Sprüche für die schriftlichen Rechenverfahren

Um die schriftliche Division und Multiplikation sicher ausführen zu können, braucht es neben der sicheren Kenntnis des Einmaleins gleich mehrere Rechenschritte. Mit Hilfe dieser beiden Sprüche klappt es mit der Zeit immer besser. Es handelt sich um Überlieferungen, z.T. habe ich etwas umformuliert. Erwartet keine große Dichtkunst, aber vielen Kindern hilft es. Die Sprüche gibt es als Kärtchen zum Download. Ich wünsche viel Erfolg!

Die schriftliche Division

Die schriftliche Multiplikation

Sprüche zum Download

Hier sind sie. Einfach ausdrucken und beidseitig auf Pappe kleben oder laminieren.

Ferien!

NRW ist in diesem Jahr das erste Bundesland, das in die Sommerferien startet. Bei meiner Klasse und mir war auch am letzten Schultag gefühlt die Luft nicht raus. Doch jetzt, wo die Ziellinie des Schuljahres glücklich überschritten ist, fällt schon Vieles von mir ab. Ab in den Urlaub!

Die letzte (Fließband-) Arbeiten

Obwohl ich mir in diesem Jahr einige bewusste Auszeiten auch während der „heißen Zeugnisphase“ gegönnt und darauf hingearbeitet habe, so waren die letzten Tage vor den Ferien doch sehr anstrengend. Ich habe mehr als 150 Zeugnisseiten unterschrieben, sortiert, kopiert, eingetütet und was man sonst noch alles macht. Daneben mit den Kindern noch beendet, was beendet werden musste und eine schöne Johanni-Bastelei vorbereitet (Bericht dazu folgt).

Abschied nehmen

Schuljahresende, das heißt auch meist Abschied nehmen. In diesem Schuljahr musste ich mich von einer sehr lieb gewonnenen Kollegin verabschieden. Ebenso musste ich zwei Kinder meiner Klasse auf den Weg in die Förderschule als neuen Lernort begleiten. Auch diese Abschiede hinterlassen ihre Spuren.

Das Neue wartet schon!

Gleichzeitig war da dieser Funke, der jetzt schon den nächsten Abschnitt des Weges entzündet: Die Vorfreude auf das fünfte Schuljahr ist geweckt. Ich habe den Kindern von den neuen Epochen erzählt, die anstehen. Und schon jetzt freuen sie sich auf die nächste mehrtägige Klassenfahrt, die kurz nach den Sommerferien schon losgeht. Und die magische Verwandlung in Fünftklässler (Bericht folgt) fand nach der Vergabe der Zeugnissprüche (Bericht folgt) und Zeugnisberichte dann auch statt und wurde ausgelassen bejubelt.

Und in den Ferien?

Jetzt geht es erst einmal in den wohl verdienten Urlaub. Auch mein kleiner Shop und der Podcast „Kaffee, Kreide, Morgenspruch“ machen Ferien.
Doch noch in den Ferien, nämlich ab Mitte Juli, darf ich Euch schon meine neue Publikation präsentieren, den neu gestalteten Förderraum der Schule mit einrichten und mich auf ein ganz besonderes Schuljahr mit neuen Aufgaben und Projekten einstimmen. Wird alles hier zu lesen sein 🙂

Gebloggt wird weiter!

Was wäre ich ohne die Schreiberei? Keine Erholung ohne Schreiberei. Auch wird es wieder schöne Ferienklänge in meinem Podcast „Märchen mit Klang“ geben. Seid gespannt und schaut weiter vorbei. Dieser Beitrag zeigt ja schon die vielen Themen, die diese Zeit so mitbringt.

Ich wünsche allen eine schöne restliche Schulzeit und – wer sie auch schon hat – schöne Ferien!

Drei Spiele für eine lockere Erzählrunde nach den Ferien

Wenn sich über 30 Kinder nach zwei Wochen Ferien wiedersehen, haben sie sich viel zu erzählen. Und selbstverständlich nehmen wir alle Anteil aneinander, jeder möchte gehört werden und der Klasse von den vielen Eindrücken und Erlebnissen berichten. Damit es eine spannende Erzählrunde wird und sich die Kinder möglichst ausdauernd zuhören, stelle ich Euch hier drei Spiele für den Erzählkreis nach den Ferien vor.

Spiel 1: Der Schatz der schönen Momente

Ab Klasse 1: Die Kinder bekommen eine kurze Zeit zum Nachdenken über die Ferien. Welcher Moment war unergesslich? Dieser ist ein Schatz in der Schatzkiste unserer Erinnerung.

Zur Visualisierung kann auch eine kleine Schatzkiste aufgestellt werden. Jedes Kind bekommt ein kleines Steinchen oder eine Perle, erzählt von einem unvergesslichen Ferienmoment und legt die Perle oder den Stein in die Schatzkiste.

Spiel 2: Zweimal wahr, einmal erdacht

Ab Klasse 3/4: Dieses Spiel mag meine Klasse auch sehr. Sie hören gern drei Dinge aus den Ferien ihrer Mitschüler:innen und raten dann, welches Erlebnis wohl erdacht ist. Dabei ist anschließend sowohl eine kleine Abstimmung mit der ganzen Klasse („Publikumsjoker“) denkbar, als auch die Möglichkeit, dass das Erzählerkind zwei oder drei Kinder auswählt, die ihren Favoriten nennen.

Tipp: Beim Spielen hat sich gezeigt, dass sich manchmal einige Auswahlmöglichkeiten wiederholen können, nachdem sie ein paarmal gehört wurden. Ich lasse daher die Kinder nun vorab einzeln drei Dinge aufschreiben, die sie dann später nennen wollen: Zweimal wahr, einmal erdacht.

Spiel 3: Meine Ferien als Bild

Ab Klasse 4: Hier biete ich einfach eine Auswahl verschiedener Bilder an. Sobald ein Kind ein Bild mit einem Ferienerlebnis verbindet, darf es das Bild an sich nehmen. In der Erzählrunde wird dann gezeigt, welches Bild man ausgewählt hat und erzählt, welches Erlebnis man damit verbindet.

Wichtig: Hier sollte die Anzahl der Bilder deutlich größer sein als die Anzahl der Kinder. Dass Bilder doppelt, dreifach oder vierfach vorkommen, macht es besonders interessant! So kann man nämlich hören, welche verschiedenen Geschichten mit ein und demselben Bild verbunden werden.

Meine Bildervorlagen habe ich hier für Euch als Download:

Ich wünsche Euch schöne Erzählkreise nach den Ferien!

Wenn das Tafelbild vor der Klasse entsteht

Heute war es mal wieder so weit: Das neue Tafelbild mit drei verschiedenen Tintenfischen ist vor den Augen der Kinder entstanden. Warum das eine schöne Sache ist, was dabei die Herausforderungen sind und weshalb es meiner Ansicht nach nicht schlimm ist, wenn mal nicht jeder Kreidestrich perfekt sitzt, könnt Ihr hier erfahren.

Das Tafelbild als Kunstwerk

Die meisten Tafelbilder entstehen bei mir am Wochenende. Ohne Zeitdruck, voll und ganz ins Malen eingetaucht. Das ist auch gut so, denn ich bin keine großartige Malerin. Da ist es praktisch, wenn man genug Zeit hat und auch mal korrigieren kann. Oft halte ich zwischendurch inne, gehe ganz nach hinten in den Raum und schaue mir aus der Entfernung den Arbeitsstand ganz in Ruhe an: Stimmen die Proportionen? Wie wirken die Farben? Ist das Gesamtbild harmonisch?

Tafelbilder sind geplant, vorgezeichnet, ich trage meist gemütliche Kleidung – die ich im normalen Schulalltag nie tragen würde – und bin dabei oft der einzige Mensch im Schulgebäude. Ist das Bild fertig und ich zufrieden, freue ich mich, wenn die Kinder am nächsten Schultag in die Klasse kommen und staunen – und die Kinder freut es ebenso. Oftmals malen sie das Tafelbild dann auch ab, um es als Titelbild auf ihr Epochenheft zu kleben oder einfach, weil sie es schön finden und auch selbst einmal malen wollen.

Den Prozess erleben

Die Kinder lassen sich gern überraschen, aber mindestens genau so schön und spannend ist es für sie, wenn sie miterleben dürfen, wie so ein Bild entsteht. Dabei können sie auch selbst mit malen, jeden Kreidestrich genau wahrnehmen und auf das eigene Bild übertragen. Auch hier gibt es immer Momente des Staunens, wenn aus wenigen Kreidestrichen etwas Schönes entsteht – und es den Kindern Schritt für Schritt auch selbst gelingt, das Motiv zu malen.

Worauf es ankommt

Malen die Kinder mit, muss das Bild einigermaßen einfach zu malen sein. So ist man als Lehrerin nicht nur selbst ein Stück weit sicher, dass das Bild auf Anhieb gelingt, sondern führt auch die Kinder zum Erfolg. Das Malen sollte auch nicht länger als 30 Minuten dauern, sonst wird es schnell unruhig in der Klasse (am Wochenende und ohne Publikum können es auch gut und gerne mal 2 Stunden und mehr sein).

Mit mehr als 30 Kindern im Raum muss man auch eigene Abstriche in Kauf nehmen – man kann nicht voll und ganz in die künstlerische Arbeit versinken, sondern muss immer auch einen Blick auf die Kinder haben: Kind A malt ganz in Ruhe für sich, Kind B kommt gerade nicht weiter und braucht ein bisschen Hilfe, Kind C schaut links und rechts, wie die anderen Kinder malen, beginnt aber selbst noch nicht…. so ist es im Schulalltag und das beeinflusst selbstverständlich auch das Malen an der Tafel. Manchmal muss dann auch unterbrochen und neu in das Bild eingefunden werden.

Perfekt unperfekt

Der eine Arm des Oktopus ist irgendwie dicker geworden als die anderen, die Krabbe sieht etwas spinnenartig aus – mit allen im Raum ist es nun einmal schwieriger, das perfekte Tafelbild zu zaubern, aber darauf kommt es auch gar nicht an. Wir Erwachsenen können Schwächen vor den Kindern zeigen, ohne uns zu blamieren. Vielmehr sind wir so authentisch. Bei den Kindern bleibt in Erinnerung: Sie konnten mittun, kleine Zeichenkniffe lernen und sich an einem schönen Gesamtkunstwerk erfreuen – Details hin oder her.

Hier eine Impression des heute entstandenen Tafelbildes

Tafelbilder bei Kaffee, Kreide, Morgenspruch

Für alle, die unseren Podcast noch nicht kennen: Das Thema Tafelbilder haben Dustin und ich vor genau einem Jahr, im März 2021, in der Folge „Tafelmalen und Formenzeichnen“ besprochen. Hier ist auch der Blogartikel dazu bzw. die Podcastfolge:

Wieder in der Schule

Nach dem verlängerten Wochenende war heute das erste Wiedersehen mit meiner vierten Klasse. In der Zwischenzeit haben sich die Nachrichten aus dem Kriegsgebiet überschlagen. So gingen mir auch viele Fragen durch den Kopf: Wie wird das Thema bereits unter den Kindern zur Sprache kommen und wie möchte ich damit umgehen? Wer ist vielleicht sogar durch Familie und Freunde persönlich betroffen? Oder ist das Thema doch noch ganz fern?

Selbst gedanklich sortiert sein

Das war zugegebenermaßen die erste große Herausforderung, denn meine eigenen Gedanken kreisen ja auch permanent. Innerlich habe ich mich zudem auf viele Szenarien beim Wiedersehen mit den Kindern eingestellt. Von „mit der Tür ins Haus“ bis hin zu „lieber nicht“.

Türöffner: Wie beginnt man ein solches Thema?

Ich habe zuerst die Kerze angezündet und an Franzikus und seine Friedensbotschaft erinnert. Daran denken die Kinder gern zurück (Thema im zweiten Schuljahr). Und wir haben daran gedacht, dass diese wundervolle Botschaft durch alle Zeiten hinweg für alle Menschen dieser Welt bestehen blieb und bleibt, Trost spendet. Mehr noch: Diese Friedensbotschaft wird heute wieder ganz besonders gebraucht.

An diesem Punkt war die Aufmerksamkeit der Kinder sehr groß. Ein guter Moment, um selbst aufmerksam in die Runde zu blicken, wie es jedem Kind in der Klasse heute geht. Einzeln kurz wahrnehmen. Ich habe danach das Friedensgebet gesprochen, die Kinder haben es bedächtig mitverfolgt und teilweise auch schon selbst etwas mitgesprochen.

Herantasten

So war der Raum für das Thema vorsichtig geöffnet. Man konnte hineinschauen, hineingehen – oder eben nicht. Vielleicht auch noch nicht heute, aber morgen. Oder an einem anderen Tag. Die Gewissheit, dass die Möglichkeit besteht, ist da. Die Kerze und das Friedensgebet sind da. Dazwischen heißt es:

Alles kann, nichts muss.

Allein vorn an der Tafel

Aber nicht alleingelassen! Dass auch mal von einzelnen Kindern etwas vor der Klasse präsentiert oder ausprobiert wird, gehört zum Schulalltag. Damit es nicht in Stress umschlägt, sollte auf einige Dinge geachtet werden.

Rückblick in meine eigene Schulzeit

Ich wurde als Schülerin meist nicht gefragt, ob ich nach vorn an der Tafel vor allen anderen Kindern etwas vorrechnen oder schreiben möchte. Besonders in Mathe habe ich mir die allergrößte Mühe gegeben, mich so unauffällig wie möglich zu verhalten, um bloß nicht vom Lehrer entdeckt und aufgefordert zu werden. Die Gefahr, bloßgestellt zu werden, war in meinen Augen doch ziemlich groß. Nicht selten haben Lehrer einen auch mal schmoren lassen, wenn man nicht weiter kam oder es gab den einen oder anderen hämisch klingenden Spruch.

Etwa 30 Jahre später…

In meinem Klassenraum soll auch an der Tafel vorgerechnet werden. Manche Kinder möchten gern einmal wie ich da vorn stehen und vor allem ist der Wunsch groß, auch mal etwas mit der Kreide für alle an die Tafel zu schreiben.

Andere Kinder schauen sich das lieber erst ein paarmal an, melden sich aber nach einiger Zeit dann auch von selbst. Wieder andere sind und bleiben ruhige Beobachter.

Alles das ist in Ordnung.

Frag doch einmal die anderen…

Das Kind, das vorn an der Tafel steht, ist nicht allein mit der Aufgabe. Es darf jederzeit die anderen Kinder fragen, wenn es nicht weiter kommt oder es sich nicht sicher ist. Die anderen Kinder zeigen dann auf und werden vom Tafelkind drangenommen.

Wenn die Kinder dann mit eigenen Worten ihren Lösungsweg oder ihre Vorgehensweise erklären, geht nicht selten auch noch hier und da im Raum ein weiteres Lichtlein auf.

Fehlerkultur

Passiert ein Fehler, melden sich manche Kinder sogleich per Handzeichen, wenn er ihnen aufgefallen ist. Mehrere Handzeichen im Raum können also ein Hinweis sein, dass an einer Stelle noch nachgebessert werden muss. Wir warten aber erst noch ab, ob das Tafelkind den Fehler selbst bemerkt. Manchmal hilft hier auch ein kleiner Tipp meinerseits.

Für die anderen Kinder ist es übrigens auch sehr spannend, die Denkweise hinter bestimmten Fehlern zu erforschen und dadurch ihren eigenen Lösungsweg noch klarer zu sehen.

Fehler sind erwünscht, denn sie können weiterhelfen.

Entspanntes Lernen hilft

In einer gewachsenen, vertrauten Gruppe, in der entspannten Lernkultur, mit gutem Umgang untereinander, ist viel Raum für Entwicklung geschaffen.

Spiele mit häufigen Fehlerwörtern

Wie viele Wörter hat die deutsche Sprache? In Duden finden sich rund 150.000 Stichwörter, aber mit den verschiedenen Wortformen, „eingedeutschten“ Wörtern aus anderen Sprachen sowie sich stets wandelnden Wortkreationen wird die Zahl der deutschen Wörter laut Schätzungen drei bis viermal so groß sein. Und doch findet man Listen mit Wörtern, die besonders häufig verwendet werden. Ich habe 100 dieser Wörter, darunter einige Fehlerwörter, zu Lernkärtchen zusammengesetzt und mit meiner Klasse spielerisch die Rechtschreibung verbessert.

Die Vorarbeit: Zehn am Tag

Oft sind es kleine Wörter: Konjunktionen, Präpositionen, Pronomen usw. Wann schreibt man „im“, wann „ihm“? Begriffe wie „Fahrrad“ oder „vielleicht“ sind Fehlerquellen. Man schreibt den „Morgen“ groß, die Zeitangabe „morgens“ aber klein. Die deutsche Sprache hat so manche Tücken.

Jeden Tag und mit nur wenigen Minuten Zeitaufwand habe ich meiner Klasse zehn dieser Begriffe diktiert und anschließend an die Tafel geschrieben. Dabei konnten die Kinder sich selbst überprüfen und wurden bei der Nachbesprechung auf Fehlerpunkte aufmerksam. Zehn Wörter am Tag lassen sich gut üben – und damit dauerhaft Fehler vermeiden.

Nach 10 Tagen und 100 Wörtern wurden dann die Wörterkärtchen gebastelt, die Ihr auch hier auf dem Bild seht. Man kann sie auf Tonpapier kleben, viele Kinder haben sie aber auch laminiert.

Vorlage ohne „Montagskindblog“-Aufdruck bei Eduki und mit „Montagskindblog“-Aufdruck zum Selberbasteln als kostenloser Download:

Lernen durch Spielen

Wie übt man nun diese Wörter, von denen viele einzeln nicht viel Sinn ergeben. Begriffe wie „Fahrrad“, „vielleicht“ oder „bisschen“ lassen sich besser üben als Wörter wie „als“, „geht“ oder „sah“. Die brauchen meist einen Gesamtzusammenhang. Daher gab es zu diesen Wörtern während des Homeschoolings in Klasse 3 auch schon eine tägliche Übung mit Mini-Diktaten (Eduki-Link hierzu).

Jetzt üben wir sie aber noch gezielter, ohne Sätze drum herum, sondern ganz im Fokus – und das, ohne sie reihenweise hintereinander zu schreiben. Es klappt sehr gut, die Erfolge stellen sich ein und daher stelle ich Euch diese Spiele hier gern einmal vor. Sie eignen sich auch sehr gut für LRS-Kandiat:innen.

Wörter Bingo

Die Kinder bekommen ein Spielfeld und tragen in die 16 Felder 16 beliebige Wörter unserer Sammlung ein. Dazu dürfen sie auch die Lernkärtchen verwenden. Auf diesem Wege lesen sie die Wörter besonders häufig, so dass sie sich einprägen.

Sind die Felder ausgefüllt, kann es losgehen. Ich wähle meinerseits beliebige Wörter dieser Liste aus, sage sie den Kindern und sie schauen dann, ob das Wort auf ihrem Kärtchen zu finden ist. Ist dies so, umkreisen sie es mit einem Buntstift.

Ich schreibe meinerseits das Wort noch einmal an die Tafel, so dass wir eine Liste bekommen und Doppelungen vermeiden. Zugleich sehen die Kinder nochmals das geschriebene Wort. Sie sollen dabei auch selbst ihre Schreibweise überprüfen.

Wer zuerst drei der genannten Wörter in einer Reihe hat (horizontal, vertikal oder diagonal), hat ein „mini Bingo“ und darf dies in die Klasse hineinrufen. Ich lasse dann meine kleine Tischklingel stürmisch klingeln 🙂 und schaue mir auch schnell das Kärtchen an. Bei vier Wörtern in einer Reihe ist es übrigens ein „maxi Bingo“ oder „big Bingo“.

Ein „über“ zu viel – die Kinder achten streng auf Doppelungen.

Übrigens habe ich dieses Bingospiel bereits in Klasse 1 eingeführt, nachdem wir schon die meisten Buchstaben kennengelernt hatten. Die Kinder haben dann einfach Großbuchstaben ihrer Wahl in die Felder eingetragen und ich habe Wörter gesagt, z.B. „Apfel“ – dann mussten sie in ihrer Liste das A suchen – oder „König“ , dann war das K gesucht. Allerdings hatten die ersten Bingofelder nur 3×3 und 3×4 Felder. Ich habe dann für mich die genannten Wörter mitgeschrieben.

Hier ein Download zum Bingo Spielfeld:

Vier gewinnt Diktat

Dies ist eine Partnerarbeit, die ich auch gern zu Beginn der Mathe-Übstunde spielen lasse, die Grundidee stammt von Hendrik Simon . Aber dazu gleich mehr.

Auch bei diesem Spiel werden nacheinander Felder besetzt, bis man vier Felder in einer Reihe hat. Doch es darf nur gesetzt werden, wenn man ein diktiertes Wort richtig geschrieben hat. Ist es falsch geschrieben, ist das gewünschte Feld für diese Runde blockiert, das Kind darf aber an einem anderen Feld nochmals sein Glück versuchen.

Durch unsere Lernkärtchen und auch das Wörterbuch ist die Schreibweise der Wörter überprüfbar – und soll auch selbst überprüft werden.

In Mathe stellen sich die Kinder gegenseitig Einmaleins-Aufgaben. Es ist einfach praktisch für alle Dinge, die geübt werden müssen und als Partnerarbeit sehr geeignet.

Auch hier habe ich das Spielfeld als Download für Euch. Ich habe es in der Schule auf halbe Größe kopiert, so dass zwei Spielfelder auf ein DIN A4 Blatt passen. Je 2 Kinder benötigen dann ein Spielfeld.

Wörter TicTacToe

Das anspruchsvollste Spiel ist das Wörter TicTacToe. Hier wird auch wieder in Partnerarbeit und abwechselnd ein Wort gesucht, dessen Anfangsbuchstabe zuvor ausgelost wird. Möchte man setzen, muss man ein für das Feld passendes Wort richtig aufschreiben. Drei gewonnene Felder in der Reihe sind das „TicTacToe“.

Kategorien und das Beispiel „K

  • Anlaut: „König“
  • Verb: kaufen
  • Anlaut + tz in der Mitte: Katze
  • 3 Silben: Ker-zen-wachs
  • Laut in der Wortmitte: Pauke
  • Anlaut + ck in der Mitte: Kicker
  • Endlaut: Stock
  • 2 Silben: Ki-wi
  • Nomen: Kapitän

Das Spielfeld zu unserem Wörter TicTacToe kannst Du hier downloaden:

Rosinas Wortsalat

Zu guter Letzt ein sehr beliebtes Spiel für alle Rosina-Fans und die, die es noch werden 😉

Das Spiel kann man ab Klasse 2 gut spielen. Der Schwierigkeitsgrad ist ja beliebig ausbaubar: Von einfachen über schwierige Wörter, bis hin zu ganzen Redewendungen.

Und so funktioniert es:

Über das Lesen und Schreiben

Meine Klasse ist im 4. Schuljahr. Was das Lesen und Schreiben betrifft, sind die 2. und 3. Klasse entscheidend. Nachdem die Buchstaben in Klasse 1 bildhaft und mit Geschichten eingeführt wurden, die den Laut hinter dem Buchstaben deutlich heraushören ließen, sollten Bild und Klang ab Klasse 2 dann verinnerlicht sein. Es setzt allmählich eine Automatisierung ein und Bücherwürmer kommen auf ihre Kosten.

In eben diese Zeit fielen in unserem Fall lange Lockdowns und Phasen des Wechselunterrichtes. Viele Kinder haben nun gern zu Hause gelesen, so ihre Lesefähigkeit stärken und das Lesen deutlich festigen können – Lesen lernen dauert laut einer schwedischen Studie übrigens 5.000 Stunden. Voller Stolz berichten mir meine Vielleser immer wieder, welche großen Werke der Kinderliteratur sie bereits in kürzester Zeit verschlingen. Das freut mich natürlich sehr und so steht es auch ganz fest auf dem Jahresplan, dass wir einmal gemeinsam die große Bibliothek in der Stadtmitte besuchen werden.

Andererseits gab und gibt es auch Kinder, die eher das Lesen und Schreiben meiden, da es für sie ein großer Kraftakt ist. Oder würdest Du gern Bücher lesen, wenn Du Dich so anstrengen musst wie beim Lesen dieses Bildes?

Welchen Vorteil haben gute Leser und Rechtschreiber?

Wer viel liest, entwickelt einen besonderen „Blick“ für Wörter und kann mit der Zeit Wörter eben wie Bilder auf einen Blick erkennen. Ist ein Wort also im Gedächtnis wie ein Bild abgespeichert, müssen nicht mehr die einzelnen Buchstaben oder Silben zusammengezogen werden, sondern die Wörter sind im Ganzen blitzschnell und vor allem Sinn entnehmend abrufbar.

Beim Schreiben hat man die Wortbilder dann wiederum als Ganzes vor dem inneren Auge. Daher sind gute Leser und Schreiber nahezu mühelos in der Lage, Texte abzuschreiben auch ihre eigenen Fehler beim Durchlesen zu finden. Sie haben somit insgesamt ein ausgeprägteres Gefühl für die richtige Schreibweise und erkennen am Aussehen des Geschriebenen, ob vielleicht ein Fehler enthalten ist. Gezielt üben müssen sie hingegen dafür kaum – das Lesen von Lieblingsbüchern ist die wesentliche Übung und damit sehr komfortabel.

Kinder, die aber diese Fähigkeiten (noch) nicht ausgebildet haben, orientieren sich am Klang der Wörter und dieser „zeigt“ ihnen nicht, wie das korrekt geschriebene Wort aussehen muss. So müssen auditive Schreiber jedes Wort innerlich nachhören und von den Einzellauten auf die Buchstaben und Silben schließen. Das führt oft dazu, dass sie ein und dasselbe Wort mitunter auf verschiedene Weise schreiben und trotz viel gezielter Übung ihre Lese- und Schreibfähigkeiten nur sehr langsam verbessern. Es gelingt daher auch häufig nicht, beim nochmaligen Durchlesen mögliche Fehler zu finden.

Was deutet auf ein Schreiben nach Gehör hin?

Da gibt es zum einen die „klassischen“ Verwechslungen wie e/ä, d/t, g/k, b/p, f/v, zum anderen wird die Groß- und Kleinschreibung auch nach Jahren nur schwer verinnerlicht. Schwierigkeiten bereiten auch die Endungen -ig/lich oder Wörter mit Dehnungs-h oder i/ie.

Wann ist eine LRS-Diagnostik sinnvoll?

Um herauszufinden, ob eine Lese-Rechtschreib-Schwäche vorliegt, sollte man zunächst eine Zeitlang beobachten, ob eine regelmäßige Leseübung zu erkennbaren Fortschritten, auch beim Schreiben, führt und das Kind auch mit eigenen Worten wiedergeben kann, was es gelesen hat. Fällt all dies dauerhaft schwer, braucht ein Kind Unterstützung, die über das reine Üben hinaus geht. Hier gibt es Experten, die auf viele Feinheiten achten, Stolpersteine beim Lernen erkennen und gezielt im Einzelfall helfen können. Damit sollte man dann nicht all zu lange warten, denn Kinder mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche nehmen sehr wohl wahr, dass sie sich für gleiche Leistung mehr anstrengen müssen, ihre Ergebnisse vergleichsweise geringer ausfallen und sie mehr Zeit für ihre Aufgaben brauchen. Da kann selbst in einer allgemein entspannten Lernatmosphäre die eigene Unzufriedenheit wachsen und Motivation verloren gehen.

Was brauchen LRS-Kinder?

In erster Linie brauchen sie Ermutigung, eine gute Lernumgebung und kontinuierliche Förderung. So sollten sich die Kinder in ihrem Lernumfeld wohl und getragen fühlen. Wenn sie bereits zu gehemmt sind, dauert es auch länger, bis die Förderung richtig angenommen wird.

Ein Blick auf später: Nachteilsausgleiche und ihre Formalitäten

In den ersten Schuljahren denkt man zwar oft noch nicht an den Schulabschluss – doch der kommt schneller, als einem lieb ist (als Mama weiß ich, wovon ich rede). Um also in zentralen Prüfungen Nachteilsausgleiche geltend machen zu können, ist es wichtig, nicht nur eine Diagnose über die Lernschwäche – von anerkannter Stelle – vorzulegen, sondern auch erhaltene Förderung bescheinigen zu können.

Weiterhin ist es wichtig – so meine Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen – dass einem Kind bereits eine Zeitlang Nachteilsausgleiche gewährt wurden und diese auch wirkungsvoll waren.

Doch die Bestimmungen rund um die Nachteilsausgleiche ändern sich immer mal wieder und variieren auch von Bundesland zu Bundesland. Daher sollte man sich frühzeitig mit den gültigen Regelungen vor Ort vertraut machen und auch formal gewisse Dinge (vorsorglich) auf den Weg bringen.

Der Rechtschreibung spielerisch begegnen

Zur Einstimmung auf unsere Epoche „Freies Schreiben“ haben wir sehr gern Wort- und Rechtschreibspiele gespielt. Diese sind sowohl für versierte, als auch für noch übende Schreiber:innen interessant. Ich stelle sie Euch in meinem nächsten Blogartikel vor.

Hier auch schon einmal ein kleiner Vorgeschmack:

Aufsätze schreiben ist wie schwimmen lernen

In Klasse 4 werden die Anforderungen an die Kinder immer komplexer. Die erlernten Fähigkeiten werden nun noch mehr miteinander verbunden. Unsere aktuelle Epoche heißt „Freies Schreiben“ und darüber möchte ich hier berichten. Im Gespräch mit der Klasse haben wir das freie Schreiben mit dem Schwimmenlernen verglichen.

Wassergewöhnung

Sich ganz dem Element Wasser hinzugeben, das gelingt nicht jedem gleich. Viele Kinder müssen sich daran erst noch gewöhnen, obwohl sie Wasser an sich schon immer kennen. Und auch die Buchstaben, Silben, Wörter und Sätze können zu einem regelrechten Meer werden. Wer gern erzählt und sicher schriftliche Aufgaben erledigt, erlebt es nicht unbedingt genauso locker, wenn die gedachten Worte und Geschichten plötzlich zu Papier gebracht werden sollen. Nicht selten kostet es Überwindung, die eigenen Gedanken nicht nur für andere hörbar, sondern auch durch die Schrift sichtbar zu machen. Wie hört es sich an, wenn jemand anderes meine erdachten Sätze ausspricht? Sind alle Wörter richtig geschrieben? Kann überhaupt meine Handschrift gut gelesen werden? Auch das freie Schreiben kostet Überwindung und braucht Mut, wie der erste Sprung vom Beckenrand, das sollte nicht vergessen werden. Da gilt es, zunächst eine einfache Struktur aufzubauen und die Anforderungen übersichtlich zu halten.

Erste Trockenübungen

Hampelmannsprünge am Beckenrand – die Bewegungen werden zunächst außerhalb des Wassers geübt. Und auch die Kinder lernen erst einmal die Buchstaben kennen, schreiben bald erste Wörter ab, nachdem sie sie gelesen haben und können dann auch Wörter nach dem Gehör oder auch schon auswendig aufschreiben. Sie werden an die ersten Rechtschreibregeln herangeführt, die Hörwörter, Nachdenkwörter und Merkwörter. Das ist der erste Schritt.

Mit der Poolnudel ins Wasser

Was draußen am Beckenrad geübt wurde, darf jetzt im Wasser probiert werden. Die Poolnudel gibt dabei noch schützende Sicherheit. Auch beim Schreiben werden die ersten Sätze von der Tafel abgeschrieben und bald darauf Lückentexte eigenständig mit Wörtern gefüllt. Der nächste Schritt ist nun, Fragen mit eigenen Worten in ganzen Sätzen zu beantworten.

Die erste Bahn ohne Schwimmhilfe

Wie aufregend, besonders und frei fühlt es sich an, die erste Bahn allein im tiefen Wasser geschafft zu haben. So erleben auch die jungen Schreiber:innen ihren ersten eigenen Aufsatz:

  • Die Kinder machen sich Gedanken zu ihrem Thema oder kleine Fantasiegeschichte und diese werden geordnet (hier habe ich mit Postern und Aufsatzkärtchen gearbeitet, siehe unten)
  • Daraus werden Sätze formuliert
  • und in Sinnzusammenhang gebracht,
  • eine erste Gliederung in Einleitung, Hauptteil und Schluss eingehalten
  • auf die Rechtschreibung geachtet und auch eigenständig ein Schema zur Rechtschreibkorrektur angewandt (Bei uns: Groß-/Kleinschreibregeln, Übung der 100 häufigsten Fehlerwörter – hier auch Material von mir auf Eduki: Übungsheft mit 30 Minidiktaten und der Umgang mit dem Wörterbuch).
  • Stets wird auch auf ein sorgsames Schriftbild geachtet.

Ja, es sind erst einmal nur kleine Aufsätze und meist nur wenige Sätze. Doch so ist ein solider Anfang gemacht. Sicherheit und Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten werden durch die regelmäßige Übung gewonnen.

Schwimmtraining, Kopfsprung, Wellenbad

Die gewonnene erste Sicherheit ist ausbaufähig. Die Texte werden umfangreicher, die Inhalte nicht nur nach vorhandenem Wissen, sondern auch nach Recherchen erstellt. Es gibt nicht mehr nur einen Aufsatz, sondern ein Gesamtwerk mit kleinen und später größeren Kapiteln.

Paddeln auf dem Fluss, schwimmen im großen Meer

Irgendwann ist die Rechtschreibung erkennbar sicherer, der eigene Korrekturaufwand der Schüler:innen dadurch nicht mehr so groß. Das Formulieren ist geübt, Satzbau und Grammatik ebenso routinierter. Inhalte werden jetzt zunehmend mit recherchiertem Wissen angereichert.

Zurück zum Start

Auch unser Anfang ist gemacht, die ersten Bahnen sind geschwommen, Sicherheit wurde gewonnen und das nächste große Ziel befindet sich bereits in Sichtweite: Ein kleines Tierbuch soll in der Tierkundeepoche selbst geschrieben werden: Startsprung und auf in die ersten Wellen!

Downloads für Euch

Erste Gliederung eines Aufsatzes:

Ein Themenplakat von mir zu Jahresbeginn, das ich auf A4 gedruckt und dann auf A3 hochkopiert habe: Die Reise durch das neue (Schul-) Jahr:

Die kleinen Themenkärtchen dazu:

Das ganze Material bei EDUKI hat als weitere Themen ein Fest zu planen, das Lieblingsbuch vorzustellen, Haustierwünsche zu durchdenken und Ferienpläne zu schmieden. Es besteht aus fünf Postern und insgesamt 80 Lernkärtchen. Hier die Übersicht:

Die Vorbereitung einer neuen Epoche

Eine sehr anspruchsvolle Vorbereitungszeit liegt hinter mir, wird aber auch noch reflektiert und weitergeführt: Ich habe mich in den letzten Wochen intensiv mit dem Erzählstoff der nordischen Götter- und Heldensagen auseinandergesetzt, mit Runen, dem Stabreim und Flechtbändern. Im Vorfeld war ich wenig vertraut mit diesem großen Thema.

Warum nordische Mythologie? Auf die innere Stärke kommt es jetzt an!

Bei allem, was man als (Waldorf-)Lehrende tut, sollte man genau wissen, warum genau dies jetzt ansteht, d.h. welchen Nutzen die Kinder in ihrem aktuellen Entwicklungsalter davon haben. Die Waldorfpädagogik ist darauf ausgerichtet, die kindliche Entwicklung zu unterstützen und damit weitere Lernvoraussetzungen zu schaffen. Dabei geht es in Klasse 4 verstärkt um die eigene Willensbildung, das Erleben und Wahrnehmen der eigenen – inneren und äußeren – Stärke, die Herausbildung der Persönlichkeit.

Die nordischen Sagen lassen ein rauhes, kraftvolles Schaffen erleben. Ganz neue, gewaltige und gleichsam faszinierende innere Bilder entstehen bei den Erzählungen. Die Stabreim-Übungen erfordern anhaltende Körperspannung und koordinierte Bewegung, dazu eine deutliche, laute Aussprache.

Wir singen das Lied „Yggdrasil“ und erleben wiederum eine „nordische Stimmung“, hören und üben die schwedische Aussprache, die so ganz anders ist als unsere bekannten Sprachen. Es ist so viel Energie im Raum.

Die Geschichte zur Entstehung der Runen ist magisch. Und ebenso geheimnisvoll die Zeichen. Wir lernen eine Geheimschrift!

All das stärkt die innere Sicherheit der Kinder und damit ihre Tat- und Willenskraft. Die anderen Unterrichtsinhalte werden in diesem Schuljahr ebenso komplexer und erfordern genau dies. Die Auseinandersetzung mit mehrschrittigen Rechenverfahren im großen Zahlenraum, die Bruchrechnung, Grammatik- und Rechtschreibregeln bewusst anwenden, Zeitformen erschließen und so viel mehr.

Vorbereitung am Schreibtisch?

Auch. Aber nicht nur. Ich musste die Stimmung zunächst bei mir selbst erleben: Ich habe das Lied gesungen, auf Klavier und Gitarre gespielt, verschiedene Bücher gelesen, die inneren Bilder wirken lassen. Ich habe gemalt, Stabreim geübt. Im Kollegium nachgefragt, mich korrigieren lassen, habe weiter an mir gearbeitet. Mir diese Epoche errungen. Denn mit nordischer Mythologie hatte ich mich bislang wenig befasst.

Welche Schritte braucht es, eine Epoche zu planen?

Dies hier gilt natürlich für alle Epochen, war aber mal wieder besonders intensiv für mich bei dieser.

  • Mit dem Rhythmischen Teil anfangen, sich selbst einstimmen: Lieder, Rezitationen, Bewegungen üben. Bei mir zumindest findet der erste Zugang über künstlerische Übungen statt.
  • Die Inhalte weiter erschließen. Auch hinterfragen: Stehe ich dahinter? Kann ich mit Überzeugung und Sicherheit alle Inhalte vermitteln? Insbesondere mit den Runen musste ich mich klar auseinandersetzen.
  • Literatur, Literatur. Lesen, lesen, lesen. Die eigenen inneren Bilder erleben und schärfen. Genau das finden, das zu mir passt, mit dem ich arbeiten kann.
  • Epochenhefte, Mappen usw. vorbereiten – so, wie die Kinder es erarbeiten sollen. Den Arbeitsaufwand selbst zu erleben, ist ebenso wichtig.
  • Den Klassenraum passend dekorieren, ein Tafelbild malen.

Nach dem Startschuss

Der Anfang ist zu meiner großen Freude und Erleichterung gelungen, das Interesse der Kinder geweckt. Nun gilt es, dies zu bewahren und zu vertiefen. Jeden Tag auf`s Neue.

Lehrerin als Lernende

Die Kinder erleben dabei eben auch mich als „ewig Lernende“. Gerade in dieser Epoche spüren sie, dass ich nicht in die Klasse gehe und „mal eben“ erzähle und zeige, was ich schon eh lange weiß und kann. Auch dass ich diesen Stoff für mich errungen habe, wirkt noch einmal besonders auf die Kinder. Lehrer:innen dürfen nicht nur, sondern sollten unbedingt auch als Lernende ein Vorbild sein.