Die Montagsmärchen sind wieder da

Die 8. Staffel „Märchen mit Klang“ ist am Donnerstag mit der Michaeli-Geschichte „Ritterkraft in mir“ gestartet. Ab heute geht es mit den Montagsmärchen weiter. „Zwergenmützchen“ nach Ludwig Bechstein macht den Anfang.

Kreative Pause

Mit der diesjährigen Zeugniszeit begann eine längere kreative Pause meines Märchen-Podcasts „Märchen mit Klang“ – und mit dem beginnenden Herbst setzte sogleich die Märchenstimmung wieder ein. Dies bemerke ich nicht nur an mir selbst, sondern es zeigen auch die Nachfragen meiner Hörer:innen und die wieder deutlich steigenden Hörer:innenzahlen in der Podcast-Statistik, dass die Zeit für eine neue Staffel gekommen ist. So möchte ich danke sagen für Eure Treue!

Was erwartet Euch in Staffel 8?

Es wird wieder eine Mischung aus seltenen schönen Märchen zum Kennenlernen, bekannten Märchen zum Erinnern und auch eine herbstliche Fantasiereise steht auf meinem Episodenplan. Lasst Euch überraschen.

Wie gewohnt, werden die Märchen reizarm und ruhig erzählt, ohne vielfach verstellte Stimme, zusätzlichen Soundeffekten etc. Lediglich natürliche Klanginstrumente kommen wohldosiert zwischendurch zum Einsatz. So hoffe ich, Euch und Euren Lieben eine entspannte Märchenzeit zu bereiten.

Auftakt an Michaeli

Die neue Staffel begann diesmal nicht an einem Montag, sondern am Michaeli-Tag, der dieses Jahr auf einen Donnerstag fiel. Meine selbst geschriebene Geschichte „Ritterkraft in mir“ war und ist nicht nur im Blog nachzulesen und als Download verfügbar, sondern kann auch ganz in Ruhe, mit Klangschalen begleitet, im Podcast angehört werden. Zu Beginn der Episode spiele ich übrigens das Michaeli-Lied „Wenn ich groß bin“ auf der pentatonischen Flöte.

Ritterkraft in mir

Erster Märchenmontag seit längerer Zeit

Ab heute könnt Ihr wie gewohnt an jedem Montag ein neues Märchen hören. Den Auftakt macht „Zwergenmützchen“ nach Ludwig Bechstein.

Zwergenmützchen

Ein Müller hat drei Söhne und eine Tochter. Für seine Söhne hat er nur Gemeinheiten über, während seine Tochter bevorzugt wird. Eines Tages beschließen die Söhne, die Zwerge in den grünen Bergen aufzusuchen, denn diese haben Nebelkäppchen, mit denen sie sich unsichtbar machen können. Der Älteste zieht los, ein solches Zwergenmützchen zu stibitzen, kommt aber nicht zurück. Die Zwerge nehmen ihn gefangen. So ergeht es auch dem zweiten Bruder. Zuletzt macht sich dann der jüngste Bruder auf den Weg….

Ich wünsche Euch eine schöne, herbstliche Märchenzeit.

Ritterkräfte in der Unterstufe und Vertrauen in der Mittelstufe

Auch in diesem Jahr habe ich mir wieder mit viel Freude Dinge für Michaeli überlegt und mit meiner Klasse den bevorstehenden Tag geplant. Wir sind ja jetzt schon in der Mittelstufe angekommen. Meine neue Michaeli-Geschichte ist allerdings für den Einsatz Unterstufe gedacht und passt auch wieder zu dem Drachenfußspuren-Spiel. Meine Klasse wird hingegen eine besonders schöne Vertrauensübung machen.

Eine sinnige Geschichte: Ritterkraft in mir

Hier geht es auch darum, dass manche Ängste und Sorgen einfach übernommen werden. Dass man mutig eigene Wege gehen darf und soll. Dass Gefühle gelebt werden wollen und müssen. Und dass man als Gemeinschaft stark ist. Es geht um die Ritterkraft, die in jedem von uns steckt….

In einem kleinen Dorf sind alle Menschen leise, weil man ihnen gesagt hat, in der Nähe schlafe ein gefährlicher Drache in seiner Höhle. Kaum jemand wagt sich vor die Tür. Der Drache könnte aufgeweckt werden und schlimme Dinge anstellen! Dabei scheint noch niemand den Drachen je gesehen zu haben. Doch die Furcht ist groß. Ein kleines Mädchen, das voller Tatkraft und Lebensfreude ist, gerät in Wut darüber, dass es immer so leise sein soll. Aus ihrer Wut heraus weckt sie ihre Ritterkräfte – und die wirken bald ansteckend.

Ihr könnt die Geschichte hier kostenlos downloaden oder ab dem 29.9.22 auch von mir erzählen lassen in meinem Podcast „Märchen mit Klang“ :

Vertrauensübung in Klasse 5: Deine Stärken

In meiner Klasse wird es eine Vertrauensübung geben, die die gegenseitige Wertschätzung erleben und festhalten lässt. Ein inneres Licht, passend zur Mutkerze. Mehr verrate ich an dieser Stelle aber noch nicht.

Meine Michaeli-Wünsche für Euch

Seid mutig und öffnet Eure Herzen, traut Euch und Euren Kindern etwas zu. Ihr habt alle Ritterkräfte und tragt einen großen Schatz in Euch.

Werden die Tage kurz,

werden die Herzen hell.

Über dem Herbste strahlt leuchtend

Sankt Michael!

überliefert*

Die erste Musikstunde

Morgen haben wieder neue Erstklässler:innen ihre erste Musikstunde bei mir. Ich weiß nicht, wie viele erste Klassen ich inzwischen hatte, aber auch in diesem Jahr gestalte ich die erste Stunde ganz neu. Heute kam mir eine schöne Geschichte mit erster Klangübung in den Sinn.

Klingen soll es in der Welt

In der Geschichte geht es um einen Wanderer, der unter einem Ahornbaum Rast hält und dem dort die verschiedensten, schönsten Naturklänge begegnen. Er schläft ein und nach seinem Traum macht er sich auf den Weg, um einen Baum zu finden, der dafür bestimmt ist, ihm Klänge zu schenken.

Als er diesen findet, bedankt er sich bei ihm und erarbeitet aus dem Holz die schönsten Instrumente. Seitdem ist die Welt um einige Klänge reicher.

Hier findet Ihr die Geschichte zum Download:

Mit Liebe das Interesse wecken und ins Tun kommen

Die Instrumente sind zunächst verdeckt und werden nach und nach, im Laufe der Geschichte enthüllt und gespielt. So ist jedes Instrument ein schönes Erlebnis.

Ich habe dann noch ein Körbchen mit weiteren Shakern und Klanghölzern und beginne auch eine kleine praktische Übung, das Klangorchester. So kommen die Kinder auch gleich ins Tun, denn sie wollen ja Musik machen. Beim Spiel des „Klangorchesters“ lege ich dann auch an, wie mit Instrumenten achtsam umgegangen wird und zeige kleine Handgesten für „leise“, „lauter“, „nicht mehr spielen“. Dafür eignen sich Shaker und Hölzer sehr gut.

Ich freue mich schon auf die Stunde!

Erzählkarten

Zur praktischen Handhabung habe ich außerdem Erzählkarten erstellt, die aktuell bei Eduki geprüft werden. Der Link erscheint hier in Kürze.

Die Erholung der Kinder

Das vergangene Schuljahr war – jedenfalls bei uns – wieder ein Schuljahr mit vollem Schulbetrieb, was uns natürlich alle sehr gefreut hat: Volle Klassen, kein Wechsel- oder Distanzunterricht. Auch im Sozialen waren nach den vielen Distanzzeiten alle wieder miteinander als große Gruppe gefordert. Jetzt sind Ferien und ich habe mich mal umgehört, wovon sich die Kinder in diesem Jahr am meisten erholen.

Nicht repräsentativ, aber trotzdem informativ

Ich sehe hier zu Hause, wie erholsam für meine eigenen Kinder momentan das Ausschlafen ist. Als sie noch jünger waren, genossen sie das Spielen außerhalb des ansonsten deutlich mehr getakteten Tages. Ich möchte aber nicht nur von meinen eigenen Erfahrungen berichten, sondern auch die vielen Zuschriften mit einfließen lassen, die ich bei Instagram zu dem Thema bekommen habe.

Zum einen konnten meine Follower selbst formulieren, wovon sich ihre Kinder erholen. Zum anderen habe ich nach ihrer Einschätzung zu fünf Punkten – Lärm, Aufgaben/Verpflichtungen, frühes Aufstehen, „Störenfriede“ und Schulweg – gefragt. Das Ganze ist natürlich nicht repräsentativ, aber doch zeigt sich – wie ich finde – ein spannendes Bild.

Die Top 3: Lärm, Anforderungen, frühes Aufstehen

So haben meine Follower auf Instagram abgestimmt.

Lärmpegel in der Schule

Der Lärmpegel auf dem Schulhof, in den Gängen und in der Klasse ist sicherlich nicht zu verachten und auch ein Stressor, gerade in der Unter- und Mittelstufe. Auch im Unterricht lässt sich zwischendurch eine gewisse Lautstärke nicht verhindern – besonders in Phasen bewegten Lernens. Dass dies insbesondere für lärmempfindliche Kinder schwierig ist, steht außer Frage. Als Audiopädin habe ich dies auch stets auf dem Schirm – doch auch bei mir findet natürlich ein Wechsel zwischen Ruhe und Lebhaftigkeit statt und es gibt immer wieder Phasen, die auch unruhiger sind. Die Kunst ist es, die Kinder ebenso sicher wieder zur Ruhe zu führen. Doch dazu an anderer Stelle mehr (auch, warum es eine Kunst ist).

Die vielen Aufgaben und vorgegebenen Strukturen

Lernen in einer großen Gruppe bedeutet, zugunsten der gemeinsamen Arbeit die eigenen Bedürfnisse zeitweise zurückzuhalten. Diese Fähigkeit zur Selbstregulation ist besonders in der Unterstufe oft noch herausfordernd für manche Kinder und damit ebenso ein Stressor. Hier ist auch die Selbstfürsorge in der Pause ein großes Thema. Zugunsten des Freispiels werden schnell die wärmende Jacke, das Frühstück oder Toilettengänge vergessen. Dies fällt den jüngeren Schulkindern meist erst ein, wenn sie längst auf dem Schulhof oder schon wieder im Klassenraum für die nächste Unterrichtsstunde sind. Ein weiterer Punkt sind an dieser Stelle die zu erledigenden Aufgaben eines jeden Schultages, die neben fachlichen Anforderungen meist auch gleichzeitig Anforderungen an die Selbstorganisation stellen. Feste Tagesroutinen und eine gewisse räumliche Struktur in der Lernumgebung sind hier hilfreich.

Frühes Aufstehen

Besonders, wenn die Kinder heranwachsen und die großen Veränderungen (Wachstum, Gehirnentwicklung, „Körperumbau“ usw.) Schlaf erfordern, empfinden sie das Ausschlafen in den Ferien besonders erholsam – und fühlen sich ebenso gestresst durch das frühe Aufstehen während der Schulzeit.

„Störenfriede“ und der Schulweg sind zweitrangig

Das sagen meine Follower auf Instagram

„Störenfriede“

Wenn Mitschüler:innen im Unterricht oder auch in der Pause Unruhe stiften, scheint dies untereinander zwar sicherlich auch nervig zu sein, wird aber offenbar nicht als insgesamt sehr großer Stress empfunden oder rückgemeldet.

Der Schulweg

Ich unterrichte an einer Schule mit sehr großem Einzugsgebiet. Unsere Kinder haben oft schon eine lange Fahrt im Schulbus hinter sich, wenn sie am frühen Morgen zur Tür hinein kommen. Ebenso sieht es dann natürlich auch auf dem Rückweg aus, nachdem schon viele Stunden an der Schule verbracht wurden. Aus diesem Grund hatte ich danach gefragt. Offenbar (und zum Glück) scheinen all zu lange, stressige Schulwege die Ausnahme zu sein.

Andere Rückmeldungen auf die Frage, wovon sich die Kinder gerade erholen

  • „Lärm, zu viele Menschen“
  • „Schule, Stress, Leistungssport“
  • „Vom Müssen!“
  • „Von Lärm und anderen Kindern um sie herum. Einfach mal in Ruhe und alleine spielen.“
  • „Vom frühen Aufstehen“
  • „Von einem fest strukturierten Tag voller Termine und Verpflichtungen (gymnasiale Oberstufe)“
  • „Vom Unterdrücken ihrer Impulse im Unterricht“
  • „Laute Kinder in der Klasse“
  • „Vom frühen Aufstehen und einem durchgetakteten Vormittag“
  • „Muss es leider so ausdrücken: Vom Schulunterricht.“
  • „Von dem aufgezwungenen Rhythmus.“
  • „Druck in der Schule, die täglichen `Dramen´ im Freundeskreis.“
  • „Vom frühen Aufstehen.“
  • „Bei uns sind es tatsächlich zu viele Erwachsene… gerade auf dem Spielplatz dreht mein Kleiner durch, wenn zu viele Eltern an den Geräten stehen.“
  • „Mein Kind genießt noch die Ruhe vor dem Sturm.“

Das Fazit

Es ist schön, mehr über die Dinge zu erfahren. Doch was lässt sich daraus schließen?

Gewisse Stressoren gibt es überall – auch bei denen, die richtig gern zur Schule gehen. Bleiben wir also mit den Kindern im Gespräch, erfahren wir mehr darüber. Man kann vielleicht so unnötigen Stress verhindern oder eingrenzen – aber ganz sicher können wir die Kinder bewusst dabei begleiten, ihre eigenen Strategien und Resilienzen zu entwickeln. Da hat die Gesundheitspädagogik viel Prävention auf Lager und ich hoffe, Euch noch so einige Dinge hier auf meinem Blog näherbringen zu können.

Ich wünsche weiterhin schöne Ferien!

Urlaub, Lieblingsmenschen, Herzprojekte

Zwei Wochen Urlaub neigen sich gerade dem Ende entgegen. Wir haben so viele neue Eindrücke genossen und schöne Erlebnisse gesammelt, dass es sich sogar viel länger anfühlt. Die Sommerferien sind die „großen Ferien“. Doch was macht die großen Ferien erst so richtig groß?

Erst einmal raus

Ich war erst skeptisch, ob ich wirklich sofort loslassen kann – noch bevor im Arbeitszimmer klar Schiff ist nach dem großen Schuljahresendspurt. Doch der Tapetenwechsel zeigte sofort seine Wirkung. Alles, was bis zum Ferienbeginn meinen Alltag bestimmt hat, habe ich zu Hause gelassen und konnte zusammen mit der Familie neu auftanken.

Dann schöne Dinge tun

Zeit für die Lieblingsmenschen haben und mit ihnen verbringen, es zu Hause schön machen, in der Küche Leckereien zaubern… auf all das freue ich mich jetzt. Auch mein Arbeitszimmer räume ich – mit dem gewonnenen Abstand – nach und nach auf. Platz schaffen für neue Ideen, die kommen dann ohnehin von selbst. Außerdem fahre ich ab und an zur Schule, verräume im neuen Klassenzimmer und richte den neuen Förderraum her, gemeinsam mit lieben Kolleginnen und Eltern. So ein neues Schuljahr wirft seine Schatten voraus.

Und Vorfreude genießen

Noch in diesem Monat erscheint meine neue Publikation für die pädagogische Praxis. Darauf bin ich schon sehr gespannt! Auch warten neue Aufgaben auf mich: Neben Unterricht und Schulleitungsaufgaben stehen Coaching und mehr Gesundheitspädagogik an. Sowieso muss ein neues Schuljahr in seiner ganzen Vielfalt und in Ruhe vorbereitet werden. Das alles weckt Vorfreude und stimmt mich allmählich ein auf die nächste „Runde“.

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Was bringen Kinder mit?

Am Wochenende war ich mit Dustin auf der didacta Bildungsmesse in Köln und habe natürlich auch die Stände des Bundes der Freien Waldorfschule / Pädagogische Forschungsstelle und des Verlages Freies Geistesleben ausgiebig besucht. Dabei habe ich mal wieder den einen oder anderen Schatz gefunden. Den ersten davon möchte ich Euch gleich vorstellen: Ein sehr inspirierendes Buch vom Verlag Freies Geistesleben (unbeauftragte Werbung).

Es geht um die angeborene Spiritualität von Kindern und wie sich diese bei der künstlerischen Arbeit offenbart.

Im pädagogischen Diskurs, in der Literatur, geht es vor allem darum, was die Kinder alles nicht können (…) und selten darum, was die Kinder selber sind und offenbaren.

Christiane von KönigslöW im Vorwort ihres Buches „Der Engel – das bin ich“, Verlag Freies Geistesleben

Inspiration: „Der Engel – das bin ich…“

Es ist immer etwas anderes, ob man ein Buch im Katalog findet oder einmal live in den Händen hält. Ich glaube, dieses Buch wäre mir auf anderen Wegen nicht unbedingt direkt ins Auge gesprungen, aber jetzt liegt es hier vor mir, ich finde es einfach sehr inspirierend und bin dankbar dafür.

Kinderzeichnungen und -bilder sind ohnehin ein Steckenpferd von mir, ebenso beschäftigt mich die Spiritualität, die Kinder von klein auf in sich tragen. Auf beides geht nun dieses Buch in sehr schöner Weise ein.

Worum geht es in dem Buch?

Die Autorin ist Kindergärtnerin und beschreibt einige künstlerischen Prozesse mit ihrer Kindergruppe. Sie legt übrigens großen Wert darauf Kindergärtnerin zu sein, denn eine Gärtnerin empfindet Freude an der Schönheit der Welt, dem Natürlichen und ergreift sie für sich, kann sie bestenfalls zum Positiven weiter verwandeln. Eine Gärtnerin umgibt eine Atmosphäre von Kreativität, die Welt mit naturgegebenen Dingen zu „schmücken“, ein sehr schöner Gedanke in Bezug auf die Arbeit mit Kindern, wie ich finde.

In dem Buch beschreibt sie nun sehr feinfühlig, wie die Kinder ins Malen finden und wie das Gemalte etwas Inneres, Spirituelles nach außen trägt. Sie zeigt einige der Kunstwerke „ihrer“ Kinder und dokumentiert, was die Kinder über ihre Kunstwerke gesagt haben oder mit welchen Worten sie auch untereinander darüber gesprochen haben.

Als Leser:in kann man Anteil daran nehmen, die innere Haltung der Autorin mit einnehmen und gleichzeitig seine eigenen Antennen dafür sensibilisieren, was man gerade bei der Arbeit mit jüngeren Kindern an Schätzen entdecken kann. Wie die Kinder sich zeigen, was tief in ihren lebt und sie bereits von sich aus mitbringen. Daran erinnert dieses Buch aus dem Alltag heraus.

Sehr schön nachzuvollziehen sind auch kreative Spielprozesse und Rituale wie das vorgestellte „Arche Noah Spiel“.

Was bedeutet das für unsere Schulanfänger:innen?

Ja, richtig gelesen: In dem Buch geht es um eine Kindergartengruppe. Ich arbeite mit Schulkindern. Doch unsere Schulanfänger:innen haben ihr erstes Jahrsiebt ja auch noch nicht abgeschlossen und auch in ihnen liegen viele Schätze, die sich entdecken lassen. Wenn sie zu uns in die Schule kommen, sollten wir genau das auch deutlich wahrnehmen. Deshalb würde ich dieses Buch auch allen Lehrer:innen zur Auffrischung und Vertiefung empfehlen, die mit dieser Altersgruppe zu tun haben. Abgesehen von dem Wechsel und den Unterschiedenen der Institutionen Schule und KiTa gibt es in der kindlichen Entwicklung selbst diesen großen Sprung in der seelischen Entwicklung beim Eintritt in die Schule nicht. Dieser folgt der allgemeinen Schulreife erst im dritten Schuljahr nach.

Und was inspiriert mich dabei?

Ich habe seit einiger Zeit jedes Jahr die Klassen 1 und 2 im Musikunterricht, ein ebenfalls sehr kreatives Unterrichtsfach. Und die Kinder bewegen sich auch in dieser Atmosphäre, teilweise noch sehr stark spürbar. Wir sollten daher nicht nur unterrichten, sondern auch die Möglichkeit wahrnehmen, diesen inneren Wesenskern der Kinder durch die künstlerische Arbeit noch mehr kennenzulernen. Die Waldorfpädagogik ist eine Pädagogik der Beziehung!

Ich erlebe es beispielsweise immer als sehr besonderen Moment, wenn die Kinder die Kinderharfe kennenlernen und mit der Zeit etwas auf ihr spielen dürfen. „Mein Engel spielt sie auch“, habe ich da schon gehört. Oder bestimmte Namen, die Kinder meinen verschiedenen unkonventionellen Instrumenten nach Klängen geben. Meine Schwingstäbe aus Bronze wurden beispielsweise von meiner Klasse „Sternenstäbe“ genannt. Auch die verschiedenen Klänge locken immer wieder etwas hervor, das die Kinder offenbaren.

Ich finde es wichtig, auch dafür sensibel zu sein und zu bleiben. Im besten Sinne:

Link zum Buch

Wer sich für dieses Buch interessiert und meinen Blog unterstützen möchte, kann es über meinen Kooperationspartner Thalia unter diesem Link bestellen.

Stillephase mit sichtbarer Struktur – der Ruhewürfel

Es stimmt: Stille im Raum sorgt für eine konzentrierte Eigenarbeitszeit – besonders, wenn 30 Kinder und mehr gleichzeitig bei ihrer Arbeit bleiben sollen. Und genau hier liegt auch ein Stressfaktor von Ruhephasen, denn viele Kinder wissen nicht, ob und wie sich äußern sollen, wenn sie ein Anliegen haben. Um der Ruhe eine sichtbare Struktur und den Kindern das Gefühl zu geben, gesehen zu werden, gibt es in meiner Klasse jetzt Ruhewürfel.

Der Wechsel aus Ruhe und Dynamik

An einem Schultag geschehen viele Unterrichtsphasen im Wechsel. Mal wird in Bewegung gespielt, chorisch gesungen oder gesprochen, dann der Lehrerin zugehört, ein gemeinsames Gespräch geführt oder praktisch gearbeitet. Laut und Leise sind im Wechsel. Nach viel gemeinsamer Bewegung, äußerlich wie innerlich (dem Fortgang eines Gesprächs folgen) gehört dann auch eine Phase der Stille zum täglichen Unterricht. Hier soll sich jedes Kind einmal ganz für sich einem Thema auseinandersetzen, Aufgaben üben usw. Anschließend kann dann besprochen werden, welche Fragen dabei aufgekommen sind.

Jede:r bleibt bei sich – mit räumlicher Struktur

Kleiner Raum, viele Kinder und manche sind leicht ablenkbar oder unkonzentriert. Die Aufforderung „Ab jetzt sind wir leise“ hilft da nur bedingt, auch wenn man sie noch so nett in ein Sprüchlein verpackt oder mit einem „Ruhe-Klang“ begleitet. Ich habe besonders in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass Kinder immer auch eine sichtbare Struktur zur Erinnerung und Sicherheit benötigen.

Sichtbare Raumstruktur

In den Schuleingangsklassen werden zu Beginn des Arbeitsteils aus dem Bänkchenkreis gemeinsam Reihen gestellt und das kleine Tischlein, das mit Kerze, Erzählstein usw. in der Mitte stand, wird an die Seite geräumt.

Im Klassenraum mit festem Mobiliar kann man so einfach die Sitzordnung nicht umstellen. Ich verlasse zwar für Spiele und Bewegungsübungen den Raum, so dass im Klassenraum hauptsächlich unsere Gespräche und Arbeitsteile stattfinden. Dennoch braucht es noch mehr sichtbare Struktur, wenn etwa von einem Klassengespräch zur Eigenarbeit übergeleitet wird. Die erste Anschaffung waren daher kleine Stellwände aus Wellpappe im DIN A3-Format, die zur Abgrenzung auf den Tisch gestellt werden können. „Das Büro einrichten“ sagen wir dazu. Die Kinder dürfen bei Bedarf auch selbst die Stellwände nehmen und aufstellen, wenn sie sich mal abgelenkt fühlen. Damit gelingt das Arbeiten bereits deutlich konzentrierter, da reizärmer.

Möglicher Stille-Stress

Nun ist klar: Wir sind alle leise und arbeiten an unseren Aufgaben. Doch ein Stressfaktor ist noch da – denn was ist, wenn bei aller Stille und Ruhe….

  • ich doch noch eine Frage zur Aufgabe habe
  • Ich den ganzen Arbeitsauftrag irgendwie nicht so recht verstanden habe
  • Meine Tinte im Füller leer ist und ich keinen Nachschub habe
  • ich meine Arbeit schon erledigt habe und neue Aufgaben wünsche
  • ich zur Toilette muss
  • oder oder oder

Auch diese Fragen gibt es 30-fach. Und die ruhige Arbeitsatmosphäre möchte niemand wirklich stören – wie kommuniziert man nun unauffällig? Bisher war es so: Manche Kinder machten sich auf den Weg und schlichen hinter mir her, um mich flüsternd anzusprechen. Wieder andere Kinder zeigten auf, schnipsten auch, damit ich sogleich nach ihnen schaue. Auch kann es sein, dass es Kinder gibt, die so sehr nicht stören wollen, dass sie sich gar nicht äußern, auch nicht bei Fragen.

Die Lösung: Der Ruhe-Würfel

Im Montessori-Shop (Kooperation) entdeckte ich den Ruhe-Würfel und war sogleich sehr angetan. Ich bestellte den großen Würfel und besprach mit den Kindern die Einsatzmöglichkeiten. Dann war klar: Diese Würfel brauchen wir. Gesagt, bestellt, erhalten.

In einem Klassengespräch haben wir darüber gesprochen, welche Anliegen und Bedürfnisse so erfahrungsgemäß aufkommen, während die ruhige Arbeitszeit ist.

Da ich grundsätzlich im Raum präsent bin und herumgehe, ist es nun sehr leicht, mir ein Anliegen anzuzeigen. Dabei fallen die rote und die grüne Würfelfläche natürlich besonders ins Auge. Wir vereinbarten daher diese Zeichen:

  • Leere Fläche: Bei mir ist alles in Ordnung
  • Grüne Fläche: Ich bin fertig mit meinen Aufgaben und brauche ggf. „Nachschub“
  • Rote Fläche: Ich muss zur Toilette, ans Fenster (frische Luft schnappen) usw.
  • Fragezeichen: Ich habe eine Frage zu einer Aufgabe
  • Ausrufezeichen: Ich habe generell etwas nicht verstanden.

Erster Einsatz

Die erste Arbeitszeit mit den Würfeln hat prima geklappt und ich war sogar mehr „gefragt“ als sonst. Denn die sonst eher stillen Kindern, die sich eher zurücknehmen und gar nicht melden, haben sich auch über den Würfel geäußert. Trotzdem blieb es insgesamt sehr leise.

Würfel bestellen

Mit Klick auf diesen Link könnt ihr die kleinen Ruhewürfel bestellen, es gibt aber auch größere Exemplare. Ich habe aktuell einen großen Würfel (zum Vorzeigen) und 30 kleine Würfel. Es ist ja durchaus denkbar, dass es pro Doppeltisch einen Würfel gibt, der geteilt werden kann.

Seelennahrung Erzählteil

Ein Epochen- oder Hauptunterricht an der Waldorfschule besteht aus dem so genannten Rhythmischen Teil, dem Arbeitsteil und dem Erzählteil. Bei dieser Dreigliederung werden die Kinder ganzheitlich angesprochen. Darum erfahrt Ihr hier , warum das freie Erzählen und Vorlesen bis ins Teenageralter an der Waldorfschule regelmäßig praktiziert wird und fest im Tagesablauf von Klassenlehrer:innen eingeplant ist.

Welche Unterrichtsphase spricht was an?

Ein ganzheitlicher Unterricht ist keine reine Kopfsache, sondern spricht Körper, Geist und Seele gleichermaßen an, denn Lernen ist kein Denkprozess, sondern braucht Bewegung, vielseitige Anregung und seelische Verbindung.

Der rhythmische Teil

Im so genannten rhythmischen Teil finden sich Bewegungselemente, Gemeinschaftsspiele, künstlerisches Sprechen und tägliches gemeinsames Musizieren wieder. Die tägliche Wiederholung einer Übung lässt sie immer weiter ausreifen und besser gelingen. „Rhythmus ersetzt Kraft“ gilt hier. Die verschiedenen gemeinsamen Aktivitäten führen die Kinder zusammen, wecken sie auf und spenden Energie. Die Übungen des rhythmischen Teils finden auch im Jahreslauf, mit Bezug zur jeweiligen Jahreszeit, statt und bauen eine Brücke zum Lerninhalt des Arbeitsteils.

Der Arbeitsteil

Nach der Einstimmung im rhythmischen Teil findet die Auseinandersetzung mit den Lerninhalten, die „Kopfarbeit“ statt. Hier wird das Gelernte vom Vortag wiederholt, mit neuen Inhalten vertieft und auf verschiedene Weise geübt.

Jetzt aber zum Erzählteil…

Der Erzählteil schließt den – in meiner Klasse den 105 Minuten dauernden – Epochenunterricht ab. Jetzt ist die Zeit für Märchen, Fabeln, Legenden und Mythologien. Die Kinder hören die Geschichten, die sprachlich mitunter sehr anspruchsvoll und Wortschatz erweiternd sind und viele innere Bilder schaffen. Dies fördert die Fantasiefähigkeit und die Art des inneren Erlebens ist die reinste Seelennahrung und Menschenbildung: Es geschieht durch die Belebung der Vorstellungskräfte ein inneres Erleben, das die seelische Entwicklung beflügelt und auf indirektem Wege auch kindliche Fragen beantwortet. Da gibt es Gut und Böse, die Begegnung mit der Fremde und Andersartigkeit und es gibt viele neue Entdeckungen, die vor dem inneren Auge gesehen und durchlebt werden.

Was wird wann erzählt?

In den Klassen 1 und 2 werden ganz bildhaft Märchen, Fabeln und Legenden erzählt, menschliche Eigenschaften und Weisheit gespürt.

Die Schöpfungsgeschichte der Klasse 3 knüpft an das Bedürfnis der Kinder an, sich die Umwelt neu zu erschließen und Gedanken über den Ursprung zu machen. Ich habe über den Erzählteil der Klasse 3 schon hier etwas ausführlicher geschrieben.

In der 4. Klasse erleben die Kinder starke Ritter und den großen Kampf der nordischen Götterwelt in ihren vielen Reichen. Ich erzähle meiner Klasse seit Monaten aus der nordischen Mythologie und die Begeisterung reißt nicht ab!

In Klasse 5 findet ein Übergang von Mythologie zur Historie statt, wenn die alten Kulturen und griechischen Sagen Einzug finden. Die Kinder befinden sich seelisch in einer sehr ausgewogenen Zeit und genießen die Erzählungen über den Buddha, Zarathustra und die Odysee von Homer.

In Klasse 6 werden den inzwischen sehr weltinteressierten Kindern Geschichte aus dem alten Rom erzählt und dabei die Lebensweise, Umgebung und Gewohnheiten der Römer aufgegriffen. Auch Geschichten aus dem Mittelalter erhalten Einzug und sorgen für Faszination.

In den Klassen 7 und 8 stehen menschliche Schicksale im Mittelpunkt des Erzählteils und greifen das Unsicherheitsgefühl auf, das bei den Kindern zu Beginn der Pubertät, mit den vielen körperlichen und seelischen Veränderungen, aufkommt. Sie sind interessiert an verschiedenen Lebenswegen, Lebensentwürfen und -leistungen, denn sie suchen tief in sich Antworten auf eigene Lebensfragen.

Das märchenhafte Erdbeergärtchen

Für eine schöne Vorfreude auf die anstehende Erdbeerzeit: Pflanzt und gestaltet mit den lieben Kleinen ein Erdbeergärtchen. So verbringt Ihr eine schöne Märchenzeit und bereitet dann gemeinsam, ganz ins Märchen eingetaucht, Eure eigene kleine Erdbeerernte vor.

Das Märchen „die Erdbeerkörbchen“

Ich habe dieses Märchen nacherzählt. Es handelt von zwei armen Kindern, die in den Wald geschickt werden, um Erdbeeren zu pflücken. Doch die vollen Körbchen verschwinden. Welches Geheimnis steckt dahinter?

Ihr könnt es in meinem Podcast „Märchen mit Klang“ hier anhören.

Das Erdbeergärtchen

Pflanzt gemeinsam Erdbeerpflanzen in eine Schale und dekoriert sie mit Schätzen und selbstgebastelten Details, die zu dem Märchen passen. Ein ganz besonderes Schaffen! Das Ergebnis sieht nicht nur schön aus, es erinnert auch beim Pflücken jedesmal daran, dass es so viel Magisches, Unsichtbares, Märchenhaftes gibt!

Ich wünsche viel Freude dabei und eine zauberhafte Erdbeerernte!

Euer Erdbeergärtchen

Ich würde mich sehr auch über Bilder von Euren Erdbeergärtchen freuen und diese mit Euerer Erlaubnis in diesem Beitrag teilen.

Drei Spiele für eine lockere Erzählrunde nach den Ferien

Wenn sich über 30 Kinder nach zwei Wochen Ferien wiedersehen, haben sie sich viel zu erzählen. Und selbstverständlich nehmen wir alle Anteil aneinander, jeder möchte gehört werden und der Klasse von den vielen Eindrücken und Erlebnissen berichten. Damit es eine spannende Erzählrunde wird und sich die Kinder möglichst ausdauernd zuhören, stelle ich Euch hier drei Spiele für den Erzählkreis nach den Ferien vor.

Spiel 1: Der Schatz der schönen Momente

Ab Klasse 1: Die Kinder bekommen eine kurze Zeit zum Nachdenken über die Ferien. Welcher Moment war unergesslich? Dieser ist ein Schatz in der Schatzkiste unserer Erinnerung.

Zur Visualisierung kann auch eine kleine Schatzkiste aufgestellt werden. Jedes Kind bekommt ein kleines Steinchen oder eine Perle, erzählt von einem unvergesslichen Ferienmoment und legt die Perle oder den Stein in die Schatzkiste.

Spiel 2: Zweimal wahr, einmal erdacht

Ab Klasse 3/4: Dieses Spiel mag meine Klasse auch sehr. Sie hören gern drei Dinge aus den Ferien ihrer Mitschüler:innen und raten dann, welches Erlebnis wohl erdacht ist. Dabei ist anschließend sowohl eine kleine Abstimmung mit der ganzen Klasse („Publikumsjoker“) denkbar, als auch die Möglichkeit, dass das Erzählerkind zwei oder drei Kinder auswählt, die ihren Favoriten nennen.

Tipp: Beim Spielen hat sich gezeigt, dass sich manchmal einige Auswahlmöglichkeiten wiederholen können, nachdem sie ein paarmal gehört wurden. Ich lasse daher die Kinder nun vorab einzeln drei Dinge aufschreiben, die sie dann später nennen wollen: Zweimal wahr, einmal erdacht.

Spiel 3: Meine Ferien als Bild

Ab Klasse 4: Hier biete ich einfach eine Auswahl verschiedener Bilder an. Sobald ein Kind ein Bild mit einem Ferienerlebnis verbindet, darf es das Bild an sich nehmen. In der Erzählrunde wird dann gezeigt, welches Bild man ausgewählt hat und erzählt, welches Erlebnis man damit verbindet.

Wichtig: Hier sollte die Anzahl der Bilder deutlich größer sein als die Anzahl der Kinder. Dass Bilder doppelt, dreifach oder vierfach vorkommen, macht es besonders interessant! So kann man nämlich hören, welche verschiedenen Geschichten mit ein und demselben Bild verbunden werden.

Meine Bildervorlagen habe ich hier für Euch als Download:

Ich wünsche Euch schöne Erzählkreise nach den Ferien!