Die Gebrauchsanweisung für meine Klasse

Das alte Schuljahr ist so gut wie vorbei, zumindest bei uns in NRW. Die Zeugnisphase neigt sich dem Ende zu und ich fange schon an, gespannt auf das neue Schuljahr zu blicken. Neben dem Jahresplan mit all seinen neuen Epochen ist auch im Kleinen diese eine Planung ganz wichtig: Mein Lehrerheft oder auch – Die „Gebrauchsanweisung für meine Klasse“. Und hierfür habe ich heute ein nigelnagelneues Epochenheft schon bereitgelegt.

Mein Lehrerheft begleitet die Klasse das ganze Schuljahr und hat seinen festen Platz im Klassenzimmer.

Was ist denn ein Lehrerheft?

Hier schreibe ich alle Abläufe detailliert auf, vom Ankommen der Kinder, unsere guten Gewohnheiten und Rituale bis zum Schlusslied – einfach alles. Es ist wie ein kleines Regiebuch.

Dem alten Heft vom 2. Schuljahr sieht man an, dass es ein guter Helfer war. Das Titelbild wurde übrigens von einer Schülerin aquarelliert.

Ich überlege, wie die Abläufe im neuen Schuljahr sein werden, suche schöne Sprüche aus für die Frühstückszeit, den Stundenbeginn oder die neuen Lieder für die Geburtstagskinder, das Schlusslied. Solche Dinge.

Auch die Zeugnissprüche der Kinder sind, nach Wochentag sortiert, hier aufgeschrieben. Jedes Kind spricht seinen Zeugnisspruch an dem Wochentag, an dem es geboren wurde – ich wäre zum Beispiel ein Montagskind, aber das wisst Ihr ja schon.

Jeder Spruch, jede gute Gewohnheit, ist im Lehrerheft enthalten.

Wozu das Ganze?

Zum einen mache ich mir zur Vorbereitung des neuen Schuljahres bis ins kleinste Detail bewusst, wie im neuen Lebensalter der Kinder die Abläufe sein werden – was ich beibehalten und was ich ändern werde. Das Heft dient mir zur Visualisierung und Strukturierung des Schultages und hilft mir besonders am Schuljahresanfang, die Veränderungen auch konsequent umzusetzen.

Doch auch wenn ich mal nicht da sein kann und ein Kollege oder eine Kollegin mich plötzlich vertreten muss, bringt es den Kindern große Sicherheit, wenn „ihre“ Abläufe hinterlegt sind. Die Kinder kennen auch mein Heft als „Gebrauchsanweisung“ und wenn es mal zu einer Vertretung kommt, holen sie schon selbst heraus.

Andersherum ist jeder Kollege, der die Klasse nicht gut kennt, besonders froh, auch den Kindern ihren üblichen Rahmen geben zu können.

Kinder brauchen Sicherheit

Rhythmus, klare, liebevolle Abläufe und feste Bezugspersonen – das sind in der Waldorfpädagogik sehr wichtige Eckpfeiler in der Erziehung. Von daher ist so eine „Gebrauchsanweisung“ auch im Fall der Fälle sehr wichtig.