Angekommen in den Ferien

Als ich am Freitag nach Hause kam, war ich gleichzeitig froh über unsere ausgelassene Zeugnisvergabe und erschöpft von den letzten Tagen und Wochen vor den Ferien. Erstmals hatte ich eine Schreibblockade in der Zeugniszeit, was mir doch einigermaßen Sorge bereitet hat. Doch jetzt ist es Mittwoch, gerade fünf Tage später, und die Energie kommt deutlich zurück.

Darauf habe ich geachtet

Viele Wege führen zur Erholung. Ich fasse einmal zusammen, was mir aus dieser Erschöpfung herausgeholfen hat.

1.“Betriebsferien“ zu Hause

Ich habe es mir einfach mal erlaubt, müde zu sein und mich zu erholen. So habe ich insbesondere am Wochenende viel Schlaf nachgeholt, trotz der Fortbildung. Die Familie hat Rücksicht genommen. Außerdem habe ich nicht so aufwändig gekocht und gebacken wie ich es sonst am Wochenende so gern tue und auch die üblichen Wäscheberge zu Hause mussten warten.

2. Auf in die Lieblings-Tapasbar

Erholung geht durch den Magen, zumindest als Auszeit zwischendurch, und so war ich mit meinem Mann und Freunden in unserer Lieblings-Tapasbar, habe einen schönen Abend verbracht und geschlemmt. Anschließend hieß es wieder: Ausschlafen.

3. Äußeres Chaos sortieren und entrümpeln

Hiermit bin ich noch nicht fertig, aber ich habe angefangen und das ist auch immer eine Wohltat. Ich erledige die liegen gebliebenen Aufgaben im Haushalt, verpacke die Unterrichtsmaterialien des Schuljahres, sortiere und entrümple Schränke. Mich von unnötigem materiellen Ballast zu befreien, sorgt jedesmal wieder für neue Energien.

4. Zeit für gesunde Routinen

In der Zeugnis- und Schuljahresabschlussphase bleibt oft wenig Zeit für die Zubereitung gesunder Snacks, viel zu häufig wird auf die Schnelle mal genascht. An Bewegung mangelte es mir dieses Jahr dank der Bauepoche zum Glück nicht, das kommt sonst auch noch dazu. Jetzt ist es wieder Zeit für gesunde neue Routinen und Rezepte. Dabei überlege ich mir auch, wie ich es anschließend im Schulalltag schaffen kann, sie zu bewahren. Die Routinen diesmal: Warmes Zitronenwasser vor dem Frühstück trinken, insgesamt basisch frühstücken und am Nachmittag eine Tasse goldene Milch trinken. Tägliche Bewegung in Form von Spaziergängen, Schwimmen oder Radfahren ist sowieso Programm.

5. Jeden Tag etwas haben, auf das man sich freut

Einen schönen Ausflug machen, liebe Menschen besuchen, ein gutes Buch lesen, Spieleabende und künstlerische Projekte genießen. Es gibt jeden Tag so viel Schönes, das man sich bewusst machen sollte. Nichts ist selbstverständlich. Ich mache jedes Jahr auch irgendetwas Künstlerisches in den Sommerferien. Letztes Jahr war es das Aquarellmalen, dieses Jahr möchte ich mit Kind 3 gern schnitzen und etwas plastizieren. Außerdem habe ich meine Podcasts und die Schreiberei, da gibt es übrigens auch schöne, neue Ideen und Projekte, auf die ich mich freue.

6. Die Zeit nach den Ferien ist kein Tabu

Ich lebe nicht nur im Hier und Jetzt, sondern denke auch immer wieder an die Zeit nach den Ferien. Ich mag es, wenn bereits jetzt Schritt für Schritt allmählich ein Bild davon entsteht, wie es im neuen Schuljahr sein sollte – auch wenn die Erfahrungen der letzten Monate gezeigt haben, dass es vielleicht nicht immer so eintritt, wie man es sich vorgestellt hatte. Aber ich verdränge die Schule und meine Klasse in den Ferien nicht. So funktioniert mein „Abschalten“ eben nicht. Meine Arbeit und meine Klasse gehören einfach viel zu sehr zu meinem Leben. Auch wenn der Schreibtisch und das Email-Postfach ruhen, die Gedanken tun es nicht und das darf auch so sein. Sie sortieren sich auch allmählich. So sind die Ferien: Alles kann, nichts muss.

Schöne Ferien!

Ich freue mich auf die nächsten Wochen, schreibe weiter und wünsche auch Euch eine schöne Zeit! Was sind Eure Wege, die Akkus wieder aufzuladen?

Das war`s – auf in die Sommerferien

Ein sehr besonderes Schuljahr ist beendet. Ein Schuljahr, bei dem keine Planung sicher stand und das dadurch stark gefordert hat. Ein Schuljahr, in dem wir so viel vor hatten. Ein Schuljahr, das einen die Grenzen deutlich spüren ließ.

Diese Arbeitslatzhose hat mir meine Klasse geschenkt. Alle Kinder haben sich darauf verewigt.

Ein Rückblick der besonderen Art

Ja, wir haben viel erlebt, viel angepackt, viel gewerkelt und gebaut. Dabei so viel gelernt, die Inhalte des Jahres gut geschafft – und gleichzeitig waren wir auch so viel zu Hause. Am Freitag, unserem letzten Schultag, lenkten die Kinder mich von sich aus ganz schnell vom Jahresrückblick auf die Vorschau. Wie sehr spiegelt dies, dass wir lieber freudig nach vorn blicken wollen? Kinder sind weise.

Mit Konfetti ins vierte Schuljahr

Die Zeugnissprüche ließen bereits ahnen, was alles Neues kommen wird. Es ging um viele Tiere und ihre Gaben (die erste Tierkunde), es ging um Runen, es ging um Siegfried, es ging um Heimat und Orientierung (Heimatkunde), um Freundschaften (Thema im Sozialen), um die Zeiten und Vieles mehr. Wie schön es war, dass so viele Kinder direkt gesagt haben „DAS ist MEIN Zeugnisspruch“ – und es stimmte. Und wie schön es auch war, dass so oft auch von anderen Kindern erkannt wurde, für wen ich einen Zeugnisspruch geschrieben hatte.

Die Vorfreude auf Klasse 4 ist geweckt und groß – fehlte nur noch die „Verwandlung“ in Viertklässler. Da half in diesem Jahr ein bunter Konfettiregen. Die Kinder haben es genossen und sind freudig in die wohl verdienten Ferien gestartet.

Wie es mir ging in letzter Zeit

Für mich endet mit dem Schuljahr tatsächlich der Höhepunkt einer Achterbahnfahrt. Ende Mai ging es plötzlich innerhalb von drei Tagen vom wochenlangen Lockdown in den vollen Präsenzunterricht. Das war klasse, aber auch anstrengend. Ich hatte die Hausbau-Epoche zu organisieren, saß vor einem riesigen Stapel Epochenheften aus dem Lockdown und zusätzlich musste ich innerhalb von vier Wochen 30 Klassenlehrerzeugnisse (à 5-6 Seiten) auf den Weg bringen, dazu die Zeugnistexte für meine Fachstunden in Musik und Religion.

Das Schuljahr endete mit dem vierten Highlight des Jahres: Der Bauepoche. Wir haben im Schulgarten gesenst, gemäht, gegraben, gepflastert, gemauert. Dazu hat jedes Kind ein kleines Modellhaus nach eigenen Vorstellungen gebaut. Diese Epoche war Kraftquelle und Kraftverbrauch in einem. Dies hat man auch hier auf meinem Blog gemerkt, ich war oft geschafft und trotzdem zeitlich voll durchgetaktet – für meinen Blog geschrieben habe ich so gut wie gar nicht mehr. Auch die Märchen mit Klang pausieren, was wiederum Auswirkungen zeigt. Denn ohne künstlerischem Ausgleich sind stressige Phasen doch noch etwas schwieriger zu bewältigen. Es kam dieses Jahr erstmals meine Zeugnisspruch-Schreiberei ins Stocken. Ein Symptom. Am Ende habe ich aber doch noch alles geschafft – da waren wohl Zauberkräfte im Spiel.

Denn als „Sahnehäubchen“ gab es in dieser Zeit auch noch einige sehr aufwändige Gespräche in der Schule, die ebenfalls protokolliert werden mussten, familiäre Veränderungen und weiterhin der Zustand fehlender Planungssicherheit für viele Dinge, inklusive einer dringend nötigen Urlaubsreise. So fiel dann am Freitag nach Schulschluss, bzw. Klassenumzug Teil 1, eine Menge von mir ab und es gibt auch noch Einiges, das nun sacken und verarbeitet werden muss.

Jetzt wird also sortiert, entrümpelt und nach vorn geschaut.

Ich wünsche allen schöne und erholsame Sommerferien 2021!

Johannizeit – meine 15 Ideen für ein Fest mit Kindern

In der kommenden Woche ist es so weit: Am Montag ist Sommeranfang und am Donnerstag, den 24. Juni, die Sommersonnenwende. Für die Klasse schließt sich der Kreis: Wir haben mit der Schöpfungsgeschichte künstlerisch das Schuljahr begonnen und an Johanne zeigt sich die gesamte Schöpfung voller Leben. Dies möchte ich in den Mittelpunkt unserer Klassenfeier am Schuljahresende stellen.

Das ist Johanni

An diesem Tag wird an Johannes dem Täufer gedacht wird. Dazu ist der 24. Juni der längste Tag des Jahres, mit der kürzesten Nacht. Ganz im Gegensatz zur Weihnacht am 24. Dezember, ein halbes Jahr später. Hier sind es die längste Nacht des Jahres und der kürzeste Tag. Im Jahreslauf bewegen wir uns dazwischen: Bis Johanni auf immer länger werdende Tage hin, danach auf immer länger werdende Nächte.

Unser Leben im Jahreslauf

Bei uns an der Schule gehören das Leben und Erleben im Rhythmus und Jahreslauf fest und ganz bewusst zum Miteinander und dem Alltag.Wir feiern daher nicht nur Weihnachten im Winter und Ostern im Frühling, sondern auch Johanni im Sommer und Michaeli im Herbst. Jedes Fest hat dabei seinen Schwerpunkt. Im Klassenzimmer haben wir den Jahreszeitentisch als kleinen Spiegel der Jahreszeit, auch begleiten uns verschiedene Lieder und Geschichten durch das Jahr.

Ein Sommerfest mit Kindern

An Johanni erfährt die Welt maximale Erneuerung und Leben: Alles blüht, überall kann man Tierkinder beobachten und die Früchte an den Bäumen und Sträuchern werden reif. All das lädt ein: Für lange Abende am Lagerfeuer, für kulinarische Vielfalt, für Freude und Aktivität. Genießt es!

Johanni in meiner Klasse

Da wir im vergangenen Schuljahr auf das Fest verzichten mussten und nun endlich wieder beisammen sein dürfen, wird der 24. Juni natürlich richtig ausgekostet. Ich habe die Kinder gefragt, was sie sich für unser Johannifest wünschen.

Diese Wünsche haben die Kinder in unserem Gespräch geäußert.

Die Sammlung

Es gefiel mit ausgesprochen gut, dass die Kinder auch in einer Stimmung sind, in der sie sich für diesem Tag neben Liedern und Sprüchen auch Gebete wünschten. All das möchte ich in meiner Planung berücksichtigen.

15 Ideen für das Fest

Ich habe hier 15 Ideen für ein Johannifest zusammengetragen, die ich gern mit Euch teile. Dabei ist es mein Rahmen und Plan, die vier Elemente und ihre unsichtbaren Kräfte mit den Kindern zu erleben. Ich werde unser Fest auch mit der Klanggeschichte eröffnen, die weitere Planung wird sich noch zeigen.

Ich wünsche allen eine schöne Johannizeit.

Mein Johannibeitrag vom letzten Jahr (2. Klasse) und das Rezept für die leckere Beerentarte findest Du übrigens hier.

Self-care oder: Aufräumen mal anders

Diese Woche habe ich nicht gebloggt, sondern meinen Alltag aufgeräumt und sortiert. Der Grund ist: Ich muss momentan etwas auf mich aufpassen, denn der Schuljahresendspurt ist in diesem Jahr anders als sonst. Viele (neue) Aufgaben kommen gerade zusammen. Und die Balance zwischen online und offline ist wichtig.

Von Null auf Hundert

Vor einer Woche endete der Distanzunterricht, es folgten drei Tage Wechselunterricht und ab morgen sind wieder alle Kinder vor Ort. Wer jetzt denkt: `Warum beansprucht das jetzt besonders? Ist doch der normale Lehrerjob.´ …. – nicht ganz.

Nach einer wochen- oder monatelangen Distanzzeit müssen die Kinder (und zugegebenermaßen auch ich) wieder in die gewohnten schulischen Abläufe finden. Wir sind völlig raus aus unserem üblichen Rhythmus. Eltern haben verständlicherweise Gesprächsbedarf und es gibt generell viele organisatorische Dinge der letzten Zeit aufzuarbeiten. Die aktuellen Hygienevorgaben müssen verinnerlicht sein und umgesetzt werden. Ich werde zudem seit diesem Monat in meine neuen Aufgaben als Mitglied der Schulleitung eingearbeitet und so ist es generell für mich eine spannende Zeit.

Stapelweise Hefte

Alles, was sich in der Distanzzeit angesammelt hat, wird jetzt noch bei mir abgegeben, durchgesehen und im Zeugnis gewürdigt. Daher ist das alljährliche Zeugnisschreiben am Schuljahresende noch einmal aufwändiger.

Hausbau-Epoche

Die aktuelle Epoche ist ein Segen. Durch viel praktische Arbeit bringt sie die Kinder zusammen, führt sie in die Selbstwirksamkeit und heilt so ein paar Wunden der Distanzzeit. Sie ist eine der besonderen Epochen des dritten Schuljahres und wirkt generell fördernd auf die Entwicklung der Kinder. Ich erteile diese Epoche zum ersten Mal und bis vor kurzem bin ich dabei von Wechselunterricht ausgegangen. Jetzt haben wir plötzlich fast doppelt so viele Schultage und nicht 15/16, sondern 31 Kinder vor Ort, die laufend Beschäftigung brauchen. Planänderung – mal wieder.

So muss man in diesen Zeiten immer flexibel sein und mit allen Bedingungen bestmöglich zurechtkommen. Dennoch liebe ich diese Epoche jetzt schon und ich genieße sie auch in vollen Zügen mit den Kindern – jetzt noch einmal besonders. Sie gibt doch auch Einiges zurück.

Am Nachmittag

Wenn die Schule erledigt ist, nehme ich mir immer eine kleine Auszeit für mich. Oftmals sortiere ich meine Gedanken und blogge hier. Doch in den letzten Tagen musste ich mal dringend weg vom Bildschirm – eben weil sich gerade doch noch viel zu viel davor abspielt: Zeugnisse und Elternbriefe schreiben, online Konferenzen und mehr. Also: Durchatmen an der frischen Luft, Radfahren, Kuchen backen oder ruhen. Eine Balance herstellen zwischen online und offline.

Sortieren und reduzieren

Momentan sind es viele Aufgaben. Also sortiere ich bewusst aus, was mich nicht in irgendeiner Form verpflichtet und ich suche mir gleichzeitig mindestens eine Sache am Tag heraus, die mir gut tut. Mir ist es sehr wichtig, mit den Kräften zu haushalten. Für meine Familie, für mich selbst und um eine gute Lehrerin zu sein.

Als meine Blogleser:innen habt Ihr daher momentan etwas weniger Lesestoff. Ich hoffe, Ihr haltet mir dennoch die Treue.

Euer Montagskind

Ein Märchen zu Pfingsten

In meinem Podcast „Märchen mit Klang“ habe ich am vergangenen Montag das doch sehr unbekannte Märchen „Die weiße Taube“ erzählt. Dieses Märchen kann Kindern sehr gut an den Pfingsttagen erzählt werden, es steht aber in kaum einem Märchenbuch. Daher habe ich hier den Text zum Vorlesen und den Podcastlink für Euch.

Regnerische Pfingsttage

Im Regen spazieren gehen, Pfingstrosenkuchen backen und eine gemütliche Märchenzeit einlegen: So scheint es Pfingsten 2021 zu sein. Genießt die Zeit mit Euren Lieben!

Ich wünsche Frohe Pfingsten

Hier könnt Ihr das Märchen „Die weiße Taube“ anhören

und hier ist der Text als Download

Menschen verbinden

„An dem Tag, an dem wir voller Überzeugung sagen können, dass alle Kinder dieser Welt unsere Kinder sind, beginnt der Frieden auf Erden“ ~ Hermann Gmeiner.

Hier einmal ein richtiges „Herz“Stück: Inmitten unserer Pausenhalle steht die große Weltkarte mit den Postkarten aus aller Welt.

Waldorfschule verbindet – auf der ganzen Welt.

Im Zuge von Waldorf 100 im Jahr 2019 haben unsere Schüler:innen Postkarten an Waldorfklassen auf der ganzen Welt geschrieben und wiederum Postkarten von anderen Waldorfschüler:innen aus aller Welt zurückbekommen – was für eine schöne, verbindende Aktion.

Innerhalb von 100 Jahren ist aus der Idee der ersten Schulgründung eine Schulform über die Ländergrenzen hinweg geworfen, auf allen Kontinenten.

Wie gerne würde ich mal von der einen oder anderen Schule einen Eindruck vor Ort bekommen. Vielleicht gibt ja in den nächsten Jahren Gelegenheiten dazu. Die Postkartenwand ist jedenfalls eine sichtbare, weltweite Verbindung – und Mutmacherin in der heutigen Zeit.

Warum? Darum.

Hin und wieder kommt es vor, dass man gefragt wird, warum man sich eigentlich aktiv für den Ersatzschuldienst und damit gegen eine Verbeamtung, private Krankenkasse usw. entscheidet. Warum arbeiten wir Lehrer*innen an freien Schulen zu vermeintlich ungünstigeren „Konditionen“? Ich kann da natürlich nur meine eigene Sichtweise schildern, aber das möchte ich gern einmal tun.

Eine Typ-Frage

Von Fachstunde zu Fachstunde, von Lerngruppe zu Lerngruppe zu tingeln, mit halbjährlich wechselndem Plan, das ist nichts für mich. Als Klassenlehrerin an der Waldorfschule habe ich 8 Jahre lang jeden Tag meine feste Lerngruppe, die ich über einen ganzen Lebensabschnitt begleite. Ich mag es so vertraut und ohne den äußeren Zwang, die Kinder standardisiert nach Leistungen zu beurteilen. Nicht, dass ich kein Verständnis dafür habe, es so zu tun. Wer pro Schuljahr durchaus mehrere Hundert Schüler*innen unterrichtet, braucht klare Methoden, die Kinder möglichst fair zu beurteilen und ihren Lernzuwachs zu messen, keine Frage.
In meinem überschaubaren Rahmen weiß ich allerdings auch ohne Vergleichsarbeiten & Co., wo jedes einzelne Kind steht und wie ich unterstützen kann. Diese Arbeitsbedingungen fühlen sich für mich richtig an und haben dadurch auf jeden Fall auch ihren Wert.

Gemeinschaft und Individualität

Das ist zu schaffen: Eine Klassengemeinschaft zu bilden, in der jedes Kind seinen Platz hat und gesehen wird. „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“, sagt man in Afrika. So gehören auch die Eltern fest zur Schulgemeinschaft und tragen im vertrauensvollen Austausch – nicht als „Kunde“ – dazu bei, dass sich ihr Kind wohl fühlt und gut lernen kann. Man sucht gemeinsam nach Lösungen, wenn es Schwierigkeiten gibt.

Kopf, Herz und Hand

Die Welt nicht nur aus Büchern und Filmen zu vermitteln, sondern Vieles selbst aktiv und auch künstlerisch auszuprobieren. Die Kinder dabei zu erleben, wie sie auf vielfältige Art und Weise den Dingen auf den Grund gehen, sich Themen erschließen – das begeistert mich.

Schulentwicklung

Jede Waldorfschule hat etwas mit den anderen Waldorfschulen gemeinsam. Und doch ist jede Schule anders, denn sie wird aktiv von Eltern und dem Kollegium mit- und weiterentwickelt. Dass man sich mit Ideen und Mithilfe einbringen kann, ist ein weiterer Grund, warum ich so gern an dieser freien Schulform arbeite – übrigens auch in der Elternrolle.

… und Dynamik

So ist jeder Schultag vor Ort lebendig und spannend, fordert aber auch die Kreativität, das Engagement und die eigene Lernbereitschaft heraus.

Auch wenn sich momentan Vieles durch die auferlegten Einschränkungen und die langen Phasen des Distanzlernens so „ausgebremst“ anfühlt, sollten wir versuchen, auf bessere Zeiten hinzuarbeiten und dabei so optimistisch wie möglich nach vorn zu schauen. Denn Waldorfschule ist, was wir draus machen – ein wertvoller Schatz.

Eine besondere Epoche in der Planung

Eines meiner liebsten Blogthemen ist immer wieder, dass der Waldorflehrplan besondere Epochen für besondere kindliche Entwicklungsschritte bereithält. Es begeistert mich sehr, wie wir die Kinder dadurch unterstützen und begleiten können. Eine dieser ganz besonderen Epochen steht für meine Klasse auch in Kürze wieder an. Diesmal ist es das Thema „Hausbau“.

Vom groben Plan….

Ich habe diese Epoche im Kopf. Ich weiß, warum ich sie unterrichte. Und ich weiß, wie ich sie für meine Klasse umsetzen werde. Seit Monaten freue ich mich sehr darauf. Doch diese Epoche ist nur für Präsenzunterricht geeignet, ich brauche die Kinder vor Ort dazu.

Es war und ist ein Zittern und Bangen. Noch vor gut 3 Wochen lag der Corona-Inzidenzwert am Schulstandort bei über 300, besonders in den letzten Tagen ist er aber rapide gefallen. Und damit kann ich endlich weiter planen: Unsere Hausbau-Epoche ist zum Greifen nah.

…zur genauen Ausarbeitung

Klar ist: Es wird Unterricht im Wechselmodell, also jedes Kind hat im täglichen Wechsel Präsenz- und Distanzunterricht. Das muss ich berücksichtigen.

Ich vertiefe für mich noch einmal ganz gründlich den pädagogischen Hintergrund, den Wendepunkt im Leben eines Kindes im 9. Lebensjahr: Der Umzug im „eigenen Haus“, ein inneres „Umgestalten“ vollzieht sich beim Kind: Körperlich, seelisch und geistig. Ich denke intensiv an jedes einzelne Kind und sehe es vor mir (wunderbarer Nebeneffekt: Bei dieser Übung schneien wieder neue Zeugnissprüche rein).

Ich plane, wie wir gemeinsam künstlerisch herangehen können und suche einen schönen Spruch, den wir zusammen sprechen können. Leider dürfen wir ja nicht singen und flöten. Ein Spiel für den rhythmischen Teil, zum gemeinsamen Einstimmen, das suche ich auch.

Inhaltlich geht es um die Gewerke des Hausbaus. Hier wird gelesen, geschrieben, gezeichnet. Die Dokumentation wird eher im Homeschooling stattfinden, nach erster Anleitung in der Schule.

Jedes Kind soll vor Ort in der Schule den individuellen Raum bekommen, sein persönliches Traumhaus zu planen und in der Klasse als Modell zu bauen. Hier sind der Kreativität und Schaffensfreude keine Grenzen gesetzt, eine großes Gefühl von Selbstwirksamkeit – in der aktuellen Lage so unendlich wichtig. Und es ist wichtig, dass diese Häuser in der Schule gebaut werden. Denn die Kinder sollen sich auch untereinander im Tun wahrnehmen.

Und in Gemeinschaft schaffen wir auch noch etwas für die Schulgemeinschaft: Im Schulgarten gibt es eine gemeinsame Bauzeit. Hier zählt jede helfende Hand. Wir wollen zusammen ein Hühnergehege bauen, vor unserem Lehmofen eine kleine Fläche pflastern und außerdem einen schönen Festplatz herrichten. Gemeinschaftsgefühl – der zweite große Mangel der letzten Zeit.

Jetzt heißt es: Daumen drücken!

Ehrlich gesagt, ich hatte in letzter Zeit so oft das Gefühl, dass besonders die schönen Seiten meines Berufs so derart ausgebremst werden. Ich habe wirklich sehr darauf gewartet, dass es endlich vor Ort weitergehen kann mit den Kindern. Jetzt ist der Schuljahresendspurt vor Ort zum Greifen nah. Mit der ersehnten Epoche.

Ich werde berichten.

Hinweis: Auf dem Bild ist die Zeitschrift „Vorhang Auf“ zum Thema „Hausbau zu sehen. Dies ist eine unaufgeforderte und unbezahlte Werbung, da Empfehlung. Ich habe das Heft selbst gekauft.

Fantasiereise mit Klang und Duft

In meinem Podcast „Märchen mit Klang“ veröffentliche ich jeden Monat eine neue Fantasiereise. Diesmal kommen auch ätherische Öle zum Einsatz, ein kleines Steckenpferd von mir.

Vorbereitung dieser besonderen Fantasiereise

Ihr braucht etwas Basisöl (beispielsweise Mandel- oder Jojobaöl) und einige Tropfen ätherisches Öl. Zum Entspannen und Harmonisieren eignen sich Düfte wie Rose, Lavendel, Kamille, Rosengeranie, Ylang Ylang oder Melisse. Es gibt auch schöne Duftkompositionen.

Eine Mischung aus etwa einem Esslöffel Öl und drei Tropfen ätherischem Öl könnt Ihr auf einem Unterteller mischen oder in einen kleinen Ölkrug füllen.

Duft auf der Hand

Die Duftmischung wird in den Handinnenflächen verrieben, dann könnt Ihr es Euch bequem machen und die Fantasiereise genießen oder selbst geben.

Download

Für alle, die die Fantasiereise gern selbst geben möchten, habe ich sie hier zum kostenlosen Download. Über meinen Podcast „Märchen mit Klang“ kann sie auch gehört und direkt genossen werden – überall, wo es Podcasts gibt oder hier.

Ich wünsche eine erholsame Zeit

Kleiner Sicherheitshinweis

Bei anschließenden Tätigkeiten sollte man wieder ganz wach sein, daher unbedingt eine Regenerationsphase einplanen mit Bewegung, frisches Wasser trinken etc. Am besten, man genießt die Fantasiereise am Tagesende zum besseren Einschlafen. Bitte nicht direkt nach der Fantasiereise aktiv am Straßenverkehr teilnehmen!

Zaubersand für die Sinne

Fühlen, kneten, formen, Duft genießen: Ein sehr schönes und selbst herzustellendes Sinnesmaterial ist der „Zaubersand“. Für meinen Distanzunterricht im Fach Formenzeichnen habe ich für jedes Kind eine kleine Tüte Zaubersand beigefügt, den ich recht schnell selbst hergestellt habe. Als Clou duftet der Sand nach unserem allseits beliebten Goldtröpfchenöl.

Für die ganze Familie

Die Schulkinder können den Zaubersand auch auf ein Tablett geben und mit dem Finger Buchstaben, Zahlen und Formen üben. „Zaubersand“ ist auch eine schöne Beschäftigung für die ganz Kleinen und fördert schon hier die Feinmotorik – nicht umsonst ist er in den Pikler Spielräumen zu finden. Eine größere Menge in der Schüssel oder Kiste, dazu ein Kochlöffel oder ein kleiner Becher – das ist sehr viel Spielspaß. Und wenn einmal etwas im Mund landet, ist es auch nicht schlimm. Man sollte dann aber ein ätherisches Öl in Lebensmittelqualität verwenden oder auf den Duft verzichten.

Die Zutatenliste

Ich nehme dazu sehr feines Dinkel- oder Weizenmehl. Als Öl habe ich mich für Sesamöl entschieden, da Sesamöl sehr hautfreundlich ist und auch schon in der Babymassage angewendet werden kann. Wenige Tropfen unseres Goldtröpfchenöls hinzu – und fertig ist der Spielsand für die Sinne. Man kann auch Lebensmittelfarbe hinzugeben, wenn man etwas Farbe ins Spiel bringen möchte.

Die Mischung

Für 1 kg Mehl nehme ich 120 ml Sesamöl und 5 – 8 Tropfen ätherisches Öl. Wenn man eine größere Menge herstellen möchte, kann man es einfach hochrechnen.

Haltbarkeit und Lagerung

Da es sich bei dem Sand um Lebensmittel handelt, sollte man ihn vorsichtshalber nicht länger als 3 Wochen lagern. Am besten, er bleibt in einem offenen Behälter oder einer Papiertüte, so dass auch Luft herankommt.

Du kannst diese Infos kompakt hier downloaden: