Das 3. Schuljahr hat es in sich, denn die Kinder werden rund um ihren 9. Geburtstag einen großen und wichtigen Entwicklungsschritt machen und darauf reagiert die Waldorfpädagogik mit einigen Besonderheiten im Lehrplan. Da ich noch immer keinen Live-Elternabend mit meiner Elternschaft machen konnte, habe ich zur Information dieses Video erstellt, das bestimmt auch für den einen oder anderen interessant ist. Und ganz wichtig: Es handelt sich um einen kindlichen Entwicklungsschritt, in der Waldorfpädagogik „Rubikon“ genannt. Es hat noch nichts mit Pubertät oder Vorpubertät zu tun!
Was ein Kind während eines Jahres in seinem jungen Leben geschafft hat
an Fortschritten in den Kulturtechniken – Lesen, Schreiben, Rechnen
an sprachlicher Gewandtheit
im sozialen Umgang miteinander
an Problemlösungen aller Art gewachsen
an Sachwissen gewonnen
Strukturen und Organisationen erlernt und selbst erarbeitet
an künstlerischem Ausdruck
an handwerklichen Fähigkeiten
Das erzählt nicht einfach mal so eben eine Ziffer von 1 – 6 !
Aus diesem Grund schreiben wir Waldorflehrer Zeugnisberichte, die das Kind individuell beschreiben und seine Entwicklung erkennen lassen. Unser Lehrplan orientiert sich schließlich an den kindlichen Entwicklungsaufgaben.
Der Zeugnisbericht ist für die Eltern!
Das ist das wichtigste Gebot. Die Kinder wissen am Tag der Zeugnisausgabe ganz genau: Für Mama und Papa ist der große Umschlag, für mich der Zeugnisspruch. Und so ist das Zeugnis auch geschrieben: An die Eltern und Erziehungsberechtigte als Adressaten.
Es ist daher überhaupt nicht sinnvoll, dem Kind in dieser „Erwachsenensprache“ vorzulesen, was die Lehrerin den Eltern über seine Entwicklung mitteilen möchte. Daher kann ich nur eindringlich davor warnen, dem Kind aus dem Zeugnis vorzulesen.
Aber Kinder wollen doch auch wissen, was darin steht..?!
Es soll ja auch kein Geheimnis sein. Doch als Eltern sollte man sich die vielen Zeugnisseiten zunächst ganz in Ruhe durchlesen und dann überlegen, was man mit dem Kind daraus besprechen – nicht wortwörtlich zitieren! – möchte. Ich wünsche mir zudem sehr, dass vor problematischen Punkten wie Geschwätzigkeit im Unterricht, regelmäßige Verspätungen nach der Pause oder dergleichen mindestens 3 Dinge mit dem Kind in liebevoller, elterlicher Ansprache mitgeteilt werden, die die Lehrerin lobend erwähnt hat.
Der Zeugnisspruch ist für die Kinder
Andersherum gilt: Der Zeugnisspruch ist für die Kinder und zeichnet das Verhältnis von Kind und Lehrerin in besonderem Maße aus. Die Kinder wissen intuitiv, wie er gemeint ist. Ich rate dringend davon ab, als Erwachsene irgendetwas interpretieren zu wollen. Meist suchen wir ja auch gern nach Kritikpunkten, aber ich kann versichern: Ein Zeugnisspruch ist etwas sehr Positives! Dieser muss gar nicht besprochen werden. Nur auf dieser besonderen Ebene zwischen Kind und Lehrerin kann er seine Wirkung voll entfalten.
Ein Beispiel: Bild und Text
Das Kind malt in Gedanken an seinen neuen Spruch ein schönes Aquarellbild, die Lehrerin schreibt einen Spruch. Beides scheint unabhängig von einander.
Doch als Bild und Spruch zusammengefügt werden, kann man das Band zwischen Kind und Lehrerin nicht leugnen. Vertrauen wir auf diese Beziehungsebene, jenseits aller intellektuellen Dinge. Diese beiden werden wohl noch einen guten Weg zusammen gehen.
Das Goldtröpfchen Öl ist ein echter Waldorfklassiker für die Sinne, der vom Säuglingsalter an ein Kind mit schönen Ritualen begleiten kann: Von der Baby- und Kindermassage über die Pflege nach dem Händewaschen, als Badezusatz bis zum Flötenritual in der Schule.
Eine Muschel kann als Schale dienen.
Selbst gemischt: 3 Rezepte
Diese drei Rezepte – Kinder- und Babymassage, Handpflege und Flötenritual – verwende ich am liebsten.
Für alle Anwendungsfälle mit Körperkontakt eignen sich Mandel- oder Jojobaöl hervorragend als Basis- bzw. Trägeröl. Ich achte dabei immer auf hochwertige Bioqualität – man braucht ja gar nicht so viel davon. Für Kleinkinder sollte auch nur die Hälfte des ätherischen Öls genommen werden, für Säuglinge noch gar nichts. Die Haut ist noch so empfindlich. Es gibt zwar schon Aromatherapie im Säuglingsalter, aber dann wird ein minimaler Duft in Form eines verdünnten Sprays auf den Schlafsack gegeben und nicht direkt auf die Haut aufgetragen. Die Flötenpflege bekommt bei mir als Basisöl das original Choroi Flötenöl (unbeauftragte Werbung).
1. Goldtröpfchenöl nach dem Händewaschen
In der Schule ist es auch ein schönes Ritual, sich nach der Draußen-Pause die Zeit zu nehmen und die manchmal kalten Kinderhände mit dem Öl zu pflegen.
Ich habe dazu ein 30 ml Fläschchen verwendet und fast vollständig mit dem Bio Mandelöl befüllt. Dazu dann 10 Tropfen Rose absolue, 3 Tropfen Sandelholz und 2 Tropfen Vanille. Es gibt auch schöne „Fertigmischungen“ – siehe Liste unten.
Ein Spruch dazu:
Glänzendes Tröpfchen, duftest schön, willst du auf die Reise gehen. Wanderst Still von Hand zu Hand, spannst dabei dein goldenes Band.
Tröpfchen aus dem kleinen Ölkrug
Die Kinder halten ihre Hände muschelförmig auf und ich gebe in jede „Muschel“ zwei bis drei Tröpfchen
oder der Muschel
Meist nehme ich aber eine Muschel, die mit Öl gefüllt wurde und in die die Kinder einmal mit dem Finger eintippen. Zu Hause ist es auch eine schöne Sache, die Muschel ab in warmem Wasser zu erwärmen. Dann wird das Öl auch gleich etwas wärmer.
Die Kinder verreiben das Öl sehr andächtig und riechen es sehr gern an ihren Händen.
Im Kindergarten wird gern zur Melodie von „Taler, Taler“ gesungen:
Tröpfchen, Tröpfchen, du sollst wandern von der einen Hand zur anderen Oh wie schön, oh wie schön, ist`s, wenn Tröpfchen wandern gehen.
Ein schönes Goldtröpfchenlied, das für die Altersspanne 3 – 8 hervorragend passt, ist auch in dem Buch von meiner Schwester „Yoga, Mond & Sterne“ zu finden (eigene Werbung). Sie beschreibt auch ein passendes Kindermassageritual mit dem Goldtröpfchenöl sehr schön.
Das Goldtröpfchen-Lied aus Yoga, Mond & Sterne. Hier sieht man auch die mit Öl gefüllte Muschel.
Massage zu Hause
Hierfür habe ich eine kleine Glasflasche, es ist einfach eine Salatdressing-Flasche mit feinem Ausguss. Ich fülle etwas Mandelöl hinein und wärme sie an (in einem Flaschenwärmer). Das geht natürlich auch gut in einem einfachen Topf mit sehr warmem Wasser. In dieses Basisöl mischt man dann den Duft und dosiert die Intensität, so wie man es in dem Moment gern hätte: Lavendel zum Beruhigen und Entspannen, für eine gute Nacht. Rose zum Harmonisieren, nach einem anstrengenden Schul- und Arbeitstag. Rosengeranie zum Erfrischen als Powernap zwischendurch. Und schöne fertige Mischungen gibt es auch (siehe unten)
Massageritual für zu Hause (Yoga, Mond & Sterne)
Babymasssage: Ab 3 Monaten, ohne Duft
Die Babymassage möchte ich nicht unerwähnt lassen, denn man kann mit diesen schönen Ritualen schon sehr früh beginnen. Die Babymassage beruhigt die Kleinen, fördert den Stoffwechsel und vertieft die emotionale Bindung. Das Buch hierzu von Frederic Léboyer ist eine große Empfehlung. Man kann also früh mit Massagen anfangen und dieses wunderbare Ritual über Jahre halten.
Gute Gedanken an das Kind
Für alle Massagen und Berührungen gilt: Bleibe in Gedanken nur bei Deinem Kind! Massiere nicht, während Du innerlich schon Deinen nächsten Arbeitstag planst. Massagen, die von guten, liebevollen Gedanken begleitet werden, entfalten sowohl für das Kind als auch für die Bezugspersonen erst die volle Wirksamkeit.
Flötenduft
Hier wird auch wieder gemischt: für 5 ml duftendes Flötenöl nehme ich das Flötenöl von Choroi und ich habe hier meist 2-3 Tropfen Rosengeranie und Rose hinzugegeben. Das reicht schon! Der Duft sollte nur ganz dezent wirken.
WICHTIG
Bitte nehmt kein ätherisches Öl wie Zitrone oder Orange, weil dies den Speichenfluss anregt! Auch wenn das Flötenritual am Stundenende seinen Platz hat, kann die Flöte am nächsten Tag noch riechen.
Nehmt für die Pflege des Holzes wirklich nur das reine Flötenöl, ggf. Jojobaöl. Alle anderen Öle sind für die Choroi Flöten nicht geeignet!
Es ist wichtig, dass die Flöte immer auch an der Luft etwas trocknen kann und nicht in einem luftdichten Etui verschlossen ist. Dann besteht nämlich die Gefahr, dass sich Schimmel bildet.
Ich habe sowohl in der Schule, als auch zu Hause „nur“ das reine Flötenöl in Verwendung. Am Ende einer Flöteneinheit lasse ich die Kinder vorab einmal schnuppern, ob ihnen der Duft angenehm ist. Wer keinen Duft möchte, bekommt zuerst einen Tropfen Öl, anschließend mische ich 1-2 Tropfen ätherisches Öl in das vorbereitete Flötenöl. Dann geht die Muschel herum und die Flöte wird äußerlich eingerieben.
Meine Empfehlungen
So, ich hoffe, ich konnte viele schöne Anregungen geben. Hier ist noch eine Liste mit verwendeten Materialien. Es handelt sich um unbeauftragte Werbung und selbst bezahlte Artikel. Eigenwerbung für unseren kleinen Onlineshop ist gekennzeichnet.
Buch von Frédérick Leboyer Sanfte Hände (Affiliate Link)
Baby Duftspray in Bio Qualität, z.B. von Aetherio unbeauftragte Werbung
Fertige Duftmischungen von Taoasis: Baldini Feelglück, Baldini Yogaduft, Dufte Schule oder Primavera: Herzenswärme, In Balance, Lass Los (für abends). Unbeauftragte Werbung
Choroi Flötenöl – könnt Ihr bei mir als Sammelbestellung anfragen.
Das alte Schuljahr ist so gut wie vorbei, zumindest bei uns in NRW. Die Zeugnisphase neigt sich dem Ende zu und ich fange schon an, gespannt auf das neue Schuljahr zu blicken. Neben dem Jahresplan mit all seinen neuen Epochen ist auch im Kleinen diese eine Planung ganz wichtig: Mein Lehrerheft oder auch – Die „Gebrauchsanweisung für meine Klasse“. Und hierfür habe ich heute ein nigelnagelneues Epochenheft schon bereitgelegt.
Mein Lehrerheft begleitet die Klasse das ganze Schuljahr und hat seinen festen Platz im Klassenzimmer.
Was ist denn ein Lehrerheft?
Hier schreibe ich alle Abläufe detailliert auf, vom Ankommen der Kinder, unsere guten Gewohnheiten und Rituale bis zum Schlusslied – einfach alles. Es ist wie ein kleines Regiebuch.
Dem alten Heft vom 2. Schuljahr sieht man an, dass es ein guter Helfer war. Das Titelbild wurde übrigens von einer Schülerin aquarelliert.
Ich überlege, wie die Abläufe im neuen Schuljahr sein werden, suche schöne Sprüche aus für die Frühstückszeit, den Stundenbeginn oder die neuen Lieder für die Geburtstagskinder, das Schlusslied. Solche Dinge.
Auch die Zeugnissprüche der Kinder sind, nach Wochentag sortiert, hier aufgeschrieben. Jedes Kind spricht seinen Zeugnisspruch an dem Wochentag, an dem es geboren wurde – ich wäre zum Beispiel ein Montagskind, aber das wisst Ihr ja schon.
Jeder Spruch, jede gute Gewohnheit, ist im Lehrerheft enthalten.
Wozu das Ganze?
Zum einen mache ich mir zur Vorbereitung des neuen Schuljahres bis ins kleinste Detail bewusst, wie im neuen Lebensalter der Kinder die Abläufe sein werden – was ich beibehalten und was ich ändern werde. Das Heft dient mir zur Visualisierung und Strukturierung des Schultages und hilft mir besonders am Schuljahresanfang, die Veränderungen auch konsequent umzusetzen.
Doch auch wenn ich mal nicht da sein kann und ein Kollege oder eine Kollegin mich plötzlich vertreten muss, bringt es den Kindern große Sicherheit, wenn „ihre“ Abläufe hinterlegt sind. Die Kinder kennen auch mein Heft als „Gebrauchsanweisung“ und wenn es mal zu einer Vertretung kommt, holen sie schon selbst heraus.
Andersherum ist jeder Kollege, der die Klasse nicht gut kennt, besonders froh, auch den Kindern ihren üblichen Rahmen geben zu können.
Kinder brauchen Sicherheit
Rhythmus, klare, liebevolle Abläufe und feste Bezugspersonen – das sind in der Waldorfpädagogik sehr wichtige Eckpfeiler in der Erziehung. Von daher ist so eine „Gebrauchsanweisung“ auch im Fall der Fälle sehr wichtig.
Beim Rechnen ist der Zehnerübergang häufig gefürchtet. Um es zu üben, gibt es verschiedene Ansätze und Möglichkeiten. Letztendlich ist es der Plan, jede Strategie an die Kinder spielerisch heranzuführen. Meist kristallisiert sich dann bei jedem Kind heraus, was es am liebsten einsetzt.
Auf jeden Fall: Schluss mit zählendem Rechnen
Das Abzählen beim Rechnen ist eine Angewohnheit, die immer weniger weiter hilft, je größer der Zahlenraum und je komplexer die Aufgaben werden, denn
Zählen kostet viel Zeit
Zählen braucht viel Konzentration, nur kleine Ablenkungen stören massiv
Zählen verhindert das eigenständige Denken
Eine YouTube-Folge zum Thema Zehnerübergang ist schon in Vorbereitung.
Verdoppeln und Halbieren
Verdoppeln und Halbieren ist eine Strategie, an den Zehnerübergang heranzugehen. Dabei geht es um „Zahlenfreunde„, das sind sind sehr verschiedene Freunde, die sich trotz aller Unterschiede sehr mögen 🙂 Bei ihnen ist nämlich die eine Zahl doppelt so groß ist wie die andere oder eben halb so groß wie die andere – je nachdem, wie herum man es sieht.
Die Idee ist: Wenn man auswendig weiß, dass die doppelte 7, also 7 + 7 = 14 ist, dann kommt man schnell darauf, was 7 + 8 ist.
8 ist 7+1 und dann ist 7+ 8 = 14 + 1 = 15
Oder auch: 7 ist 8-1 und dann ist 7 + 8 = 16 – 1= 15
Ich hoffe, das ist in der Kürze verständlich. Kinder, die insbesondere die „Zahlenfreunde“
6 und 12
7 und 14
8 und 16
9 und 18
auswendig kennen und die Zahlbeziehungen mit den Vorgängern bzw. Nachfolgern sicher beherrschen, können sie mit der Zeit auch bei anderen Zahlen auf den nächsten Zehner übertragen. Doch das braucht Übung, dazu habe ich mir das Spielen „Zehnerübergang mit Zahlenfreunden“ überlegt.
Zehnerübergang mit Zahlenfreunden
Bei dem Spiel gibt es blaue und rote Karten. Bei mir sind die roten Karten für die „kleinen Freunde“ und die blauen Karten für die „großen Freunde“. Immer ein kleiner und ein großer Freund bilden ein Paar. Jedes Pärchen gibt es 3 mal im Spiel und jedes dieser Pärchen hat noch ein eigenes Zeichen, eine Form, bekommen. Die Vorlagen haben ich Blanco – für eigene Zahlen und Formen – und mit „fertigen“ Zahlen und Formen zum Download:
Ihr müsst dann nur noch die Vorlagen ausschneiden, auf eine Tonpapierfarbe Eurer Wahl kleben und kleine Kärtchen basteln. Tonpapier deshalb, damit nichts durchscheint und man die Kärtchen in zwei Farben hat.
Variante 1: Pärchen ist, wer die gleiche Form trägt
Diese Variante eignet sich für den Anfang oder auch, wenn ein Kind sich selbst mit den Kärtchen beschäftigt und eine Erfolgskontrolle braucht – ob die Zuordnung richtig ist. Ja, man könnte sagen, dass die Kinder sich dann nur auf die Form konzentrieren, statt auf die Zahlen. Doch ich bin mir sicher, dass die dazu gehörigen Zahlen trotzdem bemerkt werden und es mit der Zeit einen Lerneffekt gibt.
Die Form zeigt an, ob es auch Freunde sind.
Variante 2: Pärchen ist, wer eine unterschiedliche Form trägt
Das ist natürlich nochmal besonders knifflig, wenn man einen weiteren Unterschied hat, auf den man achten muss. Üblicherweise ist man ja beim Memory darauf fixiert, etwas Identisches zu finden, aber hier ist eben alles anders.
Stapelmemory
Beim Stapelmemory werden nicht alle Karten verdeckt ausgebreitet, sondern die Karten der einen Farbe liegen als Stapel daneben. Die Spieler decken eine Karte vom Stapel auf und dürfen dazu eine Karte der Fläche aufdecken – also jeweils die Karte einer Farbe.
Nach Farben sortiert: Die Karten der einen Farbe werden gestapelt, die der anderen in der Fläche verdeckt verteilt.
Passt die Flächenkarte zur Stapelkarte – verdoppelter oder halbiert Wert und verschiedene Zeichen – ist ein Pärchen gefunden, das der Finder behalten darf. Dann erst darf eine neue Karte vom Stapel gezogen werden. Passt die aufgedeckte Karte nicht zur Stapelkarte, muss sie wieder umgedreht werden. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe, der auch eine Karte umdrehen darf.
Hier wurde ein Pärchen gefunden!
So entsteht hoffentlich ein kurzweiliges Spiel, bei dem mit der Zeit das Verdoppeln und Halbieren insgesamt ein Klacks wird.
Zu den drei bekanntesten Symbolen an Pfingsten zählen Tauben, Feuer und Rosen. Und so ist es ein schönes Brauchtum an Pfingsten, einen Rosenkuchen zu backen. Woher kommt die Rose? Einer Überlieferung nach weinte eine Frau am Grab von Jesus über die Kreuzigung. Dann bemerkte sie, dass die Rosen auf einmal keine Dornen mehr besaßen. Die Pfingstrose ist also das Symbol der Umwandlung von Trauer in Freude.
Daher ist auch bei vielen Familien ein Rosengebäck Tradition: Rosenbrot, Rosenkuchen in süß oder herzhaft. Ich habe heute einen Rosenkuchen mit Marzipan-Mandel-Füllung und getrockneten Rosenblüten gebacken – sehr, sehr lecker. So einen Kuchen kann man auch mit Kindern sehr schön backen und es mag ihn sowieso die ganze Familie. Ich habe für Euch hier die Zutatenliste und Kurzanleitung als Download bereitgestellt, für eine ausführliche Backanleitung lest einfach weiter 🙂
Dieser schöne und sehr leckere Rosenkuchen stand heute auf unserem Kaffeetisch.
Es sind verschiedene Arbeitsschritte und Pausen, in denen der Teig gehen oder backen muss, nötig. Gerade, wenn Kinder noch nicht sehr ausdauernd sind, ist dieses „Backen in Etappen“ sehr praktisch. Für mich war es auch gut, denn ich schreibe momentan die Zeugnisse und da waren mir die Backpausen heute eine willkommene Abwechslung.
Erster Arbeitsschritt: Der Hefeteig
Hierfür brauchst Du:
250 ml (Pflanzen-) Milch
50 g Butter oder Margarine
1 Würfel Hefe
500 g Dinkelmehl
1 Prise Salz
Zunächst werden (Pflanzen-) Milch, 100g Marzipanmasse und ca. 50g Butter oder Margarine in einem Topf langsam erwärmt und dann darin ein Würfel Hefe aufgelöst.
Langsam wird die Mischung auf dem Ofen erwärmt und gerührt.
Wenn alles aufgelöst und verrührt ist, wiegt man 500g Dinkelmehl ab und gibt es zusammen mit einer Prise Salz in eine Rührschüssel, wo man dann das Mehl mit der Flüssigkeit verknetet.
Zuerst rührt man mit dem Knethaken, dann knetet man von Hand nach.
Ist der Zeit schön rund verknetet, darf er in einer Schüssel mindestens 30 Minuten, gern länger, ruhen.
Zeugnisbedingt ging mein Teig heute über 1 Stunde.
Schritt 2: Die Marzipan-Mandel-Masse zubereiten
Hierfür benötigst Du:
100 g Marzipanmasse
200 g gemahlene Mandeln
75 g Puderzucker
75 ml Sahne (oder Pflanzencreme)
1 Ei (oder Ei-Ersatz)
Die Zutaten für die Marzipan-Mandel-Masse werden verrührt
Diese Masse hat es in sich: Man rührt sie am besten mit einer Gabel, dabei zerdrückt man das Marzipan immer wieder. Zugegeben, es dauert eine kleine Weile, bis man die Masse richtig glatt hinbekommt. Ich habe durchaus auch einige Stückchen zugelassen, was dem Kuchen am Ende nicht geschadet hat!
Schritt 3: Teig ausrollen und die Masse darauf verteilen
Mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Man rollt den Teig dünn aus, verstreicht die Masse und schneidet Streifen: Etwa 4-5 cm breit und 15 – 20 cm lang. Diese rollt man dann zu Rosen auf und legt sie in die vorbereitete Kuchenform. Ich habe eine mittelgroße Herzform genommen, das passt wunderbar. Eine kleinere Springform tut es auch.
Streifen zu Rosen aufrollen: Das machen Kinder auch sehr gern!
Sind die Rosen fertig, sollen sie wiederum in der Kuchenform noch 10 – 15 Minuten gehen. In dieser Zeit kann man problemlos den Ofen vorheizen: Umluft 175 Grad, Ober-/Unterhitze 180 Grad.
Die Teigrosen gehen noch eine Weile in der Form.
Die Backzeit beträgt 30 – 40 Minuten, man muss schauen, dass die Rosen nicht zu kross werden.
Nachdem man den Kuchen aus dem Ofen geholt hat, kann man schon einen gehäuften Esslöffel Puderzucker mit einem Schuss Wasser vermischen und den heißen Kuchen damit bestreichen. Zu guter Letzt streut man getrocknete Rosenblüten darauf – fertig.
Die Sinneslehre ist ein Themenbereich innerhalb der Waldorfpädagogik, der mir besonders am Herzen liegt.
Auf meinem Instagram Account @waldorf.lehrerin habe ich von Februar bis Mai 2020 eine kleine InfoReihe über die 12 Sinne geschrieben, um die Sinnesschulung im Rahmen der Waldorfpädagogik weiter zu beleuchten. Die Reihe ist auf großes Interesse gestoßen und so stelle ich die Inhalte als Zusammenfassung hiermit zum Download auf meinem Montagskind-Blog (waldorflehrerin.art.blog) zur Verfügung.
Da war er: Der erste Schultag seit der Schließung. Viele neue Regeln, viele neue Abläufe. Ganz viel Neues, lange nicht gesehen – und doch so vertraut.
So war unser erster Unterrichtstag mit Gruppe 1 aus Klasse 2: Mein Bericht
Die Ankunft der Kinder
Wie eine Schülerlotsin stand ich auf dem Schulhof, mit Visier und Ulknudel (unser Lieblingsgimmick für Spiel und Spaß -eine Poolnudel, die wir seit der 1. Klasse bei uns haben. Besonders praktisch, da 1.50 m groß)
So konnte ich die Schüler von Anfang an begleiten und ihnen zeigen, wo der neue Wartebereich der Klasse ist. Die Wiedersehensfreude war natürlich groß 🙂
Als alle Kinder da waren, ging es erst im Gänsemarsch zum Händewaschen, dann in den Klassenraum.
Endlich wieder im Klassenraum
Die Kinder gingen zu ihrem jeweiligen Bänkchen und dort durften sie dann die Masken endlich abnehmen.
Es gab Goldtröpfchenöl für die Hände – die Kinder genossen erst einmal den Duft. Da lebte ein altes Ritual neu auf. Bei so viel Händewaschen sollte die Kinderhaut natürlich auch gepflegt werden. Wieder etwas Neues, dazu Vertrautes.
Hygieneregeln und Goldtröpfchenöl: Pflicht und Kür!
Wir begrüßten uns mit unserem Morgenspruch und die Kinder freuten sich auch riesig, ihre Zeugnissprüche mal wieder zu sprechen. Es war gleich eine sehr schöne Stimmung.
Der Erzählkreis
Wir machten unsere Erzählrunde und die war, als wären nicht 2 1/2 Monate, sondern nur 2 Tage vergangen: Die meisten Kinder berichteten hauptsächlich von dem, was sie am Vortag erlebt hatten und nicht von Dingen, die irgendwann in dieser langen Zeit zuvor passiert waren. Sei es aus Gewohnheit – „Neues von Gestern“ – oder doch deshalb, weil sie ja weder Ausflüge noch Besuche, noch Spielkontakte hatten.
Natürlich wurden auch die Geburtstagskinder gefeiert, wir summten „viel Glück und viel Segen“, weil ja nicht gesungen werden darf und unser aktuelles 2.Klass-Geburtstagslied sehr lang ist und einen größeren Tonumfang hat – etwas kompliziert zum Summen. Anstelle des üblichen Geburtstagskuchens, der ja nun nicht mehr verteilt werden darf, bringen die Geburtstagskinder nun der Klasse eine Geschichte mit, die ich während der Frühstückszeit vorlese. Auch dieser neue Brauch wurde sehr gern angenommen.
An Homeschooling anschließen
Die Franziskusepoche, die wir mit täglichem YouTube Homeschooling bisher erlebt hatten, konnte nun doch live beendet werden. Jedes Kind durfte einmal seine liebste Seite im Epochenheft am Platz hochhalten und den anderen Kindern zeigen. Wir sprachen über die Geschichte, das Besondere an Franziskus. Mit einer Erzählung beendete ich die Geschichte, der Epochenhefteintrag dazu ist wiederum Hausarbeit. Die Kinder hörten, wie der Sonnengesang seine letzte Strophe bekam und anschließend aquarellierten die Kinder zum Sonnengesang, die Farben der Welt.
Aquarellbilder als Collage aus erster Gruppe
Der Abschlusskreis
Den Tagesabschluss verbrachten wir im großen Kreis, draußen auf dem Schulhof. Um ohne Masken zu sein und gemeinsam leise das Abschlusslied zu singen, standen die Kinder zuerst armweit auseinander und gingen anschließend noch mindestens einen großen Schritt zurück. So konnten wir noch ein kleines Wahrnehmungs- und Yogaspiel spielen und dann den Schultag schön abschließen. Im Gänsemarsch ging es wieder zum Schultor, wo ich dann mit den Kindern wieder auf ihre Eltern gewartet habe – oder den Schulbus
Fazit eines besonderen Schultages
Alles in allem war es trotz der vielen ungewohnten Dinge so gar nicht schwer, das Beste aus der gemeinsamen, sehr wertvollen Zeit zu machen . Die Kinder kamen gut zurecht, waren sehr aufmerksam und haben es mir als Lehrerin wirklich sehr einfach gemacht. An alles haben sie sich problemlos gehalten und sich auch gegenseitig unterstützt.
Morgen erlebt die andere Hälfte der Klasse ihren ersten Schultag nach der SChließung – und ich freue mich schon sehr darauf!
Heute stelle ich Euch die Fußübung „Liegende Acht“ vor. Als Sinnesschulung und zur vielfältigen Förderung hat sie es wirklich in sich. Man braucht dazu zum Vorzeichnen der liegenden Acht ein Seilchen, Schneckenband oder auch Kreide. Die Übung selbst macht man am besten barfuß, auf Socken oder in dünnen Gymnastikschläppchen. Ein kleiner Ball muss auch noch her.
Für meine Klasse habe ich sie im Homeschooling auf YouTube gezeigt:
Lernen – aber bitte in Bewegung!
Zur Schule, zum Lernen gehört Bewegung. Wenn dabei die körperlichen Impulse passen, kann sich dies auch positiv auf die geistige Leistung auswirken.
Kinder erleben heute häufig weniger Bewegungsvielfalt, die das Zusammenspiel der beiden Hirnhälften aktiviert: Klettern, Seilspringen, Balancieren, Radfahren, Hinkelspiele – nicht immer sind die Nachmittags mit vielfältigen Bewegungsspielen gefüllt. Das kann dann dazu führen, dass auch viel geistiges Potential nicht richtig ausgeschöpft werden kann. Dies ist inzwischen vielfach wissenschaftlich belegt. Die Bewegungsabläufe im Yoga sind hier hilfreich und fördernd, aber auch Kinesiologie in Form von Brain Gym kann wunderbar und gezielt in den Ablauf des Schulalltags mit einfließen.
Wer hören will, braucht Füße
Eine Fußübung am Tag – das das Fokussieren auf einen Körperteil, der am weitesten weg ist vom Kopf – steigert die Konzentration und die Fähigkeit, zuzuhören. Fußübungen gibt es viele. Diese hier ist mit der Verwendung des Bällchens und in der Form der liegenden Acht besonders aktivierend und fördernd.
Was diese Übung kann – auf einen Blick
Was wird alles hierdurch gefördert? Eine Übersicht
die Konzentrationsfähigkeit
der Gleichgewichtssinn
die Feinmotorik
der Tastsinn
der Bewegungsspiel
das Zusammenspiel der Hirnhälften
Coronatauglich
Dieses Spielchen kann man mit verschiedenen Bällen – von der Murmel bis zum Luftballon – variieren. Im Homeschooling ist es ebenso praktisch wie in vor Ort in der Schule, auch unter Corona-Bedingungen: Man muss ja seinen Platz nicht verlassen und kann so den Abstand halten.
Einzelübung! – Einzelübung??
Was einfach nicht zu unterschätzen ist: Als Gruppengeschehen ist die Übung nochmal effektiver, denn geistige Fitness hängt nicht nur an der körperlichen Bewegung. Gerade das gemeinsame Spiel führt durch die gegenseitige Wahrnehmung und Anregung zu einem stärkeren Belebungseffekt für das Gehirn.
Also: Beim Homeschooling Groß und Klein, alle die mit im Haushalt leben, mit einbeziehen. Es tut schließlich jedem gut.
Neue Varianten eines Fingerspielklassikers in 3 Schritten
Wir kennen es alle – Schere, Stein, Papier. Manch einen hat es schon die eine oder andere langweilige Autofahrt gerettet. Doch irgendwann ist auch hier die Luft raus. Etwas Neues muss her. Eine Variante tut es aber auch. Damit keine Langeweile aufkommt, sind Phantasie und Kreativität gefragt. Denken wir uns als erstes eine Geschichte aus.
Schritt 1: Eine Geschichte gemeinsam ausdenken…
Meine Idee war: Der Wettlauf der Tiere. Drei sehr unterschiedliche Tiere wollen einen Wettlauf machen. Der Größte gewinnt sowieso? Wohl kaum! Aber erst einmal alles von Anfang an. Der kleine Hase hat eines Tages große Langeweile. Er hat einfach keine Lust mehr, mit den anderen Hasen durch die Wiesen und Büsche zu hüpfen. Er möchte gern etwas Neues, Aufregendes erleben. Da fällt ihm ein, dass er ja der wahrscheinlich beste Läufer – oder eher Hüpfer – weit und breit ist und das möchte er auch anderen Tieren unter Beweis stellen. So fordert er die kleine Spinne heraus, die sich immer vom Apfelbaum abseilt. Diese freut sich auch auf etwas Abwechslung und hält sich mit ihren 6 Beinen ohnehin für eine klasse Läuferin. Außerdem erinnert sich der Hase an die gemütliche, freundliche Schnecke, die der täglich beim Hoppelspiel mit den anderen Hasen überholt. Auch sie wird zu diesem besonderen Wettlauf der Tiere eingeladen. Der kleine Hase ist siegessicher. Aber weit gefehlt: Beim Wettlauf kann er wohl die Spinne überholen, doch er rutscht gehörig auf der Schleimspur der Schnecke aus. Aber auch die Schnecke kann nicht gewinnen – sie ist so langsam, dass die Spinne sie sogar mit einem Netz einfängt. Und so kann das Fingerspiel beginnen….
Schritt 2: Drei Handzeichen für Hase, Spinne und Schnecke
Man überlegt sich, wie der Hase als schnelles Handzeichen – wie bei Schere, Stein, Papier – wohl aussehen könnte. Gar nicht so schwer…Gleiches gilt natürlich auch für Spinne und Schnecke. Es geht los:
Spinne und Schnecke: Spinne wickelt Schnecke ein
Spinne und Hase: Hase überholt Spinne
Hase und Schnecke: Hase rutscht auf Schleimspur aus
Schritt 3: Spielen, spielen, spielen – ohne Spielzeug!
Kinder lieben es, ihrer Phantasie und Kreativität freien Lauf lassen zu können. Mit so einfachen Mitteln kann ein Spiel viele Varianten haben und unendlich weiter gespielt werden. Dabei muss man nicht immer ganz von vorn anfangen und sich neue Protagonisten ausdenken. So kann man die Geschichte mit den Dreien auch mal ganz anders erzählen: Spinne überholt Hase, klebt aber plötzlich auf Schleimspur fest, weil….. ja warum eigentlich? Vielleicht hat unsere Schnecke in der Zwischenzeit ein geheimes Schneckenschleimrezept entdeckt, um das Rennen doch noch für sich zu entscheiden. Da gibt es so viele tolle Möglichkeiten, man kann sich viele lustige Dinge erzählen und verbringt eine schöne Spielezeit ganz ohne Spielzeug. Ich wünsche viel Spaß dabei!