Autistische Kinder in der Kita begleiten – zwischen Inklusion, Masking und echter Unterstützung

Vor kurzem wurde ich vom Bananenblau Verlag sehr ausgiebig interviewt zu meinem Herzthema Autismus. Auf Instagram wurde das Wesentliche in Slides zusammengefasst. Auf meinem Blog gibt´ s natürlich das ganze Interview – und ein SAVE THE DATE am Ende des Artikels.

Autistische Kinder in der Kita zu begleiten bedeutet, genau hinzuschauen und zwischen Unterstützung, Anpassungsdruck und echter Inklusion zu unterscheiden. In diesem Interview spricht Bananenblau mit Nadine Mescher über die Begleitung autistischer Kinder in der Kita. Im Mittelpunkt stehen Fragen aus dem pädagogischen Alltag: Wie erkennen wir Bedürfnisse richtig, wo beginnt Anpassungsdruck, und wie kann echte Inklusion im Kita-Kontext gelingen?

Autistische Mädchen wirken oft durch Masking unauffällig. Wie erkennt man, dass ein Kind möglicherweise im Autismus-Spektrum ist?

Schüchternheit kann mit zunehmender Vertrautheit nachlassen, bei autistischen Kindern bleibt die kognitive Anstrengung jedoch meist konstant, sie wird lediglich kompensiert. Im Spiel fällt oft auf, dass ein Kind weniger spontan und kreativ agiert, sondern andere Kinder genau beobachtet und deren Verhalten „einstudiert“. Häufig zeigen sich intensive Spezialinteressen, die sich in wiederkehrenden Themen oder gleichbleibenden Spielmustern äußern. Zudem kommt es durch sensorische Überreizung nicht selten zu einem plötzlichen Rückzugsbedürfnis aus Spielsituationen.

Ein besonders wichtiges Signal: Viele Eltern berichten, dass ihr Kind in der Kita unauffällig wirkt, zu Hause jedoch regelmäßig erschöpft ist – mit Weinen oder Wutausbrüchen als Ausdruck der Überforderung.

Gibt es Tipps für Pädagogen ohne heilpädagogische Ausbildung?

Für Erzieher*innen ist es oft überraschend, wenn Eltern berichten, dass das Kind zu Hause regelmäßig zusammenbricht. Umgekehrt erleben Erzieher*innen ein Kind in der Kita als herausfordernd, während die Eltern es zu Hause als unauffällig beschreiben.

Es ist daher sinnvoll, gezielt nachzufragen, wie sich das Kind in anderen Gruppensituationen verhält, zum Beispiel auf Festen oder in Vereinen. Der Vergleich verschiedener Settings hilft dabei, besser einzuschätzen, wie das Kind in unterschiedlichen Kontexten zurechtkommt. 

Wie helfen wir autistischen Kindern in der Kita?

Es ist wichtig, den Kindern zu vermitteln: Du bist gut, so wie du bist. Unterschiedlichkeit darf sein. Statt autistische Kinder von außen anzupassen, etwa durch Training von Blickkontakt oder das Imitieren von Smalltalk, sollte ihre individuelle Art der Wahrnehmung und Kommunikation anerkannt werden.

Wenn alle Kinder im Grunde von klein auf lernen, dass verschiedene Arten zu denken, zu fühlen und zu sein in Ordnung sind, entsteht mehr Verständnis füreinander. So kann langfristig ein wertschätzender Umgang zwischen neurotypischen und neurodivergenten Menschen gefördert werden.

Ein soziales Miteinander muss gelernt werden. Aber wie unterscheidet man soziale Unterstützung vom Trainieren von Masking?

Es ist wichtig zu differenzieren: Dienen Maßnahmen, wie Blickkontakt halten, dem Kind oder eher der Umgebung? Wenn solche Anforderungen vor allem dazu dienen, dass das Kind „funktioniert“, es dabei jedoch Stress oder Erschöpfung erlebt, kann das ein Hinweis auf zu viel Masking sein. In diesem Fall sollte geprüft werden, ob eine inklusivere Umgebung geschaffen werden kann. Aus meiner Erfahrung nähern sich Kinder leichter einander an, wenn Erwachsene nicht stark steuernd oder eingreifend von außen regulieren, sondern Begegnungen wohlwollend begleiten.

Wichtig ist, dass Kinder, die bestimmte soziale Signale nicht intuitiv zeigen (z. B. Blickkontakt), lernen dürfen, dass es diese gibt und dass sie im Alltag wahrgenommen werden, ohne sie jedoch zu erzwingen oder als Mangel zu bewerten.

Gerade Mädchen haben oft den Wunsch, als freundlich erlebt zu werden. Es ist schön, wenn sie das zeigen möchten. Wenn es jedoch viel Kraft kostet, ist es ebenso in Ordnung, es nicht zu tun.

Autistische Kinder haben oft weniger soziale Interessen und sind in ihrer eigenen Welt zufrieden. Doch wie erkennt man eine Ausgrenzung bei den autistischen Kindern?

Ein ausgegrenztes Kind beobachtet meistens die anderen am Rand und versucht, die soziale Situation zu verstehen und einen Zugang zur Gruppe zu finden. Sollte keine Brücke zwischen den Kindern gebaut werden können, erleben autistische Kinder häufig Ausgrenzung, auch ohne dass es einen konkreten Anlass gibt. Andere Kinder haben oft ein Gespür dafür, dass das Kind nicht „dazugehört“, und ziehen sich zurück. Ein autistischen Kind versteht in solchen Situationen häufig nicht, warum es plötzlich allein ist.

Wenn ein Kind weniger als früher an Gruppensituationen teilnimmt, kann das ein Hinweis auf Ausgrenzung sein. Ein ausgegrenztes Kind kann langfristig beginnen, sich selbst abzuwerten. Bei massiver Ausgrenzung können psychosomatische Symptome auftreten.

Wie baut man denn eine Brücke zwischen autistischen und neurotypischen Kindern?

Autismus bedeutet nicht nur Schwierigkeiten, sondern bringt auch enorm viele Stärken mit sich. Für Pädagog*innen ist es wichtig, diese Stärken zu erkennen, anzuerkennen und bewusst in die Gruppe einzubringen, zum Beispiel Spiele auszudenken, bei denen autistische Kinder ihre Fähigkeiten gut einbringen können.


Autistische Kinder erleben viel häufiger Ausgrenzung, Ablehnung und negative Bewertungen durch ihre Umgebung. Können wir sie besser davor bewahren oder vorbereiten?

Wir können Kinder nicht vor allem schützen, aber wir können ihre Resilienz stärken und für sie da sein. Dabei sollte nicht die Angst vor Ablehnung verstärkt werden. Es geht nicht darum, Ablehnung vorherzusagen, sondern das Kind darin zu bestärken, dass die Reaktionen anderer Menschen oft mehr über deren eigene Grenzen aussagen als über den eigenen Wert. Kinder sollten lernen, ihre eigenen Grenzen zu äußern, bevor Situationen eskalieren. Das gibt Vorhersehbarkeit und Sicherheit, ohne Angst zu spüren. Pädagog*innen können – je nach Entwicklungsstand des Kindes – unterstützend vermitteln, wie Kommunikation auf unterschiedliche Weise funktionieren kann. Voraussetzung ist eine gesicherte Diagnose, wobei häufig auch beratende Stellen wie Autismus-Zentren einbezogen werden. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit im Team ist wichtig.

Aus meiner Erfahrung gibt es zum Glück oft nicht nur ein autistisches Kind in meiner Gruppe. Da kann hilfreich sein, autistische Kinder miteinander in Kontakt zu bringen, da sie sich häufig auf eine besondere Weise verstehen.

Wie bereiten wir Kinder auf eine Welt vor, die derzeit leider noch nicht so inklusiv ist, wie wir es uns wünschen?

Die Kita ist gerade eine gut geschützte Übungsumgebung. Hier können Kinder lernen, ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu äußern, zum Beispiel: „Es ist mir zu laut.“, „Ich brauche eine Pause.“, „Ich brauche Ruhe.“ oder „Ich brauche Gehörschutz.“ Es ist wichtig, jedem Kind zu vermitteln, dass es ein Recht auf Erholung hat, wenn die Welt laut oder chaotisch ist. In meiner Erfahrung kann es hilfreich sein, wenn zum Beispiel in der Gruppe Gehörschutz für alle Kinder verfügbar ist. So entsteht keine besondere Erklärungsnotwendigkeit, und alle Kinder haben grundsätzlich jederzeit die Möglichkeit, ihn zu nutzen.

Aus meiner Perspektive werden auch Schulen in differenzierten Arbeitsphasen zunehmend offener dafür, solche Unterstützungsangebote im Alltag zu integrieren. Wenn Kinder von klein auf im Kita-Alltag lernen, sich wahrzunehmen und zu äußern, sich selbst sichere Rückzugsräume zu schaffen, ist das eine wichtige Grundlage für ihr späteres Leben – sowohl im Hinblick auf Selbstfürsorge als auch auf ein gelingendes Miteinander.

Das Interview führte Ying Song vom Banenenblau Verlag.

Save the date

Ich bin dieses Jahr als Sprecherin beim Spektakel von Wohnzimmer Neurodivers e.V. dabei.

Vom 1. bis 7. Juni gibt es für Vereinsmitglieder eine Early-Bird-Woche mit reduzierten Tickets für nur 10 Euro inklusive der Workshops und Aufzeichnungen.

Wer noch nicht Mitglied ist, kann es bis dahin werden – Mitgliedsbeitrag schon ab 24 Euro im Jahr.

Lauschen, sprechen, schreiben oder: Die phonologische Bewusstheit als grundlegende Basisfähigkeit für den Schriftsprachenerwerb

Ohne eine ausgeprägte phonologische Bewusstheit als Grundkompetenz ist es für Kinder schwierig, das Schriftsystem zu verstehen, also erfolgreich lesen und schreiben zu lernen. Wie man diese Basisfähigkeit frühzeitig, aber auch nachträglich fördern kann, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Nachplappern und sprechen

Phonologische Bewusstheit umfasst die verschiedenen Ebenen des Sprachverständnisses, die ein Kind durch Hören, Nachplappern und schließlich dem bewussten Sprachgebrauch mehr und mehr erlernt. Spätestens im Vorschulalter sollte das Erkennen von Silben durch Klatschen, das Finden von Reimpaaren oder Heraushören von einzelnen Lauten (Phonemen) spielerisch gefördert werden. Ein Kind, das phonologisch bewusst ist, kann zu Schulbeginn beispielsweise schon recht sicher Wörter in Silben aufteilen, Laute in einem Wort identifizieren oder Reimwörter finden.

Nachsprechen durch Vorsprechen: Kind braucht Mensch

Man kann gar nicht oft genug betonen, dass trotz der verlockenden Entlastung durch verschiedene Medien ein Kind das Sprechen am besten in sozialer Interaktion erlernt: Es studiert regelrecht jede einzelne Lippenbewegung seines Gegenübers, die zugehörige Mimik zur Sprache, den Klang der Stimme von vertrauten und fremden Personen. Dann probiert es aus: Die eigene Stimme, laut und leise. Singen und sprechen. Lustige Quatschwörter. Sprechen und Grimassieren. So etwas geht eben nur live, im Alltagskontext und mit einem echten Du.

Phonologische Bewusstheit und die Brücke zum Leseerfolg

Beim Lesenlernen kommt es ganz besonders darauf an, dass Kinder Buchstaben mit Lauten in Verbindung bringen – dies wird als alphabetisches Prinzip bezeichnet. Ich habe übrigens auch schon einmal über die Buchstabengeschichten im ersten Schuljahr gebloggt. Aber zurück zum Lesenlernen. Um das Prinzip zu verinnerlichen, müssen Kinder in der Lage sein, die Laute in einem gesprochenen Wort zu erkennen und gleichzeitig den entsprechenden (willkürlich festgelegten) Buchstaben zuzuordnen. Hier kommt die phonologische Bewusstheit ins Spiel.

Kinder mit einer gut entwickelten phonologischen Bewusstheit haben es leichter, die Beziehung zwischen Lauten und Buchstaben zu begreifen. Untersuchungen zeigen, dass Kinder, die in der Vorschulzeit eine hohe phonologische Bewusstheit aufweisen, schneller und erfolgreicher lesen lernen als ihre Altersgenossen mit Defiziten in diesem Bereich.

Die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für das Schreibenlernen

Auch für das Schreiben ist die phonologische Bewusstheit von zentraler Bedeutung. Um ein Wort zu schreiben, muss ein Kind in der Lage sein, es in seine Laute zu zerlegen und diese Laute den entsprechenden Buchstaben zuzuordnen – bei lautgetreuen Wörtern wie Igel oder Lama. Ein Kind, welches hingegen das Wort „Ball“ schreiben möchte, muss nicht nur zuerst den Laut „B“ hören und erkennen, dass dieser dem Buchstaben „B“ entspricht, gefolgt von den Lauten „A“ und „L“ – es muss auch heraushören, dass da A kurz gesprochen wird, was zur Verdoppelung des L führt.

Kinder, die also Schwierigkeiten mit der phonologischen Bewusstheit haben, haben daher oft auch Probleme beim Schreiben. Sie erkennen die Laute in den Wörtern nicht oder haben Schwierigkeiten, die korrekten Buchstaben für die Laute zu finden bzw. Strategien wie Verdoppelung oder Dehnung anzuwenden.

Eine spielerische Möglichkeit der Förderung

… ist mein Silbendomino, das Du hier kostenlos herunterladen kannst. Es ist im Grunde selbsterklärend und reicht mit 10 Karten für den Anfang völlig aus. Es lädt mit schönen Tierbildern aus der Umgebung ein zum Sprechen, Silbenklatschen und -zuordnen. Die größere Variante mit 40 Spielkarten bekommst Du ohne Montagskind-Aufschrift für einen kleinen Beitrag bei Eduki.

weitere spielerische Förderung

— sind Reimspiele, denn sie fördern die Fähigkeit, lautliche Muster in Wörtern zu erkennen. Kinder können zum Beispiel aufgefordert werden, ein Wort zu finden, das sich auf „Haus“, „Katze“ oder „Sonne“ reimt.

… sind Lauträtsel. Hierbei muss man herausfinden, ob ein bestimmter Laut am Anfang, in der Mitte oder am Ende eines Wortes vorkommt. Beispiel: Lausche das F in Fahne, in Affe, in Lauf.

…. generell das Hören fördern Spiele wie „das geheimnisvolle Geräusch“ (Geräuscheraten) oder ein Hörmemory Marke Eigenbau: Einfach kleine Dosen, zB. aus dem Ü-Ei, immer paarweise befüllen: Mit Reis, mit Zucker, mit Bohnen, mit Schräubchen…

Ist denn nur die Hörfähigkeit der Schlüssel für den Schriftsprachenerwerb?

Sie spielt eine wichtige Rolle, aber nicht ausschließlich. Kinder brauchen ebenso das Verständnis des Wortschatzes, das Sprachbewusstsein und das allgemeine Interesse an Büchern und Geschichten. Hier möchte ich Euch gern noch einmal mein Werk „Sprechen und Zuhören im Erzählkreis“ ans Herz legen.

Was bedeutet denn ein Mangel an phonologischer Bewusstheit?

Er kann leider ein ernsthaftes Hindernis in der gesamten Schullaufbahn darstellen. Kinder, die diese Fähigkeit nicht ausreichend entwickeln, haben oft Schwierigkeiten, der schulischen Schriftsprachvermittlung zu folgen. Sie vermeiden oder verweigern das Lesen und Schreiben, so dass auch die Fortschritte sehr mühsam sind. Je höher die Jahrgangsstufe, desto mehr Umgang mit Texten in fast allen Fächern. Es ist daher wichtig, diese Fähigkeit schon frühzeitig zu fördern, um Kindern den Start in ihre Lese- und Schreibkarriere zu erleichtern.

Was ich aktuell in der Mittelstufe mache

Meine Klasse besteht nicht nur aus Kindern, die bei mir eingeschult wurden, sondern ist inzwischen eine bunte Mischung, zu der auch Quereinsteigende aus verschiedenen Schulen zählen. Unabhängig davon sind natürlich auch die Lernvoraussetzungen Einzelner ganz unterschiedlich. Ein aktueller Lernstand ist daher sehr wichtig für die gemeinsame Arbeit.

Der Lernserver

Ich habe in diesem Schuljahr ein Rechtschreibscreening mit dem Münsteraner Lernserver (unbeauftragte Werbung/ persönliche Empfehlung) durchgeführt. Fast alle Kinder meiner Klasse haben zu Beginn des Schuljahres an der Münsteraner Rechtschreibanalyse (MRA) teilgenommen. So habe ich gerade nicht nur ganz aktuelle, sondern auch sehr detaillierte Rechtschreibprofile von jedem einzelnen Kind. Das Gute am Lernserver ist:
– Die Methode ist wissenschaftlich fundiert und wird inzwischen seit über 20 Jahren weiterentwickelt und verfeinert. Die Ergebnisse sind also sehr aussagekräftig.
– Es wird unterschieden zwischen den Basisfähigkeiten und dem Regelbewusstsein, beides zusätzlich aufgeschlüsselt in unterschiedlichste Bereiche und Fehlertypen
– Die Screenings mit Förderprofil (Ampelsystem) und allgemeiner Förderempfehlung sind kostenlos.
– Die gründliche Analyse, die ich bei Schüler:innen mit größerem Förderbedarf durchführe, kostet sehr überschaubares Geld, das an meiner Schule durch das Förderbudget der Eltern abgedeckt ist.
– Gleiches gilt für die Fördermappe, die individuell aus einem riesigen Pool von Materialien zusammengestellt wird und völlig passgenau auf das jeweilige Lernprofil zugeschnitten ist.

So bleibt am Ende meine wichtigste Aufgabe, die kontinuierliche Förderung in unseren täglichen Abläufen zu integrieren.

Genug geschwärmt. Hier mein Fazit zum Gesamtthema:

  • Je früher die Basisfähigkeiten angelegt und gefestigt werden, desto besser
  • Es kann auch später noch Einiges nachgeholt werden. Man muss es dann aber umso energischer anpacken und stößt mitunter auf Kinder oder Jugendliche, bei denen schon eine Vermeidungs- oder Verweigerungshaltung eingeschliffen ist.
  • Wenn man ein Screening mit der gesamten Lerngruppe durchführt, kann man als Lehrende:r übrigens auch die eigenen blinden Flecke beim Unterrichten identifizieren 😉 Aber nicht nur deshalb kann ich es wärmstens empfehlen.

Der Mosaikfisch als Lernmaterial: Farbspektrum und Auge-Hand-Koordination

Sehr sehr gern setze ich Montessori-Material ein. Mit dieser kleinen Reihe stelle ich Euch einige der Materialien vor, die ich auch in der Schule verwende. Den Anfang macht der wunderbare Mosaikfisch.

Die Schuppen des Fisches sind kleine farbige Rauten, die ein kleines Puzzle bilden. Wozu ist das gut?

Schritt 1: Erst einmal den Fisch bunt gestalten

Hier werden spielerisch die Auge-Hand-Koordination, die Feinmotorik sowie Konzentration geübt. Es geht erst einmal darum, den Fisch überhaupt zu gestalten und die Teile zu legen. Bereits Kinder ab etwa 3 Jahren lieben es, dem Fischi ein eigenes Aussehen zu geben!

Schritt 2: Genauer hinsehen

Es gibt mehr farbige Schuppen, als in den Fisch passen – und das aus gutem Grund: Die einzelnen Farben sind in ihrer Intensität verschieden. Das Farbspektrum umfasst verschiedene Blau- und Rottöne. Dazu schwarz (in Abgrenzung zu dunkelblau) und grün (in Abgrenzung zu mittelblau). Man muss also genau hinsehen und Kinder nehmen so die verschiedenen Farbabstufungen wahr, lernen sie zu benennen.

Schritt 3: Optische Differenzierung

Wer schreiben und lesen lernen möchte, schult nicht nur die Auge-Hand-Koordination, sondern auch auch die optische Differenzierung. Hierzu gibt es Kärtchen mit vorgegebenem „Schuppenmuster“. Nun gilt es, die farbigen Puzzleteile so anzuordnen, dass der Fisch am Ende genau so aussieht wie auf dem gewünschten Kärtchen. Das Kärtchen ist also das Passfoto oder Spiegelbild. Was nach einer kleinen Sache aussieht, ist in Wirklichkeit eine große Transferleistung und der Weg zum nächsten Meilenstein.

Bei meinem Kooperationspartner Montessori Lernwelten könnt Ihr den Fisch bestellen und gleichzeitig mit Eurem Einkauf den Betrieb meines Blogs unterstützen.