Ich denke mir eine Zahl

Ein Spiel aus der Schule – auch im Homeschooling

Dieses Spiel hat es aus der Schule ins Homeschooling geschafft, denn es lässt sich leicht über Video zeigen. Es funktioniert so:

Man überlegt sich eine Zahl und dann gibt man Hinweise, um sie zu beschreiben.

  • Zwischen welchen Zahlen liegt sie
  • ist sie zwei- oder dreistellig (oder mehr….)
  • ist sie gerade / ungerade
  • … was eben Zahlen so für Eigenschaften haben können und mit den Kindern bereits besprochen wurde.

Wichtig: Man beschreibt einen Zahlenraum („die Zahl liegt zwischen 30 und 40“), d.h. es kommen mehrere richtige Antworten in Frage, aber nur eine kann der „Glückstreffer“ sein. Man braucht für dieses Spiel also nicht nur ein Zahlenverständnis, sondern auch eine Portion Glück. Letzteres macht dieses Spiel als Einstiegsübung in der Schule so interessant – nicht nur für die Kinder.

  • Viele Kinder können drangenommen werden, um ihre Antwort zu sagen – dabei wird es nicht langweilig.
  • Die Kinder kommen nicht in die Situation, sich irgendwie aneinander zu messen, sondern freuen sich eher darüber, wer nun bei der Auflösung ein Glückspilz war. Das ist entlastend, wenn Ergebnisse oder Vermutungen vor der ganzen Klasse gesagt werden.
  • Dadurch steigt die Beteiligung und auch zurückhaltende Kinder melden sich hier gern.
  • Eine falsche Antwort trifft die Kinder also nicht so hart (DAS mathematische Problem überhaupt: Es gibt ja sonst nur richtig oder falsch, nichts dazwischen. Fehler führen schnell zu Entmutigung)
  • Ich kann anhand der Antworten sehr gut sehen, wie das mathematische Verständnis der Kinder gereift ist, es ist also auch ein wenig „Diagnostik“.

Probiert es aus, es funktioniert in allen Zahlenräumen und Altersklassen!

Weihrauch, Gold, Myrrhe – und ein hell leuchtender Stern

Gedanken zum Dreikönigstag, mit passender Geschichte und kleiner Bastelei

Am 6. Januar ist Dreikönigstag. Die drei Weisen aus dem Morgenland wurden durch den hell leuchtenden Stern zum Stall nach Bethlehem geführt. Diese Geschichte wird den Kindern gern erzählt oder mit ihnen nachgespielt. Viele krönen den Dreikönigstag dann mit dem traditionellen Dreikönigskuchen, in dem eine Mandel oder Bohne versteckt ist – wer sie mit seinem Kuchenstück bekommt, wird als König gefeiert.

Doch was macht einen König aus?

Auch diese Frage lässt sich mit Kindern spielerisch aufgreifen. Und wer will nicht selbst auch ein König sein? Ich habe mir daher eine kleine Dreikönigs-Geschichte mit gemeinsamer Bastelei einfallen lassen. Man kann damit als Familie wie auch in Kindergarten und Schule an diesem Tag eine schöne und bewusste Zeit miteinander verbringen.

Man findet übrigens weitere sehr schöne Anregungen im Jahreszeitenbuch von von C.Kutik und E. Ott-Heidmann (Herzens-Empfehlung – unbezahlte Werbung!)

Hintergrund….

Die drei Könige schenkten dem Kindlein in der Krippe Gold, Weihrauch und Myrrhe. Diese drei Geschenke sind auch symbolisch zu betrachten. Dabei steht Gold für Weisheit (geistige Stärke), Weihrauch für Opfer und Tugend (physische Stärke: das Geben) und Myrrhe für das Ewige und Unsterbliche (seelische Verbindung) – siehe auch „Jahreszeitenbuch“.

In der kleinen Geschichte zu meiner Bastelei wird dies kindgerecht erzählt.

Hier kannst Du Geschichte und Bastelvorlage downloaden:

Den Stern gemeinsam basteln

Ohne den gelben Stern hätten die drei weisen Könige den Stall von Bethlehem nicht gefunden. Er leuchtete aus weiter Ferne, so dass die drei mit ihrer Karawane viele Tage unterwegs waren. Der Stern war ihnen ein guter Wegweiser. Er stand über dem Stall und zeigte der Welt das Wunder.

Hier kann man mit den Kindern gemeinsam überlegen: Was könnte denn unser Wegweiser sein? Entweder für das neue Jahr oder für uns als Klasse, Gruppe oder Familie. Es wird ein gelber Stern ausgeschnitten und aufgeklebt oder selbst aus Tonpapier oder aquarelliertem Papier gestaltet. Nun darf jedes Familienmitglied etwas auf den Stern schreiben, malen oder auch ein passendes kleines Bildchen, Steinchen usw. aufkleben – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn man gemeinsam über den Stern und die drei Könige nachgedacht und gesprochen hat, weiß man auch Monate später noch, was mit jeder Zeichnung, jedem Wort, jedem Bildchen gemeint ist. Der Stern kann anschließend seinen Platz bekommen und die Familie, Gruppe oder Klasse begleiten.

Alle drei Bereiche sollen bedacht werden:

  • Wer kann unsere Hilfe gebrauchen?
  • An wen wollen wir denken und ihm liebe Gedanken schicken, auch wenn wir ihn/sie nicht treffen können?
  • Können wir mit unserem Besitz jemandem eine Freude machen? Ein Spiel verschenken? Eine kleine Geldspende leisten? Kommen die heiligen drei Könige an die Haustür und sammeln Spenden?

Ich wünsche Euch eine gute Zeit und einen schönen Dreikönigstag!

Zehnerübergang: Das Freundespiel

Beim Rechnen ist der Zehnerübergang häufig gefürchtet. Um es zu üben, gibt es verschiedene Ansätze und Möglichkeiten. Letztendlich ist es der Plan, jede Strategie an die Kinder spielerisch heranzuführen. Meist kristallisiert sich dann bei jedem Kind heraus, was es am liebsten einsetzt.

Auf jeden Fall: Schluss mit zählendem Rechnen

Das Abzählen beim Rechnen ist eine Angewohnheit, die immer weniger weiter hilft, je größer der Zahlenraum und je komplexer die Aufgaben werden, denn

  • Zählen kostet viel Zeit
  • Zählen braucht viel Konzentration, nur kleine Ablenkungen stören massiv
  • Zählen verhindert das eigenständige Denken

Eine YouTube-Folge zum Thema Zehnerübergang ist schon in Vorbereitung.

Verdoppeln und Halbieren

Verdoppeln und Halbieren ist eine Strategie, an den Zehnerübergang heranzugehen. Dabei geht es um „Zahlenfreunde„, das sind sind sehr verschiedene Freunde, die sich trotz aller Unterschiede sehr mögen 🙂 Bei ihnen ist nämlich die eine Zahl doppelt so groß ist wie die andere oder eben halb so groß wie die andere – je nachdem, wie herum man es sieht.

Die Idee ist: Wenn man auswendig weiß, dass die doppelte 7, also 7 + 7 = 14 ist, dann kommt man schnell darauf, was 7 + 8 ist.

  • 8 ist 7+1 und dann ist 7+ 8 = 14 + 1 = 15
  • Oder auch: 7 ist 8-1 und dann ist 7 + 8 = 16 – 1= 15

Ich hoffe, das ist in der Kürze verständlich. Kinder, die insbesondere die „Zahlenfreunde“

  • 6 und 12
  • 7 und 14
  • 8 und 16
  • 9 und 18

auswendig kennen und die Zahlbeziehungen mit den Vorgängern bzw. Nachfolgern sicher beherrschen, können sie mit der Zeit auch bei anderen Zahlen auf den nächsten Zehner übertragen. Doch das braucht Übung, dazu habe ich mir das Spielen „Zehnerübergang mit Zahlenfreunden“ überlegt.

Zehnerübergang mit Zahlenfreunden

Bei dem Spiel gibt es blaue und rote Karten. Bei mir sind die roten Karten für die „kleinen Freunde“ und die blauen Karten für die „großen Freunde“. Immer ein kleiner und ein großer Freund bilden ein Paar. Jedes Pärchen gibt es 3 mal im Spiel und jedes dieser Pärchen hat noch ein eigenes Zeichen, eine Form, bekommen. Die Vorlagen haben ich Blanco – für eigene Zahlen und Formen – und mit „fertigen“ Zahlen und Formen zum Download:

Ihr müsst dann nur noch die Vorlagen ausschneiden, auf eine Tonpapierfarbe Eurer Wahl kleben und kleine Kärtchen basteln. Tonpapier deshalb, damit nichts durchscheint und man die Kärtchen in zwei Farben hat.

Variante 1: Pärchen ist, wer die gleiche Form trägt

Diese Variante eignet sich für den Anfang oder auch, wenn ein Kind sich selbst mit den Kärtchen beschäftigt und eine Erfolgskontrolle braucht – ob die Zuordnung richtig ist. Ja, man könnte sagen, dass die Kinder sich dann nur auf die Form konzentrieren, statt auf die Zahlen. Doch ich bin mir sicher, dass die dazu gehörigen Zahlen trotzdem bemerkt werden und es mit der Zeit einen Lerneffekt gibt.

Die Form zeigt an, ob es auch Freunde sind.

Variante 2: Pärchen ist, wer eine unterschiedliche Form trägt

Das ist natürlich nochmal besonders knifflig, wenn man einen weiteren Unterschied hat, auf den man achten muss. Üblicherweise ist man ja beim Memory darauf fixiert, etwas Identisches zu finden, aber hier ist eben alles anders.

Stapelmemory

Beim Stapelmemory werden nicht alle Karten verdeckt ausgebreitet, sondern die Karten der einen Farbe liegen als Stapel daneben. Die Spieler decken eine Karte vom Stapel auf und dürfen dazu eine Karte der Fläche aufdecken – also jeweils die Karte einer Farbe.

Nach Farben sortiert: Die Karten der einen Farbe werden gestapelt, die der anderen in der Fläche verdeckt verteilt.

Passt die Flächenkarte zur Stapelkarte – verdoppelter oder halbiert Wert und verschiedene Zeichen – ist ein Pärchen gefunden, das der Finder behalten darf. Dann erst darf eine neue Karte vom Stapel gezogen werden. Passt die aufgedeckte Karte nicht zur Stapelkarte, muss sie wieder umgedreht werden. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe, der auch eine Karte umdrehen darf.

Hier wurde ein Pärchen gefunden!

So entsteht hoffentlich ein kurzweiliges Spiel, bei dem mit der Zeit das Verdoppeln und Halbieren insgesamt ein Klacks wird.

Ich wünsche viel Spaß beim Spielen!