Ostereier mit Wachsmalern gestalten

Waldorfschüler*innen haben sie sowieso parat, auf Bienenwachsbasis sind sie zudem ein unbedenkliches Färbemittel: Unsere Wachsmalblöckchen und -stifte eigenen sich auch hervorragend zum Marmorieren und Bemalen von Ostereiern.

Dabei klappt das Marmorieren am besten, wenn die Eier noch recht heiß und frisch gekocht sind. Dann zerläuft das Wachs sehr schön und kann, wenn es gefällt, auch mit den Fingern verrieben werden. Das sollten aber nur ältere Kinder machen, ggf. dabei auch etwas die Hände schützen.

Bunte Bilder und Verzierungen hingegen können mit den Wachsmalstiften auch auf kalten Eiern gemalt werden. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Das können auch schon die ganz Kleinen wunderbar machen.

Ich wünsche viel Spaß und viele bunte Ostereier!

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Osterferien 2021

Der Ferienplan für dieses Jahr lautet: Keine Pläne machen, die durchkreuzt werden können. Allein das ist ja schon erholsam.

Radtouren, Spaziergänge, Leckeres kochen und backen, ein gutes Buch lesen, Schreiben, Bloggen, Podcasten, Feng Shui – es gibt zum Glück noch Vieles, das man sich vornehmen kann, ohne dass es von politischen Beschlüssen durchkreuzt wird. Ihr meint, das machen wir doch schon seit einem Jahr? Es wird allmählich langweilig? Mag auf dem ersten Blick so sein. Und doch empfinde ich es jetzt gerade mehr als wohltuend.

Wir mussten in der Schule während des letzten Jahres spontan Homeschooling und Wechselunterricht organisieren, im Winter bei offenem Fenster mit Decken sitzen, diverse Hygienekonzepte umsetzen, Unterrichtsaktivitäten einschränken. Wir wurden Meister darin, Schule immer wieder anders zu planen und umzusetzen, dabei stets die Kinder im Blick zu behalten.

Da ist es jetzt sehr angenehm zu wissen, dass man es einrichten kann, für 14 Tage „unantastbar“ zu sein. Das könnte selbst Mallorca jetzt nicht toppen – denn da riskiert man eine Quarantäne und mehr. Ich wünsche Euch allen eine erholsame Zeit und schöne Feiertage!

Social & Green IT: Technik fair und nachhaltig

Werbung & Empfehlung Seit einem Jahr sind Schule und Alltag deutlich technisierter geworden und die eine oder andere Anschaffung wurde und wird nötig. Mein Handy kommt momentan an seine Grenzen und während der ersten Suche nach einem neuen Gerät bin schrieb mich zufällig dieses Unternehmen aus Deutschland an:
Die AfB gemeinnützige GmbH.

Die AfB übernimmt seit über 16 Jahren nicht mehr benötigte IT- und Mobilgeräte von Unternehmen, löscht unwiderruflich die enthaltenen Daten, rüstet sie auf, installiert neue Software und verkauft sie dann generalüberholt hauptsächlich an Privatpersonen, gemeinnützige Einrichtungen und Schulen.

Durch die Aufarbeitung gebrauchter Hardware wird Strom und CO2 eingespart, Ressourcenabbau reduziert und Elektroschrott vermieden. Können Einzelteile nicht mehr überarbeitet werden, sorgt die AfB für ökologisches Recycling und Upcycling.

Inklusionsunternehmen

In dem Unternehmen arbeiten zahlreiche Menschen mit Handicap, so dass es mit dem Inklusionspreis 2020 ausgezeichnet wurde. 2021 erhielt es zudem den Deutschen Nachhaltigkeitspreis.

Zertifizierter Shop

Der gemeinnützige Onlineshop ist sehr übersichtlich und liefert versandkostenfrei innerhalb Deutschlands und Österreichs. Ich bin mir sicher, dass ich hier fündig werde und halte Euch da gern weiter auf dem Laufenden.

Wenn Ihr auch ein neues Gerät braucht: Hier ist der Shop. Durch Klick auf den Link unterstützt Ihr zudem den Montagskindblog, werbefrei zu bleiben 🙂

Osterferien – Zeit für süße Ideen

Endlich gab es ihn mal wieder: Den letzten Schultag vor den Ferien. Der Tag, an dem wir unsere Epoche beenden und stolz auf das Geschaffte zurückblicken. Der Tag, an dem die Zeichen auf „heute machen wir`s uns nochmal schön zusammen“ stehen. Der Tag, an dem wir uns bewusst für die Ferien voneinander verabschieden. Im Gegensatz zu den Weihnachtsferien fühlte es sich nicht „abgebrochen“, sondern „rund“ an. Mit großer Zufriedenheit können nun die Ferien beginnen.

Jetzt ist es also Samstag und bei uns zu Hause stieg allen bereits der Plätzchenduft in die Nase. Das war die letzte von drei Generalproben, denn ich habe für Euch frühlingshafte bis sommerliche Rezepte ausprobiert.

Hasenkekse mit Blütenzauber

Es ist ein recht klassisches Mürbeteigrezept, mit Zitronenschale verfeinert. Nach dem Backen mischt man aus Puderzucker, Zitronensaft und Wasser eine Glasur und dekoriert mit der bunten Blüten-Frucht-Mischung. Ein leckerer Hingucker!

Ich habe den Hasenausstecher gewählt, diese Kekse sind aber auch im Sommer lecker zu Tee und Kaffee – dann als Herzchen, Blume und in weiteren Formen.

Die fruchtige Blütenmischung

Bunte Dekoration ist schön, aber Zuckerstreusel dazu nicht wirklich nötig. Bei der fruchtigen Blütenmischung sind Fantasie und Geschmack keine Grenzen gesetzt: Es gibt viele verschiedene getrocknete Blüten zu kaufen, mit einem Dörrgerät lassen sich die kleinen Fruchtstücke zaubern, notfalls auch als Trockenobst kaufen und kleinschneiden.

Der Montagskindkuchen

In meiner „Versuchsküche“ entstanden und für gut befunden. Der Kuchen ist vegan und dank der Verwendung von gemahlenen Mandeln glutenfrei. Wer keine Mandeln verträgt, kann natürlich auch Dinkelmehl o.ä. nehmen. Ob die Menge dann gleich ist, weiß ich aber nicht. Jedenfalls stellte sich heraus, dass der Kuchen am nächsten Tag noch besser schmeckte als ofenfrisch. Er eignet sich daher prima zur Vorbereitung von Feiertagen.

Hier die Rezepte

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Ausprobieren!

Schmieden in Klasse 3

Feuer lodert in der Schmiede
zu des starken Meisters Liede
„Feuer“, singt er, „diene mir. 
Ich, dein Herr, gebiet‘ es dir!“

„Deine Wege will ich weisen.
Schmieden sollst du mir das Eisen,
dass ich‘s mit des Hammers Schlag
hart und biegsam schmieden mag!“

„Feuer diene, Feuer schaffe,
schmieden will ich lichte Waffe!“
Also singt der starke Schmied.
Feuer, Flamme, Funke sprüht.

(Martin Tittmann)

Ihr merkt es – ich bin noch immer ganz ergriffen vom Schmieden heutemorgen. Die Zeiten könnten ja unvorhersehbarer und unsicherer nicht sein, was ja ebenso und vielleicht sogar noch mehr auf die Kinder wirkt. Und auf einmal kann man selbst etwas schaffen und nicht nur „irgendwas“: Man kann das starke, feste Eisen biegen, formen, zurechthämmern. Richtig schwere Werkzeuge einsetzen und an die Grenzen der körperlichen Kräfte gehen, sich selbst spüren und besonders auch die Kräfte des eigenen Willens. Wenn ich will, dann kann ich – denn Schmieden muss man WOLLEN wie kaum eine andere Tätigkeit und mit Schmieden kann man Großes schaffen. Der Eisenklang dazu wirkt stärkend und klärend. Auch die sprühenden Funken, der Geruch des Rauches, zischendes, dampfendes Wasser – es sind viele Sinneserlebnisse dabei.

Ich bin also total froh, dass ich Kindern meiner Klasse heute und morgen dieses Erlebnis bescheren konnte und kann. Was für eine Kraftquelle in dieser Zeit. Die Handwerker Epoche in Klasse 3 – es war nie wichtiger, sie zu haben. Jedenfalls fühlt es sich so an.

By the way: Unser Schmied

Nein, wir konnten coronabedingt keine Schmiede besuchen und nein, unsere Schule hat keine „richtige“ eigene Schmiede, sondern „nur“ eine Esse und einen Ambos, die wir im Schulgarten aufgebaut haben. Aaaber: Wir haben großartigen Hausmeister, der Schlosser ist. Ohne ihn wäre das alles gar nicht möglich gewesen. Er schafft es immer wieder, auch mit kleinen Mitteln viel zu bewirken und hat als Schmied seine Rolle mal wieder perfekt ausgeführt. Es war ein ganz tolles Erlebnis für die Kinder (und für mich)!

Die längste Beziehung unseres Lebens

Ein Thema, das mich auch sehr fasziniert als „Schicksalsaufgabe“ ist das Thema Geschwister und Geschwisterfolge. Im Moment lese ich viel und gern dazu, als Waldorfpädagogin und auch Soziologin. Es ist meiner Meinung nach ein hoch interessantes, aber nicht sehr häufig beachtetes Thema. Ich möchte da wieder eine kleine Themenreihe starten, so nach und nach, mit der Zeit, wie ich es schaffe.

Meine Familie

Ich bin Jüngste von zwei Kindern. Meine Schwester ist fünfeinhalb Jahre älter als ich. Sie hat meine Ankunft also bewusst erlebt. Nach mir kamen keine weiteren Geschwister. Zweitgeborene zu sein, hat mich geprägt.

Ich selbst habe drei Kinder und damit die drei charakteristischen Rollen der Geschwisterfolge vergeben, mein eigener Zweitgeborener ist im Gegensatz zu mir ein „Sandwichkind“. Meine Kinder haben jeweils einen Altersunterschied von 3-4 Jahren.

Geschwisterfolge

Um einen Überblick über das Thema zu geben, möchte ich gern aus dem Klappentext des Buches „Brüder und Schwestern – Geschwisterfolge als Schicksal“, erschienen im Verlag Freies Geistesleben, zitieren:

Ein Erstgeborener hat andere Voraussetzungen für sein Verhältnis zu den ihm umgebenden Menschen als ein Zweitgeborener. Ein drittes Kind ist wieder verschieden (…) dann begann sich (…) allmählich ein Bild zu enthüllen, das eine erste Antwort auf viele offene Fragen zu geben schien.

Manches gemeinsam, manches verschieden

Wie auch bei anderen Ansätzen, etwa der Temperamentenlehre, kann man nun nicht automatisch von seiner Position als Geschwister- oder Einzelkind aus eine Erklärung für alles im Leben finden. Und doch ist ein Blick auf Geschwisterkonstellationen manchmal recht aufschlussreich.

Das Schicksalhafte an Geschwistern

In seine Rolle als Geschwister- oder Einzelkind wird man geboren, was diese eben äußerst schicksalhaft macht. Selbst, wenn man irgendwann im Leben getrennte Wege geht, man bleibt ein Leben lang Bruder / Schwester, es ist unabänderlich. Die tiefste und prägendste Nähe zu Menschen erfahren wir in den Jahren, in denen wir im „Nest“ unserer Familie heranwachsen. Hier erleben wir, dass Menschen für uns da sind. Und hier lernen wir auch erstmals, für andere da zu sein.

Die Geschwisterfolge und die eigene Position ist ein individueller, sehr aufschlussreicher Baustein unserer eigenen Biografie. Auch wenn man auf das Verhalten von Kindern blickt und dieses verstehen will, kann die Position in der Familie den einen oder anderen Hinweis geben.

Literatur zum Thema von Karl König, Jirina Prekop und Michaela Glöckler.

Zu sich finden in unruhigen Zeiten

Es sind aufwühlende, unruhige Zeiten. Nach einem Jahr Pandemie und mitten in der dritten Coronawelle mit Lockdown und Wechselunterricht ist das bewusste Haushalten mit den Kräften eine wichtige Säule der Gesundheit. Ich habe eine kräftezehrende Woche hinter mir, die im Unterricht zwar voll war mit schönen Erlebnissen, die wohltuend waren, aber drum herum wurde auch viel von mir gefordert. Mein Weg, mich zu regenerieren: Bewusst etwas Schönes genießen und zu Biografiearbeit lesen.

Auftanken

Meist wird am Wochenende etwas Schönes gemacht, Leckeres gegessen und ausgeruht. So kommt man auch zu Kräften. Doch wie kann man es schaffen, dass sie nicht gleich wieder verbraucht werden? Ich habe auch dank der Ausbildung zur Gesundheitspädagogin einige Methoden und Techniken gelernt, die mich erden und „sortieren“. Doch Gedanken und Gefühle zu ordnen und für „Wellness“ zu sorgen, ist nur ein erster Schritt.

Darum Biografiearbeit

Man sollte den Kräfteräubern aktiv auf die Spur kommen. Zentrale Frage: Was genau haben sie denn mit mir zu tun, dass sie mich derart „anzapfen“ können? Mit Blick auf diese Frage kann es wirklich effektiv gelingen, an den eigenen Kräften zu arbeiten. Biografiearbeit ist sehr vielseitig und viele der Gedanken und Impulse sind mir inzwischen zwar bekannt. Doch wenn ich mich erneut und immer wieder in das Thema einlese, werde ich nicht nur erinnert, sondern ergreife manchen Gedanken doch noch einmal aus einer anderen Perspektive.

Es gibt Bücher, die nehme ich über Jahre immer wieder in die Hand und lese darin, weil ich weiß, dass ich dort bestimmt einen passenden Impuls finden kann.

Der Impuls an diesem Wochenende

Unbeauftragte Werbung Heute war es „Die Biographie des Menschen und ihre geistigen Gesetze“, ein verschriftlicher Vortrag von Dr. Michaela Glöckler. Ein Zitat möchte ich gern mit Euch teilen und hoffe, dass es auch Euch ein schöner Anstoß ist.

„…wenn ich jemanden liebe, stärke ich ihn in seinen Lebenskräften. So wie wir uns gegenseitig kränken können in Gedanken und Gefühlen, ob wir es nun verbalisieren oder nicht, so können wir auch viel mehr, als wir ahnen, an der gegenseitigen Gesundung und Stabilisierung arbeiten, wenn wir das berücksichtigen und wenn wir darauf achten, wie andere Menschen in unserem Denken und in unseren Gefühlen leben.“

Dr. Michaela Glöckler: Die Biografie des Menschen und ihre geistigen Gesetze

Die Zeiten sind schwer, wir gehen alle irgendwie auf dem Zahnfleisch. Doch es gibt noch immer Möglichkeiten, uns gemeinsam und gegenseitig aufzufangen und zu stärken. Finden wir sie.

Ich wünsche allen ein erholsames Wochenende.

Das Epochenheft, ein Schatz der Schulzeit

Ich habe heute via Instagram eine Nachricht bekommen mit der Frage, was es eigentlich genau mit dem Epochenheft auf sich hat. Gute Frage! Und so wie ich es gerade wahrnehme, ein sehr aktuelles Thema. Denn leider hat sich die Idee des Epochenheftes im Homeschooling und beim Distanzlernen immer weiter Richtung „Arbeitsheft“ verschoben. Das beobachte nicht nur ich. Also ein guter Zeitpunkt, einmal genau auf das Epochenheft zu schauen.

Liebevoll mit der Arbeit verbunden: Jedes Epochenheft wird ein kleines Meisterwerk!
Hier ist ein Kind meiner Familie bei der Arbeit.

Hefte gibt es viele

Na klar, an jeder Schule gibt es viele verschiedene Hefte. Das Epochenheft scheint mir aber eine Spezialität der Waldorfschule zu sein.

Arbeitsheft, Vorschreibheft & Co.

Diese Hefte kennen wir wohl alle. Wenn geübt wird, wenn vorformuliert wird, wenn notiert wird. Dann werden oft Hefte mit Linien und Kästchen verwendet, die reihenweise vollgeschrieben werden. Dort stehen die Übungsaufgaben. Hier ist der Ort, um Inhalte vorzubereiten, Lernstoff zu festigen, zu rechnen, Schriften auszuprobieren usw.

Das Epochenheft als Nachschlagewerk

Anders als an Regelschulen, gibt es zu den Unterrichtsepochen des Klassenlehrers meist kein Lehrbuch, an dem sich die Kinder orientieren – sie schreiben es nämlich selbst und das ist das Epochenheft. Somit ist ein vollständiges Epochenheft ein gelungenes Nachschlagewerk, das über den Zeitraum der Epoche zusehends wächst und die Inhalte der Epoche ordentlich dokumentiert.

Aufbau des Epochenheftes

Das Epochenheft beginnt mit einem Inhaltsverzeichnis. Daher wird die erste Seite meistens freigelassen. Alle weiteren Seiten werden nummeriert. Es entstehen Kapitel und Unterkapitel. Die Beiträge des Epochenheftes bekommen auch ein entsprechendes „Layout“ aus Überschrift, Text – gegebenenfalls mit Zwischenüberschriften – und Bildern, am besten selbst gezeichnet.

Am Ende der Epoche werden dann die Kapitel und Unterkapitel im Inhaltsverzeichnis zusammengetragen – und fertig ist das Nachschlagewerk der Epoche, die Kinder haben ihr eigenes Lehrbuch geschrieben.

Von der weißen Seite zum „Layout“

Die meisten Epochenhefte bestehen aus weißen, unlinierten Seiten. Die Kinder lernen, diese zu strukturieren. So wird meist mit dem Wachsblöckchen zunächst ein Rähmchen gezogen, um nicht zu weit auf den Rand zu schreiben (Orientierung auf der Seite). Schon früh arbeiten die Kinder auch mit Linienblättern. Sorgfalt ist oberstes Gebot.

Meist gehört zu jedem Text ein Bild, das gezeichnet oder gemalt werden muss. Die künstlerische Arbeit wirkt dabei im Seelischen, die Kinder verbinden sich weit mit dem Lernstoff.

Das sorgfältige Arbeiten mit Liebe zum Detail ist mehr als bloßes Niederschreiben und Einkleben. Es ist eine vielseitige, gründliche Arbeit. Das Epochenheft erfährt dadurch eine hohe Wertschätzung.

Was nicht passt, wird passend gemacht

Lose Blätter soll es nicht geben. Hat man etwas abgeschrieben und braucht die Vorlage nicht mehr, so kann die Vorlage aussortiert werden. Gehört ein Arbeitsblatt, Foto etc. ins Heft, so wird es an passender Stelle eingeklebt. Ist es zu groß, schneidet oder faltet man es ordentlich zurecht. Übersichtlichkeit ist wichtig, um sich in dem Nachschlagewerk auch später noch zurechtzufinden.

Verschiedene Arbeitsmaterialien geben Struktur

Bei mir in Klasse 3 sind für eine ordentliche Heftführung und -gestaltung inzwischen im Einsatz:

  • Wachsblöckchen für die Rähmchen der Seiten
  • Wachsmalstifte für Bilder, die Geschichten oder Erlebnisse widerspiegeln
  • Bleistift und Buntstifte für exakte Zeichnungen
  • Linienblatt zum Schreiben
  • Füller zum Schreiben
  • Lineal, um die Überschrift oder andere wichtige Textstellen zu unterstreichen, ggf. etwas durchzustreichen.
  • Kleber, um evt. auch einmal etwas einzukleben.

Der sichere Umgang mit den verschiedenen Materialien ist schon ein ziemliches „Management“, das von Anfang an angelegt und geübt werden muss. Letztendlich lernen die Kinder nicht nur den Umgang und Einsatz der Arbeitsmaterialien, sondern kommen auch von einer leeren, weißen Seite zu einem übersichtlich strukturierten Heftbeitrag in Wort und Bild.

Struktur auch für andere Bereiche

Eine Heftseite zu strukturieren und die Arbeitsmittel passend einzusetzen, ist auch auf andere Bereiche übertragbar: Es geht schließlich immer darum, die Dinge und Themen für sich zu ergreifen, indem man sie eingrenzt und einteilt (nicht nur physisch), also erst überlegt, dann planvoll umsetzt.

Durchhalten üben

Oftmals ist das leere Heft, der Beginn einer Epoche, ein wahrer Neustart. Die Kinder nehmen sich meist vor, dass dieses Heft das Schönste aller Zeiten wird. Ihr bestes Heft überhaupt. Ist das Heft dann nicht mehr so neu, lässt der Elan schonmal nach. Doch das Durchhalten zahlt sich aus: Ein gelungenes, vollständiges Nachschlagewerk ist schon eine kleine Trophäe.

Der besondere Wert

Es ist nicht nur der Erinnerungswert und die „Trophäe“, das eigene Nachschlagewerk geschaffen zu haben. Ich glaube, es ist im Gegensatz zu einem reinen „Arbeitsheft“, wie ich es zu Beginn dieses Artikels beschrieben habe, ein kleines Meisterwerk für sich.

Ein Epochenheft wird auch aufbewahrt wie ein kleiner Schatz, die Arbeits- und Vorschreibhefte meistens nicht. Da ich nun selbst schon größere Kinder habe, ist eine „Schulzeitreise“ anhand der Epochenhefte eine so wundervolle Erinnerung und Dokumentation von Lernfortschritten, für die ich sehr dankbar bin. Auch die Kinder können sehen, was sie schon alles gelernt und geschafft haben.

Das habe ich gelernt! Bilanz des Schuljahres

Ich sammle die Epochenhefte meiner Klasse über das gesamte Schuljahr hinweg. Am Ende des Schuljahres bekommen die Familien dann eine große Mappe mit allen gesammelten Epochenheften. So kann man am Schuljahresende darin schwelgen, sich in einem Jahresrückblick erinnern – und genau sehen, was sich von Beginn bis Ende eines Schuljahres so alles entwickelt hat. Eine wirklich schöne Erinnerung, ein lebendiges Erleben des Lernens und Erinnerungen fürs Leben.

Kinderhände – Morgenritual

Nach dem beruhigenden, entspannenden Abendritual und der hoffentlich gut verlaufenen Nacht ist es Zeit für den ersten Gruß des Tages, eine weckende Handberührung. Gerade kleine Schlafmützen können so sanft, aber immer wacher, in den Tag starten.

Es darf duften

Man muss nicht unbedingt auch wieder ein Öl mit Duft versetzen. Ein Diffuser am Morgen wirkt auch wahre Wunder. Ätherischer Duft in Kombination mit gerade verlaufenden, ausstreichenden Bewegungen wecken sanft auf.

Welche Öle sind aufweckend?

Hier greift man am besten zu Zitrusölen (Grapefruit, Limette, Mandarine, Orange, Zitrone), aber auch Melisse hat eine aufweckende Wirkung. Noch ein Tipp: Geranie und Muskatellersalbei wirken ermutigend. Wenn Dein Kind also eine Portion Mut braucht, um fit in den Tag zu starten, ist eine Mischung aus diesen Düften hilfreich.

Die erste Berührung des Tages

Zunächst wird wieder die ganze Hand liebevoll umhüllt und so der erste sanfte Kontakt des Tages hergestellt. Die folgenden, ausstreichenden Bewegungen finden dann erst mit der ganzen Hand statt, außen und innen, dann mit den einzelnen Fingern.

Den Namen nennen

Zum liebevollen Wecken gehört auch, den Namen des Kindes zu nennen. Ein allgemeines „Guten Morgen“ ist nicht so weckend wie den eigenen Namen zu hören.

Guten Morgen, liebe*r_______
das wird ein schöner Tag.


Und dazu auch ein oder zwei schöne und positive Dinge sagen, die anstehen.

Es wartet ein schönes Frühstück auf Dich.
Gleich siehst Du Deine Freunde wieder.
In der Schule kannst Du zeigen, ….
Nach der Schule besuchen wir….


Eine Übung auch für uns Erwachsene

Einmal kurz innehalten, an den Tagesablauf aus Sicht des Kindes denken und sich in die Kleinen hineinversetzen, das ist wichtig. Wie oft denken wir an unsere ganzen To Dos und wie das Kind dort mit hinein organisiert wird. Doch wie ist die andere Seite, die des Kindes? Wo ist der Raum für bewusste Momente mit der Familie?

Ich hoffe, Ihr konntet für Euren Start in den Tag eine Inspiration finden.

Kinderhände – Abendritual

Kinderhände be-greifen, gehen in Kontakt, lernen und zeigen unermüdlich Gesten. In den Händen steckt so viel: Sie erleben vielfache Sinneserfahrungen und in den kleinen Handflächen liegt der Ich-Punkt. Schenken wir Kinderhänden Zuwendung und Pflege. Ich möchte Euch gern zwei kleine Rituale für Kinderhände vorstellen, heute das erste.

Pflegen, halten, beruhigen

Zur guten Nacht noch einmal die Hände halten. Mit Goldtröpfchenöl. Zwei Wege für ein Abendritual:

Mit älteren Kindern auf den Tag blicken

Am Bett des Kindes, erst die eine, dann die andere Hand halten, Wärme und pflegendes Öl spenden. Die eigene Hand mit dem Öl „vorwärmen“, die Kinderhand halten und gemeinsam den Tag Revue passieren lassen. Kreisende Bewegungen führen dabei zur Ruhe. Das kleine Abendgespräch mit einem positiven Gedanken abschließen: Etwas, das besonders schön war oder etwas, auf das wir uns am nächsten Tag freuen.

Ein Sprüchlein für jüngere Kinder

Auch hier wird das Öl zunächst auf die schützende Hand gegeben und gewärmt.
Dann werden dazu kleine Verslein gesprochen:

Der runde Mond glänzt silberhelle,
Sternlein stehen ihm zur Stelle.
Still und leise leuchtet er,
wie ein Schatz im Sternenmeer.
Freuet sich ganz still und leise,
schaut herab auf seine Weise.
Schickt ein Träumlein gleich zu dir,
runder Mond, wir danken dir.



Ich wünsche Euch und Euren Lieben viel Freude mit dem kleinen Goldtröpfchen-Ritual am Abend.

Literatur dazu: „Rhythmische Einreibungen“ ( Monika Fingado, Natura Verlag)