Montessori-Material: Immer 10 wollen miteinander gehen

Ein kleines Gedicht, das veranschaulichen soll: Einer machen kleine Schritte, Zehner schon etwas größere Sprünge und Hunderter kommen gut voran. Naja, beim Tausenderwürfel halten wir an – vorerst. In Klasse 4 warten dann die ganz großen Zahlen auf uns.

Es wanderten neun kleine Einer,
in Einerschritten durch den Wald.
Doch mit dem 10. wurde es heiter,
in Zehnersprüngen hüpften sie weiter.

Die Zehnerstange sprang flugs voran
und traf den nächsten Zehner bald.
Bald hüpften gleichsam neun der Stangen
gemeinsam durch den schönen Wald.

Kam ein zehnter Zehner und und wusste Rat:
„Besser voran kommen wir als Quadrat.“
Ein Hunderter ist 10 mal 10,
so wollen wir zusammen gehen.

Und auch die Hundert wurden mehr,
das freute alle Wanderer sehr.
Am Ende kamen die Hunderter an
und dann waren sie bald wieder 10.
Die blieben dann ganz fest zusammen
als Tausenderwürfel stehen.

Ein Würfel? Nicht, dass Ihr Euch wundert:
Tausend, das sind 10 mal 100.
Mit ihnen endet die Wanderung hier
und weiter geht`s in Klasse 4!

N.Mescher

10 Einer, das sind 10.
10 Zehner, das sind 100.
10 Hunderter sind 1000.

Hier noch einmal ein Blogartikel zu dem Montessorimaterial, mit Download.

Das gezeigte Material und könnt Ihr übrigens zum Preis von 8,30 € hier bestellen (und unterstützt dabei den Montagskindblog, da Kooperation mit Edumero).


Ich denke mir eine Zahl

Ein Spiel aus der Schule – auch im Homeschooling

Dieses Spiel hat es aus der Schule ins Homeschooling geschafft, denn es lässt sich leicht über Video zeigen. Es funktioniert so:

Man überlegt sich eine Zahl und dann gibt man Hinweise, um sie zu beschreiben.

  • Zwischen welchen Zahlen liegt sie
  • ist sie zwei- oder dreistellig (oder mehr….)
  • ist sie gerade / ungerade
  • … was eben Zahlen so für Eigenschaften haben können und mit den Kindern bereits besprochen wurde.

Wichtig: Man beschreibt einen Zahlenraum („die Zahl liegt zwischen 30 und 40“), d.h. es kommen mehrere richtige Antworten in Frage, aber nur eine kann der „Glückstreffer“ sein. Man braucht für dieses Spiel also nicht nur ein Zahlenverständnis, sondern auch eine Portion Glück. Letzteres macht dieses Spiel als Einstiegsübung in der Schule so interessant – nicht nur für die Kinder.

  • Viele Kinder können drangenommen werden, um ihre Antwort zu sagen – dabei wird es nicht langweilig.
  • Die Kinder kommen nicht in die Situation, sich irgendwie aneinander zu messen, sondern freuen sich eher darüber, wer nun bei der Auflösung ein Glückspilz war. Das ist entlastend, wenn Ergebnisse oder Vermutungen vor der ganzen Klasse gesagt werden.
  • Dadurch steigt die Beteiligung und auch zurückhaltende Kinder melden sich hier gern.
  • Eine falsche Antwort trifft die Kinder also nicht so hart (DAS mathematische Problem überhaupt: Es gibt ja sonst nur richtig oder falsch, nichts dazwischen. Fehler führen schnell zu Entmutigung)
  • Ich kann anhand der Antworten sehr gut sehen, wie das mathematische Verständnis der Kinder gereift ist, es ist also auch ein wenig „Diagnostik“.

Probiert es aus, es funktioniert in allen Zahlenräumen und Altersklassen!

Die Montessori Jahreskette

Seit meinem Jahresrückblick gestern habe ich sehr viele Rückfragen zur Montessori Jahreskette bekommen. Daher möchte ich doch noch hier für Euch einen Beitrag dazu schreiben, inklusive Bastelanleitung. Ein schönes Projekt zu Beginn eines neuen Jahres übrigens!

365 bunte Perlen stehen für die Tage,
Monate und Jahreszeiten

Das Schöne an der Kette ist, dass die Zeit nicht abstrakt bleibt oder nur im Bild dargestellt ist, sondern dass man jeden Monat, jeden Tag in Form von Perlen auch anfassen, greifen, kann. Auch die Lage eines Monats oder Datums im Jahr lässt sich so hervorragend darstellen und erleben.

Woraus besteht die Kette?

Es ist eine einfache Perlenkette, die aus 365 (Holz-)Perlen besteht – für jeden Tag im Jahr gibt es eine Perle. Und da auch jeder Monat eine eigene Farbe hat, ist jedes Datum des Jahres auf der Kette zu finden.

Wenn Du also die Kette selbst basteln möchtest, brauchst du 365 Perlen in 12 verschiedenen Farben. Idealerweise spiegeln die Farben die Monate – wie auch auf dem Jahreszeitentisch – bzw. die Jahreszeiten wider. Bei meiner Kette sieht das so aus:

  • Wintermonate: Dezember blauviolett, Januar dunkelblau (-> Beginn der Kette) , Februar hellblau
  • Frühlingsmonate: März dunkelgrün, April „mittelgrün“, Mai hellgrün
  • Sommermonate: Juni gelb, Juli goldgelb, August orange
  • Herbstmonate: September rot, Oktober rotbraun, November rotviolett

Wie beginnt man, mit der Kette zu arbeiten?

Ich hatte sie die erste Zeit lose im Sitzkreis liegen, so dass man sie herumreichen, aber auch in voller Länge ausbreiten konnte. Man beginnt mit den Monaten:

  • Gemeinsam zählt man mit den Kindern die Monate des Jahres auf und zeigt diese an der Kette.
  • Dann fragt man die Kinder: „Wer mag mir einmal den März zeigen? Wo finden wir denn den August? Welche Farbe hat denn der Dezember? Zeigst Du mir einmal den Monat, in dem du geboren bist?“ usw. Die Kinder greifen sehr gern zur Kette und suchen den Monat heraus.
  • So wird auch ersichtlich, warum man den Juni auch „den Sechsten“ nennt oder Oktober „den Zehnten“.
  • Auch die Jahreszeiten werden klarer.
  • Die Tage sind das nächste Thema. Die Kinder kennen ja bereits die Wochentage, von denen meist nur die „Werktage“ in der Schule erlebt werden. Jetzt lernen sie, dass ein Monat 30 oder 31 Tage hat bzw. der Februar nur 28 (oder 29). Sie dürfen selbst erforschen, wie sich das verhält. Die Tage in den Monaten zählen. Ich habe bei der Gelegenheit dann gezeigt, wie sich auch mit Hilfe der Fingerknochen an der Hand die Monatslängen ins Gedächtnis rufen kann.
  • Nun wird allmählich das Datum klarer. Mit dem 4. Mai ist der 4. Tag im Monat Mai gemeint. Man nimmt die Kette, fühlt sie bis zum Monat Mai und zählt dann bis zur 4. Perle. Hier ist übrigens auch schon zu erkennen, dass Schnellrechner vom Monatsende an rückwärts zählen, wenn sie z.B. den 28. Mai zeigen sollen.

Der Fortschritt eines Jahres

Abstrakte Begriffe wie „gestern, heute, morgen, vor einem Monat, in zwei Monaten“ usw. werden nun sichtbar. Wenn man das „heute“-Schild jeden Tag eine Perle weiter setzt, ist auch der Fortschritt des Jahres erkennbar.

Wichtige Tage

Die Kinder meiner Klasse haben letztes Jahr ihre Geburtstagsperlen mit Fotos von sich markiert. Es ist aber auch denkbar, dass man noch mehr anzeigt, etwa

  • Beginn neuer Epochen
  • Ferienzeiten
  • Ausflugs- und Klassenfahrtentermine
  • und so viel mehr

Wo sollte die Kette hängen?

Tja, meine Kette ist zu lang für den Raum und mit kleineren Perlen ist sie für eine ganze Schulklasse nicht mehr so gut sichtbar. So haben wir sie nach der „Jahresepoche“ als Geburtstagskette genutzt. Am besten würde sie an einer Pinnwand hängen, wo man dann mit Nadeln alles Mögliche anzeigt und jedes Kind einmal an der Reihe ist, das „heute“ – Schild weiter zu setzen.

Die Schilder als Download

Ich habe hier ein Download für Euch mit den Markierungsschildern, wobei auch Schilder noch frei sind. Der Fantasie sind schließlich keine Grenzen gesetzt.

Weitere Varianten

  • Eine Wochenkette mit 7 Perlen, in den Farben der Wochentage. Das wäre etwas für den Kindergarten. Man könnte hier als Schilder auch zusätzlich Wetterzeichen basteln, die „Wetterbeobachtung“ ist übrigens auch fest in der Montessoripädagogik verankert.
  • Man kann die Monatsketten auch einzeln als 12 verschiedenfarbige Ketten basteln, die man evt. mit einem Häkchen aneinander hängen kann, um auch einmal das Jahr in voller Länge darzustellen.

Wenn Ihr kreativ geworden seid, würde ich mich sehr über Berichte Eurer Zeit-Ketten freuen.

Ich wünsche viel Lernfreude damit.

Ein Schaf und seine Wolle – Rosina

Auf Instagram habe ich kürzlich erst von meinem letzten Besuch bei Schaf Rosina berichtet. Rosinas kleine Herde hat die Reste vom Saftpressen mit meiner Klasse bekommen (der ganze Bericht über unsere Ackerbauepoche folgt noch). Es haben mich seitdem einige Fragen erreicht und ich möchte bei der Gelegenheit gern noch einmal mehr über das „Rosinaprojekt“ berichten, dazu auch Downloads zur Verfügung stellen.

Zu Besuch bei Rosina und ihrer Herde

Die Idee: Lesen und mittun

Auch wenn ich nicht wirklich zur Fraktion Handarbeit gehöre, genieße ich sehr die Wollwerkstatt von Rosinas Besitzerin, die ich auch privat gut kenne und die in meiner Klasse i-Kraft ist. Sie führt Groß und Klein auf liebevolle und naturverbundene Weise an die Schafwolle heran – von der frischen Schur bis zur Verarbeitung der Wolle – Waschen, kämmen, kardieren, verspinnen, färben, filzen und mehr. Und: Sie hat in ihrer Herde dieses ganz besondere Schaf 🙂 Das Charakterschaf mit dem schwarzen Fleck an der Seite, der aussieht wie eine Rosine. Also genug Stoff für ein Kinderbuch zum Mitmachen!

Das Familienprojekt

Meine Schwester Dr. Daniela Heidtmann und ich haben unser gemeinsames Asteya-Projekt, entstanden aus der Gründung von Danielas Asteya Verlag und unserer gemeinsamen Leidenschaft für Geschichten zum Mitmachen. Somit ist Daniela für Rosinas Wolle Lektorin, Co-Autorin und Verlegerin. Die Bücher und das Asteya-Projekt sind also vor allem ein leidenschaftliches Herzprojekt zweier Schwestern.

Von rechts nach links: Meine Schwester, ein weiteres Wolltier und ich

Damit ist auch die Frage beantwortet, in wie weit ich neben meiner Lehrertätigkeit Reichtümer anhäufe – ähem, welche Reichtümer..? Durch den kleinen Asteya Shop wollen wir einen Teil der Produktionskosten refinanzieren und passende Artikel anbieten, die ökologisch und fair hergestellt wurden. Das Buch ist übrigens klimaneutral und in Deutschland gedruckt. Und sollten Überschüsse entstehen, gilt unser Asteya-Prinzip, dass gute Zwecke mit profitieren werden.

Für meine Klasse

Zurück zu Rosina. Ich habe das Buch auch ganz besonders für die Kinder meiner Klasse geschrieben. Es sollte wie eine Fabel geschrieben sein und somit gut ins zweite Schuljahr passen, begleitend dazu viele Übungen für die Sinne in Form der Wollwerkstatt, mit Flötenliedern und mehr. Corona kam dazwischen. Nun sind wir bereits im dritten Schuljahr – das macht aber nichts, weil die Wollwerkstatt immer noch sehr passend für die Kinder ist. Und das nicht nur für die Sinnespflege. Schließlich stehen die alten Handwerke und Urberufe thematisch im Mittelpunkt der dritten Klasse. Also ist das Wollhandwerk weiterhin ganz hervorragend für meine Klasse geeignet und wir können uns auch noch anhand des Büchleins mit den Wortarten befassen.
Lena Fischer, Waldorflehrerin und freie Künstlerin aus Mannheim, hat übrigens die schönen Aquarellbilder zu der Geschichte gemalt. Das soll nicht unerwähnt bleiben!

Downloads für Euch

Ich stelle hier kostenlos einige Downloads zur Verfügung, für alle, die das Buch schon haben und damit arbeiten wollen. Wer das Buch noch nicht hat, kann einen Eindruck bekommen über den Blick ins Buch. Ich freue mich über Eure Rückmeldungen und Berichte dazu. Lieben Dank!

Kopfrechnen mit Mathi und Ziffikus

Jetzt haben die beiden auch Ferien – und eigentlich ist es auch Zeit für den Ruhestand, so kurz vorm 3. Schuljahr: Ziffikus und Mathi, der Zahlenzauberer und der Mathefuchs. Viele Unterrichtsstunden fingen mit ihren Geschichten und Abenteuern an. Meist hat Ziffikus mit den Zahlen und Mengen herumgezaubert und Mathi hat mit den Kindern gemeinsam seine Tricks durchschaut. Mathi hat die Kinder auch gern Mengen schätzen und erleben lassen. Er war seit der ersten Klasse dabei.

Zwei lustige Wichte verbreiten Freude am Kopfrechnen

Viele wichtige Grundlagen haben die zwei an die Kinder herangetragen und täglich mit ihnen geübt. Das war auf jeden Fall ein sehr freudiger Beginn der gemeinsamen Arbeitsphase!

Darum ist das Rechnen schnell mit Angst besetzt

3 + 5 = 8. Das ist die einzige, die richtige Lösung dieser Aufgabe. Nur knapp daneben, 7 oder 9, ist falsch, auch nicht ein bisschen.

In keinem anderen Schulfach ist ein Arbeitsergebnis daher so eindeutig richtig oder falsch. Ein falsches Ergebnis zu liefern, kann die Lernfreude dämpfen. Wer gefühlt zu häufig eine falsche Antwort parat hat, der fühlt Versagen, wird gehemmt, frustriert und blockiert im schlimmsten Fall. Damit müssen wir Lehrer umgehen.

Diese 3 Dinge müssen stimmen

Zum einen ist es wichtig, eine Lernatmosphäre zu schaffen, in der falsche Antworten vorkommen dürfen und die Kinder nicht etwa ausgelacht werden. Und es ist wichtig, das Zustandekommen eines Ergebnisses, das nicht richtig ist, nachvollziehen zu können. Nur dann kann man dem Kind helfen und es letztendlich schaffen, einen Weg zu finden, dass ein Kind auch ein Erfolgserlebnis beim Rechnen verspürt. Auch Kinder mit Rechenschwäche sollten in jeder Stunde auf positive Weise zum Zuge kommen, ebenso wie kleine „Matheprofessoren“ – eine wahre Kunst, die immer wieder neu aufgegriffen werden muss.

Kopfrechnen mit Mathi und Ziffikus

Für mein Homeschooling, das auch bei Präsenzunterricht zur weiteren Förderung gern hinzugezogen werden darf, bereite ich gerade eine kleine YouTube Reihe mit verschiedenen Kopfrechenübungen vor. Was immer in den nächsten Wochen und Monaten passiert – ich will vorbereitet sein.

Die Materialien, Videos und pdfs, werde ich in meinem Blog nach und nach veröffentlichen – es lohnt sich also, ihn zu abonnieren 🙂

Liebe Grüße vom Montagskind

Auf ins 3. Schuljahr – Rubikon oder der nächste Entwicklungsschritt

Das 3. Schuljahr hat es in sich, denn die Kinder werden rund um ihren 9. Geburtstag einen großen und wichtigen Entwicklungsschritt machen und darauf reagiert die Waldorfpädagogik mit einigen Besonderheiten im Lehrplan. Da ich noch immer keinen Live-Elternabend mit meiner Elternschaft machen konnte, habe ich zur Information dieses Video erstellt, das bestimmt auch für den einen oder anderen interessant ist. Und ganz wichtig: Es handelt sich um einen kindlichen Entwicklungsschritt, in der Waldorfpädagogik „Rubikon“ genannt. Es hat noch nichts mit Pubertät oder Vorpubertät zu tun!

Ich wünsche viel Freude beim Zusehen und -hören 🙂

Goldtröpfchen Öl: Mischungen und Sprüche

Mit der Coronazeit ist das Goldtröpfchen Öl wieder in meine Klasse eingezogen – ein echter Waldorfklassiker für die Sinne, der vom Säuglingsalter an ein Kind mit schönen Ritualen begleiten kann: Von der Baby- und Kindermassage über die Pflege nach dem Händewaschen, als Badezusatz bis zum Flötenritual in der Schule. Bei Instagram gab es einige Nachfragen und so schreibe ich hierzu jetzt ausführlich.

Mit einer Pipette lässt sich in Coronazeiten das Öl auch gut verteilen

Selbst gemischt: 3 Rezepte

Diese drei Rezepte – Kinder- und Babymassage, Handpflege und Flötenritual – verwende ich am liebsten.

Für alle Anwendungsfälle mit Körperkontakt eignen sich Mandel- oder Jojobaöl hervorragend als Basis- bzw. Trägeröl. Ich achte dabei immer auf hochwertige Bioqualität – man braucht ja gar nicht so viel davon. Für Kleinkinder sollte auch nur die Hälfte des ätherischen Öls genommen werden, für Säuglinge noch gar nichts. Die Haut ist noch so empfindlich. Es gibt zwar schon Aromatherapie im Säuglingsalter, aber dann wird ein minimaler Duft in Form eines verdünnten Sprays (siehe Liste unten) auf den Schlafsack gegeben und nicht direkt auf die Haut aufgetragen. Die Flötenpflege bekommt bei mir als Basisöl das original Choroi Flötenöl (Werbung, siehe unten).

1. Goldtröpfchenöl nach dem Händewaschen

In der Schule wird seit Corona ja noch strenger auf das regelmäßige Händewaschen vor dem Unterrichtsbeginn geachtet. Für die Kinderhände meiner Zweitklässler bin ich von Desinfektionsmittel so gar nicht begeistert, weshalb wir uns die Zeit nehmen und alle die Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen und anschließend mit dem Öl pflegen. Das ist nach dem Spielen in der Pause sowieso am sinnvollsten.

Im Klassenraum

Ich habe dazu ein 30 ml Fläschchen verwendet und fast vollständig mit dem Bio Mandelöl befüllt. Dazu dann 10 Tropfen Rose absolue, 3 Tropfen Sandelholz und 2 Tropfen Vanille. Es gibt auch schöne „Fertigmischungen“ – siehe Liste unten.

Ein Spruch dazu:

Glänzendes Tröpfchen, duftest schön,
willst du auf die Reise gehen.
Wanderst Still von Hand zu Hand,
spannst dabei dein goldenes Band.

Die Kinder halten ihre Hände muschelförmig auf und ich gebe coronabedingt in jede „Muschel“ zwei Tropfen mit der Pipette – vor Corona gab es einfach eine Muschel, die mit Öl gefüllt wurde und in die die Kinder einmal mit dem Finger eingetippt haben.

Die Kinder verreiben das Öl sehr andächtig und riechen es sehr gern an ihren Händen.

Im Kindergarten wird gern zur Melodie von „Taler, Taler“ gesungen:

Tröpfchen, Tröpfchen,
du sollst wandern
von der einen Hand zur anderen
Oh wie schön, oh wie schön,
ist`s, wenn Tröpfchen wandern gehen.

Ein schönes Goldtröpfchenlied, das für die Altersspanne 3 – 8 hervorragend passt, ist auch in dem Buch von meiner Schwester „Yoga, Mond & Sterne“ zu finden (eigene Werbung). Sie beschreibt auch ein passendes Kindermassageritual mit dem Goldtröpfchenöl sehr schön.

Das Goldtröpfchen-Lied aus Yoga, Mond & Sterne. Hier sieht man auch die mit Öl gefüllte Muschel.

Massage zu Hause

Hierfür habe ich eine kleine Glasflasche. Man füllt etwas Mandelöl ein und wärme es an. Das geht gut in einem einfachen Topf mit sehr warmem Wasser. In dieses Basisöl mischt man dann den Duft und dosiert die Intensität, so wie man es in dem Moment gern hätte: Lavendel zum Beruhigen und Entspannen, für eine gute Nacht. Rose zum Harmonisieren, nach einem anstrengenden Schul- und Arbeitstag. Rosengeranie zum Erfrischen als Powernap zwischendurch. Und schöne fertige Mischungen gibt es auch (siehe unten)

Massageritual für zu Hause (Yoga, Mond & Sterne)

Babymasssage: Ab 3 Monaten, ohne Duft

Die Babymassage möchte ich nicht unerwähnt lassen, denn man kann mit diesen schönen Ritualen schon sehr früh beginnen. Die Babymassage beruhigt die Kleinen, fördert den Stoffwechsel und vertieft die emotionale Bindung. Das Buch hierzu von Frederic Léboyer ist eine große Empfehlung. Man kann also früh mit Massagen anfangen und dieses wunderbare Ritual über Jahre halten.

Gute Gedanken an das Kind

Für alle Massagen und Berührungen gilt: Bleibe in Gedanken nur bei Deinem Kind! Massiere nicht, während Du innerlich schon Deinen nächsten Arbeitstag planst. Massagen, die von guten, liebevollen Gedanken begleitet werden, entfalten sowohl für das Kind als auch für die Bezugspersonen erst die volle Wirksamkeit.

Flötenduft

Hier wird auch wieder gemischt: für 5 ml duftendes Flötenöl nehme ich das Flötenöl von Choroi und ich habe hier meist 2-3 Tropfen Rosengeranie und Rose hinzugegeben. Das reicht schon! Der Duft sollte nur ganz dezent wirken.

WICHTIG

  • Bitte nehmt kein ätherisches Öl wie Zitrone oder Orange, weil dies den Speichenfluss anregt! Auch wenn das Flötenritual am Stundenende seinen Platz hat, kann die Flöte am nächsten Tag noch riechen.
  • Nehmt für die Pflege des Holzes wirklich nur das reine Flötenöl, ggf. Jojobaöl. Alle anderen Öle sind für die Choroi Flöten nicht geeignet!
  • Es ist wichtig, dass die Flöte immer auch an der Luft etwas trocknen kann und nicht in einem luftdichten Etui verschlossen ist. Dann besteht nämlich die Gefahr, dass sich Schimmel bildet.

Ich habe sowohl in der Schule, als auch zu Hause „nur“ das reine Flötenöl in Verwendung. Am Ende einer Flöteneinheit lasse ich die Kinder vorab einmal schnuppern, ob ihnen der Duft angenehm ist. Wer keinen Duft möchte, bekommt zuerst einen Tropfen Öl, anschließend mische ich 2 Tropfen ätherisches Öl in das vorbereitete Flötenöl. Dann gebe ich einen Tropfen auf den Zeigefinger eines jeden Kindes, damit wird die Flöte äußerlich eingerieben.

Meine Empfehlungen

So, ich hoffe, ich konnte viele schöne Anregungen geben. Hier ist noch eine Liste mit verwendeten Materialien. Es handelt sich um unbeauftragte Werbung und selbst bezahlte Artikel. Eigenwerbung für unseren kleinen Onlineshop ist gekennzeichnet.

Buch von meiner Schwester, Dr. Daniela Heidtmann: Yoga, Mond & Sterne, erschienen im Asteya Verlag, zu beziehen auch im Asteya Shop: http://www.asteya-shop.de

Buch von Frédérick Leboyer Sanfte Hände

Baby Duftspray in Bio Qualität von Aetherio: Auch das gibt es bei http://www.asteya-shop.de

Fertige Duftmischungen von Primavera: Herzenswärme, In Balance, Lass Los (für abends).

Choroi Flötenöl – gibt es auch bei http://www.asteya-shop.de, ebenso den kleinen Ölkrug (siehe Bild „Goldtröpfchen Entspannung“)

Zehnerübergang: Das Freundespiel

Beim Rechnen ist der Zehnerübergang häufig gefürchtet. Um es zu üben, gibt es verschiedene Ansätze und Möglichkeiten. Letztendlich ist es der Plan, jede Strategie an die Kinder spielerisch heranzuführen. Meist kristallisiert sich dann bei jedem Kind heraus, was es am liebsten einsetzt.

Auf jeden Fall: Schluss mit zählendem Rechnen

Das Abzählen beim Rechnen ist eine Angewohnheit, die immer weniger weiter hilft, je größer der Zahlenraum und je komplexer die Aufgaben werden, denn

  • Zählen kostet viel Zeit
  • Zählen braucht viel Konzentration, nur kleine Ablenkungen stören massiv
  • Zählen verhindert das eigenständige Denken

Eine YouTube-Folge zum Thema Zehnerübergang ist schon in Vorbereitung.

Verdoppeln und Halbieren

Verdoppeln und Halbieren ist eine Strategie, an den Zehnerübergang heranzugehen. Dabei geht es um „Zahlenfreunde„, das sind sind sehr verschiedene Freunde, die sich trotz aller Unterschiede sehr mögen 🙂 Bei ihnen ist nämlich die eine Zahl doppelt so groß ist wie die andere oder eben halb so groß wie die andere – je nachdem, wie herum man es sieht.

Die Idee ist: Wenn man auswendig weiß, dass die doppelte 7, also 7 + 7 = 14 ist, dann kommt man schnell darauf, was 7 + 8 ist.

  • 8 ist 7+1 und dann ist 7+ 8 = 14 + 1 = 15
  • Oder auch: 7 ist 8-1 und dann ist 7 + 8 = 16 – 1= 15

Ich hoffe, das ist in der Kürze verständlich. Kinder, die insbesondere die „Zahlenfreunde“

  • 6 und 12
  • 7 und 14
  • 8 und 16
  • 9 und 18

auswendig kennen und die Zahlbeziehungen mit den Vorgängern bzw. Nachfolgern sicher beherrschen, können sie mit der Zeit auch bei anderen Zahlen auf den nächsten Zehner übertragen. Doch das braucht Übung, dazu habe ich mir das Spielen „Zehnerübergang mit Zahlenfreunden“ überlegt.

Zehnerübergang mit Zahlenfreunden

Bei dem Spiel gibt es blaue und rote Karten. Bei mir sind die roten Karten für die „kleinen Freunde“ und die blauen Karten für die „großen Freunde“. Immer ein kleiner und ein großer Freund bilden ein Paar. Jedes Pärchen gibt es 3 mal im Spiel und jedes dieser Pärchen hat noch ein eigenes Zeichen, eine Form, bekommen. Die Vorlagen haben ich Blanco – für eigene Zahlen und Formen – und mit „fertigen“ Zahlen und Formen zum Download:

Ihr müsst dann nur noch die Vorlagen ausschneiden, auf eine Tonpapierfarbe Eurer Wahl kleben und kleine Kärtchen basteln. Tonpapier deshalb, damit nichts durchscheint und man die Kärtchen in zwei Farben hat.

Variante 1: Pärchen ist, wer die gleiche Form trägt

Diese Variante eignet sich für den Anfang oder auch, wenn ein Kind sich selbst mit den Kärtchen beschäftigt und eine Erfolgskontrolle braucht – ob die Zuordnung richtig ist. Ja, man könnte sagen, dass die Kinder sich dann nur auf die Form konzentrieren, statt auf die Zahlen. Doch ich bin mir sicher, dass die dazu gehörigen Zahlen trotzdem bemerkt werden und es mit der Zeit einen Lerneffekt gibt.

Die Form zeigt an, ob es auch Freunde sind.

Variante 2: Pärchen ist, wer eine unterschiedliche Form trägt

Das ist natürlich nochmal besonders knifflig, wenn man einen weiteren Unterschied hat, auf den man achten muss. Üblicherweise ist man ja beim Memory darauf fixiert, etwas Identisches zu finden, aber hier ist eben alles anders.

Stapelmemory

Beim Stapelmemory werden nicht alle Karten verdeckt ausgebreitet, sondern die Karten der einen Farbe liegen als Stapel daneben. Die Spieler decken eine Karte vom Stapel auf und dürfen dazu eine Karte der Fläche aufdecken – also jeweils die Karte einer Farbe.

Nach Farben sortiert: Die Karten der einen Farbe werden gestapelt, die der anderen in der Fläche verdeckt verteilt.

Passt die Flächenkarte zur Stapelkarte – verdoppelter oder halbiert Wert und verschiedene Zeichen – ist ein Pärchen gefunden, das der Finder behalten darf. Dann erst darf eine neue Karte vom Stapel gezogen werden. Passt die aufgedeckte Karte nicht zur Stapelkarte, muss sie wieder umgedreht werden. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe, der auch eine Karte umdrehen darf.

Hier wurde ein Pärchen gefunden!

So entsteht hoffentlich ein kurzweiliges Spiel, bei dem mit der Zeit das Verdoppeln und Halbieren insgesamt ein Klacks wird.

Ich wünsche viel Spaß beim Spielen!

Willkommen zurück

Da war er: Der erste Schultag seit der Schließung. Viele neue Regeln, viele neue Abläufe. Ganz viel Neues, lange nicht gesehen – und doch so vertraut.

So war unser erster Unterrichtstag mit Gruppe 1 aus Klasse 2: Mein Bericht

Die Ankunft der Kinder

  • Wie eine Schülerlotsin stand ich auf dem Schulhof, mit Visier und Ulknudel (unser Lieblingsgimmick für Spiel und Spaß -eine Poolnudel, die wir seit der 1. Klasse bei uns haben. Besonders praktisch, da 1.50 m groß)
  • So konnte ich die Schüler von Anfang an begleiten und ihnen zeigen, wo der neue Wartebereich der Klasse ist. Die Wiedersehensfreude war natürlich groß 🙂
  • Als alle Kinder da waren, ging es erst im Gänsemarsch zum Händewaschen, dann in den Klassenraum.

Endlich wieder im Klassenraum

  • Die Kinder gingen zu ihrem jeweiligen Bänkchen und dort durften sie dann die Masken endlich abnehmen.
  • Es gab Goldtröpfchenöl für die Hände – die Kinder genossen erst einmal den Duft. Da lebte ein altes Ritual neu auf. Bei so viel Händewaschen sollte die Kinderhaut natürlich auch gepflegt werden. Wieder etwas Neues, dazu Vertrautes.
Hygieneregeln und Goldtröpfchenöl: Pflicht und Kür!
  • Wir begrüßten uns mit unserem Morgenspruch und die Kinder freuten sich auch riesig, ihre Zeugnissprüche mal wieder zu sprechen. Es war gleich eine sehr schöne Stimmung.

Der Erzählkreis

  • Wir machten unsere Erzählrunde und die war, als wären nicht 2 1/2 Monate, sondern nur 2 Tage vergangen: Die meisten Kinder berichteten hauptsächlich von dem, was sie am Vortag erlebt hatten und nicht von Dingen, die irgendwann in dieser langen Zeit zuvor passiert waren. Sei es aus Gewohnheit – „Neues von Gestern“ – oder doch deshalb, weil sie ja weder Ausflüge noch Besuche, noch Spielkontakte hatten.
  • Natürlich wurden auch die Geburtstagskinder gefeiert, wir summten „viel Glück und viel Segen“, weil ja nicht gesungen werden darf und unser aktuelles 2.Klass-Geburtstagslied sehr lang ist und einen größeren Tonumfang hat – etwas kompliziert zum Summen. Anstelle des üblichen Geburtstagskuchens, der ja nun nicht mehr verteilt werden darf, bringen die Geburtstagskinder nun der Klasse eine Geschichte mit, die ich während der Frühstückszeit vorlese. Auch dieser neue Brauch wurde sehr gern angenommen.

An Homeschooling anschließen

Die Franziskusepoche, die wir mit täglichem YouTube Homeschooling bisher erlebt hatten, konnte nun doch live beendet werden. Jedes Kind durfte einmal seine liebste Seite im Epochenheft am Platz hochhalten und den anderen Kindern zeigen. Wir sprachen über die Geschichte, das Besondere an Franziskus. Mit einer Erzählung beendete ich die Geschichte, der Epochenhefteintrag dazu ist wiederum Hausarbeit. Die Kinder hörten, wie der Sonnengesang seine letzte Strophe bekam und anschließend aquarellierten die Kinder zum Sonnengesang, die Farben der Welt.

Aquarellbilder als Collage aus erster Gruppe

Der Abschlusskreis

Den Tagesabschluss verbrachten wir im großen Kreis, draußen auf dem Schulhof. Um ohne Masken zu sein und gemeinsam leise das Abschlusslied zu singen, standen die Kinder zuerst armweit auseinander und gingen anschließend noch mindestens einen großen Schritt zurück. So konnten wir noch ein kleines Wahrnehmungs- und Yogaspiel spielen und dann den Schultag schön abschließen. Im Gänsemarsch ging es wieder zum Schultor, wo ich dann mit den Kindern wieder auf ihre Eltern gewartet habe – oder den Schulbus

Fazit eines besonderen Schultages

Alles in allem war es trotz der vielen ungewohnten Dinge so gar nicht schwer, das Beste aus der gemeinsamen, sehr wertvollen Zeit zu machen . Die Kinder kamen gut zurecht, waren sehr aufmerksam und haben es mir als Lehrerin wirklich sehr einfach gemacht. An alles haben sie sich problemlos gehalten und sich auch gegenseitig unterstützt.

Morgen erlebt die andere Hälfte der Klasse ihren ersten Schultag nach der SChließung – und ich freue mich schon sehr darauf!

Fußübung „Liegende Acht“

Heute stelle ich Euch die Fußübung „Liegende Acht“ vor. Als Sinnesschulung und zur vielfältigen Förderung hat sie es wirklich in sich. Man braucht dazu zum Vorzeichnen der liegenden Acht ein Seilchen, Schneckenband oder auch Kreide. Die Übung selbst macht man am besten barfuß, auf Socken oder in dünnen Gymnastikschläppchen. Ein kleiner Ball muss auch noch her.

Für meine Klasse habe ich sie im Homeschooling auf YouTube gezeigt:

Lernen – aber bitte in Bewegung!

Zur Schule, zum Lernen gehört Bewegung. Wenn dabei die körperlichen Impulse passen, kann sich dies auch positiv auf die geistige Leistung auswirken.

Kinder erleben heute häufig weniger Bewegungsvielfalt, die das Zusammenspiel der beiden Hirnhälften aktiviert: Klettern, Seilspringen, Balancieren, Radfahren, Hinkelspiele – nicht immer sind die Nachmittags mit vielfältigen Bewegungsspielen gefüllt. Das kann dann dazu führen, dass auch viel geistiges Potential nicht richtig ausgeschöpft werden kann. Dies ist inzwischen vielfach wissenschaftlich belegt. Die Bewegungsabläufe im Yoga sind hier hilfreich und fördernd, aber auch Kinesiologie in Form von Brain Gym kann wunderbar und gezielt in den Ablauf des Schulalltags mit einfließen.

Wer hören will, braucht Füße

Eine Fußübung am Tag – das das Fokussieren auf einen Körperteil, der am weitesten weg ist vom Kopf – steigert die Konzentration und die Fähigkeit, zuzuhören. Fußübungen gibt es viele. Diese hier ist mit der Verwendung des Bällchens und in der Form der liegenden Acht besonders aktivierend und fördernd.

Was diese Übung kann – auf einen Blick

Was wird alles hierdurch gefördert? Eine Übersicht

  • die Konzentrationsfähigkeit
  • der Gleichgewichtssinn
  • die Feinmotorik
  • der Tastsinn
  • der Bewegungsspiel
  • das Zusammenspiel der Hirnhälften

Coronatauglich

Dieses Spielchen kann man mit verschiedenen Bällen – von der Murmel bis zum Luftballon – variieren. Im Homeschooling ist es ebenso praktisch wie in vor Ort in der Schule, auch unter Corona-Bedingungen: Man muss ja seinen Platz nicht verlassen und kann so den Abstand halten.

Einzelübung! – Einzelübung??

Was einfach nicht zu unterschätzen ist: Als Gruppengeschehen ist die Übung nochmal effektiver, denn geistige Fitness hängt nicht nur an der körperlichen Bewegung. Gerade das gemeinsame Spiel führt durch die gegenseitige Wahrnehmung und Anregung zu einem stärkeren Belebungseffekt für das Gehirn.

Also: Beim Homeschooling Groß und Klein, alle die mit im Haushalt leben, mit einbeziehen. Es tut schließlich jedem gut.

Viel Spaß beim Üben und Ausprobieren.