Strukturierungshilfen bei Homeschooling und Hausaufgaben

In der Schule helfe ich den Kindern, ihre Arbeitsmaterialien zu strukturieren. Meist brauche ich meine Klasse schon gar nicht mehr daran zu erinnern, dass schon zu Stundenbeginn alles auf dem Tisch liegt, was man brauchen wird. Im Distanzlernen organisieren die Eltern die Arbeitszeit zu Hause – und zwar so, wie es im jeweiligen Zuhause am besten passt.

Jetzt kommt das „Wechselmodell“

Ab dem 22. Februar wird meine Klasse im „Wechselmodell“ unterrichtet. Das bedeutet, dass sie in zwei Gruppen geteilt wird und jede Gruppe alle zwei Tage Präsenzunterricht bekommt. Dieser Wechsel von Präsenz- zum Distanzlernen ist neu und auch etwas herausfordernd, was die Struktur der Arbeitsunterlagen angeht. Wie schnell wird einmal etwas vergessen oder verlegt.

Drei Strukturierungshilfen

3 Tipps, um die Arbeit im Wechselmodell im Blick zu behalten.

Ich habe mir eine Strukturierungshilfe überlegt, mit der sich hoffentlich gut arbeiten lässt. Der Grundgedanke ist, die Aufgaben nach Material zu vorzusortieren. Da sich Tornister oftmals zu kleinen, unübersichtlichen Umzugskisten entwickeln und die Arbeitsmaterialien mal in der Schule, mal zu Hause gebraucht werden, habe ich die Idee, dass es zu Hause eine „Arbeitskiste“ gibt, in die man alle Arbeitsmaterialien der jeweiligen Epoche (Unterrichtseinheit) legt. Diese Kiste sollten Eltern und Kinder gemeinsam packen. Hier kann eine kleine Packliste helfen.

1. Die „Arbeitskiste“ zu Hause

Es hat sich nämlich gezeigt, dass die „theoretische Hausaufgabenübersicht“ in Form von Hausaufgabenheftchen doch teilweise mehr in der Theorie bleibt als sie sollte. Also: In der Kiste ist genau das Material – und nichts anderes – was für die Arbeit gebraucht wird: Lieblingsplüschtiere, Sammelkarten, Glitzerstifte usw. dürfen dann also nicht hinein. So bleibt es übersichtlich und die „Arbeit“ an der Sache wird herausgestellt.

Den Arbeitstag nach Material sortieren

Für den Arbeitstag zu Hause braucht man die „Sternchenliste“ und das Hausaufgabenheft bzw. das zweite Blatt meiner Download-Listen, das die Arbeitsaufgaben nach Material sortieren hilft. Die „Sternchenliste“ zeigt dann kleinschrittig die Arbeit des Tages im jeweiligen Heft an, mit Pausen dazwischen. So ist klar: Die Arbeit ist nicht unendlich lang. Es gibt eine greifbare Pause und ein sichtbares Häkchen, wenn ich den jetzigen Schritt beende. Ist eine Sache erledigt, wird sie dann direkt abgehakt und auch unten auf dem Weg zum Sternchen angekreuzt.

2. Kleinschrittiges, übersichtliches Vorgehen

Je kleinschrittiger und „greifbarer“ der Arbeitsablauf also ist, desto besser. Dies zur Gewohnheit zu machen, hilft insbesondere auch Kindern, die eher unkonzentriert sind. Die „Sternchenliste“ zeigt nicht nur den Arbeitsfortschritt an, sondern hilft auch, den Tornister für den Präsenzunterricht am nächsten Tag wieder zu packen.

3. Ein minimalistischer Arbeitsplatz

In der Schule finden die Kinder in der Regel an ihrem Platz auch nur Tisch und Stuhl vor. Viel Platz für individuelle Dekoration ist nicht vorhanden (auch wenn es ab und zu mal vorkommt). Schreibtische in Kinderzimmern sind hingegen oftmals nett dekoriert oder schlicht und ergreifend auch mal vollgestellt. Drum herum die Spielumgebung, das lenkt ab. Daher finde ich es gut, wenn zumindest kleinere Kinder einen anderen Ort als ihr Zimmer zum Arbeitsplatz haben. Wählt man den Esstisch, sollte auch hier nichts weiter herumstehen. Bitte achtet darauf, dass die Kinderfüße Erdung haben bei der Arbeit. Ein Fußbänkchen kann helfen. Beachtet dazu auch diesen Blogartikel.

Ein Arbeitsplatz außerhalb der Spielumgebung versinkt dank der Arbeitskiste, die schnell gepackt und verstaut ist, nicht im Chaos. Und die Kiste hilft außerdem, alles Wichtige für den nächsten Schultag zu packen.

Wir wir seit einem Jahr das Beste aus der Situation machen, so werden wir hoffentlich auch das Wechselmodell packen!

Download der „Checklisten“ für Arbeitskiste und Arbeitstag:

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