Handwerk und künstlerisches Schaffen im zweiten Jahrsiebt

Im Rahmen unserer Themenreihe „Das zweite Jahrsiebt“ ist dieser Gastbeitrag über die künstlerischen Fächer an der Waldorfschule entstanden. Die Autorinnen sind Wiebke Vos (Text) und Felicitas Bannatz (Bilder).

Freude am Leben, Liebe zum Dasein, Kraft zur Arbeit, alles das erwächst für das ganze Leben aus der Pflege des Schönheits- und Kunstsinnes. Und das Verhältnis von Mensch zu Mensch, wie wird es veredelt, verschönt durch diesen Sinn …

R. Steiner in „Die Erziehung des Kindes“

Mit diesem Zitat wird die Aufgabe, die in der Waldorfpädagogik den künstlerisch-praktischen Fächern zugeschrieben ist, ersichtlich.

Das handwerkliche und künstlerische Arbeiten hat an der Waldorfschule den gleichen Stellenwert wie Naturwissenschaften, Deutsch oder die Sprachen. Malen und Zeichnen findet in der Unterstufe während des Hauptunterrichtes statt, wird aber auch in anderen Fächern wie Religion immer wieder aufgegriffen.

Handarbeit

Ab der ersten Klasse gibt es auch Handarbeitsunterricht. Die Schüler:innen lernen dort das Häkeln, Stricken und Sticken. Sie erstellen kleine Figuren und praktische Dinge wie Flötenbeutel, Ballnetze uvm.

Die Arbeit mit den Händen schult die Feinmotorik. Gleichzeitig wirkt sie sich positiv auf die Konzentration aus. Gleichzeitig trägt es zu einer gesunden Entwicklung des Gehirns bei: Je geschickter sich die Finger bewegen, desto lebendiger entfalten sich die Gedanken. Gleichzeitig erleben die Schüler:innen, wie sie selbst etwas herstellen.

Werkunterricht in der Mittel- und Oberstufe

In der Mittelstufe kommt der Werkunterricht dazu. Dieser wird oft parallel zum Handarbeitsunterricht gegeben. Die Kinder machen die Erfahrung, dass sie sich auf die Gegebenheiten des Materials einstellen müssen. Der jeweilige Werkstoff setzt den Schüler:innen eigene „Grenzen“, wodurch die Lehrenden gar nicht korrigierend eingreifen müssen. Während am Werkstück gearbeitet wird, findet Selbsterziehung und Willensschulung statt.

Auch in der Oberstufe werden weiterhin praktische Fächer unterrichtet. Hierbei steht zum einen das Begreifen des Materials im Fokus. Mögliche Aktivitäten sind: Kupfer treiben, schreinern, plastizieren, steinmetzen, Weiden flechten, Wolle spinnen, weben, schneidern, zeichnen und malen, Kartonage, Buchbinden. Andererseits sollen die Arbeiten von anderen wertgeschätzt werden. Manche Schüler:innen finden dabei sogar ihr „Lieblingsmaterial“, das sie ihr weiteres Leben als Künstler:in begleiten wird.

Gartenbau

Der Gartenbauunterricht führt ab der Mittelstufe über mehrere Jahre in die unterschiedlichen Gartenarbeiten ein. Hierbei steht immer der Anbau unterschiedlicher Obst- und Gemüsesorten im Zentrum der Arbeiten sowie die zugehörige Pflege. Natürlich werden die Arbeiten im Jahreslauf fortgesetzt und schaffen somit ein besseres Bewusstsein für die Jahreszeiten.

Bei uns an der Schule, wie an vielen anderen auch, müssen zudem Tiere versorgt, gefüttert un gehütet werden. In diesem Unterricht werden die grob- und feinmotorischen Fähigkeiten wiederum geschult.

Die wesentlichen Soft Skills der praktischen Fächer

von N.Mescher

Handarbeit ab Klasse 1: Sinnesschulung, motorische Fähigkeiten, Selbstwirksamkeit

Werkunterricht: Willensschulung und Sorgfalt. Die Arbeit am Werkstück muss stets planvoll und sorgsam geschehen. Fehler lassen sich kaum korrigieren – ist ein Stück Holz oder Stein abgeschlagen, ist der Werkstoff nicht mehr so, wie er vorher war.

Gartenbau: Alles zu seiner Zeit – Gartenplanung ist langfristig. Monatelang wird gepflegt, was reifen und Ernte bescheren soll. Ist Erntezeit, kann wiederum nicht aufgeschoben werden. Und auch der beste Garten ist der Natur und dem Wetter ausgeliefert.

Dies ist nur eine grobe Übersicht. Es werden noch viele weitere Fähigkeiten und Kompetenzen entwickelt!

Über den Epochenunterricht

Für unsere Themenreihe „Das zweite Jahrsiebt“ schreibt heute Wiebke Vos über den inhaltlichen Arbeitsteil des Epochenunterrichtes. Dieser wird umrahmt von rhythmisierten Übungen zu Beginn der Epochenzeit und dem abschließenden Erzählteil.

Über die ganze Schulzeit gesehen fängt der Unterricht an Waldorfschulen morgens mit den Epochenunterricht, vielerorts Hauptunterricht genannt, an. In der Unter- und Mittelstufe unterrichtet der/die KlassenlehrerIn die Klasse über mehrere Wochen in einem Unterrichtsfach. So haben meine SchülerInnen zum Beispiel seit 3 Wochen jeden Morgen Schreiben/Lesen.

Die Möglichkeit, intensiv in ein Thema einzutauchen

Die Unterrichtsepochen der ersten Klassen sind lang und wenig differenziert. Formenzeichnen, Rechnen und Schreiben wechseln sich ab. Hierbei ist es jedoch den LehrerInnen überlassen, in wie weit sie Natur, Jahreszeiten, Heimat und Umwelt mit einfließen lassen. In der zweiten und dritten Klasse gibt es zusätzlich zu den drei „Hauptfächern“ noch besondere Epochen wie die Bienenepoche, die Franziskusepoche, die Tierkunde- und die Ackerbauepoche. 

Übergang zur Mittelstufe

In der Mittelstufe werden die Epochen spezialisierter, es wird mehr differenziert und es kommen neue Fächer hinzu: 

Deutsch, Sachkunde, Heimatkunde, Erdkunde, Tierkunde, Menschenkunde, Pflanzenkunde, Gesteinskunde, Physik, Chemie, Geschichte, Mathematik, Geometrie usw.

Die Inhalte aus den Epochen werden auch in Übungsstunden aufgegriffen und dürfen über Nacht reifen. Dadurch wird häufig ein deutlicher Tiefgang erreicht. Ebenso wie der Schlaf in der Nacht, sind die Pause zwischen den Epochen Momente der stillen Reflexion. 

Indem sich die SchülerInnen zu einem späteren Zeitpunkt an den Unterrichtsinhalt erinnern, kann auch das Wissen gefestigt werde.  Der Unterrichtsstoff wird dadurch nachhaltig vermittelt. 

Epochenhefte

Während der Epochen arbeiten die Kinder in Epochenheften. Damit gestalten sie SchülerInnen ihre eigenen Lehrwerke. 

Die Klassenlehrerzeit und das zweite Jahrsiebt

Nach unserer gemeinsamen Themenreihe über die Aufnahme und Einschulung an der Waldorfschule hat sich wiederum eine Gruppe Waldorflehrer:innen gefunden, um über die Klassenlehrerzeit, die dann ins zweite Jahrsiebt fällt, zu schreiben. Hierzu auch wieder ein Gastbeitrag von Kerstin Gruler-Fuchs.

Heute möchte ich mit unserer neuen Themenreihe „Das zweite Jahrsiebt“ starten. Nachdem im ersten Jahrsiebt die Grundhaltung zum Kind “ die Welt ist gut“ galt, ist es im zweiten Jahrsiebt“die Welt ist schön.“

Eine Haltung, die schon gut beschreibt was in der „Mitte der Kindheit“ um das Kind herum passiert. Laut Rudolf Steiner passieren tiefgreifende Entwicklungsschritte: Die Entwicklung der Sinne beispielsweise ( hier gibt es in der WP noch fünf weitere ) .

  • Das Kind möchte seine Umgebung immer mehr verstehen und durchdringen.
  • Ein Stück mehr im eigenen Körper angekommen, werden nun wieder Lebenskräfte frei, welche die Reifung des Seelischen und Geistigen voranbringt.
  • In dieser Zeit finden die sogenannten Schwellenjahre statt. Die Temperamente entwickeln sich, der Rubikon, die Vorpubertät sind solche Ereignisse, durch deren Herausforderung Kinder reifen können und Selbstbewusstsein erlangen.

Die Welt ist schön

Die Welt ist schön, soll nicht eine heile Welt vorspielen und die wahre Sicht auf die Dinge verzerren, im Gegenteil. Die Gabe, in allem das Schöne zu sehen, stärkt die Herzenskräfte.

Den Kindern beispielsweise die Natur oder das Zusammenleben zwischen Menschen in all ihrer Schönheit zu zeigen, lässt Liebe für die Welt und das Leben entstehen. Es geht also nicht darum, das weniger Schöne auszublenden, sondern in dem, wie es ist, das Schöne zu finden.

Eine unterstützende und liebevolle Begleitung auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene ist für diese Entwicklungsphase besonders wichtig.

Nun dürft ihr euch auf die kommenden Tage freuen in welchen noch viele interessante Beiträge zum Thema folgen werden (Anmerkung: Instagram #daszweitejahrsiebt).

(Zu) frühe Einschulung

Heute geht es in unserer Themenreihe „Aufnahme an der Waldorfschule“ um die Auswirkungen, die eine für das Kind zu frühe Einschulung haben kann. Ein Gastbeitrag von Wiebke Vos.

Heranreifen im letzten Kindergartenjahr

Das Einschulungsalter wurde in den vergangenen Jahren von staatlicher Seite aus mehrfach vorgezogen. Dagegen können auch Waldorfschulen nur geringfügig vorgehen, obwohl gerade das letzte Kindergartenjahr oft als sehr wichtig angesehen wird. Hier findet eine wesentliche Abrundung der Entwicklung statt, die Kinder gewinnen an Selbstvertrauen und entwickeln neue Energiepotentiale.

Im Idealfall wird in diesem Jahr die erste Reifestufe der leiblichen Entwicklung erreicht, wonach die Kräfte für das intellektuelle Lernen frei werden.

Kinder lernen durch Erleben

Davor können sensorische Primarerfahrungen gemacht werden, die dabei helfen, die Welt zu verstheen. Kinder lernen durch Erleben. Danach können sie sich etwas vorstellen, ohne es zu erfahren. Das ist ein wichtiger Schritt zur Schulreife.

Bei Mädchen setzen die entscheidenden Entwicklungsschritte etwa ein halbes Jahr früher ein als bei Jungen (IPSUM-Studie). Bei vielen Kindern wird bereits mit fünf Jahren eine gewisse intellektuelle Reife festgestellt. Jedoch wird die soziale Reife oft nicht ausreichend berücksichtigt. Körperliche und seelische Reife liegen oft weit auseinander.

Jung eingeschulte Kinder sind dadurch oft weniger belastbar, weniger flexibel genug und haben Schwächen im Sozialen. Bei einer frühen Einschulung, also auch bei Forderung von staatlicher Seite danach, werden oft nur die kognitiven, nicht aber die entwicklungspsychologischen Gegebenheiten berücksichtigt.

Das freie Spiel

Das primäre Bedürfnis des jungen Kindes ist das freie Spiel: Bewegung, Naturerfahrung, Handwerkern, musizieren – aber nicht angeleitet. Nach diesem Bedürfnis muss der Unterricht auch für junge Kinder angepasst werden. Dafür müssen Lehrer:innen in der Pädagogik des ersten Jahrsiebts mehr geschult werden, um adäquate Bildungsangebote schaffen zu können.

Die Frage, die sich stellt, ist dann jedoch: Wie kann die Lern- und Bildungsqualität, die im freien Spiel liegt, in dem Rahmen Schule angemessen und fruchtbar angeregt werden und dabei gleichzeitig auch älteren Kindern gerecht werden?

Übersicht

Die kleine Schulstunde am Aufnahmetag

Ein Gastbeitrag zur Aufnahme an der Waldorfschule von Frauke Beckers.

Was erwartet euer Kind am Tag der Aufnahme an der Waldorfschule?

Nachdem ihr die Anmeldung für euer Kind an der Waldorfschule eurer Wahl ausgefüllt habt und nachdem ihr die Schule bei öffentlichen Veranstaltungen besucht, über Waldorfpädagogik recherchiert und Gespräche mit anderen Eltern und Mitarbeitern der Schule geführt habt, werdet ihr eines Tages von der Schule zum Tag der Aufnahme eingeladen.

Nun fragt ihr euch:

Was passiert an diesem Tag?

Wie bereiten wir unser Kind am besten darauf vor?

Mein Tipp:

Erzählt eurem Vorschulkind, dass es an diesem Tag mit anderen Kindern im gleichen Alter Schulkind an einer richtigen Schule mit einer echten Lehrerin spielen darf. Dann lasst euer Kind einfach es selbst sein.

Für euer Kind kann es – je nach Schule – eine Untersuchung durch die/den anthroposophische/n Schulärztin/-arzt geben mit verschiedenen Fragen/Übungen/Untersuchungen zur kindlichen Entwicklung mit dem Ziel, die körperliche Schulreife festzustellen. 

Dann gibt es zur Betrachtung der emotionalen und sozialen Schulfähigkeit in der Regel ein Unterrichtssetting in einer Kleingruppe, auch genannt: Die kleine Schulstunde. 

Was euer Kind dabei in etwa erwartet, zeige ich euch in den Bildern.

Es unterscheidet sich natürlich immer von Lehrperson zu Lehrperson und von Schule zu Schule. Auf jeden Fall wird alles spielerisch und altersgemäß in einen schönen Gesamtrahmen gepackt.

Ich wünsche eurem Königskind einen wunderschönen Probeschultag mit viel freudiger Aufregung, neuen Bekanntschaften und positivem Schulzauber🪄🌻!

– Frauke Beckers; Klassenlehrerin und Autorin bei wachsmalbloeckchen.de –

Als Lehrerin im Aufnahmegremium habe ich schon viele Vorschulkinder empfangen dürfen. Zu Beginn betraten die Kinder oft etwas zögerlich den Raum und entlassen durfte ich sie 40 Minuten später jedes Mal wieder mit leuchtenden Augen, scheinbar ein großes Stück gewachsen und mit einem fröhlichen „Auf Wiedersehen, Frau Beckers“. Bei den Eltern sprudelte dann förmlich aus ihnen heraus, was sie heute alles Tolles in der Schule gelernt haben😍

In 10 Minuten einfach loslassen und einschlafen

5 Schritte für eine entspannte Ruhezeit

Ein Gastbeitrag von Dr. Daniela Heidtmann

Das Loslassen am Abend fällt nicht nur Kindern, sondern selbst Erwachsenen schwer und sehr viele Menschen brauchen recht lange, um in den Schlaf zu finden. Oft beginnt am Abend mit der zur-Bett-geh-Zeit der Kinder eine stressige Phase im Familienleben. Die Kinder weigern sich beharrlich und drehen oft nochmal richtig auf, bei den Eltern ist nach einem langen Tag der Akku leer, man hat keine Kraft für Diskussionen um „ich muss aber nochmal aufstehen und trinken“ oder „ich habe aber noch nicht fertig gebaut.“ 

We-Time: Mein Kind und ich

Kleine, immer wiederkehrende Rituale sind hier hilfreich, denn sie nehmen den Stress aus der Situation und zeigen einen Weg zum Loslassen ohne viele Worte. Wenn Abend für Abend ein ähnlicher Ablauf für das Kind erkennbar ist, kann es sich viel leichter darauf einlassen und geht entsprechend freudiger in Richtung „Land der Träume“. Wichtig ist hier vor allem die innere Haltung von Erwachsenen, die das Kind in dieser sensiblen Phase noch einmal achtsam wahrnehmen und sich mit ihm verbinden. Jeder einzelne Schritt kann von Erwachsenen als innige We-Time angelegt werden. Die Schritte zusammen dauern nicht mehr als 10 Minuten, schaffen aber Zufriedenheit und eine friedliche Stimmung am Abend.

Schritt 1: Das Zimmer für die Nacht vorbereiten

  • Das Bett zum Einstieg bereit machen, frisch aufschütteln
  • ein kleines Licht anzünden, 
  • etwas Lavendelöl auf ein Tüchlein neben das Bett legen / Lavendelöl in Schale tröpfeln
  • das liebste Kuscheltier „in Warteposition“ hineinlegen: Teddy freut sich auf die Nacht!

Bei diesem Schritt werden viele Kinder gern mithelfen, es ist aber kein Muss. Die positive Haltung des/der Erwachsenen bei der Vorbereitung ist sehr wichtig. Jeder einzelne Schritt sollte langsam und mit Bedacht ausgeführt werden. Dabei können Eltern selbst schon zur Ruhe finden und diese auch ausstrahlen.

Schritt 2: Eine Körperspür-Übung vor dem Gang ins Bett

Bevor es ins Bett geht, ist es für Kinder meist hilfreich, ihren Körper wahrzunehmen, beruhigende Bewegungen aus dem Yoga bieten sich hierbei an:

  • Das Kind darf sich nochmal ganz groß machen, sich dehnen und recken
  • Das Kind nochmal stehend im Arm halten und etwas wiegen
  • Eine kleine beruhigende Yogahaltung zusammen mit dem Kind üben

Schritt 3: Dem Kind im Bett Raum für Gespräch geben

Mit dem Gang ins Bett „droht“ für viele Kinder „der Kontaktabbruch“ zu den Eltern: Sie sollen schlafen, die Eltern verlassen den Raum. Hier ist es wichtig, noch eine kleine „Kommunikationszeit“ zu reservieren, um kurz in den Austausch zu kommen, das Kind wahrzunehmen, ihm verbal Raum zu geben.

  • Frage: „Was hat dir heute im Kindergarten / in der Schule besonders gut gefallen?“ oder
  • „Was hat dir heute am besten geschmeckt?“ oder
  • „Heute ist dir x/y schon richtig gut gelungen“ oder
  • „Ob Teddy schon schläft?“

Schritt 4: Angenehme Stillezeit

Nach dem Gespräch kommt die Stillezeit. Auch wenn nicht mehr/kaum noch miteinander gesprochen wird, bleibt die/der Erwachsene weiter innig mit dem Kind in Kontakt:

  • Kleine Massage der Hände oder Füße oder
  • Vorlesen einer kleinen Fantasiereise oder
  • Erzählen, wie Mond und Sterne am Himmel stehen (angepasst ans Alter des Kindes, vom kurzen Beschreiben bis zu Sternbildern) oder
  • Erzählen, was Teddy träumt

Mit Abschluss der kleinen Stillezeit kommt der wichtigste Teil des Rituals: Die Me-Time für den Erwachsenen: Eine kurze Meditation vor dem Bett des Kindes. Sie hilft, die Anstrengungen des Alltags zurückzulassen, durchzuatmen und zur Ruhe zu kommen, während das Kind behütet einschläft.

Schritt 5: Me-Time – die Meditation für Erwachsene

  • Sitze auf einem Stuhl, Kissen, oder auf dem Boden vor dem Bett deines Kindes
  • Richte die Wirbelsäule auf und Erde dich gut
  • Lasse den Atem frei fließen und nimm seinen Rhythmus wahr
  • Beobachte den Weg der Ein- und Ausatmung
  • Werde ganz still, der Körper ist unbewegt
  • Spüre die Füße, … die Hände, das entspannte Gesicht
  • Nimm dein einschlafendes Kind wahr, seinen Atmenrhythmus, dann spüre wieder deinen stillen Körper
  • Tauche ganz ein in diesen friedlichen Moment … lass los!

Viele friedvolle Familien-Abende und gute Nächte wünscht

Daniela

Hilfreiche Unterstützung

Ein Yogaabendritual für das Grundschulalter: Heidtmann, Daniela (2019): Yoga, Mond und Sterne. Buch Hardcover. Mitmach-Geschichte für Familien. Asteya-Verlag. – in meinem Shop erhältlich

Kurze Fantasiereisen zum Loslassen: Heidtmann, Daniela (2021): Kleine Fantasiereisen. Kartenset mit 30 Karten. Ellermann-Verlag – hier bestellen.Blogartikel dazu

Meditation und Entspannung lernen: Online-Workshop von Daniela Heidtmann: Meditations- und Entspannungstage vom 10.01.-14.01.2022, täglich 20.00-21.00. www.yoga-neckarau.de

Zur Autorin: @danielaheidtmann_yoga

Daniela ist Kommunikationswissenschaftlerin, dreifache Mutter und Yogalehrerin. Sie ist Autorin vieler Bücher zum Thema „Zur-Ruhe-kommen mit Yoga und Entspannungstechniken“. Als Entspannungsexpertin beschäftigt sie sich seit über 20 Jahren damit, wie Kinder und Erwachsene leichter loslassen und einschlafen können. In ihrer Yogaschule in Mannheim, aber auch online, bietet sie achtsames Yoga mit Meditation an und bildet Yogalehrer/innen aus.

Gastbeitrag: Waldorfbücher für Kinder

Ich freue mich über diesen wundervollen Gastbeitrag meiner lieben Kollegin
Kerstin Gruler aus Baden-Württemberg. Sie hat in sehr gelungener Weise über die Besonderheiten der Waldorfbücher für Kinder geschrieben – was als Autorin ja auch mein Herzensthema ist. Ich wünsche Euch viel Freude beim Lesen:

Waldorfbücher sind Kinderbücher,  welche nach antroposophischen Grundsätzen gestaltet sind. Der Begriff Waldorfbuch ist kein feststehender Begriff,  dennoch hat man eine bestimmtes Bild im Kopf wenn man davon spricht. 

Zur Gestaltung

Als erstes geht man wohl von einem Buch mit wunderschönen Bildern aus. Dies ist auf jeden Fall schonmal richtig. Die meisten Bücher sind wahre Kunstwerke, meist in Aquarelltechnik.
Ein Waldorf-Bilderbuch zeichnet über das aber auch aus, dass die Zeichnungen nicht nur einen hohen ästhetischen Anspruch haben, sondern auch, dass die Lebewesen lebensecht dargestellt werden. 

Tiere mit übergroßen Augen und comicartig gezeichnet gehören nicht dazu.  
Beliebt ist jedoch auch die dargestellten Lebewesen nur leicht zu umreissen um möglichst viel Raum für die eigene Fantasie zu lassen. 

Oft sind die Figuren fließend, weich und wandelbar. Die Gesichter sind meist nur angedeutet, um auch dort soviel Raum für die Fantasie zu lassen wie nur möglich. Auch die harmonische Farbgebung ist gewollt und an das Lesealter angepasst. 

Schafft es das Buch,  einen in eine fantastische Fantasiewelt zu begleiten und eine wohlige Stimmung zu verbreiten, ist alles richtig gelaufen. 

Die Sprachgestaltung von Waldorfbüchern

Im ersten Jahrsiebt braucht es vor allem Eltern,  welche Geschichten frei erzählen. In den Worten, die das Kind kennt, mit der Stimme die ihm vertraut ist. Beim freien Erzählen entsteht eine ganz andere Stimmung und Beziehung zwischen Erwachsenem und Kind.

Häufig sind die Bücher für die jüngeren Kinder in Reimform. Dieser Rhythmus der Reime unterstützt mit den gesehen Bildern die Gefühle, die durch das gemeinsame Lesen entstehen. Kinder im ersten Jahrsiebt lieben Reime und vor allem Wiederholungen..
Im zweiten Jahrsiebt nimmt die geschriebene Sprache an Bedeutung zu. Altes Kulturgut, eine Sprache, die vielleicht auch fremd klingt, und Wörter, die man im Alltag nicht hört, machen die Geschichten für Kinder interessant. Fabeln und Märchen fangen die Stimmung der Kinder auf und holen sie in ihrer Gefühlswelt ab. 

Altersempfehlungen

Für Kinder im ersten Jahrsiebt sind vorallem die Bilder,  welche die Fantasie beflügeln und nicht zuviel vorgeben, richtig. Die Kinder unterscheiden Realität und Fantasie noch nicht richtig und können so tief in die Geschichten voll Zwergen,  Feen und magischer Orte eintauchen.
Um dieses eigene Bild,  welches die Kinder in sich entstehen lassen, noch zu intensivieren, braucht es eigentlich gar keinen Text, sondern Geschichten die frei erzählt werden und das Kind so tief in verschiedene Gefühlswelten eintauchen lassen. Fantasievolle Geschichten wie es etwa Märchen sind, entführen die Kinder in eine Welt voller Liebe, Missgunst, Freundschaft, Vertrauen und Verrat. Gemeinsam mit einem Erwachsenen,  der dem Kind in diesem Moment Nähe gibt, ist das Geschichtenerzählen eine tiefe, grundlegende Erfahrung für die Kinder. 

Rhythmus und Wiederholung

Eines ist noch zu sagen: Diese Geschichten im ersten Jahrsiebt leben vom Rhythmus. Kinder brauchen diese Wiederholung. Auch wenn ich die Geschichte schon zum fünften Mal hintereinander erzähle, ist es für das Kind immer wieder das selbe schöne Gefühl,  welches dabei entsteht. Wiederholung schafft Sicherheit und ein Gefühl von Geborgenheit. 
Ab dem zweiten Jahrsiebt werden die Vorstellungen der Kinder konkreter, nun werden auch Vorlesebücher mit konkreteren Bildern und Geschichten, die aus dem Alltag kommen, interessant und wertvoll. Viele Vorlesebücher können die Kinder im Wechsel dann vielleicht auch schon selbst lesen. Die Geschichten handeln immer noch gerne von Fabeln und Zauberwesen, aber nach und nach auch von Menschen , Freundschaften und Familie. Spannend müssen diese Bücher erst gegen Ende des zweiten Jahrsiebts sein. Aber das ist dann wieder eine ganz andere *Geschichte*.

Quellen

Die Fotos dieses Beitrags aus den Büchern „Nachts am Berge tanzen Zwerge“ von Bettina Stietencron, Verlag Engel und Co.
„Das Nebelmännle vom Bodensee“ von Anke Klaaßen, Verlag Urachhaus.

Außerdem „Rosinas Wolle“ von Nadine Mescher (mein Buch), „Yoga, Mond & Sterne“ von Daniela Heidtmann und „Maira, das Brombeermädchen“ von Lena Fischer, Asteya Verlag.

Gastbeiträge

Gastbeiträge sind mir jederzeit willkommen, wenn sie zu meinem Blog passen. Ich freue mich daher über Emails von Gastautor*innen an „montagskind<@>posteo.de“.