Darum das Alte Testament als Erzählstoff in Klasse 3

Nach getaner Arbeit dürfen die Kinder zum Ende des Epochenunterrichts einmal ganz in Ruhe in den Erzählteil eintauchen. Der Erzählteil bringt Entspannung und sorgt als „Seelennahrung“ für innere Bilder. Zum altersgerechten Erzählstoff in Klasse 3 gehören die Geschichten des Alten Testaments.

Der sprachliche Aspekt des Erzählteils

Zunächst einmal möchte ich generell beschreiben, welcher sprachlicher Reichtum von den alten Erzählungen ausgehen: Ob Märchen, Fabeln, Altes Testament oder nordische Mythologie – die überlieferten Geschichten lassen die Kinder mit alten, ganz besonderen Sprachschätzen in Berührung kommen. Dabei wird nicht nur der Wortschatz erweitert, sondern das Erleben „schöner Sprache“ wirkt wohltuend im Seelischen und schafft auch in gewisser Weise eine Brücke in die Welt der Fantasie.

Erzählstoff braucht kein Lernziel zu erfüllen

Der Erzählteil trägt zwar auch Allgemeinwissen an die Kinder heran. Unumstritten gehören Märchen oder das alte Testament zur Allgemeinbildung, keine Frage. Doch es geht bei der Wahl des Erzählstoffes weniger um ein Lernziel als darum, die Kinder mit inneren Bildern zu versorgen, die ihrem Entwicklungsalter entsprechen und auf der seelischen Ebene fördern.

Der Rubikon und der Erzählstoff in Klasse 3

Um das 9. Lebensjahr herum vollziehen Kinder einen großen Entwicklungsschritt: Sie erleben sich erstmals nicht mehr als „Eins mit der Welt“, sondern nehmen bewusst eine „Um-Welt“ wahr. Die gewohnte „Mit-Welt“ gibt es nicht mehr, das Gefühlsleben ändert sich. Die Kinder können es nicht in Worte fassen, was da gerade mit ihnen passiert und doch kann es für ein kleines inneres Erdbeben sorgen: Es ist vergleichbar mit der „Rubikon“-Legende – von nun an gibt es kein Zurück mehr. Dieses neue Gefühl und die neu gewonnene Erkenntnis einer eigenen Grenze nach außen setzen oftmals große Kräfte und Tatendrang frei, lösen aber nicht selten auch ein Gefühl von Einsamkeit aus.

Mit diesem Entwicklungsschritt stellen die Kinder Fragen nach ihrer eigenen Herkunft, die der Menschen und der ganzen Welt. Mit den Geschichten aus dem Alten Testament, beginnend mit der Schöpfungsgeschichte, wird auf sehr feine Weise diese Gemütslage gespiegelt. Wie die Vertreibung aus dem Paradies wirkt der Rubikon. Der Mensch muss von nun an für sich selbst sorgen und lernt die Arbeit an der Erde kennen und lieben. Genau das greift der Waldorflehrplan auf. Mit dem Erzählstoff – der indirekt wirkt – fühlen sich die Kinder gesehen und verstanden.

Erzählteil auch im Homeschooling

Ich finde es gerade jetzt, während dieser langen Zeit des Distanzlernens, so wichtig, die Kinder auch mit dem passenden Erzählstoff zu erreichen. Daher gehört die Geschichte des Alten Testaments zum täglichen Homeschooling dazu.

Weiterer Erzählstoff

Ich erzähle nicht das ganze Schuljahr über die Geschichten des Alten Testaments, sondern lasse auch passende Lektüre der jüngeren Kinder- und Jugendliteratur einfließen. Astrid Lindgren bietet mit „Mio mein Mio“, „Die Brüder Löwenherz“ oder „Ronja Räubertochter“ ebenfalls wunderbare Rubikon-Lektüren. Auch Cornelia Funkes „Drachenreiter“, Uwe Timms „Zugmaus“ oder Michael Endes „Jim Knopf“ eigenen sich gut für das Alter – um nur einige zu nennen.

Buchempfehlung zum Alten Testament

Die folgenden Buchempfehlungen sind persönliche Empfehlungen, die ich hier unbeauftragt teile. Die genannten Bücher habe ich selbst gekauft.

„Das Alte Testament für Kinder“ – Verlag Urachhaus, dieses Buch ist mit wunderschönen, passenden Aquarellen gestaltet.

„Und es ward Licht“ (Jakob Streit) – Von der Weltenschöpfung zur Arche Noah (Verlag Freies Geistesleben)

„Ziehet hin ins Gelobte Land“ (Jakob Streit) – Der Weg des Volkes Israel von Abrahams Berufung bis zu Davids Traum (Verlag Freies Geistesleben)

Hörempfehlung

Auch mit Dustin habe ich in unserem Podcast „Kaffee, Kreide, Morgenspruch“ über den Ablauf eines Epochenunterrichtes gesprochen und dabei den Erzählteil etwas beleuchtet:

Hier der Link

Zu sich finden in unruhigen Zeiten

Es sind aufwühlende, unruhige Zeiten. Nach einem Jahr Pandemie und mitten in der dritten Coronawelle mit Lockdown und Wechselunterricht ist das bewusste Haushalten mit den Kräften eine wichtige Säule der Gesundheit. Ich habe eine kräftezehrende Woche hinter mir, die im Unterricht zwar voll war mit schönen Erlebnissen, die wohltuend waren, aber drum herum wurde auch viel von mir gefordert. Mein Weg, mich zu regenerieren: Bewusst etwas Schönes genießen und zu Biografiearbeit lesen.

Auftanken

Meist wird am Wochenende etwas Schönes gemacht, Leckeres gegessen und ausgeruht. So kommt man auch zu Kräften. Doch wie kann man es schaffen, dass sie nicht gleich wieder verbraucht werden? Ich habe auch dank der Ausbildung zur Gesundheitspädagogin einige Methoden und Techniken gelernt, die mich erden und „sortieren“. Doch Gedanken und Gefühle zu ordnen und für „Wellness“ zu sorgen, ist nur ein erster Schritt.

Darum Biografiearbeit

Man sollte den Kräfteräubern aktiv auf die Spur kommen. Zentrale Frage: Was genau haben sie denn mit mir zu tun, dass sie mich derart „anzapfen“ können? Mit Blick auf diese Frage kann es wirklich effektiv gelingen, an den eigenen Kräften zu arbeiten. Biografiearbeit ist sehr vielseitig und viele der Gedanken und Impulse sind mir inzwischen zwar bekannt. Doch wenn ich mich erneut und immer wieder in das Thema einlese, werde ich nicht nur erinnert, sondern ergreife manchen Gedanken doch noch einmal aus einer anderen Perspektive.

Es gibt Bücher, die nehme ich über Jahre immer wieder in die Hand und lese darin, weil ich weiß, dass ich dort bestimmt einen passenden Impuls finden kann.

Der Impuls an diesem Wochenende

Unbeauftragte Werbung Heute war es „Die Biographie des Menschen und ihre geistigen Gesetze“, ein verschriftlicher Vortrag von Dr. Michaela Glöckler. Ein Zitat möchte ich gern mit Euch teilen und hoffe, dass es auch Euch ein schöner Anstoß ist.

„…wenn ich jemanden liebe, stärke ich ihn in seinen Lebenskräften. So wie wir uns gegenseitig kränken können in Gedanken und Gefühlen, ob wir es nun verbalisieren oder nicht, so können wir auch viel mehr, als wir ahnen, an der gegenseitigen Gesundung und Stabilisierung arbeiten, wenn wir das berücksichtigen und wenn wir darauf achten, wie andere Menschen in unserem Denken und in unseren Gefühlen leben.“

Dr. Michaela Glöckler: Die Biografie des Menschen und ihre geistigen Gesetze

Die Zeiten sind schwer, wir gehen alle irgendwie auf dem Zahnfleisch. Doch es gibt noch immer Möglichkeiten, uns gemeinsam und gegenseitig aufzufangen und zu stärken. Finden wir sie.

Ich wünsche allen ein erholsames Wochenende.

Drei ganzheitliche Sprechstunden

Es sind Sommerferien, es regnet, mein Mann arbeitet noch, die Kinder schlafen lange. Also nutze ich die Zeit im Haus, um hier und dort etwas zu räumen. Schließlich muss ich mein zweites Schuljahr noch ordentlich in Kisten verpacken, um dann demnächst wieder Platz für all die Bücher, Hefte und Arbeitsmaterialien des dritten Schuljahres zu haben. Und beim Umräumen fielen mir mal wieder diese drei „Sprechstunden“ in den Händen.

Damals… die Hebammensprechstunde

Mit dieser „Sprechstunde“ fing alles an, vor 19 Jahren, mit meiner ersten Schwangerschaft: Die Hebammensprechstunde von Ingebord Stadelmann. Dieses Buch war wirklich Gold wert und ich kann auch nach drei Schwangerschaften sagen, dass nicht eine meiner Fragen in dieser Zeit unbeantwortet blieb. Durch dieses Buch habe ich Zugang zur Naturheilkunde bekommen und so viel gelernt, dass es mich auch mental gestärkt hat.

Ein Evergreen: Die Kindersprechstunde

Dieses Buch ist ein Begleiter auf Jahrzehnte, daher habe ich mir kürzlich erst die neueste Ausgabe gegönnt, um auch wieder auf dem aktuellen Stand zu sein. Es wurde von den drei Autoren Dr. Michaela Glöckler, Dr. Wolfang Goebel und Dr. Karin Michael verfasst und wird von ihnen laufend aktualisiert.

Auch hier blieben mir bislang keine Fragen in Bezug auf Kinder- und Familiengesundheit offen. Ich lese hier immer mal wieder nach, zuletzt im Zuge von „Corona“ oder der Masernimpfpflicht, für die eigene Familie, aber auch mal in Gedanken an Schüler*innen. Denn auch die Gesundheitsprävention und die ganzheitliche Kindesentwicklung haben in diesem Buch viel Raum bekommen. Also: Klare Empfehlung.

Die Elternsprechstunde für uns Eltern

Hier hat Dr. Michaela Glöckler einen ganzheitlichen Blick auf die Elternebene, gesunde Kindesentwicklung und Erziehung, Verhaltensfragen sowie die Paarbeziehung gelegt. Auch dieses Buch hatte ich erst kürzlich wieder in den Händen, als ich mit meiner Schulassistenz gemeinsam das Thema „nonverbale Erziehung“ vertieft habe.

Man lernt ja nie aus und es gibt auch in älteren Büchern immer noch etwas Neues zu entdecken – nämlich genau dann, wenn es dran ist!

Diese 3 Bücher begleiten mich und ich empfehle sie gerne. 🙂

Kurze Info: Es handelt sich hier um Werbung, da Namennennnung – diese ist unbeauftragt und die Bücher habe ich selbst angeschafft.