Die Mitte der Kindheit

Nachdem sich die große Aufregung um den neuen Lebensabschnitt „Schulkind“ gelegt, die Kinder ihre ersten Schuljahre gemeistert haben und weiter herangereift sind, tritt ab dem dritten Schuljahr bald eine große neue Veränderung ein, die im vierten Schuljahr vollendet wird: So wie Caesar den Rubikon überschritt und keine Rückkehr mehr möglich war, beenden die Kinder einen ersten Abschnitt ihrer Kindheit unwiederbringlich.

Eine nahezu plötzliche Veränderung

Oft geschieht es rasch: Ein Kind, das immer so fröhlich gespielt hat, wirkt auf einmal ernst und in sich gekehrt. Auch der Blick hat sich verändert. Wir werden genau angesehen, fast geprüft. Die natürliche Nachahmung verschwindet, die Dinge werden nicht mehr einfach so hingenommen. Fragen entstehen, das Gerechtigkeitsgefühl erstarkt, es wird hinterfragt, was vorher selbstverständlich war. Gefühle geraten ins Schwanken.

Diese plötzliche Veränderung zieht einen neuen Prozess nach sich, auf den sich Eltern einstellen sollten.

Was ist geschehen?

So wie im dritten Lebensjahr das Bewusstsein für die eigene Persönlichkeit erwacht und die Kinder anfangen, zu sich selbst „Ich“ zu sagen, erwacht jetzt das gefühlsmäßige Erleben der eigenen Persönlichkeit, des eigenen Schicksals. Aus dem fröhlichen Hier und Jetzt wird ein fragendes „warum bin gerade ich genau hier?“ und „wo komme ich her?“ Das führt auch dazu, dass die Kinder sich manchmal unverstanden fühlen und verletzlicher sind.

Neue Situationen

Manche Kinder hinterfragen bei kleineren Streitigkeiten in der Familie mitunter ihr Zuhause, wollen weglaufen, packen sogar schon ihren Koffer. Andere wollen alles über ihre Schwangerschaft und Geburt wissen oder äußern die Frage, ob sie adoptiert sind. Sie betrachten sich ausgiebig im Spiegel und bemerken: Das bin ich – und doch wieder nicht.

Neben Kindern in Krisenstimmung gibt es aber auch nicht wenige Kinder, die in diesem Abschnitt, der Mitte der Kindheit, ganz neue Lebensenergie verspüren und eine große Tatkraft und Entdeckerfreude entwickeln. Dies passt dann auch zu dem größeren Wachstumsschub, der sich in diesem Alter vollzieht.

Veränderte Bedürfnisse und die Antwort der Waldorfpädagogik

Diese Veränderung der Kindheit führt auch zu veränderten Bedürfnissen. Die Kinder benötigen jetzt

  • eine noch intensivere Gesprächskultur mit Erwachsenen, die ihnen aufrichtiges Interesse entgegenbringen und mit ganzem Ohr zuhören.
  • eine Fehlerkultur, die nicht angstbehaftet ist, sondern die aus Fehlern einen Erkenntnisgewinn zieht.
  • Erwachsene, die Versprechen halten und die ebenso darauf achten, dass auch die Kinder sich an Verabredungen halten.
  • viel künstlerische Betätigung und kreative Entfaltung. Oft ist dies ein guter Zeitpunkt, um ein neues Instrument zu lernen.
  • Naturerlebnisse, Entdeckung der Pflanzen, Pflege der Tierliebe. Die Kinder entwickeln einen neuen Blick in die Welt!
  • Die eigenen Kräfte spüren: Das Alter ist ideal, um neue Sportarten und Freizeitaktivitäten zu entdecken.
  • Freundschaften pflegen: Jetzt bekommen Freundschaften eine neue Tiefe und Wichtigkeit. Wessen Freund:in bin ich? Mit wem kann oder möchte ich gern befreundet sein? Dazu brauchen die Kinder Gelegenheit, unverplante Zeit miteinander zu verbringen.

An der Waldorfschule plant der/die Klassenlehrer:in nun Epochen, die inhaltlich an diesen Bedürfnissen anschließen. Hier einige Klassiker: Die Ackerbauepoche – wieviel Arbeit an der Erde und der Ernte stecken in unserem Brot? Bruchrechnen – die ganzen Zahlen gehen zu Bruch und werden auf neue Art entdeckt. Heimatkunde – mein Zuhause, meine Stadt, meine Region. Erste Grammatik – unsere Sprache wird erforscht.

Was folgt nach der Mitte der Kindheit?

Ab dem 12. Lebensjahr bemerkt man eine körperliche Schwere, begleitet von weiteren Wachstumsschüben. Die Vorpubertät setzt ein, die Hormonproduktion läuft. Die Kindheit neigt sich allmählich dem Ende zu. Nun ist es wichtig, dass wir in der Mitte der Kindheit viele gute Dinge angelegt haben, von denen die Kinder auf dem Weg zum Erwachsenwerden zehren können. Denn sie stehen bald auf eigenen Beinen.

Weitere Artikel auf dem Montagsblog zum Thema Rubikon und Mitte der Kindheit

Meine Elterninfos als YouTube Clip

Über die Rubikon-Geschichte „Yoga, Mond & Sterne“

Erzählstoff aus dem 3. Schuljahr der Waldorfschule

Das zweite Jahrsiebt

Inforeihe „Die Schulreife“

Bei Instagram hat sich eine Reihe von Waldorfpädagog:innen zusammengefunden, um das Thema „Aufnahme an der Waldorfschule“ und Schulreife von verschiedenen Seiten aus zu beleuchten. Auch ich möchte dies auf meinem Blog begleiten, teilweise darf ich mich auch über Gast-Autor:innen freuen.

Der Einstieg

Als erstes gibt Kerstin Gruler-Fuchs, die schon einmal einen Gastbeitrag für meinen Blog zum Thema Kinderbücher geschrieben hat (inzwischen ist ihr eigenes Buch „Des Jahres bunte Kinder“ erschienen), einen Einstieg:

Schulwahl und Einschulung sind Themen, welche durchaus auch die Gemüter erhitzen können, Sorgen bereiten, Lebenslinien beeinflussen und die gleichzeitig von einem ganz natürlichen Prozess begleitet werden…. der Schulreife.

  • Wann ist mein Kind schulreif und was geht der Schulreife vielleicht sogar voraus? Und was haben der Zahnwechsel und der Körperbau des Kindes damit zu tun?
  • Wie sieht eigentlich so eine Aufnahme an der Waldorfschule aus? Kann ich mich vorbereiten? Und was ist, wenn mir eine Rückstellung empfohlen wird oder wir keinen Schulplatz bekommen?
  • Gibt es Literatur für mich, wo ich das nachlesen kann?
  • Ist die Waldorfschule nicht für alle Kinder die beste Schule?
Das sind die Themen unserer Inforeihe

Diese Fragen und noch mehr haben wir für Euch bewegt. In den kommenden Tagen könnt Ihr dazu hier und bei Instagram auf folgenden Profilen nachlesen: @waldorf.mama, @wachsmalbloeckchen, @waldorf.inklusiv, @waldorf.klassenlehrerin, @beziehungskunst.weimar und bei mir: @waldorf.lehrerin

Auch mein Kalender ist bereits wieder mit Kennenlernterminen gefüllt

Aktuell führen meine Kollegin und ich alle Erstgespräche mit den Familien, die ihr Kind an unserer Schule angemeldet haben. So findet ein erster Kontakt auf sehr persönlicher Ebene statt, die Kinder spielen und malen mit uns und wir lernen dabei die Familien erstmals kennen. Auch individuelle Fragen können in diesem Rahmen ganz in Ruhe besprochen werden.

Anschließend gibt es auch an unserer Schule noch ein größeres Treffen, bei dem alle Kolleg:innen aus dem Klassenlehrerbereich mitwirken. Wir haben dann weitere Informationen für die Eltern und die Kinder erleben in einer Gruppe das gemeinsame Spiel, Geschichten und Aquarellmalen. Danach haben alle, die unsere Schulgemeinschaft bilden (möchten), ein erstes Bild des Miteinanders gewonnen und können noch einmal ganz in Ruhe in sich gehen.

Die neue erste Klasse fügt sich also in diesem Prozess zusammen.

Eure Fragen

sind mir wie immer auch sehr willkommen. Daraus ergeben sich ja oft auch neue Themen, die viele interessieren. Hier kannst Du mir schreiben:

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Vielen Dank für deine Antwort. ✨

Unsere Reise zum Goetheanum

Nach der Hamburgfahrt war ein zweites Highlight in diesen Ferien eine dreitägige Fahrt in die Schweiz mit einer lieben Freundin. Wir haben auf eigene Faust und ganz in Ruhe das Goetheanum besucht, das Gebäude und die gesamte Umgebung dabei auf uns wirken lassen. Ein Rückblick mit großer Zufriedenheit.

Was ist eigentlich das Goetheanum? – Geschichtliches

Das Goetheanum ist eine freie Hochschule, Tagungs- und Arbeitsort der anthroposophischen Gesellschaft. Hier wirkte (und wirkt noch heute nach) Rudolf Steiner, auf dessen Menschenkunde auch unsere Waldorfpädagogik zurückgeht.

Nachdem die anthroposophische Gesellschaft ihre Vorträge und Tagungen zunächst in verschiedenen externen Gebäuden hatte stattfinden lassen, entstand in der Konsequenz und mit der Zeit der Wunsch, der Geisteswissenschaft eigene Räume zu geben, die ihr einen passenden Ausdruck verleihen und in denen sie wirken kann. So entwarf Rudolf Steiner den Plan für das erste Goetheanum. Nach der Bauzeit von 1913 – 1920, ohne Bankkredite (nur durch Spenden und Legate finanziert) und mithilfe vieler Freiwilliger aus 16 verschiedenen Nationen, entstand auf dem „Hügel“ in Dornach das erste Goetheanum.

Zerstörung und Wiederaufbau

Leider fiel die Konstruktion, die in weiten Teilen als Baustoff Holz verwendet hatte, nach recht kurzer Zeit, in der Silvesternacht 1922/23, einer Brandstiftung zum Opfer. Die völlige Zerstörung dieses jahreslangen Kraftaktes führte zu einer großen Krise mit anschließender Erneuerung – sowohl der Anthroposophischen Gesellschaft, als auch des Bauvorhabens.

Während der Gründungsversammlungen der neuen Gesellschaft entstanden die ersten Vorstellungen und Pläne für den Wiederaufbau. Durch diese Veränderung und auch aufgrund des enorm geänderten Zeitgeists nach dem ersten Weltkrieg sah man davon ab, das Goetheanum in der gleichen Weise und äußeren Gestalt wieder aufzubauen, sondern es entstand ein neuer Entwurf.

Inzwischen war auch als neuer, moderner Baustoff Eisenbeton verfügbar. Aus Brandschutzgründen und ästhetischen Gesichtspunkten (es ist flüssig in jede Form zu gießen) wurde dieser Baustoff gewählt. Das Richtfest am Michaelitag des Jahres 1926 erlebte Rudolf Steiner aber nicht mehr.

Der Anthroposophie ein Aussehen verliehen

Im Goetheanum treffen Farben- und Formenlehre, aber auch philosophisch-weltanschauliche Inhalte in künstlerischer Form aufeinander. Es ist ein Gesamtkunstwerk, das sich kaum beschreiben lässt. Die Gestaltung der Räume bis hin zu aufwändigen Deckenmalereien und farbigen Glasfenstern, die durch den Einfall der Sonne farbige Schatten an Säulen und Wänden hinterlassen. Die verschiedenen Skulpturen aus Holz und Gestein, die Gemälde. Jede einzeln künstlerisch gestaltete Tür. Die Farbverläufe an den Treppenaufgängen. Die frischen Blumen in fast jedem Raum. Alles das macht das Goetheanum zu einem großen ganzheitlichem Erlebnis auf vielen Ebenen, eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.

Hier ist eine Galerie mit Eindrücken. Nicht alle Bereiche sind zum Fotografieren freigegeben.

Weitere Gebäude auf dem Gelände

Das wirklich Faszinierende war für mich zu erkennen, wie sich die einzelnen Gebäude einerseits harmonisch in das Gesamtbild der Umgebung einfügen und andererseits auch ihre Bestimmung nach außen tragen. Allen voran das Heizhaus: Die Flammenform um den Kamin herum, zwei Kuppeln dem Goetheanum zugewandt, inmitten passender Begrünung.

Das Heizhaus

Das Gärtnerhaus

Das Trafohaus

Die Kolonie und die Umgebung

Im Laufe der Jahre wurde immer mehr Wohnraum, auch sozialer Wohnraum, Gäste- und Studentenunterbringungen, geschaffen und architektonisch passend umgesetzt. So kann man heute auf vier verschiedenen Architekturpfaden auf dem „Hügel“ wandern und staunen. Was mir besonders gut gefallen hat, war auch der gemeinsame Raum von Mensch und (Nutz-) Tier. Auf den Grünflächen der Siedlung trifft man Kühe, Schafe und Esel an.

Das alles ohne Führung? Literaturtipps und was sonst noch zu beachten ist

Wir sind einfach losgezogen, haben gestaunt und entdeckt. Begleitet haben uns insbesondere drei verschiedene Bücher, die alle unsere Fragen beantwortet und uns zu verschiedenen Zielen geführt haben. Die Titel lauten:

(Quellennachweis und Werbung, da Verlinkung. Ich bekomme keinerlei Provision für diese Verlinkung, möchte aber in diesem Blogbeitrag gern den Glomer Buchversand unterstützen.)

Öffnungszeiten beachten

Das Goetheanum war von 9 – 20 Uhr geöffnet (Stand Oktober 2022) und man kann selbst herumgehen. Manche Bereiche werden allerdings beaufsichtigt und sind dann nur zu bestimmten Zeiten zugänglich. Hier der Link zu den Besichtigungszeiten.

Führungen werden generell samstags angeboten, mit etwa einer Woche Vorlauf kann man auch an anderen Tagen eine Führung nachfragen. Am besten eine Anfrage per Email schicken!

Interesse geweckt?

Also ich war sicherlich nicht zum letzten mal in Dornach, denn einerseits gibt es noch so viel zu entdecken. Andererseits hat mir dieser Ort gut getan. Ich fühlte mich sehr zufrieden und ausgeglichen und habe auch viele neue Inspirationen bekommen.Schreibt gern auch Eure Erfahrungen oder Fragen in die Kommentare.

Die ersten Ferien des neuen Schuljahres

Die Herbstferien haben in diesem Jahr sehr, sehr früh begonnen. Obwohl schon richtig viel in der ersten Schulzeit passiert ist, fühlte ich mich aber gar nicht wirklich ferienreif. Gut so! Denn der nächste Abschnitt bis zu den Weihnachtsferien hat es wieder in sich. Darum bin ich gerade sehr froh, noch einmal auf schönen kurzen Reisen abschalten zu können, bei gar nicht mal so leerem Akku.

Neue Klasse 1, Basar und Weihnachtszeit

Nach den Ferien geht es gleich wieder mit vollem Programm los: Besonders freue ich mich schon wieder auf die anstehenden Gespräche mit den Eltern und Kindern der neuen ersten Klasse. Die ersten Aufnahmegespräche führe ich gemeinsam mit meiner Kollegin. Anschließend werden die Eltern und Kinder zu einem großen Aufnahmetag eingeladen, an dem das ganze Klassenlehrer-Kollegium mitwirkt und sich alle Familien auch untereinander kennenlernen können. Dazu gibt es viele Infos für die Eltern und die Kinder dürfen auch schon einmal für einen Tag Schulkind sein. Das ist also eine sehr intensive Zeit.

Ich werde über das Thema Schulreife, Vorschuljahr und Ankommenszeit auch hier auf meinem Blog noch so einige Beiträge schreiben und hoffe auch, Gastautor:innen gewinnen zu können. Es wird wie gewohnt dazu auch praktische Tipps, kleine Spiele und Checklisten geben.

Im November finden Sankt Martin und endlich auch wieder unser Herbstbasar statt. Dann beginnt in der Schule die stimmungsvolle Vorweihnachtszeit zwischen dem Adventsgärtlein und dem vierten Advent.

Was meine Klasse im nächsten Quartal macht

Bis Weihnachten stehen die Vertiefung der Bruchrechnung, eine weitere Grammatikepoche in Deutsch sowie die erste Geschichtsepoche „Die alten Kulturen“ an. Hier machen wir auch mindestens einen schönen Ausflug, vielleicht sogar zwei.

Was ich gerade jetzt mache

Jetzt gerade in diesem Moment sitze ich mal wieder in der Bahn. Nach einer wunderschönen Paar-Woche in Hamburg reise ich nun noch einmal allein bzw. treffe mich mit einer lieben Freundin für ein paar Tage in der Schweiz. Wir wollen u.a. das Goetheanum besuchen.

Reisen und Planen

Das ist doch das beste Ferienprogramm. Neues sehen und erleben, in Austausch kommen, mit Abstand und ganz in Ruhe den nächsten großen Schul-Abschnitt planen.

Was Euch auf meinem Blog erwartet

Auf jeden Fall noch mehr Nachhaltigkeit im Schul- und Familienalltag, dazu eine bunte Mischung aus weiteren pädagogischen Themen, Praxisideen und Inspirationen. Seid gespannt! Ich freue mich über eine weiterhin stark wachsende Leser:innenschaft (und Hörer:innen meiner Podcasts) und nehme auch Eure Wünsche und Anregungen gern auf.

„Ich bin schon fertig. Was kann ich tun?“

Du bist Kind, hast zügig und konzentriert gearbeitet und alle Dir aufgetragenen Aufgaben erledigt. Welche Antwort würdest Du nun gerne hören wollen? Etwa: „Alles klar, hier sind weitere 20 Aufgaben“? oder lieber „prima, nun kannst Du Dir eine für Dich passende neue Aufgabe für den Rest der Zeit auswählen“? – Eine Auswahl aus: Anderen helfen, einen Klassendienst ausführen, eigene Lücken schließen – oder was Dir eben gerade jetzt nach erster getaner Arbeit gut tut. Bewegung, Soziales, individuelle Vertiefung. Ich stelle Euch heute meine Wolke vor. Sie erweitert das Freiarbeitsregal der Unterstufe.

Ein kleiner Rückblick. Wenn es ein bestimmtes Aufgabenpensum zu erledigen gibt, sind manche Kinder aus verschiedenen Gründen immer etwas schneller fertig und andere brauchen wiederum aus ebenso verschiedenen Gründen mehr Zeit. Mal liegt es an der Konzentrationsfähigkeit und Ablenkbarkeit, mal daran, wie das individuelle Arbeitstempo ist oder schlicht und ergreifend, ob die Aufgaben leicht fallen und Spaß machen.

Das Freiarbeitsregal der Unterstufe

In der Unterstufe hatte ich für diesen Fall ein kleines Regal mit verschiedenen Üb-Aufgaben: Von Einmaleins- und Knobelaufgaben über Lesetexte bis hin zu Mandalas durfte in diesem Fall etwas ausgesucht werden für die restliche Zeit der Arbeitsphase. In der Mittelstufe gibt es inzwischen noch mehr Möglichkeiten, auch an Sozialformen und eigenverantwortlichen, mitdenkenden Aufgaben, die nun nicht mehr angeleitet werden müssen. So entstand die Idee der „Wolke“.

Reflexion: Was brauche ich jetzt?

An dieser Stelle wird nicht mehr vorgegeben, was als nächstes zu tun ist, sondern die Kinder dürfen sich selbst einmal wahrnehmen und danach handeln: Was brauche ich gerade? Die Wolke bietet verschiedene Möglichkeiten.

Bewegung: Manch einer möchte erst einmal ein wenig leise herumlaufen. Prima, die Gießkanne kann doch gleich mitgenommen und die Pflanzen der Klasse gepflegt werden! Oder die Tafel kann gewischt werden.

Mehr davon: Haben die Aufgaben Spaß gemacht, darf es selbstverständlich gern auch einen „Nachschlag“ geben.

Wer braucht Hilfe: Kinder lernen auch, indem sie anderen helfen oder Hilfe von anderen Kindern bekommen. Ist man sich einig, darf auch in einer ruhigen Arbeitsphase gern ein bisschen persönlicher Kontakt untereinander stattfinden.

Lücken schließen: Nicht immer gelingt es Kindern, alle Aufgaben vollständig zu erledigen – aus welchen Gründen auch immer. Nun kann man eigenverantwortlich auch die Zeit nutzen und ältere Lücken schließen, vielleicht auch einmal das Heft eines anderen Kindes dazu ausleihen.

Außerdem: Zeitmanagement

Wieviel Zeit ist überhaupt noch übrig und wie lange würde es brauchen, wenn ich jetzt anfange, die Tafel zu wischen? Lieber noch schnell meine Stifte anspitzen oder das Etui aufräumen?
Auch diese Überlegungen spielen im Zusammenhang mit der Wolke eine Rolle und sollen während dieser kleinen Leerläufe bedacht werden. So lernt sich in scheinbaren „Leerlaufzeiten“ doch nebenbei eine ganze Menge.

Umsetzung: Wolke + Wäscheklammern

Die Wolke hängt einfach an der Pinnwand und wenn man eine Aufgabe von ihr übernimmt, hängt man die Klammer mit der Aufgabe einfach an die kleine „erledigt“-Wolke.

So behalten wir einfach die Übersicht. Es steckt also keine große Bastelaktion dahinter (was man natürlich auch gern machen kann). Das Wichtigste ist: Die Kinder nehmen die Aufgaben gern an. Wenn sie selbst noch eine Idee haben, welche Tätigkeiten und Aufgaben ebenfalls passend wären, wird es gern ergänzt. Es lohnt sich also, mitzudenken und die eigene Gedanken auch einzubringen. Die Ideen der Kinder sind sowieso Gold wert!

Ferien!

NRW ist in diesem Jahr das erste Bundesland, das in die Sommerferien startet. Bei meiner Klasse und mir war auch am letzten Schultag gefühlt die Luft nicht raus. Doch jetzt, wo die Ziellinie des Schuljahres glücklich überschritten ist, fällt schon Vieles von mir ab. Ab in den Urlaub!

Die letzte (Fließband-) Arbeiten

Obwohl ich mir in diesem Jahr einige bewusste Auszeiten auch während der „heißen Zeugnisphase“ gegönnt und darauf hingearbeitet habe, so waren die letzten Tage vor den Ferien doch sehr anstrengend. Ich habe mehr als 150 Zeugnisseiten unterschrieben, sortiert, kopiert, eingetütet und was man sonst noch alles macht. Daneben mit den Kindern noch beendet, was beendet werden musste und eine schöne Johanni-Bastelei vorbereitet (Bericht dazu folgt).

Abschied nehmen

Schuljahresende, das heißt auch meist Abschied nehmen. In diesem Schuljahr musste ich mich von einer sehr lieb gewonnenen Kollegin verabschieden. Ebenso musste ich zwei Kinder meiner Klasse auf den Weg in die Förderschule als neuen Lernort begleiten. Auch diese Abschiede hinterlassen ihre Spuren.

Das Neue wartet schon!

Gleichzeitig war da dieser Funke, der jetzt schon den nächsten Abschnitt des Weges entzündet: Die Vorfreude auf das fünfte Schuljahr ist geweckt. Ich habe den Kindern von den neuen Epochen erzählt, die anstehen. Und schon jetzt freuen sie sich auf die nächste mehrtägige Klassenfahrt, die kurz nach den Sommerferien schon losgeht. Und die magische Verwandlung in Fünftklässler (Bericht folgt) fand nach der Vergabe der Zeugnissprüche (Bericht folgt) und Zeugnisberichte dann auch statt und wurde ausgelassen bejubelt.

Und in den Ferien?

Jetzt geht es erst einmal in den wohl verdienten Urlaub. Auch mein kleiner Shop und der Podcast „Kaffee, Kreide, Morgenspruch“ machen Ferien.
Doch noch in den Ferien, nämlich ab Mitte Juli, darf ich Euch schon meine neue Publikation präsentieren, den neu gestalteten Förderraum der Schule mit einrichten und mich auf ein ganz besonderes Schuljahr mit neuen Aufgaben und Projekten einstimmen. Wird alles hier zu lesen sein 🙂

Gebloggt wird weiter!

Was wäre ich ohne die Schreiberei? Keine Erholung ohne Schreiberei. Auch wird es wieder schöne Ferienklänge in meinem Podcast „Märchen mit Klang“ geben. Seid gespannt und schaut weiter vorbei. Dieser Beitrag zeigt ja schon die vielen Themen, die diese Zeit so mitbringt.

Ich wünsche allen eine schöne restliche Schulzeit und – wer sie auch schon hat – schöne Ferien!

Was ist eigentlich „waldorf“?

Immer wieder begegnen mir Sätze wie „das ist ganz waldorf“ oder „da ist aber nicht viel waldorf“. Daher habe ich vor kurzem mal das Schwarmwissen bei Instagram gefragt, welche Erfahrungen es bei Euch mit dem Adjektiv „waldorf“ gibt.

Fast alle kannten das „Adjektiv“

Sätze, in denen „Waldorf“ als fester Begriff vorkam, kannten deutlich über 90 % derjenigen, die an meiner Umfrage teilgenommen hatten. (Okay, das ist bei meinen Abonnenten eigentlich nicht sehr verwunderlich.)

Und was bedeutet es?

Die Frage war also, was Ihr genau mit „Waldorf“ verbindet und da gab es viele individuelle Antworten, die ich Euch gern hier vorstellen möchte:

  • Ein Bildungssystem
  • kindorientiert
  • Sinn für Ästhetik
  • Ruhe, Verständnis, Kreativität, Freiheit
  • Bullerbü
  • Die ganzheitliche Betrachtung des Menschen
  • Naturverbundenheit und Respekt
  • Teil der anthroposophischen Bewegung
  • Lernen macht Spaß, Elternarbeit, Rhythmus, im Einklang mit der Natur
  • die Tatsache, dass von 255 Waldorfschulen in Deutschland nur 10 inklusiv arbeiten.
  • Öko, altbacken
  • nah am Kind, nah am Bedürfnis
  • bestimmte Atmosphäre von Räumen
  • öko, anders, esoterisch, natürlich
  • bestimmte Sachen, die nur in der Waldorfschule getan oder gedacht werden
  • keine Rechten Winkel, bestimmte Gestaltung von Räumen
  • draußen spielen
  • Denken, kreative Lösungen für Probleme finden
  • ein Ort mit Zuhause, der friedlich ist
  • etwas, das der Waldorfpädagogik entspricht, aber tendenziell abwertend
  • öko, alternativ, esoterisch, versponnen
  • naturverbunden, altersgerecht, dem Jahreskreis entsprechend
  • ökologisch angehaucht, keine grellen Farben
  • Einstellung zum Lernen und Leben
  • sämtliche Klischees
  • Schlichtes, Selbstgemachtes, pädagogisch Wertvolles
  • Holz, Filz, Wolle
  • anthroposophisch
  • öko, oft negative Konnotation
  • mit Aufmerksamkeit in den eigenen Händen etwas Individuelles herstellen
  • oft im Sinne von altmodisch verwendet
  • Anthroposophie

Fazit und Danke 🙂

Also die Vielfalt der Antworten deutet schon darauf hin, dass jede:r im Zusammenhang mit „Waldorf“ anscheinend ein Erleben von (hauptsächlich) Schulen und Kindergärten und sehr persönlichen Eindrücken verbindet, eben individuelle Erfahrungen macht und empfindet. Dies muss ja auch so sein, da jede Einrichtung eine eigene Gründungsgeschichte und ihr eigenes Umfeld hat. Zu dieser individuellen Wirkung der verschiedenen Einrichtungen kommt oft auch noch eine Außenansicht, die von anderen gespiegelt wird.

Für mich heißt es, dass ich tendenziell vorsichtig mit „Waldorf“ als Umschreibung oder Bezeichnung umgehe, da man ja nicht weiß, was das Gegenüber damit verbindet bzw. ob wir auf einem Nenner sind.

Ich danke allen für die Teilnahme an meiner kleinen Umfrage und für Eure Offenheit!

Der Waldorf Bücherbasar

In dieser Woche findet auf Instagram auf Initiative einer lieben Kollegin wieder ein Basar statt, diesmal zum Thema Bücher und Papeterie. Ich stelle daher bei Instagram und hier auf meinem Blog die Bücher von meiner Schwester und mir bzw. von unserer Illustratorin Lena vor.

Über den Basar

Unter @waldorf_kunsthandwerk_basar finden in dieser Woche bei Instagram Buchvorstellungen, online Lesungen und Gewinnspiele statt. Bei mir wird es auch etwas zu gewinnen geben.

Mein Wochenplan

Montag, 9.5.2022: Rosinas Wolle mit Verlosung
Dienstag,10.5.2022: Das Kindergartenfreunde-Buch
Mittwoch, 11.5.2022: Yoga mit Daniela, dazu auch eine Verlosung
Donnerstag, 12.5.2022: Maira, das Brombeermädchen
Freitag, 13.5.2022: Fantasiereisen – dazu auch eine neue Fantasiereise in meinem Podcast „Märchen mit Klang“

Ich freue mich, wenn Ihr hier und auf Instagram dabei seid!

Einer von 15

Ich freue mich, dass der weltweit tätige online Bildungsverlag Twinkl in seiner deutschen Ausgabe meinen Blog als einen von 15 hilfreichen Blogs, Podcasts und YouTube-Kanäle für Lehrer:innen, Erzieher:innen und Eltern empfiehlt.

Twinkl.at

Der Montagskindblog wird auf Twinkl hier gelistet. Ganz herzlichen Dank!

Vorhang Auf! für`s Herz

Kooperation und Gewinnspiel – Lostopf geschlossen | Wie viele von Euch wissen, liegt mir die Vorhang Auf! Zeitschrift sehr am Herzen: Diese einzigartige Familienzeitschrift, liebevoll mit handgefertigten Bildern und fantasievollen Geschichten gestaltet, mit kindgerechten Bastel- und Spielideen und einem Eltern-Begleitheft zum jeweiligen Thema der Ausgabe sucht ihresgleichen. Ich bin selbst seit Langem Abonnentin und auch, wenn meine eigenen Kinder schon größer sind, finde ich hier immer wieder auch schöne Ideen für meine Epochen. Die Kooperation mit Vorhang Auf! ist mir eine Herzensangelegenheit.

Gewinnspiel: Das Osterheft

Das Osterheft wurde in diesem Jahr neu aufgelegt. Ich darf es kurzfristig an Euch verlosen, zusammen mit einem schönen Oster-Kunstdruck. Kommentiert daher hier oder auf Instagram, wenn Ihr teilnehmen möchtet. Abonniert gern hier oder auf Instagram @waldorf.lehrerin und @vorhangaufzeitschrift oder meinen Blog über WordPress. Die Verlosung ist ab 18 Jahren und endet am 15.4.2022 um 12 Uhr. Der Waldowverlag versendet den Gewinn direkt an Euch. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Jahresabo via Montagskind

Wer gern die Vorhang Auf! Zeitschrift verschenken oder selbst abonnieren möchte, kann dies auch über meinen Blog tun. Füllt einfach dieses Formular aus und alles geht seinen Weg über mich. Das Jahresabo verlängert sich nicht automatisch.