Herbstferien: Halbzeit!

Es ist gerade einmal die erste Woche der Herbstferien vorbei und es kommt mir vor, als wäre schon viel mehr Zeit vergangen: Wir haben zu Hause renoviert und schon Vieles geschafft, ein langes, erholsames Wochenende liegt hinter uns. In der kommenden Woche steht aber auch noch so Einiges an.

Das Wochenende war sehr erholsam

Mein eigenes Arbeitszimmer

Durch unsere „Zimmerumzüge“ habe ich jetzt ein eigenes Arbeitszimmer bekommen, das aber auch gleichzeitig das Gästezimmer für unser großes Kind ist. Hier werde ich in den nächsten Tagen mein kleines Tonstudio für die Podcasts noch weiter ausbauen und darauf freue ich mich schon sehr.

Ich habe natürlich auch für die Schule viele Vorbereitungen zu erledigen, etwa die neue Rechenrallye, Wendediktate und Wörterbuchübungen erstellen und in den Erzählstoff der nordischen Mythologie weiter eintauchen. Die unteren Klassen werden nach den Ferien im Fach Musik wieder St. Martin, das Adventsgärtlein und die Vorweihnachtszeit mit Klängen und Liedern begleiten, das wird eine besonders schöne Zeit, die ich auch wieder für die diesjährigen Klassen neu und passend gestalte.

Mein Montagskindblog wird in nächster Zeit auch noch etwas überarbeitet, aber das wird wohl erst nach den Ferien etwas, seid gespannt.

Zeit für Besuch

Die kommende Woche ist auch für Familie und Freunde reserviert. Wir werden viel Besuch bekommen und sind auch mit Freunden verabredet. So lässt es sich weiter auftanken.

Abstand und gute Vorbereitung

Das ist also mein Ferienrezept. Etwas Ausbruch aus dem gewohnten Alltag, Zeit für Schönes genießen und den Rücken ein Stück weit frei machen für alles, was noch ansteht: Eine gute Planung für das zweite Quartal des Schuljahres lässt doch zuversichtlich in die Herbst-/Winterzeit starten.

Aurelino – als sich der kleine Sonnenkönig auf den Weg machte

Aurelino feiert Geburtstag. Vor gut einem Jahr ist mit „Der Klang der Sonnenstrahlen“ das erste gemeinsame Hörbuch von meiner Schwester und mir erschienen, zunächst rein „physisch“ auf CD, inzwischen auch im Streaming. Unser Sonnenkönig „Aurelino“ erfreut sich mit seiner entspannenden Erdenreise seitdem wachsender Beliebtheit. Und hier erzähle ich Euch, wie diese ganz besondere Geschichte entstanden ist.

Wie alles begann

Entspannung für Kinder, in der Schule und zu Hause, ist seit Langem schon ein Thema, das mich begleitet und an dem ich aktiv arbeite, wie Ihr wisst. So fing ich dann im Rahmen meiner Weiterbildung zur Gesundheitspädagogin an, kleinere Geschichten zu schreiben, in die ich verschiedene Entspannungstechniken für Kinder und natürlich auch die Qualität der wunderbaren Audiopädie (Klangpädagogik) einfließen ließ. Das war Anfang 2018. Irgendwann wurde dabei der kleine König „Aurelino“ zum Hauptakteur. Doch meine ersten Geschichten waren eher noch einzeln zu sehen und alles andere als ein Gesamtwerk. Ich stand also vor der Aufgabe, den berühmten roten Faden zu finden.

„Wir machen das gemeinsam“

Meine Schwester Daniela hatte gerade ihren Asteya Verlag gegründet und ihr wundervolles Buch „Yoga, Mond & Sterne (Blogbeitrag) herausgebracht“, das es ebenfalls als Hörbuch, auch im Streaming (z.B. hier ), gibt. Außerdem hat sie mein Büchlein „Rosinas Wolle„, die liebevolle Schafgeschichte mit den praktischen Ideen zum Wollhandwerk mit Kindern, wunderbar verfeinert und entscheidend mit überarbeitet.

Als nächstes wollten wir dann also eine gemeinsame Geschichte rund um den kleinen Sonnenkönig Aurelino schreiben. Als erfahrene Yogalehrerin war meine Schwester ohnehin eine Bereicherung für Aurelinos Abenteuer.

Bei der Arbeit an Rosinas Wolle hat es uns sehr gut getan, tagelang am Stück an dem Büchlein zu arbeiten, begleitet von kleinen gemeinsamen Auszeiten. Und genau das nahmen wir uns jetzt auch wieder für den „Klang der Sonnenstrahlen“ vor. Wir suchten uns also einen ruhigen Rückzugsort, um wieder gemeinsam in unsere Geschichten eintauchen zu können. Das heißt für uns: Schreiben, an der frischen Luft unterwegs sein, Yoga, Hörraum und Meditation…. einfach raus aus dem Alltag sein und uns intensiv mit allem verbinden, das unsere Geschichte ausmacht. Und diese Auszeit gönnten wir uns zum Jahresanfang 2020.

„Es wird eine Heldenreise“

Die Geschichte zusammenzuführen, das war nun die große Kunst. Ziemlich schnell stand fest: Eine Heldenreise soll es werden – und so fingen wir an zu schreiben und das Puzzle zu lösen. Daniela entwickelte den Yoga- Erdengruß für die Geschichte, ich ließ die Klänge einfließen, gemeinsam fügten wir Elemente des autogenen Trainings, Achtsamkeitsübungen und andere Entspannungstechniken kindgerecht in die Geschichte ein.

Anschließend erzählten und spielten wir die Geschichte mit all ihren Klängen und Übungen, nicht mehr nur zu zweit, sondern auch mit unseren eigenen Kindern. Dabei wurden auch kleinere Details noch verfeinert. Die Geschichte wurde anschließend von Igel Records in der Reihe „Kids in Balance“ produziert und so waren wir im Juni 2020 im Tonstudio: Daniela sprach die Geschichte ein, ich spielte die Instrumente, meine kleine Nichte gab dem kleinen Sonnenkönig Aurelino ihre Stimme und sang die Lieder. Was für ein Familien-Abenteuer!

Happy Birthday, Aurelino!

Inzwischen ist ein Jahr vergangen, in dem Aurelino bei vielen Kindern für mehr Entspannung und besseres Einschlafen gesorgt hat. Wir haben so liebe und positive Rückmeldungen in den letzen Monaten erhalten, dass Ihr mit Sicherheit in Zukunft noch mehr von uns lesen und hören werdet.

Seit einigen Monaten ist auch das Hörbuch zu „Der Klang der Sonnenstrahlen“ im Streaming verfügbar. Unter diesem Link kannst Du es kostenlos hören, als unverbindlicher Probemonat bei Audible:

Der Klang der Sonnenstrahlen

Ich wünsche viel Spaß, besseres Einschlafen und entspannte Kinder!

Ende des Dornröschenschlafs

Sie waren auch in der „Zeugnispause“ – und sie wurden vermisst. Es ist schön zu lesen, dass Euch die Märchen mit Klang gefehlt haben. Zum Glück gibt es ja bereits 47 Episoden, die immer mal wieder gehört werden können. Bis heute wurden sie sogar fast 60.000 mal abgespielt, sooo klasse! Morgen hat das Warten ein Ende.

Neue Märchen mit Klang

Ein neuer Märchenmontag steht bereits vor der Tür.

Ich produziere wieder neue Märchen, auch ein mehrteiliges Ferienmärchen und eine neue Fantasiereise sind in Planung, seid gespannt.

In den Märchen stecken viel Liebe, Klänge, Zeit und Geld. Es ist ein ganz besonderes Hobby und das Angebot ist und bleibt kostenlos. Wer es aber dennoch gern unterstützen möchte, kann es hier über Steadyhq tun. Vielen lieben Dank!

Noch im Dornröschenschlaf

seit der Zeugnisphase ist auch mein kleiner Shop. Er wird gerade ebenso überarbeitet, so dass Ihr natürlich weiterhin „Rosinas Wolle“, „Der Klang der Sonnenstrahlen“, die schönen Choroi-Instrumente und andere Liebhabereien bestellen könnt. Momentan geht dies über meinen Etsy-Shop.

Ich danke Euch für Eure Geduld!

Angekommen in den Ferien

Als ich am Freitag nach Hause kam, war ich gleichzeitig froh über unsere ausgelassene Zeugnisvergabe und erschöpft von den letzten Tagen und Wochen vor den Ferien. Erstmals hatte ich eine Schreibblockade in der Zeugniszeit, was mir doch einigermaßen Sorge bereitet hat. Doch jetzt ist es Mittwoch, gerade fünf Tage später, und die Energie kommt deutlich zurück.

Darauf habe ich geachtet

Viele Wege führen zur Erholung. Ich fasse einmal zusammen, was mir aus dieser Erschöpfung herausgeholfen hat.

1.“Betriebsferien“ zu Hause

Ich habe es mir einfach mal erlaubt, müde zu sein und mich zu erholen. So habe ich insbesondere am Wochenende viel Schlaf nachgeholt, trotz der Fortbildung. Die Familie hat Rücksicht genommen. Außerdem habe ich nicht so aufwändig gekocht und gebacken wie ich es sonst am Wochenende so gern tue und auch die üblichen Wäscheberge zu Hause mussten warten.

2. Auf in die Lieblings-Tapasbar

Erholung geht durch den Magen, zumindest als Auszeit zwischendurch, und so war ich mit meinem Mann und Freunden in unserer Lieblings-Tapasbar, habe einen schönen Abend verbracht und geschlemmt. Anschließend hieß es wieder: Ausschlafen.

3. Äußeres Chaos sortieren und entrümpeln

Hiermit bin ich noch nicht fertig, aber ich habe angefangen und das ist auch immer eine Wohltat. Ich erledige die liegen gebliebenen Aufgaben im Haushalt, verpacke die Unterrichtsmaterialien des Schuljahres, sortiere und entrümple Schränke. Mich von unnötigem materiellen Ballast zu befreien, sorgt jedesmal wieder für neue Energien.

4. Zeit für gesunde Routinen

In der Zeugnis- und Schuljahresabschlussphase bleibt oft wenig Zeit für die Zubereitung gesunder Snacks, viel zu häufig wird auf die Schnelle mal genascht. An Bewegung mangelte es mir dieses Jahr dank der Bauepoche zum Glück nicht, das kommt sonst auch noch dazu. Jetzt ist es wieder Zeit für gesunde neue Routinen und Rezepte. Dabei überlege ich mir auch, wie ich es anschließend im Schulalltag schaffen kann, sie zu bewahren. Die Routinen diesmal: Warmes Zitronenwasser vor dem Frühstück trinken, insgesamt basisch frühstücken und am Nachmittag eine Tasse goldene Milch trinken. Tägliche Bewegung in Form von Spaziergängen, Schwimmen oder Radfahren ist sowieso Programm.

5. Jeden Tag etwas haben, auf das man sich freut

Einen schönen Ausflug machen, liebe Menschen besuchen, ein gutes Buch lesen, Spieleabende und künstlerische Projekte genießen. Es gibt jeden Tag so viel Schönes, das man sich bewusst machen sollte. Nichts ist selbstverständlich. Ich mache jedes Jahr auch irgendetwas Künstlerisches in den Sommerferien. Letztes Jahr war es das Aquarellmalen, dieses Jahr möchte ich mit Kind 3 gern schnitzen und etwas plastizieren. Außerdem habe ich meine Podcasts und die Schreiberei, da gibt es übrigens auch schöne, neue Ideen und Projekte, auf die ich mich freue.

6. Die Zeit nach den Ferien ist kein Tabu

Ich lebe nicht nur im Hier und Jetzt, sondern denke auch immer wieder an die Zeit nach den Ferien. Ich mag es, wenn bereits jetzt Schritt für Schritt allmählich ein Bild davon entsteht, wie es im neuen Schuljahr sein sollte – auch wenn die Erfahrungen der letzten Monate gezeigt haben, dass es vielleicht nicht immer so eintritt, wie man es sich vorgestellt hatte. Aber ich verdränge die Schule und meine Klasse in den Ferien nicht. So funktioniert mein „Abschalten“ eben nicht. Meine Arbeit und meine Klasse gehören einfach viel zu sehr zu meinem Leben. Auch wenn der Schreibtisch und das Email-Postfach ruhen, die Gedanken tun es nicht und das darf auch so sein. Sie sortieren sich auch allmählich. So sind die Ferien: Alles kann, nichts muss.

Schöne Ferien!

Ich freue mich auf die nächsten Wochen, schreibe weiter und wünsche auch Euch eine schöne Zeit! Was sind Eure Wege, die Akkus wieder aufzuladen?

Das war`s – auf in die Sommerferien

Ein sehr besonderes Schuljahr ist beendet. Ein Schuljahr, bei dem keine Planung sicher stand und das dadurch stark gefordert hat. Ein Schuljahr, in dem wir so viel vor hatten. Ein Schuljahr, das einen die Grenzen deutlich spüren ließ.

Diese Arbeitslatzhose hat mir meine Klasse geschenkt. Alle Kinder haben sich darauf verewigt.

Ein Rückblick der besonderen Art

Ja, wir haben viel erlebt, viel angepackt, viel gewerkelt und gebaut. Dabei so viel gelernt, die Inhalte des Jahres gut geschafft – und gleichzeitig waren wir auch so viel zu Hause. Am Freitag, unserem letzten Schultag, lenkten die Kinder mich von sich aus ganz schnell vom Jahresrückblick auf die Vorschau. Wie sehr spiegelt dies, dass wir lieber freudig nach vorn blicken wollen? Kinder sind weise.

Mit Konfetti ins vierte Schuljahr

Die Zeugnissprüche ließen bereits ahnen, was alles Neues kommen wird. Es ging um viele Tiere und ihre Gaben (die erste Tierkunde), es ging um Runen, es ging um Siegfried, es ging um Heimat und Orientierung (Heimatkunde), um Freundschaften (Thema im Sozialen), um die Zeiten und Vieles mehr. Wie schön es war, dass so viele Kinder direkt gesagt haben „DAS ist MEIN Zeugnisspruch“ – und es stimmte. Und wie schön es auch war, dass so oft auch von anderen Kindern erkannt wurde, für wen ich einen Zeugnisspruch geschrieben hatte.

Die Vorfreude auf Klasse 4 ist geweckt und groß – fehlte nur noch die „Verwandlung“ in Viertklässler. Da half in diesem Jahr ein bunter Konfettiregen. Die Kinder haben es genossen und sind freudig in die wohl verdienten Ferien gestartet.

Wie es mir ging in letzter Zeit

Für mich endet mit dem Schuljahr tatsächlich der Höhepunkt einer Achterbahnfahrt. Ende Mai ging es plötzlich innerhalb von drei Tagen vom wochenlangen Lockdown in den vollen Präsenzunterricht. Das war klasse, aber auch anstrengend. Ich hatte die Hausbau-Epoche zu organisieren, saß vor einem riesigen Stapel Epochenheften aus dem Lockdown und zusätzlich musste ich innerhalb von vier Wochen 30 Klassenlehrerzeugnisse (à 5-6 Seiten) auf den Weg bringen, dazu die Zeugnistexte für meine Fachstunden in Musik und Religion.

Das Schuljahr endete mit dem vierten Highlight des Jahres: Der Bauepoche. Wir haben im Schulgarten gesenst, gemäht, gegraben, gepflastert, gemauert. Dazu hat jedes Kind ein kleines Modellhaus nach eigenen Vorstellungen gebaut. Diese Epoche war Kraftquelle und Kraftverbrauch in einem. Dies hat man auch hier auf meinem Blog gemerkt, ich war oft geschafft und trotzdem zeitlich voll durchgetaktet – für meinen Blog geschrieben habe ich so gut wie gar nicht mehr. Auch die Märchen mit Klang pausieren, was wiederum Auswirkungen zeigt. Denn ohne künstlerischem Ausgleich sind stressige Phasen doch noch etwas schwieriger zu bewältigen. Es kam dieses Jahr erstmals meine Zeugnisspruch-Schreiberei ins Stocken. Ein Symptom. Am Ende habe ich aber doch noch alles geschafft – da waren wohl Zauberkräfte im Spiel.

Denn als „Sahnehäubchen“ gab es in dieser Zeit auch noch einige sehr aufwändige Gespräche in der Schule, die ebenfalls protokolliert werden mussten, familiäre Veränderungen und weiterhin der Zustand fehlender Planungssicherheit für viele Dinge, inklusive einer dringend nötigen Urlaubsreise. So fiel dann am Freitag nach Schulschluss, bzw. Klassenumzug Teil 1, eine Menge von mir ab und es gibt auch noch Einiges, das nun sacken und verarbeitet werden muss.

Jetzt wird also sortiert, entrümpelt und nach vorn geschaut.

Ich wünsche allen schöne und erholsame Sommerferien 2021!

Self-care oder: Aufräumen mal anders

Diese Woche habe ich nicht gebloggt, sondern meinen Alltag aufgeräumt und sortiert. Der Grund ist: Ich muss momentan etwas auf mich aufpassen, denn der Schuljahresendspurt ist in diesem Jahr anders als sonst. Viele (neue) Aufgaben kommen gerade zusammen. Und die Balance zwischen online und offline ist wichtig.

Von Null auf Hundert

Vor einer Woche endete der Distanzunterricht, es folgten drei Tage Wechselunterricht und ab morgen sind wieder alle Kinder vor Ort. Wer jetzt denkt: `Warum beansprucht das jetzt besonders? Ist doch der normale Lehrerjob.´ …. – nicht ganz.

Nach einer wochen- oder monatelangen Distanzzeit müssen die Kinder (und zugegebenermaßen auch ich) wieder in die gewohnten schulischen Abläufe finden. Wir sind völlig raus aus unserem üblichen Rhythmus. Eltern haben verständlicherweise Gesprächsbedarf und es gibt generell viele organisatorische Dinge der letzten Zeit aufzuarbeiten. Die aktuellen Hygienevorgaben müssen verinnerlicht sein und umgesetzt werden. Ich werde zudem seit diesem Monat in meine neuen Aufgaben als Mitglied der Schulleitung eingearbeitet und so ist es generell für mich eine spannende Zeit.

Stapelweise Hefte

Alles, was sich in der Distanzzeit angesammelt hat, wird jetzt noch bei mir abgegeben, durchgesehen und im Zeugnis gewürdigt. Daher ist das alljährliche Zeugnisschreiben am Schuljahresende noch einmal aufwändiger.

Hausbau-Epoche

Die aktuelle Epoche ist ein Segen. Durch viel praktische Arbeit bringt sie die Kinder zusammen, führt sie in die Selbstwirksamkeit und heilt so ein paar Wunden der Distanzzeit. Sie ist eine der besonderen Epochen des dritten Schuljahres und wirkt generell fördernd auf die Entwicklung der Kinder. Ich erteile diese Epoche zum ersten Mal und bis vor kurzem bin ich dabei von Wechselunterricht ausgegangen. Jetzt haben wir plötzlich fast doppelt so viele Schultage und nicht 15/16, sondern 31 Kinder vor Ort, die laufend Beschäftigung brauchen. Planänderung – mal wieder.

So muss man in diesen Zeiten immer flexibel sein und mit allen Bedingungen bestmöglich zurechtkommen. Dennoch liebe ich diese Epoche jetzt schon und ich genieße sie auch in vollen Zügen mit den Kindern – jetzt noch einmal besonders. Sie gibt doch auch Einiges zurück.

Am Nachmittag

Wenn die Schule erledigt ist, nehme ich mir immer eine kleine Auszeit für mich. Oftmals sortiere ich meine Gedanken und blogge hier. Doch in den letzten Tagen musste ich mal dringend weg vom Bildschirm – eben weil sich gerade doch noch viel zu viel davor abspielt: Zeugnisse und Elternbriefe schreiben, online Konferenzen und mehr. Also: Durchatmen an der frischen Luft, Radfahren, Kuchen backen oder ruhen. Eine Balance herstellen zwischen online und offline.

Sortieren und reduzieren

Momentan sind es viele Aufgaben. Also sortiere ich bewusst aus, was mich nicht in irgendeiner Form verpflichtet und ich suche mir gleichzeitig mindestens eine Sache am Tag heraus, die mir gut tut. Mir ist es sehr wichtig, mit den Kräften zu haushalten. Für meine Familie, für mich selbst und um eine gute Lehrerin zu sein.

Als meine Blogleser:innen habt Ihr daher momentan etwas weniger Lesestoff. Ich hoffe, Ihr haltet mir dennoch die Treue.

Euer Montagskind

Warum? Darum.

Hin und wieder kommt es vor, dass man gefragt wird, warum man sich eigentlich aktiv für den Ersatzschuldienst und damit gegen eine Verbeamtung, private Krankenkasse usw. entscheidet. Warum arbeiten wir Lehrer*innen an freien Schulen zu vermeintlich ungünstigeren „Konditionen“? Ich kann da natürlich nur meine eigene Sichtweise schildern, aber das möchte ich gern einmal tun.

Eine Typ-Frage

Von Fachstunde zu Fachstunde, von Lerngruppe zu Lerngruppe zu tingeln, mit halbjährlich wechselndem Plan, das ist nichts für mich. Als Klassenlehrerin an der Waldorfschule habe ich 8 Jahre lang jeden Tag meine feste Lerngruppe, die ich über einen ganzen Lebensabschnitt begleite. Ich mag es so vertraut und ohne den äußeren Zwang, die Kinder standardisiert nach Leistungen zu beurteilen. Nicht, dass ich kein Verständnis dafür habe, es so zu tun. Wer pro Schuljahr durchaus mehrere Hundert Schüler*innen unterrichtet, braucht klare Methoden, die Kinder möglichst fair zu beurteilen und ihren Lernzuwachs zu messen, keine Frage.
In meinem überschaubaren Rahmen weiß ich allerdings auch ohne Vergleichsarbeiten & Co., wo jedes einzelne Kind steht und wie ich unterstützen kann. Diese Arbeitsbedingungen fühlen sich für mich richtig an und haben dadurch auf jeden Fall auch ihren Wert.

Gemeinschaft und Individualität

Das ist zu schaffen: Eine Klassengemeinschaft zu bilden, in der jedes Kind seinen Platz hat und gesehen wird. „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“, sagt man in Afrika. So gehören auch die Eltern fest zur Schulgemeinschaft und tragen im vertrauensvollen Austausch – nicht als „Kunde“ – dazu bei, dass sich ihr Kind wohl fühlt und gut lernen kann. Man sucht gemeinsam nach Lösungen, wenn es Schwierigkeiten gibt.

Kopf, Herz und Hand

Die Welt nicht nur aus Büchern und Filmen zu vermitteln, sondern Vieles selbst aktiv und auch künstlerisch auszuprobieren. Die Kinder dabei zu erleben, wie sie auf vielfältige Art und Weise den Dingen auf den Grund gehen, sich Themen erschließen – das begeistert mich.

Schulentwicklung

Jede Waldorfschule hat etwas mit den anderen Waldorfschulen gemeinsam. Und doch ist jede Schule anders, denn sie wird aktiv von Eltern und dem Kollegium mit- und weiterentwickelt. Dass man sich mit Ideen und Mithilfe einbringen kann, ist ein weiterer Grund, warum ich so gern an dieser freien Schulform arbeite – übrigens auch in der Elternrolle.

… und Dynamik

So ist jeder Schultag vor Ort lebendig und spannend, fordert aber auch die Kreativität, das Engagement und die eigene Lernbereitschaft heraus.

Auch wenn sich momentan Vieles durch die auferlegten Einschränkungen und die langen Phasen des Distanzlernens so „ausgebremst“ anfühlt, sollten wir versuchen, auf bessere Zeiten hinzuarbeiten und dabei so optimistisch wie möglich nach vorn zu schauen. Denn Waldorfschule ist, was wir draus machen – ein wertvoller Schatz.

Happy Birthday Montagskindblog

Heute ist es genau ein Jahr her, dass ich meinen Blog gestartet habe. Den Wunsch zu bloggen hatte ich seit Längerem, aber ich war mir nicht sicher, ob ein weiteres Dauer-Schreibprojekt nicht doch etwas viel werden könnte. – Statt dessen ist mein Blog zu einer liebgewonnenen Schreibroutine geworden und auch schon eine kleine Sammlung zum Nachlesen und Erinnern.

Netzwerken

Wie Ihr merkt, bin ich jetzt nach einem Jahr sehr froh, meinen Blog zu haben. Was mich letztendlich auch zu der Entscheidung geführt hat, war der Wunsch, mich weiter zu vernetzen und auszutauschen. Das hat bis jetzt prima geklappt. Ich habe viele Rückmeldungen und neue Impulse bekommen, dazu einige Kontakte geknüpft. Was gerade auch im Lockdown sehr hilfreich ist.

Podcasts

Mit dem Bloggen kamen die Podcasts. Auch auf den Podcast war ich in meiner Freizeit schon seit längerem gekommen. Und irgendwie wurde ich mit dem Bloggen auch zur Podcasterin. Ich mag Podcasts als „bildschirmfreie Alternative“ der Unterhaltung und Information. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, vor dem Bügelbrett stehe oder einfach nur mal gemütlich auf dem Sofa sitze, läuft bei mir schon ziemlich regelmäßig der eine oder andere Podcast.

So entstand mit der Zeit die Idee, auch selbst zu podcasten und das stellte sich als gar nicht so schwierig heraus. Der Märchenpodcast „Märchen mit Klang“ entstand aus dem Herumexperimentieren, wie ich den Erzählteil des Epochenunterrichtes auf Distanz an die Kinder herantragen könnte. Inzwischen habe ich eine große Stammhörerschaft. Auch schien es mir die einzige Möglichkeit, auf Distanz ein wenig Klang-Entspannung mit den Fantasiereisen zu schaffen.

Der aktuelle Erzählteil für meine Klasse ist übrigens nicht öffentlich, da ich die Rechte an den Texten nicht habe. Ich produziere aber täglich weiter. Meine Klasse kennt sowohl den Märchenpodcast, als auch die Klänge, die darin vorkommen und die Kinder fragen mich auch gern danach.

Mit meinem Kollegen Dustin, der an einer anderen Waldorfschule arbeitet, habe ich ein klassisches Podcastformat gestartet, ein „Gespräch unter Waldorflehrern“ in Kaffee, Kreide, Morgenspruch. Auch die monatliche Produktion dieses Podcasts macht nicht nur viel Spaß, sondern hat auch eine wachsende Hörerschaft.

Was sonst noch beliebte Klassiker wurden: Die Geburtstagswoche

Geschichten, Spiel- und Unterrichtsideen und einige Rezepte haben sich zu Klassikern des Blogs entwickelt. Auch das Thema „Schule und Nachhaltigkeit“ ist und bleibt mir sehr wichtig. Daher habe ich für diese Woche eine „Geburtstagswoche“ geplant, in der jeden Tag ein Bericht zu verschiedenen Themen erscheinen wird, am Donnerstag habe ich auch eine Verlosung für Euch.

Ein Blick nach vorn

Der Blog soll mich und meine Arbeit in Zukunft begleiten und auch noch etwas barrierefreier bzw. bildschirmfreier werden. Dazu später mehr.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr besonders in dieser Woche täglich vorbeischaut oder den Blog via WordPress oder Email abonniert. – Euer Montagskind

Der Mäuserich Frederick und ich

Das hier ist ja auch so eine Art Tagebuch. Heute geht es mal um die große Vermissung. Ganz ehrlich: Manchmal komme ich mir vor wie Mäuserich Frederick – Gerade in diesem Schuljahr sind es die intensiven Momente der Präsenztage, die ich irgendwo tief im Herzen gesammelt habe und die mir aktuell wahre Kraftspender sind.

Die Schöpfungsgeschichte, die ganz lange, wundervolle Ackerbau-Epoche, unsere Rosina mit dem schönen Wollhandwerk, das Schmieden und Korbflechten und der Schornsteinfegerbesuch – all das scheint jetzt so eine Art „Lockdown-Vorrat“ zu sein wie die gesammelten Sonnenstrahlen und Farben, mit denen Frederick den grauen und dunklen Winter überstanden hat.

Ich hoffe sehr, dass auch die Kinder noch von diesen schönen Momenten zehren und bis dahin bleibe ich pädagogisch so kreativ wie möglich, damit unser unsichtbares Band nicht reißt.

Denn eins steht auch fest: Wenn wir Erwachsenen jetzt einbrechen, wird die Situation für die Kinder noch schwieriger.

Welches sind Eure Farben und Sonnenstrahlen?

Plänchen im Wind

Ich ja vom Typ her ein echtes Zwillingssternzeichen und sehr sehr flexibel. Ich kann mich mit Unvorhergesehenem recht schnell arrangieren, dann auch meist problemlos umorganisieren und andere Wege gehen, wenn es sein muss. Doch dieser Zickzack-Kurs unserer NRW-Schulpolitik ist auch für mich inzwischen ziemlich anstrengend.

Früher war es so….

Die Zwillings-Lehrerin plante Unterricht für 30 Kinder in Präsenz und musste sich zwischen viel zu vielen Ideen entscheiden. Das war nicht immer leicht. Dann gab es aber einen schönen Plan für einen Unterrichtstag. Der wurde nach einigem Hin und Her für perfekt befunden. Der Unterricht fand statt. Manchmal brauchte man Plan B für den Fall, dass vielleicht etwas draußen nicht machbar war, im Fall von schlechtem Wetter. Das war´s.

Seit einem Jahr….

geht es nicht mehr darum, sich für die schönsten Ideen zu entscheiden. Vielmehr werden Ideen sortiert in „homeschoolingpraktikabel“ und „geht-nur-in-Präsenz“. Dann wird der allerallerschönste Präsenzunterricht hoffnungsvoll geplant, die Distanzideen schwirren aber noch herum und haben dabei ihre volle Berechtigung.

Es entscheidet…

zwischen den Varianten dann aber nicht mehr die Lehrerin, sondern die Lehrerin verfolgt gebannt anhand ihrer Nachrichten-Apps, ob sich in den Medien irgendein Hinweis ergibt, welche Unterrichtspläne nun verwirklicht werden dürfen.

Das Orakel

Man ahnt natürlich bereits einige Zeit vorher, worauf es hinauslaufen könnte und arbeitet Plan B weiter aus, Plan A bleibt aber als „Plan des Herzens“ wie ein Anker bestehen.

Die Analyse

Man hört Virologen, Spahn, Merkel und ahnt: Es könnte auf Homeschooling oder Wechselunterricht hinauslaufen. Im Fall von Präsenz könnte es weniger Unterrichtszeit netto werden, denn es müssen vor dem Unterricht mehr als 60 Hände gewaschen, Tische desinfiziert oder im schlimmsten Fall unter meiner Aufsicht Tests durchgeführt werden (Letzteres habe ich zum Glück noch nicht erlebt). Also abgespeckter Plan A oder Plan B oder was?

Das Überraschungspaket aus NRW

Ein „Bundestrend“ heißt aber auch noch lange nicht, dass NRW mitzieht. Da möchte sich noch jemand abheben, etwas Innovatives tun, gern auch mal gegen den Bundestrend. Dieser jemand, das könnte Frau Schulministerin Gebauer sein, die FDP-Duftmarken setzen oder eben Ministerpräsident Laschet, der als möglicher Kanzlerkandidat im ganzen Land von sich reden machen möchte. Da ist also eine gewisse….. – Unberechenbarkeit.

Wettlauf mit der Zeit

Wie oft, wie oft, wurde am Freitagnachmittag dann vom Schulministerium endlich bekanntgegeben, wie es ab Montag laufen soll?! So kurzfristige, schwere Einschnitte in unser Schulleben. Seit über einem Jahr machen das die Kinder, ihre Familien und wir Lehrer mit. Und es gibt keine Alternative. Nur immer Plan A und Plan B in verschiedenen Varianten.

Plan B zweite Wahl?

Ja, na klar! Denn wir wollen Präsenz, jeden Tag, mit allen Kindern, ohne Auflagen. Es gibt also noch nicht einmal einen uneingeschränkten Plan A. Aber genau deswegen steht auch fest: Dieser abgespeckte Plan A und dieser saure Apfel Plan B – sie müssen beide maximal gut für die Kinder werden, trotz aller Umstände. Ich koste es inzwischen richtig aus, die Kinder vor Ort zu haben. Ich will sie motivieren und lernbereit halten, mit vielen schönen Dingen. Doch noch wichtiger sind die Routinen, die das Gefühl von Sicherheit und Zuversicht geben. Denn Sicherheit, die fehlt seit über einem Jahr.

Kopf hoch, Krönchen richten

Genau jetzt, seit einem Jahr und in diesem Moment, bin ich froh, als Waldorflehrerin nicht zeitnah eine Empfehlung für weiterführenden Schulen aussprechen zu müssen – denn meine Lieben bleiben noch 5 Jahre bei mir. Das sind 5 Jahre, in denen wir viele gemeinsame Momente sicherlich noch einmal anders wahrnehmen und genießen werden.

Und ich bin froh, die meisten Freiheiten zu haben, die man im Lehrerberuf haben kann. Und spätestens, als ich die ersten Zeugnissprüche für das kommende 4. Schuljahr schreiben durfte, wusste ich: Trotz aller Umstände bin auch ich als Klassenlehrerin doch noch voll in der Spur und mit meiner Klasse eng verbunden. Und das ist keine planbare Kopfsache. Auf dass das Waldorfkrönchen weiterhin sitzt…..