PTBS bei Kindern: Was wir übersehen – und was wirklich hilft

Ein Artikel für Eltern, Lehrkräfte und alle, die Kindern nah sind.

Es gibt ein Bild, das viele von uns im Kopf haben, wenn wir an Trauma denken: ein Kind im Kinderheim. Ein Kind, das einen schweren Verkehrsunfall miterleben musste oder den Tod eines nahen Angehörigen. Ein Kind, das offensichtlich leidet. Doch dieses Bild ist unvollständig Denn Trauma sitzt auch in Klassenzimmern. In Schulbussen. Hinter unauffälligen Gesichtern von Kindern, die einfach „still“ sind, „nicht zuhören können“ oder „immer stören“. Kinder, bei denen niemand auf die Idee kommt zu fragen: Was trägst du gerade mit dir?

Was ist PTBS bei Kindern überhaupt?

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entsteht, wenn ein Erlebnis die Verarbeitungskapazität eines Menschen deutlich übersteigt. Was für Erwachsene gilt, gilt für Kinder umso mehr, denn ihr Nervensystem ist noch in der Entwicklung, ihre Bewältigungsstrategien sind begrenzt, und sie sind von Erwachsenen abhängig, die sie manchmal selbst nicht schützen können.

Traumatische Erlebnisse im Kindesalter sind vielfältig: körperliche oder emotionale Misshandlung, Vernachlässigung, der Verlust einer Bezugsperson, häusliche Gewalt, Unfälle, aber auch chronischer Stress in einem dysfunktionalen Familienumfeld.

Wichtig zu wissen: PTBS bei Kindern sieht selten so aus, wie wir es erwarten.

Das unsichtbare Gesicht von Trauma

Kinder zeigen Trauma meist nicht mit Worten. Sie zeigen es mit Verhalten.

Und genau das wird so oft falsch verstanden.

Ein Kind, das im Unterricht nicht stillsitzen kann, wird schnell als ADHS-verdächtig eingestuft. Ein Kind, das sich verweigert, gilt als faul oder störrisch. Ein Kind, das ausrastet, als aggressiv. Ein Kind, das erschöpft und müde ist, als desinteressiert. Was dahinter stecken könnte? E

in Nervensystem, das im Dauerstress-Modus feststeckt.

Fachleute warnen ausdrücklich davor: Übererregungssymptome einer PTBS wie Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit und Wutausbrüche werden bei Kindern regelmäßig als ADHS fehldiagnostiziert. Das bedeutet: Kinder werden für ein Problem behandelt, das gar nicht das eigentliche Problem ist. Und das eigentliche Problem bleibt unsichtbar.

Die Zahlen, die uns wachrütteln sollten

Trauma im Kindesalter ist kein seltenes Phänomen. Es ist erschreckend verbreitet. Eine repräsentative deutsche Studie (Deutsches Ärzteblatt, 2019) zeigt: Fast 44 % der deutschen Bevölkerung hat mindestens ein belastendes Kindheitserlebnis erlebt. Fast 9 % sogar vier oder mehr. Im Jahr 2022 meldeten deutsche Jugendämter über 62.000 Fälle von Kindeswohlgefährdung – und das ist nur, was sichtbar wurde. Die Dunkelziffer ist erheblich.

Und dann ist da noch die Gruppe der neurodivergenten Kinder mit ADHS, Autismus, Lernstörungen. Sie sind besonders gefährdet, denn ihr Nervensystem ist sensibler, ihre Reizschwelle niedriger, und Studien zeigen: Neurodivergenz gilt als Risikofaktor dafür, dass belastende Erlebnisse sich tiefer eingraben und eher zu PTBS führen.

Gleichzeitig haben über 53 % aller Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung mindestens eine psychiatrische Begleiterkrankung. Angststörungen, Depressionen, PTBS – alles auf einmal, in einem kleinen Körper, der morgens in die Schule muss.

Warum wir es so oft verpassen

Es gibt einen Satz, der in der Traumapädagogik immer wieder auftaucht:

Nicht: Was stimmt mit dir nicht? Sondern: Was ist dir passiert?“

Dieser Perspektivwechsel klingt klein. Er ist es keineswegs.

Denn unser Schulsystem – ja unser gesellschaftliches System insgesamt – ist auf Sichtbarkeit ausgelegt. Gebrochene Arme werden behandelt. Traurigkeit, die man sieht, bekommt Mitgefühl. Aber ein Kind, das innerlich kämpft und äußerlich stört? Das bekommt oft vorschnell Sanktionen.

Neurodivergente Kinder werden dabei besonders oft übersehen. Viele von ihnen lernen früh das sogenannte Masking — sie passen sich an, verbergen ihr wahres Erleben, funktionieren nach außen. Bis sie es nicht mehr können. Bis sich ihre Fassade in Erschöpfung, Angst oder Ausbrüchen entlädt.

Das ist kein Versagen des Kindes. Es ist das Ergebnis einer Umgebung, die keinen Raum für Andersartigkeit gelassen hat. Und leider ist es oft so, dass Lehrkräfte (in meinen Augen) schon in ihrer Ausbildung viel zu wenig geschult werden im Bereich der Traumapädagogik und Neurodivergenz.

Du musst kein Therapeut sein. Aber du kannst eine sichere Person sein.

Das reicht oft weiter, als wir denken.

Für Lehrkräfte und Pädagog:innen:

  • Struktur ist Fürsorge. Ein vorhersehbarer Tagesablauf, ein Tagesplan an der Tafel, immer dasselbe Morgenritual – das gibt einem dysregulierten Nervensystem Halt (Link zu. meinem Kartenset „30 Übergänge und Rituale in der Grundschule“)
  • Rückzug ermöglichen. Ein vereinbarter ruhiger Ort, den ein Kind aufsuchen darf, wenn es nicht mehr kann: ohne Strafe, ohne Beschämung.
  • Die Sprache ändern. „Was brauchst du gerade?“ statt „Warum machst du das?“ öffnet Türen, die anklagende Fragen schließen. Wirklich!
  • Beziehung ist Schutzfaktor Nummer eins. Ein kurzer echter Kontakt täglich… ein Lächeln, ein kurzes Gespräch – das kann für ein Kind mit unsicherer Bindungserfahrung bedeutsamer sein als jede pädagogische Maßnahme.

Für Eltern:

  • Glaub deinem Kind, auch wenn du es nicht verstehst. „Ich glaube dir, dass es schwer ist“ ist ein mächtiger Satz. Du kannst die Gefühle zwar nicht abnehmen (das wäre auch nicht im Interesse des Kindes!), aber co-regulieren.
  • Suche dir selbst Unterstützung. Eltern von traumatisierten oder neurodivergenten Kindern tragen viel. Du kannst nicht aus einem leeren Tank geben. Mein unkompliziertes Coaching-Angebot für akuten Bedarf.
  • Rede mit der Schule – aber bereite dich vor. Bring konkrete Beobachtungen mit. Nicht Diagnosen oder gar Anschuldigungen, sondern: „Ich bemerke, dass mein Kind morgens sehr angespannt ist. Was beobachten Sie?“
  • Fachliche Hilfe ist kein Versagen. Traumafokussierte Kinderpsychotherapie wirkt. Frühzeitig angesetzt, kann sie enorm viel verändern.

Ein kleines Wort zum Schluss

Kinder, die Trauma tragen, brauchen keine Disziplin. Sie brauchen Sicherheit.

Sie brauchen Erwachsene, die nicht wegsehen, wenn es unbequem wird. Die fragen, statt zu urteilen. Die Verhalten als Sprache lesen – als den einzigen Weg, den ein Kind hat, um zu sagen: Ich brauche Hilfe.

PTBS bei Kindern ist real. Sie ist sogar häufig. Und sie ist unsichtbar – bis jemand anfängt, anders hinzuschauen.

Du kannst dieser jemand sein.

Naturerlebnisse und mehr für die ganze Familie: Familienbande im Jahreskreis

Ich möchte Euch heute das erste von zwei wundervollen Familienbüchern vorstellen, erschienen bei einem großartigen Verlag: Familienbande im Jahreskreis ist ein Mitmachbuch, das unsere Jahreszeiten, ja jeden einzelnen Monat des Jahres, fühl- und erlebbar macht. Also ganz nach meinem Geschmack.

Das Buch ist ein Hardcover, das Format ist ein wenig größer als A4. Die Titelseite ist ein liebevoll illustriertes Wimmelbild mit allem, was so ein Jahr zu bieten hat.

Über den LebensGut Verlag

Der LebensGut Verlag an sich holt mich persönlich schon sehr ab: Er ist ein wirklich einzigartiger Buchverlag mit dem Ziel, Literatur zu veröffentlichen, die Frauen und Familien stärkt. Unter der Leitung der lieben Walentina Sommer fokussiert sich der Verlag auf Bücher, die Körper, Geist und Seele in Einklang bringen. Die Werke setzen sich intensiv mit Themen wie Weiblichkeit, Intuition und emotionaler Intelligenz auseinander und fördern eine nachhaltige Produktion. Alle Bücher werden auf FSC-zertifiziertem Papier gedruckt und größtenteils in Deutschland hergestellt, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Genug der Schwärmerei, schaut gern beim Verlagsprogramm vorbei. Und jetzt ist Zeit für die

Familienbande im Jahreskreis

Das Vorwort hat Simone Streif, Ethnologin und Ritualgestalterin geschrieben. Sie hebt hervor, warum Kinder Rituale gerade heutzutage dringend brauchen. In einer Zeit, die immer schnelllebiger wird und zudem sehr konsumorietiert ist.

Das Buch beginnt im Herbst

Na klar, man kann zu jeder beliebigen Zeit mit diesem Buch starten. Die Autorin Verena Wagner hat den goldenen Oktober gewählt. Eine Zeit, in der man draußen noch einmal Sonne tanken kann, die aber auch schon zum Kürbisschnitzen einlädt. Und wer draußen einfach eine schöne Vorlesezeit genießen möchte, kann die Geschichte von Berta, Birk und die Blutbuche genießen.

Jeden Monat ganzheitlich und weltoffen erleben

Das Buch hat so viele Inspirationen und Sinneserlebnisse zu bieten: Die Wahrnehmung der Natur steht immer an erster Stelle, es folgen jahreszeitliche, leckere Rezeptideen – Holunderküchlein, Kräuter-Stockbrot, veganer Erdbeerkuchen, um nur weniger zu nennen. Auch jeden Monat dabei: Eine märchenhafte, jahreszeitliche Geschichte: Mal geht es um einen Kirschbaum im Februar, mal um ein Erdmännlein im April oder um den Tanz der Feuerwichtel im Juni zur Sonnenwende.

Rituale aus aller Welt – Vom Lichterfest der heiligen Luzia in Schweden über Osterfest und Ramadan bis hin zum jüdischen Laubhüttenfest im September sind nicht nur voller Inspirationen, sondern man lernt wirklich noch so einiges dazu.

167 Seite voller Kindheitserinnerungen, Inspiration und Weltwissen

Ziel dieses Buches ist es also, mit sinnstiftenden Naturerlebnissen das Umweltbewusstsein im Familienalltag zu fördern – und dabei über den Tellerrand zu schauen. Dabei werden auch bei Erwachsenen so einige Kindheitserinnerungen geweckt. Die Weitergabe spiritueller Lebensweisheiten öffnet manchen Horizont. Ein wahrer Schatz für Familien!

Wer allerdings erwartet, dass es mit bunten Illustrationen wie auf der Titelseite im Buch weitergeht, wird von Ausmalbildern und kleineren schwarz-weiß-Elementen etwas überrascht sein. Was meiner Meinung nach aber nicht stört, da die inhaltliche Qualität wirklich groß ist und sich das Buch auch vom Schreibstil her wunderbar lesen lässt.

Bestellen

Die 24,00 Euro sind für dieses Werk ein sehr guter Preis.

Hier könnt Ihr es bei meinem Partner Thalia bestellen – oder auch bei Buecher.de. Der Versand ist jeweils kostenlos.

Die erste Zeit im neuen Schuljahr: Von Ferienerlebnissen und anderen Erzählrunden

Mein beliebtester Beitrag im Blog ist dieser hier: Ferienausklang in der Schule – drei kreative Spiele für spannende Erzählrunden. So findet man einen guten Wiedereinstieg nach der längeren Pause. Und damit es danach bestmöglich weitergehen kann, darf ich Euch endlich mein neues, praktisches Helferlein präsentieren: Sprechen und Zuhören im Erzählkreis, mein bereits drittes Werk mit dem Don Bosco Verlag und ganz frisch erschienen.

Hier geht es nicht nur um Erzählanlässe, das Zuhören und die Erweiterung des Wortschatzes der Kinder. Im Schulalltag braucht es gute Gewohnheiten und eine positive Kommunikation miteinander, die letztendlich die ganze Klassengemeinschaft stärkt. Auch mein Lieblingsthema darf natürlich nicht fehlen: Kindern einen Raum für Gott und die Welt zu geben, sie philosophieren zu lassen.

Die Karten hat man auch im Eifer des Gefechts sehr schnell griffbereit. Ich bin gespannt, wie Euch die praktischen Karten gefallen! Schreibt mir gern, ich freue mich.

Wenn Du über meinen Thalia-Link bestellst, unterstützt Du automatischen meinen Blog und die Podcast-Projekte, der trotz Technik- und Serverkosten, Domains usw. werbefrei sind und bleiben.

Noch mehr Klangschalenliebe: Neue Bildkarten und ein Kurs

Mit ganz viel Liebe geschrieben und endlich ganz echt in Händen zu halten ist mein neues Kartenset „30 Klang-Yoga-Bildkarten – Körperwahrnehmung und Selbstvertrauen mit Kinderyoga„. Es ist eine sehr schöne und passende Ergänzung zu den „30 Klangschalenspielen für Entspannung und Körperwahrnehmung.„

Passend dazu habe ich mir überlegt, dass ich für alle Klangschalen-Starter unter Euch einen kleinen online Kurs anbiete, bei dem Ihr Schritt für Schritt in die Welt der Klangschalen für Euch selbst und natürlich auch Eure Lieben eintauchen könnt. An jeweils drei Terminen erfahrt Ihr alles Wissenswerte und könnt Eure Fragen stellen. Da wir uns dreimal online Treffen, kann auch schon ein erster Erfahrungsaustausch stattfinden. Hier geht`s zur kleinen Kurswelt.

Ich hoffe, Euch gefällt dieses kleine Angebot und natürlich auch die Bildkarten 🙂

Zeit statt Zeug im Advent

Es ist der erste Dezember. Die Kinder haben zu Hause das erste Törchen ihres Adventskalender geöffnet… Oder? In der Schule lässt sich heraushören, dass es durchaus auch manchmal mehr als ein einziges Törchen ist. Inzwischen scheint es keine Seltenheit mehr zu sein, dass sich zu Hause gleich mehrere Kalender nebeneinander reihen oder für die Kinder an verschiedenen Orten, bei verschiedenen Menschen, Kalender bereitstehen.

Ideen, wie man weniger konsumiert und dabei mehr schenkt

Ich mag sehr die Aktion Zeit statt Zeug (unbeauftragte Werbung). Hier finden sich tolle Ideen, gerade jetzt zur Weihnachtszeit. Ideen, die mir besonders gut gefallen:

  • anstatt einen Welpen zu verschenken, regelmäßig mit einem Hund aus dem Tierheim Gassi gehen.
  • gemeinsam Blumen pflanzen, anstatt im Blumengeschäft einen teuren Strauß zu kaufen.
  • Vorlesezeit statt Buch verschenken
  • Kochabend statt Kochbuch

Der immerwährende Zeit-Adventskalender

Dies sind 24 Karten mit verschiedenen Inspirationen und Ideen, wie man die Dezembertage bis Weihnachten liebevoll füllt. Geschrieben hat „Unser Advent“ meine liebe Schwester Dr. Daniela Heidtmann (daher eine Herzempfehlung + Affiliate Link).

Von Bastelideen über Streichelspiele bis hin zu kleinen Meditation ist alles dabei, was die Adventstage entschleunigt und das Herz erwärmt. Es ist für Kinder ab 3 Jahren geeignet.

Wenn man von der Nummerierung der Karten absieht, finden sich hier tolle kleine Rituale und Ideen für den ganzen Winter mit vielen langen Nachmittagen.

Klangroutine: Bewegung zwischendurch

Ein kleines, einfaches Bewegungsspiel vor der Arbeitsphase? Ja, gerne! Im bewegten Klassenzimmer geht es besonders unkompliziert. Man braucht dazu nur die Bänkchen und ein pentatonisches Glockenspiel. Routine Nr. 2 #10tage10klangroutinen

Auf geht`s

Die Kinder stehen vor ihren Bänkchen und hören zu, wo sie hingehen sollen:

  • hinter das Bänkchen
  • auf das Bänkchen
  • rechts neben das Bänkchen
  • links neben das Bänkchen
  • unter das Bänkchen

Dann werden die sieben Töne gespielt. Mit dem letzten Ton sollen alle Kinder an dem vorgesehenen Platz sein.

Im besten Fall wählt ein Kind den nächsten Ort aus, spielt eigenständig das Glockenspiel und reicht es an das nächste Kind weiter.

Stufe 2

zu den verschiedenen Orten kommen noch Varianten wie:

  • sitzen
  • stehen
  • liegen
  • hocken
  • knien
  • auf einem Bein …..

Was bringt die Übung?

  • das Glockenspiel lässt das Zeitfenster wahrnehmen
  • die Bewegungsabläufe schulen die Orientierung im Raum
  • In der schülerzentrierten Variante wird die Selbstwirksamkeit gefördert
  • und natürlich Koordination, Aufmerksamkeit sowie aktives Zuhören.

Und wenn ich nur ein diatonisches Glockenspiel habe?

Dann entferne einfach die Klangplatten der Töne c und f.

Ich wünsche viel Freude mit dem kleinen Bewegungs-Snack!

Ich betreibe diesen Blog für Euch werbefrei und auf eigene Kosten. Daher würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr über meine Shop-Links einkauft oder bei Thalia sogar Klassensätze bestellt, denn teilweise bekomme ich eine Provision, die ein Teil der Kosten deckt. Vielen Dank!

Freude an Klängen und Spiel

Übungen und kleine Routinen mit Klang zu versehen, kann den Alltag mit Kindern wirklich bereichern – sowohl in der Schule, als auch zu Hause. Ich möchte in den nächsten Tage zehn Spiele und Übungen vorstellen, bei denen man mit kleinen Mitteln für viel Freude sorgt.

Ihr werdet überrascht sein, wie einfach die Dinge sein können. Gerade die Übergänge zwischen den verschiedenen Unterrichts- oder Tagesphasen lassen sich so gut und sinnvoll nutzen.

In den nächsten Tagen lernt Ihr kennen:

  • Was die Füße mit der Konzentration zu tun haben
  • Dass man Lautstärke nicht durch Lautstärke zur Ruhe führt (eigentlich kein Aha-Erlebnis)
  • Wie man überall ein bisschen Klang und ein bisschen Bewegung einstreut, was das Miteinander entspannt und die Konzentration fördert.

Mit von der Partie sind

  • Die Klangschale
  • Das pentatonische Glockenspiel
  • Das selfmade-Miniglöckchen
  • Die kleine Kalimba
  • Die Klangkugel
  • Die Djembé
  • Die Zimbeln

10 Tage lang jeden Tag eine kleine spielerische Übung

(Hier wird am Ende ein YouTube-Zusammenschnitt eingefügt.)

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Lust und Frust beim Thema Hausaufgaben

Neue Erfahrungen und Lerngewinne sollen von den Kindern als Bereicherung empfunden werden. Auch die Hausaufgaben sind davon nicht ausgenommen. Damit sich Hausaufgaben aber nicht wie eine „Beschäftigungstherapie am Nachmittag“ anfühlen, die von einer schönen Freizeitgestaltung abhalten, benötigen sie transparente Ziele. Sie müssen für die Schulkinder einen Sinn ergeben.

In der Schule und zu Hause – ein Spannungsfeld

Ich habe einmal drei allgemein gehaltene Beispiele zum Thema „Ziele von Hausaufgaben“ ausgesucht. Bitte beachtet, dass es unzählige Varianten gibt – je nach Alter der Lernenden, dem Unterrichtsfach und natürlich auch der Lehrperson.

Inhaltliches Ziel: Wiederholung und Festigung durch Erinnerung

Was morgens noch gut in der Lerngruppe verstanden wird, sollte bestenfalls auch später zu Hause, auf sich allein gestellt, noch abrufbar sein. Nach einiger Ablenkung zwischen Heimweg und Ruhepause fordert dies ein aktives Erinnern. So können Hausaufgaben dazu beitragen, eine Erkenntnis über den Lernstand zu gewinnen – „Ich habe etwas Neues gekernt“ – oder Fragen aufzuwerfen: „An welcher Stelle fehlt mir noch mehr Übung?“ oder „Wenn ich genauer darüber nachdenke, entstehen vertiefende Fragen.“

Ziel der Selbstbestimmtheit: Förderung von Selbständigkeit und Eigenverantwortung

Die Kinder lernen also zugleich, Verantwortung für ihr schulisches Vorankommen zu übernehmen. Indem sie sich selbst um die Erledigung der Aufgaben kümmern und sich anschließend in der Schule bei der Besprechung der Hausaufgaben einbringen, organisieren sie ihre Aufgaben mehr und mehr selbständig. In höheren Klassen kann dann auch die erste Vorbereitung und Recherche eines neuen Unterrichtsinhalts Hausaufgabe sein.

Ziel der Zusammenarbeit: Hausaufgaben ermöglichen einen besseren Dialog zwischen Eltern und Lehrenden

Wenn die Schule auch zu Hause einen Platz im Tagesablauf hat, gewinnen Eltern einen Eindruck davon, was ihre Kinder für die Schule erarbeiten und auch, wie gearbeitet wird. Und: Nicht alles müssen Kinder allein lernen – Lesen, Einmaleins oder Vokabeln brauchen Wiederholung und Übung. Wenn Schulkinder hierbei auf die Unterstützung ihrer Eltern zählen können, bleiben alle im Bilde. Elterngespräche bekommen eine verbesserte Grundlage.

Drei beispielhafte Probleme im Zusammenhang mit Hausaufgaben

Nicht immer sind diese Ziele ersichtlich. Manchmal werden Hausaufgaben auch als Belastung gesehen.

„Mein Kind braucht sehr lange für die Hausaufgaben.“

Kinder haben – je nach Alter, Lernvoraussetzung und Lernumfeld – nur eine gewisse Zeitspanne, in der sie aufmerksam arbeiten können. Ist diese überschritten, kommen sie mit ihrer Arbeit kaum noch voran. Hier bedarf es u.a. individuelle Absprachen über eine sinnvolle Arbeitsdauer, eine verlässliche Lernroutine und/oder eine Arbeitsumgebung zu Hause, die wenig Ablenkung bietet.

„Die Hausaufgaben werden in der Schule zu wenig gewürdigt. Das ist demotivierend“

Man stelle sich vor, 30 Kinder schreiben zu Hause einen umfangreichen Aufsatz – und am nächsten Tag bekommen nur drei von ihnen die Möglichkeit, diesen vorzulesen und damit ihre Arbeit zu präsentieren. Frontalunterricht lässt grüßen. Hier helfen schülerzentrierte Unterrichtsformen, bei denen sich zwei Kinder dann gegenseitig ihren Aufsatz vorlesen und einander Rückmeldung geben können (auf Basis einer gemeinsam erarbeiteten Vorlage). Oder es werden an mehreren Tagen verschiedene Aufsätze vorgelesen. Ausreichend Zeit, um die geleistete Arbeit wahrzunehmen und zu würdigen, muss also in der Unterrichtsplanung berücksichtigt werden.

„Mein Kind verweigert die Hausaufgaben, es ist ein täglicher Kampf.“

Hier muss genau beobachtet werden, in wie weit dies mit bestimmten Aufgabentypen, Unterrichtsfächern oder anderen Rahmenbedingungen zusammenhängt (z.B. bestimmte Wochentage mit Freizeitaktivitäten, lange Schultage, gutes Wetter bei Draußenkindern usw.). Bahnt sich eine Prokrastination an, ist ein guter Plan zur Unterstützung des Schulkindes wichtig.

Wenn Du mehr zum Thema Prokrastination im Schulalter erfahren möchtest, halte ich Dich hier auf dem Laufenden.

Konzentration ermöglichen

Wenn von Konzentrationstraining gesprochen wird, denkt man oft spontan an Übungen der Entspannung und Ruhe, an Wiederholung und Rhythmus. Oftmals findet dies auch in Form von Kursen außerhalb von Schule statt und soll Kindern dann Reserven für den Schulalltag bieten. Doch um nachhaltig Konzentrationsfähigkeit aufbauen zu können, muss zunächst an den Grundlagen gearbeitet werden. Drei entscheidende Basics stelle ich Euch hier vor.

„Konzentrier Dich mal!“

Diese Aufforderung wird häufig ausgesprochen – sie hilft betroffenen Kindern aber nicht weiter. Im Gegenteil. Gerade Kinder, die gern alles richtig machen wollen – ob aus Sympathie für die Erwachsenen oder aus Wunsch an die eigene Arbeit – bekommen dadurch einen weiteren Dämpfer. Denn sie werden sich nicht auf Kommando konzentrieren, wenn sie nicht die passenden Werkzeuge dafür haben.

Basic Nr.1: Die Lernsituation erkennen

Wieso das?! Es ist ein Klassenraum mit Regeln, es gibt einen Arbeitsauftrag…. was kann man denn daran nicht erkennen? Tatsächlich kann man dies nicht einfach so voraussetzen. Für manche Kinder legt sich auch nicht einfach ein Schalter um zwischen Pausenzeit und Schulstunde. Dass man in der einen Situation sagt, was einem gerade in den Sinn kommt und dies in der anderen Situation unpassend ist, erscheint nicht für alle selbstverständlich. Das ist weder respektlos noch frech. Wie stellt man also fest, ob ein Kind die Lernsituation einschätzen kann?

Die simple Antwort lautet: Man spricht darüber und erhält dabei ein Bild, wie die betreffenden Kinder auch andere Kinder wahrnehmen. Woran kannst Du erkennen, ob ein (anderes) Kind im Unterricht gerade aufmerksam ist? Du solltest darauf eine beschreibende Antwort erhalten wie: „Das Kind schaut dann auf sein Heft / die Lehrperson“, „Das Kind antwortet mir nicht oder kaum, wenn ich es anspreche“ oder „das Kind erledigt schon seine Aufgaben“. Dann kannst Du davon ausgehen, dass das Vorfinden einer bestimmten Lernsituation einem ungeschriebenen Gesetz gleicht. Die Signale der anderen wahrzunehmen, ist dann ein erstes, wichtiges Lernfeld und man kann es nicht voraussetzen! Es ist interessant und aufschlussreich, mit Kindern darüber ins Gespräch zu kommen.

Dies kann im Klassenverband erlernt bzw. erinnert werden, indem man zu Beginn der gemeinsamen Arbeit einen kleinen Erinnerungsspruch sagt, Signaltöne oder Bildzeichen zur Stundentransparenz verwendet. Im Moment der Ablenkung ist es günstig, die Situation zu benennen (anstatt „hör auf“ zu sagen).

Basic Nr. 2: Sich selbst wahrnehmen und die eigenen Gefühle kennen

Kinder, die ihre Aufmerksamkeit nur schwer halten können, sind oft von Eindrücken und Empfindungen abgelenkt, die sie nicht sogleich einzuordnen wissen. Das erzeugt Unruhe. Hier wird Sicherheit gewonnen, indem wir nicht fragen, sondern sehen und dabei unterstützen, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Erst, wenn diese erkannt und benannt werden können, ist eine Regulierung überhaupt möglich.

Die Grundbedürfnisse nach Essen, Trinken, Toilette und Bewegung werden oft unterschätzt.

Bezogen auf eine Lernsituation kann gemeinsam geschaut werden, ob zu Stundenbeginn überhaupt alle Grundbedürfnisse gestillt sind bzw. was das Kind braucht, um nun in die Arbeit zu finden: Hat es vorab die Pause genutzt, um zu essen, zu trinken oder auf die Toilette zu gehen? Hat es sich genug bewegt? Liegen alle Materialien bereit und sind ablenkende Dinge verstaut? Es erfordert oft intensive Begleitung, die Pausen- und Lernzeiten richtig nutzen zu lernen und damit gute Lernvoraussetzungen zu schaffen.

Basic Nr. 3: Die eigene Lernumgebung passend gestalten lernen

Zu viele Dinge auf dem Tisch, zu große Nähe zu Sitznachbarn, überfrachtete Arbeitsblätter, unangespitzte Stifte, halb vertrocknete Klebe, unübersichtliche Schultaschen und Mappen – es gibt viele kleine Dinge und Stellschräubchen innerhalb einer individuellen Lernumgebung, die ein konzentriertes Arbeiten erschweren. Bis es einem Kind gelingt, für sich zu erkennen, wie es auf die die eigene Lernumgebung einen positiven Einfluss nehmen kann, können Jahre vergehen. Dabei gilt: Es muss jederzeit möglich sein, Veränderungen kreativ auszuprobieren und auch unmittelbar darüber zu sprechen, ob sich etwas verbessert hat. So baut man sich mit der Zeit eine eigene kleine „Werkzeugkiste“ an Hilfen auf.

Und nun stelle dir vor….

…. was es für einen Unterschied macht

  • ob Du vor dem Lernen genügend Bewegung hattest, satt bist, getrunken hast, Deine Arbeitsmaterialien jederzeit griffbereit und genügend Platz an Deinem Tisch hast
  • oder ob Dir Dein Sitznachbar auf die Pelle rückt, Du Durst hast, müde bist und eigentlich gar nicht weißt, ob Dein Stift noch lange schreibt.

BEVOR Du überhaupt an die Arbeit gehst oder ein Mandala zur Konzentrationsförderung machst, weil Du ja eigentlich Deine Aufmerksamkeit nicht gut halten kannst…….

Die Glücksstunde zum neuen Jahr

Auf ein Neues! Morgen hat uns der Schulalltag wieder. Nachdem mich kurz vor den Weihnachtsferien die Grippe völlig lahmgelegt hatte und ich mich nicht richtig von meiner Klasse verabschieden konnte, habe ich mir vorgenommen, die erste Stunde des neuen Jahres als Glücksstunde zu planen. Achtsamkeits- und Mindsetübungen fließen zwar immer wieder in meinen Unterricht ein – diesmal ist ihnen eine ganz besondere Stunde gewidmet.

Auf in ein neues Jahr, mit Vertrautem

Wir haben ja unsere Rituale im Laufe eines Jahres. So gehören zum neuen Jahr auch die Glücksperlen dazu. Natürlich dürfen sie auch diesmal nicht fehlen, sie werden sicherlich schon erwartet.

Auch unser Glücksglas wird erneuert. Es hat in den letzten Monaten geruht und mit ihm wird eine weitere Erinnerung geweckt an ein schönes Ritual, das wir gern auch im Laufe eines Schuljahres, meist montags, gepflegt haben.

… und neuen Impulsen

Hierzu zählen sowohl eine Übung zu persönlichen Zielen, als auch ein Spiel, das das Miteinander weiter stärken soll. Als kleine individuelle Übung habe ich zudem ein Suchsel entworfen: Unbewusst werden wir auf Dinge, die uns viel bedeuten, zuerst aufmerksam. So heißt es: Die ersten drei Wörter, die man in dem Buchstaben-Dschungel entdeckt, werden im neuen Jahr für einen selbst bedeutsam.

Freebie mit dem Suchsel:

Dann git es noch ein Kleeblatt-Spiel. Hierfür habe ich Plakate mit einem großen Glücks-Kleeblatt entworfen. Es werden zunächst 4er Gruppen gelost. Dadurch kommen sich auch einmal Kinder näher, die bislang weniger miteinander zu tun hatten. Der Auftrag ist nun, das Kleeblatt zu füllen. Jedes Kind überlegt, wie es sich selbst am besten beschreiben würde und darf von sich erzählen. So finden die Kinder heraus, was sie so alles gemeinsam haben (und vielleicht bislang nicht voneinander wussten). Gleichzeitig wird ihnen auch noch einmal mehr bewusst, was sie als eigenständige Persönlichkeit ausmacht.

Der Plan für den ersten Schultag

Nach den Weihnachtsferien gibt es viel zu erzählen: Was man erlebt hat, welche tollen Geschenke ausgepackt wurden und wen man getroffen hat. Mit unseren Erzählspielen gestalten wir aber nicht nur den ersten Schultag, sondern meist die gesamte erste Schulwoche so, dass wir uns zu Beginn eines jeden Schultages ein paar Minuten lang gegenseitig zuhören und von den Ferien erzählen.

Neues Jahr, neue Pläne: Anschließend berichte ich den Kindern, was im neuen Jahr in unserer Klasse noch so alles ansteht und dann gehen wir über zur Glücksstunde, um uns auf das, was uns in den nächsten Monaten begleiten wird, gemeinsam einzustimmen.

Ob dann noch Zeit für ein erstes Geometrie-Spiel bleibt? Etwas, das bis zum nächsten Schultag schon bewegt werden kann? Wir werden sehen 🙂

Jedenfalls kommt all das, was auch tägliches Schüler-Handwerkszeug ist, in dieser lockeren ersten Schulstunde nach den Ferien vor: Von der Eigenarbeit über Gruppenarbeit, bis zum Klassengespräch. Und so hoffe ich, auch meinerseits einen guten Übergang vom Ferienmodus in den Schulalltag zu gestalten.