Die Fantasie, ein Schatz in uns

In diesem Artikel geht es um unsere Fantasie – und zwar in jedem Lebensabschnitt: Wie die Fantasiefähigkeit von Kindern bewahrt und gefördert werden kann und wie wir als „verkopfte“ Erwachsene die eigene Fantasiefähigkeit wiederfinden. Denn unsere Fantasie sorgt auch dafür, dass wir gesund bleiben.

Alles, was an Großem in der Welt geschah, vollzog sich zuerst in der Fantasie der Menschen.“

Astrid Lindgren

Wie wahr ist dieses Zitat und als es mir mal wieder begegnete, beschloss ich, mal einen Blogartikel über diesen Schatz in uns zu schreiben. Denn all zu häufig ist er uns durch viele äußere Eindrücke auch „verbaut“.

Die Fantasie auf Reisen

Wie Ihr wisst, habe ich ja auch schon hier auf meinem Blog und in meinem Podcast „Märchen mit Klang“ eigene Fantasiereisen veröffentlicht, weil ich die Kraft der Imagination für eine wichtige, gesundheitsfördernde Ressource halte. All unsere Ideen, Wünsche und Hoffnungen haben hier ihren Ursprung. Positive innere Bilder sind heilsam. Lassen wir die Fantasie in uns wachsen!

Die kindliche Fantasie in Gefahr?

Auch wenn es mitunter Augenrollen verursacht, so möchte ich auch diesmal nicht unerwähnt lassen, dass heutzutage Kinder so vielen optischen und akustischen Reizen ausgesetzt sind, die auf sie einwirken und die sie oft schwer zu verarbeiten haben. Dieser ganze äußere „Input“ blockiert zunächst die kindliche Fantasiefähigkeit, denn das Verarbeiten bindet zunächst einige Kräfte, bevor wir uns ganz ins eigene Innere begeben können. Wie kann man also gegensteuern, um die Fantasiefähigkeit von Kindern zu bewahren und zu fördern?

Hier nur einige Beispiele, die bereits viel bewirken:

  • Märchen erzählen. Heißt: Sie frei erzählen oder im Ruhigen vorlesen, ohne äußere Bilder mitzuliefern oder besonders zu betonen. Wenn so die Bilder der Märchen recht frei im Inneren entstehen dürfen, wirken sie weit im Seelischen und fördern die Fantasiefähigkeit.
  • Vielseitiges, unbestimmtes Spielmaterial: Hier geht es um die sogenannten „Open Ended Toys“ wie Sand, Bausteine, Schneckenbänder, Seilchen, Tücher – eben Dinge, die sich in den Augen spielender Kinder zu allem verwandeln und vielseitig genutzt werden können.
  • Freies Malen statt vorgefertigte Ausmalbilder.
  • ebenso Kneten und Plastizieren ohne Förmchen.
  • jede Art von Basteln und Werkeln mit wenig Anleitung. Devise: Ideen Raum geben, ausprobieren, Neues schaffen, auch mal scheitern, Erfahrungen sammeln….
  • Kindliche Fragen nicht gleich mit Daten und Fakten beantworten, sondern gemeinsam quer Beet philosophieren, was die Antwort sein könnte. Was für schöne Gedanken dort entspringen können! Auch wenn man als Erwachsene natürlich weiß, dass manch ein kindlicher Gedankengang noch nicht sachlich korrekt ist, so dürfen doch Vorstellungen, gemachte Erfahrungen und bisher Gelerntes frei in verschiedene Richtungen bewegt werden, denn Astrid Lindgren sagte zurecht: Nur so kann Neues, Großes entstehen.

Und Deine Fantasie?

Auch Du kannst sie lebendig halten und wecken durch Fantasiereisen und Märchen, Kunstbetrachtung und natürlich dadurch, dass Du selbst kreativ tätig wirst.

Kunstbetrachtung?

Ja, genau. Schaue Dir ein Kunstwerk an und überlege Dir beispielsweise, wie es entstanden ist. Welche Ideen stecken dahinter oder welches Erlebnis, welche Geschichte könnte dazu inspiriert haben, es zu erschaffen? Gerade an Kunst kann die Fantasie sich gut entfalten.

Kleine Übung: Wie wäre es, wenn….?

Nimm Dir täglich eine kleine Auszeit für ein Gedankenspiel. Dabei denke Dir ein bestimmtes, positives Szenario aus: Wie wäre es, wenn ich eine ganz besondere Reise machen würde? Wie wäre es, wenn ein lang gehegter Traum wahr werden würde? – Wichtig ist hierbei, dass Du Dich ganz auf einen positiven Gedanken konzentriert und ihn nach und nach bis ins kleinste Detail für Dich ausmalst. Am besten, Du vertiefst diese Übung, indem Du an drei aufeinander folgenden Tagen das eine Bild immer wieder aufgreifst und weiter fortführst.

Der Mix aus Bewegung, Kopfarbeit und freien Gedanken

Gerade Menschen, die viel im Sitzen und mit dem Kopf arbeiten, sollten sich einen täglichen Spaziergang vornehmen und diesen bewusst wahrnehmen. Auch dabei kann man nicht nur Kraft tanken, sondern auch einmal die Gedanken und Vorstellungen schweifen lassen.

Am Ball bleiben

Letztendlich zählt die Regelmäßigkeit, in der wir unsere Vorstellungskräfte aktivieren und auch lenken. So wird man mit der Zeit immer geübter, entwickelt positive Routinen und erschließt sich eine neue Kraftquelle.

Ich habe übrigens selbst die Erfahrung gemacht, wie es ist, die eigene Fantasiefähigkeit wieder neu zu wecken und zu pflegen. Dieser große Schatz kam durch die Waldorfpädagogik und den täglichen Umgang mit Kindern zurück – nachdem ich nach dem Abitur zunächst jahrelang und völlig verkopft an der Uni studiert hatte. Dass man mit dem eigenen Wissen kreativ arbeitet und dabei neue Wege entdeckt, ist eine schöne, verbindende Sache.

Mut zur Fantasie

Achten wir also mehr auf unser Inneres, damit hier viel Schönes, viel Neues entstehen kann. Welche Wege haben sich bei Dir bewährt, Deine Fantasiefähigkeit zu pflegen? Kommentiere gern.

Ferienmärchen mit Klang: Däumelinchen

In den Ferien tauche ich besonders gern in die Märchenwelt ein. Diesmal sollte es wieder ein Märchen von Andersen sein und so durften meine Follower auf Instagram abstimmen: Däumelinchen oder die kleine Meerjungfrau? Eine deutliche Mehrheit stimmte für Däumelinchen.

Eine Fülle von Bildern

Andersen`s Däumelinchen bringt einen Reichtum an inneren Bildern mit, die beim Erzählen entstehen: Dieses kleine, zarte Wesen, das aus einem Gerstenkorn hervorgezaubert wird und auf seiner Reise allerlei Begegnungen mit Blumen und Tieren macht. Zauberhaft, märchenhaft.

Drei Teile

Die ganze Geschichte habe ich in drei Folgen aufgeteilt, die aber gemeinsam veröffentlicht werden. So ist es für die kleinen Zuhörer einerseits nicht so viel auf einmal und es kann andererseits auch für das einzelne Kind entschieden werden, in welchen Abständen die Folgen gehört werden.

Ich wünsche eine entspannte Märchenzeit!

Mit besten Grüßen aus den Sommerferien.

Ferientipp: Die Dechenhöhle in Iserlohn

Wir haben heute ein schönes Ferienabenteuer erlebt: Die Dechenhöhle in Iserlohn bietet ein ganz besonderes Erlebnis an. Die Kinder dürfen mit Helm und Taschenlampe die Höhle erkunden. Dabei locken auch „geheime“ Gänge und Verstecke.

Eine halbe Stunde vor der Führung konnten wir uns zunächst in dem kleinen Höhlenmuseum etwas einstimmen und die Zeit vertreiben. Dann ging es pünktlich los.

Die Höhle ist nicht zu groß und nicht zu klein

Die Möglichkeiten für die Kinder, mit Helm und Taschenlampe selbst auf Entdeckungstour zu gehen, waren vielfältig und gleichzeitig genau richtig. Kleine Verstecke und Winkel, ein „Geheimgang“ und auch eine kleinere Kletterpartie weckten große Abenteuerlust und waren zugleich prima zu bewältigen.

Die richtige Dosis an Information

Die Geschichte der Entdeckung vor gut 150 Jahren und auch Wissenswertes über die Tiere der Eiszeit, die in der Höhle lebten, waren interessant zu erfahren und hatten aber gleichzeitig keinen „Vortragscharakter“. Vielmehr wurden die Kinder ermutigt, Gedanken und Fragen zu entwickeln. Warum sind wohl gerade keine Fledermäuse da? Ein kleiner Knochenfund wurde betrachtet und überlegt, zu welchem Tier und Körperteil die Knochen wohl gehören.

Auch wurde immer wieder nach Bildern in der Höhle gesucht, die die Stalaktiten und Stalagmiten gezaubert hatten. So gab es eine „Hochzeitstorte“ oder den „Höhlengeist“. Die genaue Betrachtung der Steine wurde schön angeregt, wie ich finde.

Die Höhlenakustik

Dadurch, dass nur sehr wenige Stellen in der Höhle beleuchtet waren, kam es tatsächlich auf die mitgebrachten Taschen- und Kopflampen an. Zusammen mit dem Hall und den Tropfgeräuschen entstand so eine sehr schöne Atmosphäre.

Besonders schön war auch der Moment, als wir einmal alle Lichtquellen abgeschaltet haben und Stille einkehren ließen. Ganz im Dunklen, nur dem Höhlenklang zu lauschen, das war ein sehr besonderer Eindruck. Da schlägt mein Audiopädie-Herz höher 🙂 Wie schön wäre es, dort einen Hörraum durchzuführen….

Kurzweilig

Wir waren gut 75 Minuten in der Höhle und es kam uns vor wie im Flug. Die Kinder wären gern noch länger geblieben, was ja schließlich ein sehr gutes Zeichen ist.

Mineralogie in Klasse 6

Ja, das war übrigens eine Epoche, die mein Kind in dem vergangenen Corona-Schuljahr im Wechselunterricht und ohne Ausflug mit „Gesteinserkundung“ erlebt hat. Und wie passend dieses Thema genau in dem Alter ist, habe ich heute wieder erlebt. Es ist also richtig gut, diese Erlebnisse nun doch noch nachzuholen und es fühlte sich übrigens auch nicht wie etwas Schulisches an.

Den Drittklässler des vergangenen Schuljahres macht man sicherlich auch mit einem Besuch des Freilichtmuseums eine große Freude, Viertklässler mit „tierischen“ Erlebnissen oder dem Stadtmuseum vor Ort usw.

Ich wünsche weiterhin viel Spaß in den Ferien!

Diese Empfehlung ist eine unbeauftragte Werbung.

Hier geht es zu dem Angebot der Dechenhöhle.

Ende des Dornröschenschlafs

Sie waren auch in der „Zeugnispause“ – und sie wurden vermisst. Es ist schön zu lesen, dass Euch die Märchen mit Klang gefehlt haben. Zum Glück gibt es ja bereits 47 Episoden, die immer mal wieder gehört werden können. Bis heute wurden sie sogar fast 60.000 mal abgespielt, sooo klasse! Morgen hat das Warten ein Ende.

Neue Märchen mit Klang

Ein neuer Märchenmontag steht bereits vor der Tür.

Ich produziere wieder neue Märchen, auch ein mehrteiliges Ferienmärchen und eine neue Fantasiereise sind in Planung, seid gespannt.

In den Märchen stecken viel Liebe, Klänge, Zeit und Geld. Es ist ein ganz besonderes Hobby und das Angebot ist und bleibt kostenlos. Wer es aber dennoch gern unterstützen möchte, kann es hier über Steadyhq tun. Vielen lieben Dank!

Noch im Dornröschenschlaf

seit der Zeugnisphase ist auch mein kleiner Shop. Er wird gerade ebenso überarbeitet, so dass Ihr natürlich weiterhin „Rosinas Wolle“, „Der Klang der Sonnenstrahlen“, die schönen Choroi-Instrumente und andere Liebhabereien bestellen könnt. Momentan geht dies über meinen Etsy-Shop.

Ich danke Euch für Eure Geduld!

Ferienküche: Miniwaffel am Fruchtspieß

Wenn Ferien sind, bin ich in der Küche gern auch kreativ und probiere Ideen und Rezepte aus. Gestern wollte ich einmal ausprobieren, ob man „Waffeln am Stiel“ auch mit einem herkömmlichen Waffeleisen zaubern kann. Doch in der Drogerie meines Vertrauens waren die Eisstiele vergriffen. Als Ersatz habe ich dann Holzspieße mit „Griff“ genommen, die oben so ähnlich wie Eisstiele geformt sind. Doch auch so ein Spieß sollte nicht ungenutzt sein….

So sahen die Spieße aus, die ich anstelle der Eisstiele gekauft habe.

Die Idee: So ein Stiel müsse im Knetteig gut halten

Mein jüngstes Kind schwärmt für Waffeln am Stiel. Warum der Stiel die Waffel besser macht, bleibt ein Geheimnis. Bei der Recherche danach fiel mir auf, dass es dafür spezielle Waffeleisen gibt. Also war doch gleich mein Ehrgeiz geweckt, es auch mit einem „normalen“ Waffeleisen zu schaffen. Schließlich haben wir in den Osterferien auch lecker cremiges Eis ohne Eismaschine hinbekommen und – ach ja – das Cookie Dough Eis in den letzten Sommerferien wurde in einer Backform eingefroren.

Dass die Eisstiele im flüssigen Waffelteig wahrscheinlich nicht halten, war dabei meine Vermutung. Zumal das Eisen ja auch nicht ganz schließt mit dem Holzstab am Rand. Die Idee: In der Herbst- und Vorweihnachtszeit machen wir gern einmal Zimtplätzchen aus dem Waffeleisen. dieses Rezept habe ich jetzt abgewandelt, sommerlicher sind doch Zitrone und Vanille.

Zum Rezept

Druckfertig als Download:

Es hat gleich funktioniert und kommt mit wenig Süßungsmittel aus.

Man nehme für ca. 10 – 12 Spieße:

  • 150 g Butter
  • 60 g Zucker bzw. Ersatz
  • 1 Ei oder 2 EL Apfelmus
  • Abgeriebene Schale einer halben Zitrone
  • Einige Tropfen Vanilleextrakt
  • Dinkelmehl

Die Zubereitung

Man verrührt alle Zutaten bis auf das Mehl mit einem Handrührgerät, es entsteht eine dickflüssige Masse. Dieser hebt man dann mit einer Gabel so viel Mehl unter, bis der Teig fest wird. Zuletzt knetet man mit den Händen. Wird der Teig zu einer gut formbaren Kugel, ist er fertig.

Nun zupft man etwa Walnuss große Stücke ab und formt diese zu Kugeln. In diese Kugeln steckt man die flache Seite der Spieße. In mein Eisen passten drei Kugeln auf einmal. Die kleine Waffel am Stiel ist fertig, wenn sie Bräune hat. Sonst ist sie vielleicht nicht ganz durch.

Abgekühlt bleibt der Spieß ja immer noch ein Spieß und sollte auch als solcher verwendet werden 🙂 Wir haben Erdbeeren aus dem Garten und Heidelbeeren aufgespießt. Ich finde, dass frisches Obst am besten passt, aber da sind natürlich der Fantasie und Nascherei keine Grenzen gesetzt.

Der Einsatz

Bei uns war es Nachtisch, zusammen mit leckerem Eis. Denkbar ist aber auch, dass man die Frucht-Waffel-Spieße mit zum Picknick nimmt als Fingerfood. Oder auch einzeln verpackt, wenn in Schule und KiTa eine Geburtstagsleckerei mitgebracht wird. Dekorativ sind die Spieße auf jeden Fall, so dass sie auch auf einem kleinen Buffet viel hermachen.

Schreibt mir gern, wenn Ihr weitere Ideen dazu habt. Ich wünsche guten Appetit.

Das war`s – auf in die Sommerferien

Ein sehr besonderes Schuljahr ist beendet. Ein Schuljahr, bei dem keine Planung sicher stand und das dadurch stark gefordert hat. Ein Schuljahr, in dem wir so viel vor hatten. Ein Schuljahr, das einen die Grenzen deutlich spüren ließ.

Diese Arbeitslatzhose hat mir meine Klasse geschenkt. Alle Kinder haben sich darauf verewigt.

Ein Rückblick der besonderen Art

Ja, wir haben viel erlebt, viel angepackt, viel gewerkelt und gebaut. Dabei so viel gelernt, die Inhalte des Jahres gut geschafft – und gleichzeitig waren wir auch so viel zu Hause. Am Freitag, unserem letzten Schultag, lenkten die Kinder mich von sich aus ganz schnell vom Jahresrückblick auf die Vorschau. Wie sehr spiegelt dies, dass wir lieber freudig nach vorn blicken wollen? Kinder sind weise.

Mit Konfetti ins vierte Schuljahr

Die Zeugnissprüche ließen bereits ahnen, was alles Neues kommen wird. Es ging um viele Tiere und ihre Gaben (die erste Tierkunde), es ging um Runen, es ging um Siegfried, es ging um Heimat und Orientierung (Heimatkunde), um Freundschaften (Thema im Sozialen), um die Zeiten und Vieles mehr. Wie schön es war, dass so viele Kinder direkt gesagt haben „DAS ist MEIN Zeugnisspruch“ – und es stimmte. Und wie schön es auch war, dass so oft auch von anderen Kindern erkannt wurde, für wen ich einen Zeugnisspruch geschrieben hatte.

Die Vorfreude auf Klasse 4 ist geweckt und groß – fehlte nur noch die „Verwandlung“ in Viertklässler. Da half in diesem Jahr ein bunter Konfettiregen. Die Kinder haben es genossen und sind freudig in die wohl verdienten Ferien gestartet.

Wie es mir ging in letzter Zeit

Für mich endet mit dem Schuljahr tatsächlich der Höhepunkt einer Achterbahnfahrt. Ende Mai ging es plötzlich innerhalb von drei Tagen vom wochenlangen Lockdown in den vollen Präsenzunterricht. Das war klasse, aber auch anstrengend. Ich hatte die Hausbau-Epoche zu organisieren, saß vor einem riesigen Stapel Epochenheften aus dem Lockdown und zusätzlich musste ich innerhalb von vier Wochen 30 Klassenlehrerzeugnisse (à 5-6 Seiten) auf den Weg bringen, dazu die Zeugnistexte für meine Fachstunden in Musik und Religion.

Das Schuljahr endete mit dem vierten Highlight des Jahres: Der Bauepoche. Wir haben im Schulgarten gesenst, gemäht, gegraben, gepflastert, gemauert. Dazu hat jedes Kind ein kleines Modellhaus nach eigenen Vorstellungen gebaut. Diese Epoche war Kraftquelle und Kraftverbrauch in einem. Dies hat man auch hier auf meinem Blog gemerkt, ich war oft geschafft und trotzdem zeitlich voll durchgetaktet – für meinen Blog geschrieben habe ich so gut wie gar nicht mehr. Auch die Märchen mit Klang pausieren, was wiederum Auswirkungen zeigt. Denn ohne künstlerischem Ausgleich sind stressige Phasen doch noch etwas schwieriger zu bewältigen. Es kam dieses Jahr erstmals meine Zeugnisspruch-Schreiberei ins Stocken. Ein Symptom. Am Ende habe ich aber doch noch alles geschafft – da waren wohl Zauberkräfte im Spiel.

Denn als „Sahnehäubchen“ gab es in dieser Zeit auch noch einige sehr aufwändige Gespräche in der Schule, die ebenfalls protokolliert werden mussten, familiäre Veränderungen und weiterhin der Zustand fehlender Planungssicherheit für viele Dinge, inklusive einer dringend nötigen Urlaubsreise. So fiel dann am Freitag nach Schulschluss, bzw. Klassenumzug Teil 1, eine Menge von mir ab und es gibt auch noch Einiges, das nun sacken und verarbeitet werden muss.

Jetzt wird also sortiert, entrümpelt und nach vorn geschaut.

Ich wünsche allen schöne und erholsame Sommerferien 2021!

Johannizeit – meine 15 Ideen für ein Fest mit Kindern

In der kommenden Woche ist es so weit: Am Montag ist Sommeranfang und am Donnerstag, den 24. Juni, die Sommersonnenwende. Für die Klasse schließt sich der Kreis: Wir haben mit der Schöpfungsgeschichte künstlerisch das Schuljahr begonnen und an Johanne zeigt sich die gesamte Schöpfung voller Leben. Dies möchte ich in den Mittelpunkt unserer Klassenfeier am Schuljahresende stellen.

Das ist Johanni

An diesem Tag wird an Johannes dem Täufer gedacht wird. Dazu ist der 24. Juni der längste Tag des Jahres, mit der kürzesten Nacht. Ganz im Gegensatz zur Weihnacht am 24. Dezember, ein halbes Jahr später. Hier sind es die längste Nacht des Jahres und der kürzeste Tag. Im Jahreslauf bewegen wir uns dazwischen: Bis Johanni auf immer länger werdende Tage hin, danach auf immer länger werdende Nächte.

Unser Leben im Jahreslauf

Bei uns an der Schule gehören das Leben und Erleben im Rhythmus und Jahreslauf fest und ganz bewusst zum Miteinander und dem Alltag.Wir feiern daher nicht nur Weihnachten im Winter und Ostern im Frühling, sondern auch Johanni im Sommer und Michaeli im Herbst. Jedes Fest hat dabei seinen Schwerpunkt. Im Klassenzimmer haben wir den Jahreszeitentisch als kleinen Spiegel der Jahreszeit, auch begleiten uns verschiedene Lieder und Geschichten durch das Jahr.

Ein Sommerfest mit Kindern

An Johanni erfährt die Welt maximale Erneuerung und Leben: Alles blüht, überall kann man Tierkinder beobachten und die Früchte an den Bäumen und Sträuchern werden reif. All das lädt ein: Für lange Abende am Lagerfeuer, für kulinarische Vielfalt, für Freude und Aktivität. Genießt es!

Johanni in meiner Klasse

Da wir im vergangenen Schuljahr auf das Fest verzichten mussten und nun endlich wieder beisammen sein dürfen, wird der 24. Juni natürlich richtig ausgekostet. Ich habe die Kinder gefragt, was sie sich für unser Johannifest wünschen.

Diese Wünsche haben die Kinder in unserem Gespräch geäußert.

Die Sammlung

Es gefiel mit ausgesprochen gut, dass die Kinder auch in einer Stimmung sind, in der sie sich für diesem Tag neben Liedern und Sprüchen auch Gebete wünschten. All das möchte ich in meiner Planung berücksichtigen.

15 Ideen für das Fest

Ich habe hier 15 Ideen für ein Johannifest zusammengetragen, die ich gern mit Euch teile. Dabei ist es mein Rahmen und Plan, die vier Elemente und ihre unsichtbaren Kräfte mit den Kindern zu erleben. Ich werde unser Fest auch mit der Klanggeschichte eröffnen, die weitere Planung wird sich noch zeigen.

Ich wünsche allen eine schöne Johannizeit.

Mein Johannibeitrag vom letzten Jahr (2. Klasse) und das Rezept für die leckere Beerentarte findest Du übrigens hier.

Self-care oder: Aufräumen mal anders

Diese Woche habe ich nicht gebloggt, sondern meinen Alltag aufgeräumt und sortiert. Der Grund ist: Ich muss momentan etwas auf mich aufpassen, denn der Schuljahresendspurt ist in diesem Jahr anders als sonst. Viele (neue) Aufgaben kommen gerade zusammen. Und die Balance zwischen online und offline ist wichtig.

Von Null auf Hundert

Vor einer Woche endete der Distanzunterricht, es folgten drei Tage Wechselunterricht und ab morgen sind wieder alle Kinder vor Ort. Wer jetzt denkt: `Warum beansprucht das jetzt besonders? Ist doch der normale Lehrerjob.´ …. – nicht ganz.

Nach einer wochen- oder monatelangen Distanzzeit müssen die Kinder (und zugegebenermaßen auch ich) wieder in die gewohnten schulischen Abläufe finden. Wir sind völlig raus aus unserem üblichen Rhythmus. Eltern haben verständlicherweise Gesprächsbedarf und es gibt generell viele organisatorische Dinge der letzten Zeit aufzuarbeiten. Die aktuellen Hygienevorgaben müssen verinnerlicht sein und umgesetzt werden. Ich werde zudem seit diesem Monat in meine neuen Aufgaben als Mitglied der Schulleitung eingearbeitet und so ist es generell für mich eine spannende Zeit.

Stapelweise Hefte

Alles, was sich in der Distanzzeit angesammelt hat, wird jetzt noch bei mir abgegeben, durchgesehen und im Zeugnis gewürdigt. Daher ist das alljährliche Zeugnisschreiben am Schuljahresende noch einmal aufwändiger.

Hausbau-Epoche

Die aktuelle Epoche ist ein Segen. Durch viel praktische Arbeit bringt sie die Kinder zusammen, führt sie in die Selbstwirksamkeit und heilt so ein paar Wunden der Distanzzeit. Sie ist eine der besonderen Epochen des dritten Schuljahres und wirkt generell fördernd auf die Entwicklung der Kinder. Ich erteile diese Epoche zum ersten Mal und bis vor kurzem bin ich dabei von Wechselunterricht ausgegangen. Jetzt haben wir plötzlich fast doppelt so viele Schultage und nicht 15/16, sondern 31 Kinder vor Ort, die laufend Beschäftigung brauchen. Planänderung – mal wieder.

So muss man in diesen Zeiten immer flexibel sein und mit allen Bedingungen bestmöglich zurechtkommen. Dennoch liebe ich diese Epoche jetzt schon und ich genieße sie auch in vollen Zügen mit den Kindern – jetzt noch einmal besonders. Sie gibt doch auch Einiges zurück.

Am Nachmittag

Wenn die Schule erledigt ist, nehme ich mir immer eine kleine Auszeit für mich. Oftmals sortiere ich meine Gedanken und blogge hier. Doch in den letzten Tagen musste ich mal dringend weg vom Bildschirm – eben weil sich gerade doch noch viel zu viel davor abspielt: Zeugnisse und Elternbriefe schreiben, online Konferenzen und mehr. Also: Durchatmen an der frischen Luft, Radfahren, Kuchen backen oder ruhen. Eine Balance herstellen zwischen online und offline.

Sortieren und reduzieren

Momentan sind es viele Aufgaben. Also sortiere ich bewusst aus, was mich nicht in irgendeiner Form verpflichtet und ich suche mir gleichzeitig mindestens eine Sache am Tag heraus, die mir gut tut. Mir ist es sehr wichtig, mit den Kräften zu haushalten. Für meine Familie, für mich selbst und um eine gute Lehrerin zu sein.

Als meine Blogleser:innen habt Ihr daher momentan etwas weniger Lesestoff. Ich hoffe, Ihr haltet mir dennoch die Treue.

Euer Montagskind

Ein Märchen zu Pfingsten

In meinem Podcast „Märchen mit Klang“ habe ich am vergangenen Montag das doch sehr unbekannte Märchen „Die weiße Taube“ erzählt. Dieses Märchen kann Kindern sehr gut an den Pfingsttagen erzählt werden, es steht aber in kaum einem Märchenbuch. Daher habe ich hier den Text zum Vorlesen und den Podcastlink für Euch.

Regnerische Pfingsttage

Im Regen spazieren gehen, Pfingstrosenkuchen backen und eine gemütliche Märchenzeit einlegen: So scheint es Pfingsten 2021 zu sein. Genießt die Zeit mit Euren Lieben!

Ich wünsche Frohe Pfingsten

Hier könnt Ihr das Märchen „Die weiße Taube“ anhören

und hier ist der Text als Download

Menschen verbinden

„An dem Tag, an dem wir voller Überzeugung sagen können, dass alle Kinder dieser Welt unsere Kinder sind, beginnt der Frieden auf Erden“ ~ Hermann Gmeiner.

Hier einmal ein richtiges „Herz“Stück: Inmitten unserer Pausenhalle steht die große Weltkarte mit den Postkarten aus aller Welt.

Waldorfschule verbindet – auf der ganzen Welt.

Im Zuge von Waldorf 100 im Jahr 2019 haben unsere Schüler:innen Postkarten an Waldorfklassen auf der ganzen Welt geschrieben und wiederum Postkarten von anderen Waldorfschüler:innen aus aller Welt zurückbekommen – was für eine schöne, verbindende Aktion.

Innerhalb von 100 Jahren ist aus der Idee der ersten Schulgründung eine Schulform über die Ländergrenzen hinweg geworfen, auf allen Kontinenten.

Wie gerne würde ich mal von der einen oder anderen Schule einen Eindruck vor Ort bekommen. Vielleicht gibt ja in den nächsten Jahren Gelegenheiten dazu. Die Postkartenwand ist jedenfalls eine sichtbare, weltweite Verbindung – und Mutmacherin in der heutigen Zeit.