Kinderhände – Abendritual

Kinderhände be-greifen, gehen in Kontakt, lernen und zeigen unermüdlich Gesten. In den Händen steckt so viel: Sie erleben vielfache Sinneserfahrungen und in den kleinen Handflächen liegt der Ich-Punkt. Schenken wir Kinderhänden Zuwendung und Pflege. Ich möchte Euch gern zwei kleine Rituale für Kinderhände vorstellen, heute das erste.

Pflegen, halten, beruhigen

Zur guten Nacht noch einmal die Hände halten. Mit Goldtröpfchenöl. Zwei Wege für ein Abendritual:

Mit älteren Kindern auf den Tag blicken

Am Bett des Kindes, erst die eine, dann die andere Hand halten, Wärme und pflegendes Öl spenden. Die eigene Hand mit dem Öl „vorwärmen“, die Kinderhand halten und gemeinsam den Tag Revue passieren lassen. Kreisende Bewegungen führen dabei zur Ruhe. Das kleine Abendgespräch mit einem positiven Gedanken abschließen: Etwas, das besonders schön war oder etwas, auf das wir uns am nächsten Tag freuen.

Ein Sprüchlein für jüngere Kinder

Auch hier wird das Öl zunächst auf die schützende Hand gegeben und gewärmt.
Dann werden dazu kleine Verslein gesprochen:

Der runde Mond glänzt silberhelle,
Sternlein stehen ihm zur Stelle.
Still und leise leuchtet er,
wie ein Schatz im Sternenmeer.
Freuet sich ganz still und leise,
schaut herab auf seine Weise.
Schickt ein Träumlein gleich zu dir,
runder Mond, wir danken dir.



Ich wünsche Euch und Euren Lieben viel Freude mit dem kleinen Goldtröpfchen-Ritual am Abend.

Literatur dazu: „Rhythmische Einreibungen“ ( Monika Fingado, Natura Verlag)

Das Goldene Tor – ein Klangschalenritual

Ein Spiel, das eine schöne erste Anwendungsmöglichkeit mit Klangschalen zeigt, ist „das goldene Tor“. Es kann mit kleineren Kindergruppen jeder Altersklasse bis etwa 2. Schuljahr als Begrüßungsritual gemacht werden.

Das goldene Tor

Zwei kleine oder große Menschen halten gemeinsam eine Klangschale und bilden dadurch das goldene Tor, durch die anderen Kinder in den Kreis gehen können. In der Schule bringt dies einen ruhigen Stundenbeginn, insbesondere wenn vorab eine Pause war und die Kinder viel getobt haben.

Ebenso wäre es auch möglich, einen liebevollen Tagesabschluss zu Hause mit der Klangschale zu kreieren: Durch das goldene Tor geht es dann ins kuschelweiche Bett.

Klangschalenempfehlung: Die Universalschale (Hess) – unbeauftragte Werbung.

Keine Angst vorm Singen

Steht das Tor, wird gesungen. Singen scheint manchmal für Nicht-Sänger*innen ein kleines Hindernis zu sein. Damit dies so entspannt wie möglich klappt, denkt man sich einfach eine eigene Melodie aus, die man selbst gut singen kann. Das Lied geht so:

Komm(t) herbei, komm(t) hervor,
trete(t) durch das goldene Tor.
Himmlisch klingt es,
golden singt es,
lässt mit seinem Klang jetzt ein
den/die……. in den Kreis/ das kuschelweiche Bett
hinein.

Text: N.Mescher

Gesehen werden

So bekommt jedes Kind seinen Klang und darf sich einmal gesehen und wahrgenommen fühlen. Wenn es mehr als etwa fünf Kinder sind, kann man das ganze Lied auch nur einmal singen und dann nur noch die Klangschale erklingen lassen: Einmal anschlagen, Namen nennen und das jeweilige Kind im Klang ruhig und bedächtig in den Kreis eintreten lassen.

Zur Ruhe kommen

Wenn die Kinder die Möglichkeit haben, sich hinzulegen oder in der Schule den Oberkörper auf das Bänkchen oder den Tisch aufzulegen, kann die Klangschale nach dem Eintritt des letzten Kindes auch einmal von Rücken zu Rücken wandern und eine mini Klangmassage schenken.

So kann es weitergehen

Die Kinder sind da, zur Ruhe gekommen und erwarten, was als nächstes kommt. Ein Lied? Ein Fingerspiel? Sie sind aufgeschlossen.

Zu Hause kann die Klangmassage auch noch etwas ausgedehnt werden und dann die Gute-Nacht-Geschichte folgen.

Ich wünsche viel Freude mit diesem schönen Klangritual!