4 Tipps für den Übergang zwischen Ferien und den ersten Schultagen

Während es die einen kaum erwarten können, ihre Freundinnen und Freunde wiederzutreffen und Neues zu lernen, scheinen die anderen beim Gedanken auf den Wiederbeginn der Schulzeit eine schwere Last zu tragen. Woran kann das liegen und wie helfen wir Kindern, für die diese Übergänge schwierig sind?

Kinder voller Vorfreude

Sie sind innerlich schon wieder auf die Schule eingestellt und überbrücken bereits ihre Ungeduld: Gedanklich schon wieder in der Schule, malen sie sich bereits aus, was sie alles über die Ferien erzählen werden, welches Weihnachtsgeschenk sie der Klasse zeigen möchten und was das erste Pausenspiel sein soll. Ein guter Plan, wie ich finde.

Warum kann der erste Schultag sich schwerer anfühlen?

Der Zeitplan in den Ferien ist meist deutlich entspannter: Keine Schule, keine Betreuungszeiten, Vereinsaktivitäten ruhen. Dazu Zeit für freies Spiel und die Möglichkeit, eigene Interessen nach Belieben zu vertiefen. Beginnt die Schule wieder, kommt alles „von null auf hundert“ zurück.

Auch wandern die Gedanken nicht nur in Richtung der Dinge, die schön sind und gut laufen. Es wird klar: Auch die Hürden des Schulalltags sind wieder da.

Nicht zuletzt haben sich Tagesablauf und -rhythmus im Vergleich zur Schulzeit geändert. Das, was sonst im Alltag automatisiert abläuft und dadurch weniger Kraft kostet, muss nun wieder neu aufgenommen werden. Auch das benötigt wiederum einige Tage.

Hier daher meine Tipps für Euch, wie ein guter Übergang geschaffen werden kann. Kommentiert auch gern Eure eigenen Erfahrungen.

Tipp 1: Das Ende „offiziell“ machen

Plant das große Finale, gestaltet den letzten Ferientag bewusst und bereitet ihn gemeinsam vor. Gerade das Ende der Weihnachtsferien lädt besonders dazu ein, den Feiertag der Heiligen drei Könige zu begehen.

Tipp 2: Gemeinsam reflektieren

Von schönen Erinnerungen kann man zehren. Und was nicht so gut lief, kann man in den nächsten Ferien anders angehen.

Tipp 3: Den Schulalltag vorbereiten

Wenn in den Ferien mit Schulstiften gemalt wurde oder es neue Stifte zu Weihnachten gab, muss ein Blick auf das Etui (und den Anspitzer) geworfen werden. Darf nach Weihnachten eines der Weihnachtsgeschenke mitgebracht und gezeigt werden? Passen die Sportschuhe noch? Was wird sonst noch gebraucht? Gemeinsam die Schulsachen vorzubereiten, gibt Sicherheit und stimmt auf den bevorstehenden Alltag ein. Nicht zu unterschätzen ist dabei auch eine (wieder) aufgeräumte Lernumgebung.

Tipp 4: Das frühe Aufstehen entlasten

Es kostet Kraft und braucht etwas Zeit, wieder in den gewohnten Rhythmus zu finden. Es lohnt sich daher, manche Aufgaben, die morgens anfallen, am Vorabend akribischer vorzubereiten, als man es sonst tut.

Ich wünsche Euch einen schönen Schulstart nach den Ferien!

Der Vorführeffekt einmal anders

Eins ist klar: Als Lehrer*in ist man Vorbild. Und wenn man der Klasse etwas erklärt oder zeigt, zeigt man den Kindern gleichzeitig die nächste Herausforderung. …. Wie heißt es so schön: Wer wachsen will, muss sich strecken. Beim Arbeiten quasi die nächste Stufe erreichen. Eine Vertiefung, eine Steigerung des bisher Gelernten.

Aber was ist, wenn dieser Vorführeffekt nicht gelingt und die Lehrerin sich auch einmal selbst in besonderem Maße strecken muss? So heute geschehen.

Wenn das Vorbild einen Fehler macht,
kann auch dies sehr lehrreich sein.

Für das Unterrichtsfach Formenzeichnen hatte ich eine Siegelform vorbereitet und auch zu Hause geübt. So weit so gut, alles wie immer. Dann im Unterricht, an der Tafel, gelang mir die Zeichnung aber vor den Kindern nicht so wie beim Üben zu Hause. Das fing schon damit an, dass ich gar nicht wirklich den Mittelpunkt der Tafelseite erwischt hatte. Die Elemente um die Siegelmitte herum, sahen auch nicht gerade harmonisch aus. Was tun?

Ein etwas anderes Vorbild

Dann ist man also Vorbild der anderen Art. Die Kinder erleben live – und höchst interessiert – wie ihre Lehrerin nun darauf reagiert, dass das Zeichnen dieser Form diesmal bei ihr selbst nicht wie gewünscht geklappt hat. Und das ist keine Blamage vor den Kindern, sondern „that`s life“. Nicht immer läuft alles perfekt, auch wenn man vorbereitet ist. Ich bin also einige Schritte zurückgegangen, um die Form aus der Entfernung zu betrachten und habe den Kindern offen gesagt, dass ich nicht zufrieden mit meiner eigenen Arbeit bin. So wollte ich das nicht zeigen. Also entschied ich, die Tafel zu wischen noch einmal ganz von vorn anzufangen.

So haben die Kinder reagiert

Nein, es hat niemand gelacht oder irgendwelche Häme gezeigt. Im Gegenteil: Auch die Kinder haben auf ihre Heftseiten geschaut und mich natürlich genau beobachtet. Mein kritischer Blick dem Tafelbild gegenüber. Meine Äußerung: „Nein, so wollte ich Euch das nicht zeigen, das gefällt mir nicht.“ Bis hin zu der Entscheidung „ich fange noch einmal ganz von vorn an. Nämlich richtig in der Mitte.“ Das wiederum führte dazu, dass die meisten Kinder ihre eigene Form auch ein weiteres mal gezeichnet haben, es auch noch einmal besser versucht haben und dabei auch ganz akribisch bei der Sache waren. Wir hatten so heute eine lange, konzentrierte gemeinsame Arbeit und dabei eine schöne und vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre.

Was man heute lernen konnte:

Es ist nicht schlimm, wenn eine Aufgabe nicht auf Anhieb gelingt. Es wäre nur schlimm, wenn man nicht daran arbeitet oder weiter übt! So haben wir uns einmal besonders auf diese Weise gestreckt.