Zungenbrecher mit Brain Gym

Zungenbrecher und Brain Gym sind schon jeweils einzeln starke Übungen, um Konzentration, Aussprache und Geschicklichkeit zu schulen. Brain Gym fördert das Zusammenspiel beider Hirnhälften und die Handübungen lassen beide Hände in der Bewegung unabhängig voneinander werden. Meine Klasse kennt sowohl Zungenbrecher, als auch Brain Gym Übungen. Als neue Herausforderung habe ich nun beides kombiniert: Während des Sprechens werden die Handbewegungen gemacht.

So geht es los

Die Zungenbrecher werden von Anfang an chorisch gesprochen. Man kann daran anschließend die Handbewegungen gemeinsam „stumm“ ausführen oder erst nach einigen Tagen, wenn die Sprüche schon gut gesprochen werden, die Handbewegungen zusätzlich gleich während des Sprechens langsam einführen.

Die folgenden drei Übungen haben verschiedene Schwierigkeitsgrade. Man kann es binnendifferenziert so halten, dass alle mit Übung 1 anfangen und die Übungen 2 und 3 von den Kindern selbst begonnen und mitgemacht werden – jedes Kind im eigenen Tempo.

Übung 1: Für den Anfang

Schneiders Schere schneidet scharf,
scharf schneidet Schneiders Schere.

Übung 2: Für Fortgeschrittene

Auf den sieben Robbenklippen
sitzen sieben Robbensippen,
die sich in die Rippen stippen,
bis sie von den Klippen kippen.

Übung 3: Für Geübte

Zwanzig Zwerge zeigen Handstand,
zehn im Wandschrank,
zehn am Sandstrand.

Mehr aus dem Rhythmischen Teil

Ich werde oft gefragt, ob ich Übungen aus dem Rhythmischen Teil vorstellen würde und gleichermaßen freue ich mich, wenn andere Waldorflehrer:innen ihre Ideen auch mit mir teilen. Daher werde ich in meinem Blog das Eine oder Andere auch in Zukunft gern zeigen.

Hier habe ich auch schon einmal eine Brain Gym Fußübung mit „Kreuzung“ vorgestellt.

Ferienküche: Kürbis-Zimt-Waffeln

Auch in diesen Ferien habe ich wieder etwas experimentiert, nachdem unser kleiner Garten noch zwei mini Hokkaido Kürbisse hergegeben hat. Doch anstelle des üblichen Kürbiskuchens sollten es diesmal Waffeln sein. Ich liebe Waffelduft im Herbst! So hat sich ein schönes Rezept ergeben.

Nachdem ich den Kürbis geschnitten, gewogen und geraspelt hatte, ging es los, habe ich die üblichen Zutaten eingefügt: Öl, Apfelmus (als Eiersatz), etwas (Vanille-)Zucker, (Hafer-)Milch und Mehl, Natron und Zimt. In der unten stehenden Zusammensetzung hatte der Teig eine gute Konsistenz, brauchte aber deutlich länger im Waffeleisen als eine „einfache“ Waffel. Ich muss aber dazu sagen, dass mein Waffeleisen auch nicht verstellbar ist, was die Temperatur betrifft.

Die Waffeln waren sehr, sehr lecker, aber auch sättigend. Wer das Rezept mit Kindern ausprobiert, sollte die kleinen Herzchen am besten einzeln anbieten.

Wenn es draußen ungemütlich wird, gibt es aber auch kaum etwas Schöneres als frischen Waffel- und Teeduft im Haus und ein gemütliches Beisammensein. Es ist ja auch wieder Kerzenzeit 😉

Ich wünsche Euch eine schöne Herbstmomente!

Herbstferien: Halbzeit!

Es ist gerade einmal die erste Woche der Herbstferien vorbei und es kommt mir vor, als wäre schon viel mehr Zeit vergangen: Wir haben zu Hause renoviert und schon Vieles geschafft, ein langes, erholsames Wochenende liegt hinter uns. In der kommenden Woche steht aber auch noch so Einiges an.

Das Wochenende war sehr erholsam

Mein eigenes Arbeitszimmer

Durch unsere „Zimmerumzüge“ habe ich jetzt ein eigenes Arbeitszimmer bekommen, das aber auch gleichzeitig das Gästezimmer für unser großes Kind ist. Hier werde ich in den nächsten Tagen mein kleines Tonstudio für die Podcasts noch weiter ausbauen und darauf freue ich mich schon sehr.

Ich habe natürlich auch für die Schule viele Vorbereitungen zu erledigen, etwa die neue Rechenrallye, Wendediktate und Wörterbuchübungen erstellen und in den Erzählstoff der nordischen Mythologie weiter eintauchen. Die unteren Klassen werden nach den Ferien im Fach Musik wieder St. Martin, das Adventsgärtlein und die Vorweihnachtszeit mit Klängen und Liedern begleiten, das wird eine besonders schöne Zeit, die ich auch wieder für die diesjährigen Klassen neu und passend gestalte.

Mein Montagskindblog wird in nächster Zeit auch noch etwas überarbeitet, aber das wird wohl erst nach den Ferien etwas, seid gespannt.

Zeit für Besuch

Die kommende Woche ist auch für Familie und Freunde reserviert. Wir werden viel Besuch bekommen und sind auch mit Freunden verabredet. So lässt es sich weiter auftanken.

Abstand und gute Vorbereitung

Das ist also mein Ferienrezept. Etwas Ausbruch aus dem gewohnten Alltag, Zeit für Schönes genießen und den Rücken ein Stück weit frei machen für alles, was noch ansteht: Eine gute Planung für das zweite Quartal des Schuljahres lässt doch zuversichtlich in die Herbst-/Winterzeit starten.

Die große Stapelsteinliebe

Dieser Sommer steckte voller Überraschungen: Dank einer neuen Kooperation sind die Stapelsteine erst bei uns zu Hause, dann in meinem Klassenraum eingezogen – und es war Liebe auf den ersten Blick. Aber lest selbst.

Die Ankunft

Die Steine kamen bereits in den Sommerferien zu mir, ich habe sie kostenlos zum Testen bekommen. Verpackt waren sie in vorbildlicher Weise komplett plastikfrei und da sie zu 100 Prozent in Deutschland und klimaneutral hergestellt werden, hatten sie auch nur einen relativ kurzen Weg hinter sich. Allein das ist schon ganz nach meinem Geschmack, wie Ihr wisst.

Ausgepackt und Angepackt

Wer glaubt, dass mein Kind hier einen schweren Stapel Steine schleppt, der irrt sich: Die acht bunten Stapelsteine wiegen gerade einmal etwas mehr als ein Kilogramm. Dass sie kinderleicht zu tragen und frei von spitzen Kanten, Weichmachern und Schadstoffen sind, macht sie in praktisch allen Altersgruppen für Spiele und leichtes Aufräumen interessant. 

Mit seinen 180 g Gewicht ist so ein Stapelstein aber alles andere als zerbrechlich: Tragen kann er nämlich 180 kg und dabei ist er noch stoß- und bissfest. 

Stapelsteine sind also wahre Multitalente, so genannte Open Ended Toys, die die Fantasie enorm beflügeln, lest auch gern meinen Blogbericht dazu: 

Blogbericht zum Thema Fantasie:

Jedenfalls hatten nicht nur Zwei-, sondern auch Vierbeiner bei uns viel Spaß mit den Stapelsteinen!

In der Schule: Sogar Einsatz ohne Einsatz

Nachdem die Steine also zu Hause auf vielfältigste Art bespielt und getestet wurden, sind sie inzwischen in meinen Klassenraum eingezogen und zeigten dort ebenso vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Dabei nimmt der Stapel keinen Platz weg, sondern ist auch nützlich, selbst wenn er gerade nicht als Spiel- und Arbeitsmaterial im Einsatz ist: 

 Bequemes Sitzen

Vor der Tafel ist der Stapel nun mein mobiler Erzählhocker. Und wenn ich nicht gerade dort sitze, sieht so ein Türmchen Stapelsteine immer noch dekorativ aus.

Bei unserer Einmaleinsrallye haben wir mit den Stapelsteinen auch blitzschnell ein Siegertreppchen hergestellt:

Erden

Die acht Steine bieten übrigens gerade am Schuljahresanfang auch achtfach die Möglichkeit, einen (noch) etwas zu hohen Stuhl ausgleichen zu können. Ein neuer Klassenraum bedeutet ja auch immer etwas größeres, mitwachsendes Mobiliar. Wir haben zwar auch verschiedene Tisch- und Stuhlgrößen im Klassenzimmer, doch dank Stapelstein reicht es in diesem Jahr oftmals schon aus, wenn die Füße bei der Arbeit am Platz auf einem Stapelstein stehen können. Jedenfalls, solange sie noch nicht den Boden berühren. Dann ist bei Eigenarbeitsphasen der notwendige Halt an Tisch und Stuhl gegeben und das wird von den Kindern gern angenommen.

Statt Pylonen

Bei Spielen, die Markierungen und Abgrenzungen erfordern, kann man am Spielfeldrand auch gewisse Punkte mit Stapelsteinen markieren. Ebenso kann man auf sehr einfache Art und Weise die Steine für Parcours verwenden: Für Slalom oder den Bau einfacher Hürden.

Als ich in der Schule die Stapelsteine einfach mal in eine Reihe gelegt habe, um ein Spiel zu beginnen, fingen die Kinder schon direkt von selbst an, von Stein zu Stein zu springen, über die Steine zu hüpfen oder Slalom zu laufen. So anregend und einladend wirkt es jedenfalls auf meine 4. Klasse.

Eine Fülle von Spielideen

Das Spielkind in mir war also gleich geweckt – und so ging es auch noch einigen Anderen vor mir. Von daher gibt es bereits auf der Homepage von Stapelsteinen und auch in der gleichnamigen App eine Fülle von Spielideen, auf die ich gern zurückgreife: Von Gleichgewichtsübungen über Wurfspiele mit dem Bohnensäckchen bis hin zu vielen anderen Bewegungsspielen.

Für meinen Einsatz im Unterricht habe ich mir weitere Lern- und Gruppenspiele einfallen lassen. Dabei kamen auch viele Impulse von den Kindern selbst. Fazit also zu Beginn der Herbstferien: Klare Spiel- und Lernempfehlung.

Ich wünsche Euch viel Spaß mit den bunten Steinen!

Hier geht es zum Stapelstein-Shop – und Ihr unterstützt mit Eurer Bestellung über diesen Link gleichzeitig den Montagskindblog.

Download: Meine 15 Spiele mit den Stapelsteinen:

Erntedank

Heute ist Erntedankfest. Das schöne Getreidefeld, das ich mit meiner Klasse im letzten Spätsommer angelegt hatte und das an Johanni schon sehr hoch stand, hat das Unwetter in den Sommerferien leider nicht überstanden. So haben wir die Erfahrung einer Missernte gemacht – und dabei wiederum gelernt, wie dankbar wir für jede Frucht sein dürfen, die gereift ist und jetzt geerntet werden kann.

Unser Feld Ende Juni

Erdenspeise, Erdenbrot,

unserem Leibe bist du not.

Wenn wir dich mit Freuden essen,

sei der Himmel nicht vergessen,

der in aller Erdenkraft

Wunder wirkt und Leben und schafft.

Heinz Ritter

Erntedankbrot

Passend zum Erntedankfest backe ich ein sehr leckeres Brot und teile gern mit Euch das Rezept.

Zur Vorbereitung werden die Kartoffeln mit Salz gekocht und anschließend mit einer Gabel zerdrückt. Außerdem werden ein großer oder zwei kleine Äpfel gerieben oder geraspelt. Dann verrührt man die Hefe mit dem lauwarmen Wasser und verknetet es mit dem Mehl und Salz. Auch die Kartoffeln und Äpfel werden mit verknetet. Anschließend ruht alles für mindestens eine halbe Stunde.

Ist der Teig gut aufgegangen, knetet man nochmals mit etwas Mehl durch, so dass man eine gut formbare Kugel bekommt. Daraus formt man dann das Brot und legt es auf ein Backblech mit Backpapier. Es wird mit einem Baumwolltuch zugedeckt und ruht weitere 20 Minuten.

Zu guter Letzt wird das Brot für etwa 40 Minuten – je nach gewünschter Bräunung – im Ofen gebacken. Der Ofen wird nicht vorgeheizt und auf 200 Grad eingestellt. Zudem besprüht man ihn großzügig mit Wasser.

Meine Familie liebt dieses Brot, für das ich mir sehr gerne samstags Zeit nehme.

Ich wünsche guten Appetit!

Fantasiereise „Mein Krafttier“

Mut und Stärke sind der Michaeli-Impuls, der uns in die dunkle Jahreszeit trägt und auch meine neue Fantasiereise macht stark. Begegne Deinem inneren Krafttier, das Dir als Seelenbegleiter Mut und Stärke schenkt.

Eine wundervolle, innere Begegnung

Die Fantasiereise „Mein Krafttier“ stärkt für die kommenden dunklen Monate und signalisiert: Ich werde begleitet und kann mit Kraft und Zuversicht der Dunkelheit entgegen gehen. Es kann dabei durchaus vorkommen, dass sich bei Wiederholung der Fantasiereise das Tier auch ändert, denn jedes Tier hat seine eigenen Gaben für Dich, die Dir in diesem Moment gut tun.

Ich wünsche viel Freude und einen gestärkten Herbstbeginn

Link zur Fantasiereise als Audio

Bitte unbedingt beachten

So eine Fantasiereise eignet sich am besten am Ende eines Tages, um zur Ruhe zu kommen. Wird sie als Auszeit für „zwischendurch“ ausgeführt, gilt zu beachten: Bei anschließenden Tätigkeiten sollte man wieder ganz wach sein, daher unbedingt eine Regenerationsphase einplanen mit Bewegung, frisches Wasser – am besten mit einem Spritzer Zitrone – trinken etc.

Wieder mehr Gemeinschaft leben

Heilsam ist nur,
wenn im Spiegel der Menschenseele
sich bildet die ganze Gemeinschaft
und in der Gemeinschaft
lebet der Einzelseele Kraft.

Rudolf Steiner

Wie heilsam das Leben in einer Gemeinschaft ist, spürt man um so mehr, wenn sie eine Zeitlang gefehlt hat. Und erst recht, wenn sie danach wieder möglich wird und quasi neu laufen lernen muss.

Die ersten Schritte

Als klar war, dass eine Klassenfahrt wieder möglich wird, war meine erste Reaktion: Sofort zugreifen, ehe es wieder zu spät ist! Wie Ihr ja wisst und auch noch einmal in der neuen Folge von Kaffee, Kreide, Morgenspruch genauer hören könnt, war ich mit meiner Klasse auch direkt on Tour und es war einfach nur großartig. Diesen Schwung haben wir dann auch gleich mitgenommen in die aktuelle Epoche und überhaupt in den Schulalltag.

Geht da etwa noch mehr?

Man liest seit einiger Zeit von verkürzten Quarantänezeiten, diesen 3 und 2 Gs und bekommt dabei auch ein wenig den Eindruck, als wäre doch noch mehr und vielleicht sogar längerfristig möglich.

Die Gemeinschaft meiner vierten Klasse wird nun auch auf der Ebene der Familien wieder mehr zueinander finden bzw. neu aufgenommene Familien auch noch die anderen Familien näher kennenlernen. Daher haben wir eine Gartenaktion mit kleinem Erntedankfest an der Schule geplant. Und Michaeli wollen wir in diesem Jahr auch wieder etwas größer, etwas mutiger feiern.

Die Schule selbst ist ebenso wieder mehr präsent: Elternabende sind live vor Ort, die Arbeitskreise und Gremien finden sich neu, bald gibt es auch einen Tag der offenen Tür und unsere Schule zeigt sich an diesem Wochenende wieder beim Weltkindertag.

Übrigens hat sich die Kumpanei des Oberuferer Christgeburtsspiels erneut gefunden. Seid gespannt, ich mache auch wieder mit.

Viele Wünsche, viele Hoffnungen

So viele sind es eigentlich gar nicht. Es wäre halt einfach schön, wenn wir zumindest dieses aufkeimende neue Gemeinschaftsgefühl weiter erhalten und Pläne machen können, die nicht all zu wackelig sind.

Klassenfahrt: Mehr Vorbereitung, weniger Heimweh

Klassenfahrten gelten als Highlight des Schuljahres und rückblickend bieten sie sogar viel Erzählstoff aus der gesamten Schulzeit. Wer kennt es nicht – bei Klassentreffen geht es auch immer um Erinnerungen der gemeinsamen Fahrten. Heimweh wird dabei gern ausgeblendet. Doch ganz klar ist eine Fahrt auch aufregend, herausfordernd – und stets von Heimweh begleitet. Um Heimweh zu lindern, ist eine gute Vorbereitung notwendig. Ich habe daher für meine Klasse eine Klassenfahrtmappe erstellt, für die Vorbereitung und als Tagebuch.

Heimweh im Vorfeld

Rückt die Klassenfahrt näher, schwebt bereits über manche Familien eine graue Wolke, die sich schon nach Heimweh anfühlt, obwohl man noch gar nicht losgefahren ist. So eine Klassenfahrt ist schließlich eine große Unbekannte: Ein fremder Ort, ein fremdes Zimmer, ein fremdes Bett, Essen, das anders schmeckt als gewohnt, andere Tages- und Abendrituale. Was wird man dort alles vermissen! Besteht die Möglichkeit einer „Notbremse“, die Fahrt also vorzeitig abzubrechen oder von vornherein nicht teilzunehmen? Kurz: Was, wenn ich es nicht schaffe? Um diese Dinge kreisen die Gedanken und Gefühle. Doch es gibt ein erstes Gegenmittel, das meist schon für Linderung sorgt:

Das Unbekannte kennenlernen

Die offenen Fragen müssen beantwortet werden: Was kann man zur Anreise sagen? Welche Dinge braucht man vor Ort? Was erwartet uns in der Unterkunft? Wer wird zusammen auf einem Zimmer sein? Welche vertrauten Personen reisen mit? – Ganz wichtig: Die Kinder brauchen das Gefühl, einen vertrauten, zuverlässigen Erwachsenen an ihrer Seite zu haben. Die Kinder meiner Klasse haben da großes Glück, denn ihr bewährtes Team ist vollständig an Bord: Da bin nämlich nicht nur ich, sondern auch die beiden Helferinnen, die die Kinder tagtäglich bei allen Unterrichten begleiten. Auch ein Schülervater fährt mit. Vertraute Bezugspersonen sind also gut vertreten.

Noch mehr kann besprochen und transparent werden. Welches Programm erwartet uns? Wie wird der Tagesablauf sein? Welche Regeln gibt es zu beachten? All das kann man gut in einer Mappe festhalten, die auch auf der Fahrt als Tagebuch dient und am Ende ein schönes Erinnerungsstück wird.

Die Klassenfahrt-Mappe

Ich habe für meine Klasse eine eigene Klassenfahrtmappe erstellt und bereits wenige Tage vor der Fahrt begonnen, mit dieser Mappe zu arbeiten. So kann viel Sicherheit im Vorfeld geschaffen werden und es bleibt auch noch Zeit, in Ruhe darüber zu schlafen und weiter nachzudenken. Auch für Euch steht hier eine allgemeine Version zum kostenlosen Download bereit.

Gepäck und „Wohlfühlgepäck“

Zunächst haben wir gemeinsam eine allgemeine Packliste erstellt, die auch an der Tafel mitgeschrieben wurde. Dann haben wir ausgiebig über „Wohlfühlgepäck“ gesprochen. Jeder hat doch etwas, das zum Wohlbefinden beiträgt: Ein Kuscheltier, ein Lieblingsbuch, ein eigenes Kissen…. darüber haben wir uns ausgetauscht und die Kinder haben bewusst auch diese Dinge mit auf ihre persönliche Packliste gesetzt. Außerdem ist auf dieser ersten Heftseite auch noch ein Feld für Fragen und Wünsche, die dann anschließend noch besprochen werden können.

Selbst gestalten und tätig werden

Aus Sicht der Kinder kann man sich der unbekannten Situation auch schon einmal ausgeliefert fühlen. Um dies zu vermeiden, habe ich auch hier bereits im Vorfeld einen kleinen Handlungsspielraum geschaffen, bei dem sie selbst mitplanen dürfen.

Wie gestalten wir die Zeiten außerhalb des festen Programms? Welche Spiele – Ball, Kartenspiel, Gummitwist – möchten wir also in unseren freien Zeiten spielen? Wie soll es auf unserem Zimmer sein? Die Kinder handeln hier gern als „Hausherren“ ihre eigenen Vereinbarungen, ihr eigenes Regelwerk innerhalb ihrer Privatsphäre, im Vorfeld aus. Die Zeit haben sie zur Vorbereitung als Gruppenarbeit bekommen. Wie immer ist also die Selbstwirksamkeit ein großes, heilsames Gegengewicht.

Der Tag der Anreise

Besonders der Tag der Anreise ist sehr aufregend. Hier kann auch schon viel vorbesprochen werden: Wann genau treffen wir uns wo? Wer sitzt neben wem im Bus? An welchem Bahnhof werden wir umsteigen? Wie lang ist in etwa ein Fußweg? Auch können hier noch einmal alle anstehenden Programmpunkte der Fahrt festgehalten werden. Und: Hier ist Platz für den ersten Tagebucheintrag – Wie lange hat die Anreise denn wirklich gedauert? An dieser Stelle geht die Begleitmappe über zum Fahrtentagebuch.

Die weiteren Tagebuchseiten

Ich habe sie schon vollständig kopiert und den Kindern zum Einheften gegeben.

Hier wird neben dem Datum notiert, wie das Wetter war, was es Leckeres zu Essen gab, was der Tagesplan war und was besonders gut gefallen hat.

Für die einzelnen Tage:

Platz für eigene Einträge: Notizen, Berichte, Erinnerungsbilder:

Tagebuch und Abendkreis

Der Abendkreis ist auf Klassenfahrten wichtig für den Tagesabschluss. Hierhin bringen die Kinder dann ihr Tagebuch mit und anhand ihrer Notizen können wir besprechen, was besonders schön war und gut gelaufen ist. Doch gleichzeitig ist hier auch der Raum, gemeinsam auf die Herausforderungen des Tages zu blicken, Fragen und Probleme zu besprechen und auch darüber zu reflektieren, was noch besser werden kann.

Wenn alle Fragen geklärt und die Meilensteine des Tages herausgearbeitet wurden, bleibt noch Zeit für die Geschichte, danach gehen die Kinder auf ihre Zimmer, wo sie sich auch noch eine Weile ruhig beschäftigen dürfen.

Vorbereitung und Planung lindern Heimweh

Klare Strukturen und eine gute, gemeinsame Vorbereitung, bei der auch die möglichen Wohlfühl- und Rückzugsmomente sowie die eigene Mitbestimmung herausgearbeitet werden, tragen schon dazu bei, dass so einer Fahrt der Schreck des großen Unbekannten genommen wird. Dieser ist oft ein Verstärker von Heimwehgefühl.

Und eines steht auch fest: Ohne Herausforderung kein Wachstum.

Daher ist es auch wichtig, dass die Eltern ebenfalls signalisieren: Ich glaube an Dich, Du wirst es schaffen! Denn auch viele Eltern schmerzt der Gedanke, dass das Kind verreisen wird und nicht selten wird dieses Gefühl zusätzlich auf die Kinder übertragen bzw. deren Gefühl verstärkt. Wir Erwachsenen sollten uns dies auch bewusst machen und unsererseits gegensteuern. Alles wird gut!

Ich hoffe, dass wir auf diesem Wege viele schöne Fahrten gemeinsam erleben können.

Material werbefrei

Ohne Blog- und Instagramwerbung gibt es dieses Material von mir übrigens gegen ein kleines Entgelt bei eduki.de

Meine Schüler*innen in Klasse 4

In wenigen Tagen startet unser viertes Schuljahr und ich habe bereits viele schöne Pläne geschmiedet. Mit den Schuljahren 4 und 5 beginnt die „mittlere Klassenlehrerzeit“. Der große Entwicklungssprung aus Klasse 3 ist geschafft bzw. wird ganz bald abgeschlossen. Die Kinder brauchen Bestätigung und Ermutigung bei der Vollendung. Jetzt geht es richtig los: Viertklässler*innen sind Weltentdecker!

Wir sind also in der Mitte der Kindheit und auch in der Mitte der Klassenlehrerzeit angekommen. Jetzt wird die Welt noch einmal ganz anders geblickt, ergriffen und auch hinterfragt. Es entwickelt sich ein noch tieferes Interesse und Verständnis für die Themen der Welt und auch für andere Menschen. Daher besteht gleichermaßen ein weiteres großes Thema: Freundschaften und Beziehungen.

Am letzten Schultag in Klasse 3 versprühten die neuen Zeugnissprüche bereits ein wenig von der Atmosphäre in Klasse 4 und es war zu merken: Die Kinder sind bereit. So wurde auch recht vehement in unserer letzten Gesprächsrunde schon der Wunsch geäußert, mal wieder zusammen wegzufahren oder sogar „Urlaub“ zu machen. Daher hoffe ich sehr, dass unsere allererste, kleine Klassenfahrt bald wie geplant stattfinden darf.

Viel Neues in Klasse 4

Ja, die Kinder spüren selbst, wie groß sie schon geworden sind und ihr Weltinteresse wird weiter geweckt: Die Themen der vierten Klasse könnten daher nicht vielfältiger und schöner sein. Von der ersten Himmelskunde, über Naturkunde bis zur Heimatkunde (NRW und meine Stadt) werden die Kinder viele Gelegenheiten bekommen, ihre Um-Welt zu entdecken.

Der Horizont vergrößert sich auch im Fach Mathematik: Der Zahlenraum wird einerseits bis zu einer Million ausgeweitet und zum kleinen Einmaleins kommt das große Einmaleins hinzu. Andererseits werden Zahlen und Mengen aber auch noch winzig klein, kleiner als 1, denn die Bruchrechnung wird ebenfalls eingeführt.

Unsere Sprachschätze werden erforscht: Grammatikalische Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten der Rechtschreibung erfasst, Synonyme gesucht, „Teekesselchen“ gespielt, Zungenbrecher gesprochen, Stabreim gesprochen und bewegt.

Auch Soziales wird erlebt und reflektiert: Vom Teamtraining bis zur freiwilligen Ausbildung zur/m Streitschlichter*in steht Vieles auf dem Plan.

Alles im Unterricht sollte anregend, interessant, aufweckend, abenteuerlich, empfindsam, mitleiderregend, eben Miterleben werden. Dann erst wird das Gegenüber dem Kind auch vertraut“

Claus-Peter Röh in „Unterricht gestalten“, 4. Auflage, Verlag am Goetheanum 2015

Startklar

Ich bin startklar und freue mich optimistisch auf alles, was kommt. Und das Beste ist: Wir werden auch nach dem vierten Schuljahr auf all diesen Dingen als Gemeinschaft aufbauen können und keine getrennten Wege gehen.

Gastbeitrag: Waldorfbücher für Kinder

Ich freue mich über diesen wundervollen Gastbeitrag meiner lieben Kollegin
Kerstin Gruler aus Baden-Württemberg. Sie hat in sehr gelungener Weise über die Besonderheiten der Waldorfbücher für Kinder geschrieben – was als Autorin ja auch mein Herzensthema ist. Ich wünsche Euch viel Freude beim Lesen:

Waldorfbücher sind Kinderbücher,  welche nach antroposophischen Grundsätzen gestaltet sind. Der Begriff Waldorfbuch ist kein feststehender Begriff,  dennoch hat man eine bestimmtes Bild im Kopf wenn man davon spricht. 

Zur Gestaltung

Als erstes geht man wohl von einem Buch mit wunderschönen Bildern aus. Dies ist auf jeden Fall schonmal richtig. Die meisten Bücher sind wahre Kunstwerke, meist in Aquarelltechnik.
Ein Waldorf-Bilderbuch zeichnet über das aber auch aus, dass die Zeichnungen nicht nur einen hohen ästhetischen Anspruch haben, sondern auch, dass die Lebewesen lebensecht dargestellt werden. 

Tiere mit übergroßen Augen und comicartig gezeichnet gehören nicht dazu.  
Beliebt ist jedoch auch die dargestellten Lebewesen nur leicht zu umreissen um möglichst viel Raum für die eigene Fantasie zu lassen. 

Oft sind die Figuren fließend, weich und wandelbar. Die Gesichter sind meist nur angedeutet, um auch dort soviel Raum für die Fantasie zu lassen wie nur möglich. Auch die harmonische Farbgebung ist gewollt und an das Lesealter angepasst. 

Schafft es das Buch,  einen in eine fantastische Fantasiewelt zu begleiten und eine wohlige Stimmung zu verbreiten, ist alles richtig gelaufen. 

Die Sprachgestaltung von Waldorfbüchern

Im ersten Jahrsiebt braucht es vor allem Eltern,  welche Geschichten frei erzählen. In den Worten, die das Kind kennt, mit der Stimme die ihm vertraut ist. Beim freien Erzählen entsteht eine ganz andere Stimmung und Beziehung zwischen Erwachsenem und Kind.

Häufig sind die Bücher für die jüngeren Kinder in Reimform. Dieser Rhythmus der Reime unterstützt mit den gesehen Bildern die Gefühle, die durch das gemeinsame Lesen entstehen. Kinder im ersten Jahrsiebt lieben Reime und vor allem Wiederholungen..
Im zweiten Jahrsiebt nimmt die geschriebene Sprache an Bedeutung zu. Altes Kulturgut, eine Sprache, die vielleicht auch fremd klingt, und Wörter, die man im Alltag nicht hört, machen die Geschichten für Kinder interessant. Fabeln und Märchen fangen die Stimmung der Kinder auf und holen sie in ihrer Gefühlswelt ab. 

Altersempfehlungen

Für Kinder im ersten Jahrsiebt sind vorallem die Bilder,  welche die Fantasie beflügeln und nicht zuviel vorgeben, richtig. Die Kinder unterscheiden Realität und Fantasie noch nicht richtig und können so tief in die Geschichten voll Zwergen,  Feen und magischer Orte eintauchen.
Um dieses eigene Bild,  welches die Kinder in sich entstehen lassen, noch zu intensivieren, braucht es eigentlich gar keinen Text, sondern Geschichten die frei erzählt werden und das Kind so tief in verschiedene Gefühlswelten eintauchen lassen. Fantasievolle Geschichten wie es etwa Märchen sind, entführen die Kinder in eine Welt voller Liebe, Missgunst, Freundschaft, Vertrauen und Verrat. Gemeinsam mit einem Erwachsenen,  der dem Kind in diesem Moment Nähe gibt, ist das Geschichtenerzählen eine tiefe, grundlegende Erfahrung für die Kinder. 

Rhythmus und Wiederholung

Eines ist noch zu sagen: Diese Geschichten im ersten Jahrsiebt leben vom Rhythmus. Kinder brauchen diese Wiederholung. Auch wenn ich die Geschichte schon zum fünften Mal hintereinander erzähle, ist es für das Kind immer wieder das selbe schöne Gefühl,  welches dabei entsteht. Wiederholung schafft Sicherheit und ein Gefühl von Geborgenheit. 
Ab dem zweiten Jahrsiebt werden die Vorstellungen der Kinder konkreter, nun werden auch Vorlesebücher mit konkreteren Bildern und Geschichten, die aus dem Alltag kommen, interessant und wertvoll. Viele Vorlesebücher können die Kinder im Wechsel dann vielleicht auch schon selbst lesen. Die Geschichten handeln immer noch gerne von Fabeln und Zauberwesen, aber nach und nach auch von Menschen , Freundschaften und Familie. Spannend müssen diese Bücher erst gegen Ende des zweiten Jahrsiebts sein. Aber das ist dann wieder eine ganz andere *Geschichte*.

Quellen

Die Fotos dieses Beitrags aus den Büchern „Nachts am Berge tanzen Zwerge“ von Bettina Stietencron, Verlag Engel und Co.
„Das Nebelmännle vom Bodensee“ von Anke Klaaßen, Verlag Urachhaus.

Außerdem „Rosinas Wolle“ von Nadine Mescher (mein Buch), „Yoga, Mond & Sterne“ von Daniela Heidtmann und „Maira, das Brombeermädchen“ von Lena Fischer, Asteya Verlag.

Gastbeiträge

Gastbeiträge sind mir jederzeit willkommen, wenn sie zu meinem Blog passen. Ich freue mich daher über Emails von Gastautor*innen an „montagskind<@>posteo.de“.