchversand und überall, wo es Bücher gibt. Im Zuge des Waldorf Bücherbasars könnt Ihr es auch zusammen mit einem Beutel Märchenwolle gewinnen. Einfach hier oder bei Instagram bis zum 14.5.2022 einen Kommentar hinterlassen. Es wandert wieder alles in einen Topf und wird am Sonntag gelost. Ich wünsche Euch viel Glück!

Teilnahme ab 18 und innerhalb der EU, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ein Vorbild des Friedens sein

In den Medien geht, begleitend zu den schrecklichen Kriegshandlungen in der Ukraine, gerade ganz stark die Frage um, wie wir unseren Kindern „den Krieg erklären“ sollen. Das Thema ist dabei nicht nur in den sozialen Medien präsent, sondern hat es auch in meinen täglichen Nachrichtenpodcast und in die großen deutschen Tageszeitungen geschafft. Hier sind nun meine Gedanken dazu.

Unbedingt erklären?

Es wird dabei diskutiert, wie man selbst Dreijährigen die aktuelle Lage erklären sollte. Meine Haltung dazu ist: Ich erkläre, wonach ein Kind fragt oder ich gehe sehr sensibel ins Gespräch, wenn ich erkenne, dass es das Thema gibt – wenn auch bislang unausgesprochen. Dann kann übrigens bei jüngeren Kindern eine sinnige Geschichte gut helfen.

Doch zunächst muss ich erst einmal ganz genau zuhören oder auch schauen, was die Kinder spielen. Was hat das Kind aufgeschnappt, was beschäftigt es davon? Darauf muss man eingehen. Ich muss aber kein grundsätzliches „Aufklärungsgespräch“ über Krieg führen und keinem kleinen Kind erklären, wenn es nicht gezielt nach etwas fragt (das ist meine Meinung). Wir Erwachsenen sollten unsere Gespräche und unseren Nachrichtenkonsum auch mit Bedacht handhaben, nicht vor den Augen und Ohren unserer Kinder. Ich weiß, das tut nicht jede:r, daher wird es sicherlich auch schon bei jüngeren Kindern Fragen geben. Kinder erzählen sich eben untereinander, was sie gehört haben, verarbeiten im gemeinsamen Spiel und das wird auch alles mit nach Hause gebracht. Und die Kinder spüren auch, wie es uns mit dem Thema geht. Trotzdem: Erst einmal da sein und zuhören, was dazu von den Kindern kommt und darauf kann man dann eingehen.

Gegen die Ohnmacht „Wir können da nichts tun“

Wir können etwas tun! Jeder kann ein Vorbild des Friedens sein. Frieden fängt in uns selbst an, ein bewusst friedlicher Umgang gehört in Familie, Freundeskreis und Schule bzw. Kindergarten. Darauf können wir achten. Die Kraft guter Gedanken, den inneren Frieden, an die Kinder heranzutragen, ist ein ganz besonderer Beitrag für die Zukunft.
Von daher gehören gute Gedanken, Mantren und Gebete in meinen Augen zu einem Vorbild des Friedens.

Albert Schweitzer hat es so ausgedrückt:

Gebetskärtchen als Download

Hier habe ich einmal das Friedensgebet von Franziskus von Assisi so aufgeschrieben, dass es gut von der ganzen Familie oder in der Schule gesprochen werden kann, als Gebetskärtchen zum Ausschneiden. Da wir im zweiten Schuljahr auch eine Epoche über Franziskus von Assisi hatten, ist er den Kindern als Vorbild des Friedens und der Liebe bereits bekannt. Für Kinder oder Familien, die sich noch nicht mit Franziskus näher beschäftigt haben, ist hier ein Link zu einem schönen Kinderbuch für die Kleinen (Bilderbuch, ab 3 Jahre) bzw. ein Link zu einem Buch über Franziskus, das Kinder im Grundschulalter auch gut selbst lesen können. Das ist sehr passend zum Vorlesen und Anschauen in dem Zusammenhang, aber natürlich auch kein Muss, nur eine Empfehlung. Hier die Gebetskärtchen:

Was man außerdem tun kann

Wenn viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun…. Selbst spenden, Spenden sammeln, Hilfsprojekte unterstützen und in jeder Hinsicht Vorbild sein.

Den Dreikönigstag mit Kindern feiern

Der Dreikönigstag beendet die Weihnachtszeit und ist in seiner Bedeutung gleichzeitig der Anfang einer neuen, hoffnungsvollen Zeit. Die Sternsinger machen sich vielerorts auf den Weg, um Spenden für Kinder in Not zu sammeln. Auch wir können mit einer kleinen Bastelei, einem schönen Spiel und leckerem Kuchen den Tag nutzen, um die Festtage für uns abzuschließen und froh nach vorn zu schauen. Auf eine schöne gemeinsame Zeit!

Die Königskerze

Eine Krone als Papiermanschette kann gemeinsam gebastelt und um eine Kerze oder einen Kerzenhalter herum aufgestellt werden. Ich habe hier zwei Vorlagen für Euch, in verschiedenen Schwierigkeitsgraden zum Ausschneiden.

Da die Vorlage farbig ist, kann man sie direkt ausdrucken, gestalten und ausschneiden. Schöner ist es aber, sie auf dünnes Tonpapier oder Bastelfilz zu übertragen. Auf Bastelfilz kann dann noch mit der Nadel trocken aufgefilzt werden.

Die Krone für die Kerze

Um sie für diesen Tag besonders werden zu lassen, kann die Krone

  • beschriftet werden, z.B. mit Wünschen für die Kinder dieser Welt, eigene Wünsche und Hoffnungen für das neue Jahr oder Namen von lieben Menschen, an die wir gern denken und die gerade nicht bei uns sein können – je nachdem, was gerade an solch einem Tage Raum benötigt.
  • angemalt und von den Kindern bunt gestaltet werden

Die Kerze kann gut zusammen mit dem Dreikönigskuchen den Esstisch schmücken.

Dreikönigskuchen: Wer wird König?

Ein schneller Dreikönigskuchen mit versteckter Mandel ist bereits mit fertigem Blätterteig einfach zu zaubern. Rezepte gibt es da einige im Netz, auch für Kuchen aus Hefeteig. Wer dann also das Kuchenstück mit der Mandel erhält, ist König und bekommt die Kerze an seinen Platz gestellt. Er darf sich etwas für die gemeinsame Zeit wünschen (ein Spiel, einen Spaziergang oder eine andere gemeinsame Aktivität).

Geschichte und Stern

Hier ist auch noch mein Blogartikel mit Dreikönigsgeschichte und einem Stern zum Basteln aus dem letzten Jahr.

Ich wünsche Euch einen schönen Dreikönigstag mit Euren Lieben!

Drei Rezepte für ein Michaeli Festessen

Mit den Kindern Schwerter oder Drachenbrote backen, das ist sehr beliebt an Michaeli. Auch mit meiner Klasse habe ich das im zweiten Schuljahr gemacht. Aber auch die Drachenplätzchen sind schöne Mitbringsel an Michaeli. Beides lässt sich noch mit Drachenglut verfeinern. Ich hatte alle drei Rezepte an diesem Wochenende in der „Generalprobe“ und freue mich, sie heute mit Euch zu teilen. Auf schöne Michaelifeste!

Vorüberlegung: Natürliche und vegane Zutaten

Damit ist man auf der sicheren Seite. Dinkelmehl wird meist vertragen, kann aber auch durch glutenfreie Alternativen ersetzt werden. Ein fruchtiger Aufstrich, mit Chia Samen angedickt, ist eine vegane und zugleich sehr leckere Beigabe für Brot und Plätzchen. Lange habe ich überlegt, wie ich etwas grüne Farbe auf die Drachen bekomme. Künstliche Lebensmittelfarbe schied da aus. Sollte ich grünen Matcha Tee einsetzen? Ich habe hin und her überlegt und experimentiert. Dann kam ich auf die Idee, gehackte Pistazienkerne zu verwenden – und es zeigte sich, dass es eine leckere Sache ist. Alle drei Rezepte findet Ihr unten im Download.

Hefeteig für Schwerter, Drachenbrot oder -brötchen

Hier ist es mir passiert, dass der Teig nicht wirklich aufgegangen ist. Dennoch habe ich geformt und gebacken und es schmeckte allen sehr gut. Man kann die Teilchen mit den gehackten Pinienkernen grüne Farbe verleihen oder auch mit Mandelblättchen Schuppen darstellen.

Plätzchenteig mit gemahlenen Mandeln

Teig ausrollen und ausstechen geht einfach immer. Auf einem Markt habe ich mal die Drachen-Ausstechform gefunden. Man kann aber auch mit dem Messer Schwerter, Drachen oder Feuer ausschneiden. Die Plätzchen können auch mit den Pistazien verziert werden, dazu wird als „Klebstoff“ etwas Puderzucker mit Wasser vermischt. Die Plätzchen schmecken aber auch sehr gut mit Drachenglut.

Die Drachenglut

Sie verfeinert sowohl die Hefeteilchen, als auch die Mürbeplätzchen. Das Beste ist: Man kann sie problemlos vorbereiten und dann einfach zum Michaelifest mitbringen. Die Etiketten könnt Ihr hier downloaden:

Und hier sind die drei Rezepte:

Noch mehr Michaeli

Hier auch noch einmal die Geschichte mit den Drachenfußspuren aus dem letzten Jahr. Schöne Märchen, die man an Michaeli erzählen kann, findet Ihr auch in meinem Podcast Märchen mit Klang: Die vier kunstreichen Brüder oder der Teufel mit den drei goldenen Haaren.

Ich wünsche Euch einen schönen Michaelitag!

Das Dezimalsystem zum Basteln und Be-greifen

Es ist eine einfach Bastelei mit großer Wirkung: Das Dezimalsystem wird mit Hilfe von Eisstielen gebastelt und dargestellt. Hier erfahrt Ihr, was zu beachten ist und bekommt die Vorlage als Download.

Hunderter – Zehner – Einer: Diese Grundlage braucht es

In der Stellenwerttafel stehen an jeder Stelle – bei den Einern, Zehnern und Hundertern – die Zahlen von 1 – 9. Ab „10“ erhält die nächst größere Stelle 1 dazu.

Es ist wichtig, dass den Kindern bewusst ist, welche Mengen hinter den dargestellten Zahlen stehen. Dazu habe ich monatelang mit Montessori- bzw. Dienesmaterial gearbeitet und die halbschriftlichen Rechenverfahren darstellend begleitet. Zehnerüberschreitung hieß dabei auch „Einwechseln“. Beispiel: 5 Einer + 6 Einer = 11 Einer –> 1 Zehner + 1 Einer

Der Übergang zum halbschriftlichen Rechnen

Mit der Eisstiel-Bastelei sollte nun der Übergang zum halbschriftlichen Rechenverfahren gelingen. So haben wir die Stiele, die den Stellenwert darstellen sollten, gestaltet:

  • Die Einer in der „Einerfarbe“ dargestellt, dazu das Punktsymbol der Einer
  • Die Zehner in der bekannten „Zehnerfarbe“ geschrieben, dazu das Strichsymbol der Zehner
  • Die Hunderter wiederum in der „Hunderterfarbe“ geschrieben, dazu das Quadrat als Hundertersymbol

Erste Schritte mit dem „Eisstielrechner“

Als Erstes wurden verschiedene Zahlen gesagt und dann dargestellt. Hier kam es darauf an, „Zahlendreher“ wie 46 statt 64 zu vermeiden und natürlich die Ziffern an den richtigen Stellen anzuzeigen (Hunderter, Zehner oder Einer).

Verwendung zur Überprüfung der Ergebnisse

So wie im halbschriftlichen Rechenverfahren schrittweise auf die Hunderter, Zehner und Einer geachtet wurde, so wurden diese je nach Aufgabe, Stelle für Stelle, auch auf dem „Eisstielrechner“ weitergeschoben. Hier war es mir wichtig, dass erst halbschriftlich gerechnet, dann mit den Eisstielen „überprüft“ wurde. So wurde die Verbindung zwischen den Mengen und den jeweiligen Stellenwerten hergestellt.

Aus der Überprüfung ergibt sich ein „Trick“

Im dritten Schritt haben sicherlich viele Kinder bald gemerkt, dass man mit der „Überprüfung“ wesentlich schneller rechnen konnte als mit der ausführlichen Dokumentation der Rechenschritte. Leider habe ich diesen Aha-Moment beim Distanzlernen nicht unmittelbar mitbekommen. Doch die Berichte aus den Familien zeigten, dass er stattgefunden hatte.

Aus diesem „Trick“ der Überprüfung entstand dann das schriftliche Rechnen. So konnte ich den Kindern zeigen, dass man die Zahlen der Aufgaben einfach stellengerecht untereinanderschreiben und verrechnen muss – so wie es mit den Eisstielen geschieht.

Erfreuliche Resonanz

Auf diesem Weg konnte ich selbst rechenschwache Kinder erreichen und den neuen Lernstoff aus der Distanz an sie heranführen. Ich freue mich so sehr darüber und deshalb möchte ich es hier teilen. Die Videoanleitung füge ich ein, ebenso die Schablone als Download.

Ich wünsche viel Freude und Erfolg mit der „Eisstielrechenmaschine“!

Zaubersterne, Zauberblumen

Ich mag sie so, diese kleinen Achtsamkeits- und Glücksmomente zwischendurch. Hier habe ich ein sehr nettes Klangschalenspiel dazu. Schaut einmal:

Ein achtsames Klangschalenspiel. Dies ist die große Beckenschale von Hess, erhältlich bei asteya-shop.de (Eigenwerbung)

Die Vorbereitung

Man bastelt kleine Sterne und Blumen, gern frei Hand oder mit dieser Vorlage:

Es muss nicht einmal symmetrisch sein. Hauptsache, man kann die Blüten oder Zacken von außen zuklappen, dass die ganze Mitte bedeckt ist.

In die Mitte der Zauberblume oder des Zaubersterns kann man dann kleine Dinge malen oder Glücksbotschaften schreiben, die sich dann offenbaren. Sie lassen sich schön mit Wachsmalern gestalten.

Los geht`s

Kleinere Kinder bekommen fertig gebastelte Blumen mit kleinen Glückszeichen, dazu diesen Spruch. Sie dürfen die Klangschale beim Sprechen zart anschlagen, um den Zauber wirken zu lassen:

Zauberblümchen, Zauberstern,
wir wecken dich so gern.
Mit Klang erwacht,
vom Wasser getragen.
die Wellen so sacht,
wollen was Liebes mir sagen.
Hört wie es klingt,
wenn die Klangschale singt.

Dabei wird beobachtet, wie die Blumen sich öffnen. Das dauert meist weniger als eine Minute.

Ältere Kinder können die Blumen und Sterne auch selbst als Überraschung für Mitschüler*innen gestalten und dann in einer meditativen Ruhe, vom Klangschalenspiel begleitet, im Wasser der Schale öffnen lassen.

Das Andenken

Sind die Blümchen und Sternchen aus nicht zu dünnem Papier (normales Druckerpapier 80g reicht völlig aus), können sie problemlos getrocknet und als Andenken oder Glücksbringer bewahrt werden.

Ich wünsche viel Freude bei dieser schönen Übung

Vom kleinen Glück

Im Lockdown passiert ja so viel weniger als sonst: Keine größeren Spielkontakte, kein Austausch bei der schulischen Arbeit, der größte Teil des Tages findet zu Hause statt. Umso wichtiger und gleichzeitig herausfordernd ist es, dabei positiv zu bleiben und die kleinen Glücksmomente nicht aus den Augen zu verlieren.

Manchmal übersieht man leicht das kleine Glück

Daher habe ich mir für meine Klasse das Glücksheftchen einfallen lassen. Im Hosentaschenformat passt es überall hinein und mit ihn können diese Momente in Erinnerung bewahrt werden: Eine kurze Notiz, eine kleine Zeichnung. Im Wochenrückblick haben die Kinder dann hoffentlich eine kleine Sammlung glücklicher Momente, auf die sie zurückgreifen können. Gleichzeitig sollte durch diese achtsame Aufgabe das Bewusstsein für die kleinen Dinge gestärkt werden.

Glück kann überall sein und so unterschiedlich aussehen.

Als Hinführung habe ich mir mal wieder eine kleine Geschichte überlegt. Diese hatte ich den Kindern live über Zoom erzählt, aber auch zum Nachlesen und selber Lesen mit ins Lernpaket gepackt. Da das wöchentliche Zoom-Angebot freiwillig ist und nicht jeder teilnehmen kann, sollen ja keine Nachteile entstehen.

Da jeder ein kleines Glück gebrauchen kann, findet Ihr die Geschichte und die Bastelvorlagen hier zum Download. Außerdem ist noch eine kleine „allgemeine“ Glücks-Sammlung, ohne Wochentage, dabei.

Ich wünsche viele achtsame, kleine Momente!

Rechenbingo – Das Verdoppeln und Halbieren üben

Das zählende Rechnen überwinden

Eine große Herausforderung im Unterrichtsfach Mathematik besteht darin, die Kinder auf ihrem Weg zum denkenden Rechnen zu unterstützen. Ein wesentlicher Schritt dazu ist die Abkehr vom zählenden Rechnen. Wer für jedes Ergebnis erneut abzählen muss, verbraucht viel Zeit, Konzentration und macht im Schnitt mehr Fehler.

Automatisieren fördern

Ziel ist es, dass die Kinder Zahlenstrukturen und -zusammenhänge für sich erkennen und ergreifen. So entwickelt sich ein echtes Zahlenverständnis. Zahlen sollten als zusammengesetzte Mengen erkannt und vorteilhaft genutzt werden.

Daher findet man als Aufgabentypen so häufig die Zahlenhäuser (Ergebnis im Dach), Zahlenmauern (zusammengesetzte Mengen) oder arbeitet in den unteren Klassen mit Rechenketten, Perlenschiebern oder dem Montessorimaterial.

Doch nach der Veranschaulichung der Rechenschritte mit dem Material sollte der nächste Schritt sein, die „Automatisierung“ zu fördern.

Ein Schritt dahin ist das Halbieren und Verdoppeln

Hier wird die Entwicklung von Zahlenzusammenhängen gefördert. Um dies spielerisch zu unterstützen, habe ich dieses kleine Bingospiel entwickelt:

Ihr könnt das gezeigte Spiel hier kostenlos downloaden:

Um die Zahlbeispiele mit eigenen Aufgaben zu erweitern, habe ich auch eine blanko Vorlage für Euch:

Ich wünsche viel Erfolg beim spielerischen Üben!

Weihrauch, Gold, Myrrhe – und ein hell leuchtender Stern

Gedanken zum Dreikönigstag, mit passender Geschichte und kleiner Bastelei

Am 6. Januar ist Dreikönigstag. Die drei Weisen aus dem Morgenland wurden durch den hell leuchtenden Stern zum Stall nach Bethlehem geführt. Diese Geschichte wird den Kindern gern erzählt oder mit ihnen nachgespielt. Viele krönen den Dreikönigstag dann mit dem traditionellen Dreikönigskuchen, in dem eine Mandel oder Bohne versteckt ist – wer sie mit seinem Kuchenstück bekommt, wird als König gefeiert.

Doch was macht einen König aus?

Auch diese Frage lässt sich mit Kindern spielerisch aufgreifen. Und wer will nicht selbst auch ein König sein? Ich habe mir daher eine kleine Dreikönigs-Geschichte mit gemeinsamer Bastelei einfallen lassen. Man kann damit als Familie wie auch in Kindergarten und Schule an diesem Tag eine schöne und bewusste Zeit miteinander verbringen.

Man findet übrigens weitere sehr schöne Anregungen im Jahreszeitenbuch von von C.Kutik und E. Ott-Heidmann (Herzens-Empfehlung – unbezahlte Werbung!)

Hintergrund….

Die drei Könige schenkten dem Kindlein in der Krippe Gold, Weihrauch und Myrrhe. Diese drei Geschenke sind auch symbolisch zu betrachten. Dabei steht Gold für Weisheit (geistige Stärke), Weihrauch für Opfer und Tugend (physische Stärke: das Geben) und Myrrhe für das Ewige und Unsterbliche (seelische Verbindung) – siehe auch „Jahreszeitenbuch“.

In der kleinen Geschichte zu meiner Bastelei wird dies kindgerecht erzählt.

Hier kannst Du Geschichte und Bastelvorlage downloaden:

Den Stern gemeinsam basteln

Ohne den gelben Stern hätten die drei weisen Könige den Stall von Bethlehem nicht gefunden. Er leuchtete aus weiter Ferne, so dass die drei mit ihrer Karawane viele Tage unterwegs waren. Der Stern war ihnen ein guter Wegweiser. Er stand über dem Stall und zeigte der Welt das Wunder.

Hier kann man mit den Kindern gemeinsam überlegen: Was könnte denn unser Wegweiser sein? Entweder für das neue Jahr oder für uns als Klasse, Gruppe oder Familie. Es wird ein gelber Stern ausgeschnitten und aufgeklebt oder selbst aus Tonpapier oder aquarelliertem Papier gestaltet. Nun darf jedes Familienmitglied etwas auf den Stern schreiben, malen oder auch ein passendes kleines Bildchen, Steinchen usw. aufkleben – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn man gemeinsam über den Stern und die drei Könige nachgedacht und gesprochen hat, weiß man auch Monate später noch, was mit jeder Zeichnung, jedem Wort, jedem Bildchen gemeint ist. Der Stern kann anschließend seinen Platz bekommen und die Familie, Gruppe oder Klasse begleiten.

Alle drei Bereiche sollen bedacht werden:

  • Wer kann unsere Hilfe gebrauchen?
  • An wen wollen wir denken und ihm liebe Gedanken schicken, auch wenn wir ihn/sie nicht treffen können?
  • Können wir mit unserem Besitz jemandem eine Freude machen? Ein Spiel verschenken? Eine kleine Geldspende leisten? Kommen die heiligen drei Könige an die Haustür und sammeln Spenden?

Ich wünsche Euch eine gute Zeit und einen schönen Dreikönigstag!

Die Montessori Jahreskette

Seit meinem Jahresrückblick gestern habe ich sehr viele Rückfragen zur Montessori Jahreskette bekommen. Daher möchte ich doch noch hier für Euch einen Beitrag dazu schreiben, inklusive Bastelanleitung. Ein schönes Projekt zu Beginn eines neuen Jahres übrigens!

365 bunte Perlen stehen für die Tage,
Monate und Jahreszeiten

Das Schöne an der Kette ist, dass die Zeit nicht abstrakt bleibt oder nur im Bild dargestellt ist, sondern dass man jeden Monat, jeden Tag in Form von Perlen auch anfassen, greifen, kann. Auch die Lage eines Monats oder Datums im Jahr lässt sich so hervorragend darstellen und erleben.

Woraus besteht die Kette?

Es ist eine einfache Perlenkette, die aus 365 (Holz-)Perlen besteht – für jeden Tag im Jahr gibt es eine Perle. Und da auch jeder Monat eine eigene Farbe hat, ist jedes Datum des Jahres auf der Kette zu finden.

Wenn Du also die Kette selbst basteln möchtest, brauchst du 365 Perlen in 12 verschiedenen Farben. Idealerweise spiegeln die Farben die Monate – wie auch auf dem Jahreszeitentisch – bzw. die Jahreszeiten wider. Bei meiner Kette sieht das so aus:

  • Wintermonate: Dezember blauviolett, Januar dunkelblau (-> Beginn der Kette) , Februar hellblau
  • Frühlingsmonate: März dunkelgrün, April „mittelgrün“, Mai hellgrün
  • Sommermonate: Juni gelb, Juli goldgelb, August orange
  • Herbstmonate: September rot, Oktober rotbraun, November rotviolett

Wie beginnt man, mit der Kette zu arbeiten?

Ich hatte sie die erste Zeit lose im Sitzkreis liegen, so dass man sie herumreichen, aber auch in voller Länge ausbreiten konnte. Man beginnt mit den Monaten:

  • Gemeinsam zählt man mit den Kindern die Monate des Jahres auf und zeigt diese an der Kette.
  • Dann fragt man die Kinder: „Wer mag mir einmal den März zeigen? Wo finden wir denn den August? Welche Farbe hat denn der Dezember? Zeigst Du mir einmal den Monat, in dem du geboren bist?“ usw. Die Kinder greifen sehr gern zur Kette und suchen den Monat heraus.
  • So wird auch ersichtlich, warum man den Juni auch „den Sechsten“ nennt oder Oktober „den Zehnten“.
  • Auch die Jahreszeiten werden klarer.
  • Die Tage sind das nächste Thema. Die Kinder kennen ja bereits die Wochentage, von denen meist nur die „Werktage“ in der Schule erlebt werden. Jetzt lernen sie, dass ein Monat 30 oder 31 Tage hat bzw. der Februar nur 28 (oder 29). Sie dürfen selbst erforschen, wie sich das verhält. Die Tage in den Monaten zählen. Ich habe bei der Gelegenheit dann gezeigt, wie sich auch mit Hilfe der Fingerknochen an der Hand die Monatslängen ins Gedächtnis rufen kann.
  • Nun wird allmählich das Datum klarer. Mit dem 4. Mai ist der 4. Tag im Monat Mai gemeint. Man nimmt die Kette, fühlt sie bis zum Monat Mai und zählt dann bis zur 4. Perle. Hier ist übrigens auch schon zu erkennen, dass Schnellrechner vom Monatsende an rückwärts zählen, wenn sie z.B. den 28. Mai zeigen sollen.

Der Fortschritt eines Jahres

Abstrakte Begriffe wie „gestern, heute, morgen, vor einem Monat, in zwei Monaten“ usw. werden nun sichtbar. Wenn man das „heute“-Schild jeden Tag eine Perle weiter setzt, ist auch der Fortschritt des Jahres erkennbar.

Wichtige Tage

Die Kinder meiner Klasse haben letztes Jahr ihre Geburtstagsperlen mit Fotos von sich markiert. Es ist aber auch denkbar, dass man noch mehr anzeigt, etwa

  • Beginn neuer Epochen
  • Ferienzeiten
  • Ausflugs- und Klassenfahrtentermine
  • und so viel mehr

Wo sollte die Kette hängen?

Tja, meine Kette ist zu lang für den Raum und mit kleineren Perlen ist sie für eine ganze Schulklasse nicht mehr so gut sichtbar. So haben wir sie nach der „Jahresepoche“ als Geburtstagskette genutzt. Am besten würde sie an einer Pinnwand hängen, wo man dann mit Nadeln alles Mögliche anzeigt und jedes Kind einmal an der Reihe ist, das „heute“ – Schild weiter zu setzen.

Die Schilder als Download

Ich habe hier ein Download für Euch mit den Markierungsschildern, wobei auch Schilder noch frei sind. Der Fantasie sind schließlich keine Grenzen gesetzt.

Weitere Varianten

  • Eine Wochenkette mit 7 Perlen, in den Farben der Wochentage. Das wäre etwas für den Kindergarten. Man könnte hier als Schilder auch zusätzlich Wetterzeichen basteln, die „Wetterbeobachtung“ ist übrigens auch fest in der Montessoripädagogik verankert.
  • Man kann die Monatsketten auch einzeln als 12 verschiedenfarbige Ketten basteln, die man evt. mit einem Häkchen aneinander hängen kann, um auch einmal das Jahr in voller Länge darzustellen.

Wenn Ihr kreativ geworden seid, würde ich mich sehr über Berichte Eurer Zeit-Ketten freuen.

Ich wünsche viel Lernfreude damit.